17.8.2015    30

Yongnuo 50mm 1.8 Objektiv im Test

17. August 2015 | Technik

Dieser Beitrag gibt einen kritischen Testbericht des Yongnuo 50mm 1.8 Objektivs wieder, zeigt Vergleichsbilder und bietet Rohdaten zum Download an. Was kann die Linse wirklich?


Den heutigen Beitrag zu diesem Test muss ich erstmal erklären: Nachdem ich noch zur Photokina 2014 klipp und klar geschrieben habe, dass ich mit dem 50 1.4 und dem 35 2.0 von Yongnuo niemals fotografieren werde, gibt es heute den Test zum 50mm 1.8 von eben besagtem Hersteller Yongnuo. Das könnte glatt nach der Devise „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ gehen, tut es aber nicht. Es gibt Gründe für den Test und die möchte ich an dieser Stelle erklären. Ich wurde in den letzten Monaten oft angeschrieben und gezielt nach diesem Test gefragt – schlussendlich hat mich jetzt Foto-Morgen ermutigt, doch einen Test zu machen und mir die Linse für 2 Wochen zur Verfügung gestellt. Ich finde immer noch nicht gut, dass es 1:1 Replika von Canon-Objektiven gibt, vor allem wenn die Originalobjektive auch nur 130 € kosten. Ich bin der Yongnuo-Objektiv-Schiene gegenüber immer noch sehr kritisch aufgestellt. Trotzdem! ich möchte objektiv-subjektiv (objektiv, aber trotzdem nach meiner eigenen Meinung ;-)) bleiben und der Linse eine kurze, faire Chance an meiner Kamera gönnen, bevor das Teil wieder an Foto-Morgen zurückgeht. Außerdem sollte damit dem ein oder anderen Blogleser geholfen sein und allein damit hätte sich der Beitrag schon gelohnt.

Übrigens muss jeder selbst für sich entscheiden was zu viel Geld ist und was nicht. Sicherlich wird es wieder Kommentare und Bemerkungen auf diesen Beitrag geben, dass 60-70 € Mehrpreis für das STM doch ein Witz sind. Aber ich kenne auch Fotografen die sich eben eine 600D gebraucht kaufen und noch mit dem 18-55 fotografieren. Ich kenne Schüler und Studenten für die sind 70 € ne Welt. Ich kann selbst davon ein Lied singen. Ich finde es unfair 60-70 € einfach so zu verneinen und immerhin muss man es auch so sehen… das Yongnuo 50er kann die Start-Droge für offenblende Festbrennweiten-Junkies sein!!! 🙂 Ob dann nach einiger Zeit ein Zeiss Otus vor der Kamera klebt, das darf jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil stelle mich aber nicht hier hin und erzähle, dass man doch nicht rum memmen solle und gefällt 70 € mehr aus der Tasche ziehen müsse!

Kleines Fazit zu Beginn

Vorweg ein Mini-Fazit: Ich bin echt erstaunt über die optische Qualität einer 60 € Linse. 60 € sind unfassbar wenig und was man dafür bekommt, ist echt viel. Aber wollen wir nicht zu viel vorweg nehmen. Dieser Beitrag ist etwas größer und länger und ich habe die Linse sowohl im Studio getestet als auch während zweier Workshops fast ausschließlich verwendet. Dazu kam ein eigener kleiner Test-TFP-Shoot und fertig ist der Beitrag. Es gibt auch heute wieder Rohdaten zum Download und damit kann sich jeder eine eigene klare Sicht der Dinge machen.

Ich habe ja bereits geschrieben, dass das Objektiv nur nen Fuffi kostet und damit das günstigste und coolste Objektiv ist, das ich kenne. Trotzdem hat es harte Gegner, denn Canon wartet mit dem 50mm 1.8 STM und dem 50mm 1.4 USM auf. Beide Canon-Linsen sind deutlich teurer, 130 bzw. 330 €, haben aber gegenüber dem Yongnuo-Objektiv den Fokus mitunter auch auf den Fokus gelegt ;-). Während das Yongnuo sehr lautstark(!) über einen scheinbaren Verbrennungsmotor die Linsen verschiebt, fliegen die Glasstücke bei Canon geräuschlos nach vorne und hinten.

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Im Endeffekt muss das Yongnuo also unter Berücksichtigung zweier Gesichtspunkte getestet werden. Optische Schärfe und Einsatzfähigkeit im Alltag. Und wir haben alle unsere Canon-Linsen dagegen gesetzt. Neben den oben gezeigten beiden Canon Alternativen haben wir auch zusätzlich eine vierte Linse in den Vergleich mit aufgenommen. Das Mark II der „alten“ 50er Version von Canon.

Und bevor wir weitersprechen, hier die Rohdaten zum Download:

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Die Daten entstammen einer Canon 5D Mark III. Es wurden jeweils 2 Dateien in die Zip-Datei geworfen. Einmal ein Foto bei f1.8 und dann eine Aufnahme bei f5.6. Damit befinden sich insgesamt 8 Dateien in allen Downloads, aufgeteilt nach Objektiv.

Bildschirmfoto 2015-08-17 um 11.21.29

Der Testaufbau

Wir haben die Objektive an drei Kameras geschnallt. Alle waren Canon 5D Mark III Kameras und mit jeder Kamera wurden mit jedem Objektiv 3 Aufnahmen gemacht. Es wurde dann aus den insgesamt 9 Aufnahmen bei f1.8 und 9 Aufnahmen bei f5.6 die jeweils schärfste Aufnahme herausgesucht. Ein eventueller Front- oder Backfokus müsste damit an allen drei Kameras aufgetreten sein und das ist eher unwahrscheinlich. Außerdem ist diese Testweise sehr realistisch, denn wir arbeiten täglich ja auch nicht nur mit geeichten und geprüften Test-Stand-Objektiven, sondern fotografieren mit den Linsen die wir in unseren Koffern haben.

IMG_4671

Gleich vorweg! Ich glaube, dass das 50mm 1.8 II nicht perfekt fokussiert ist. Jedenfalls liegt die Schärfe scheinbar etwas weiter vorne als bei den anderen drei Objektiven. Wir haben aber einen fairen Test gemacht und das schärfste Bild aus 9 Aufnahmen gewählt. Also fairer geht es nicht. Wenn ein Objektiv dann so abfällt, dann hat es das auch verdient! Es wäre unfair gewesen, mit einem Objektiv hunderte Aufnahmen zu machen (bis es endlich mal scharf abbildet) und die Tatsache zu verleugnen, dass es kein anständiges Bild an drei verschiedenen Kameras gebracht hat.

Das Test-Setup war eine Mischung aus Schwierigkeiten. Wir haben das Testbild im Gegenlicht aufgebaut. Hinter den beiden Pflanzentöpfen befindet sich ein Blitz und erzeugt damit ein für Kanten sehr schädliches Gegenlicht. Zudem haben wir mit allen Kameras vom Stativ aus auf eine sehr kontrastreiche Stelle fokussiert. Der Fokuspunkt lag immer und überall auf dem „85mm“ Schriftzug. Eine sehr perfekte Stelle für einen Fokus – weiße Schrift auf schwarzem Grund bietet perfekten Kontrast.

Zudem wurde das Bild beblitzt, um eine möglichst hohe Bildschärfe zu erzeugen. Das Blitzlicht kam kontrastreich von der Seite.

YN50mm-f-1.8 bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III Kopie

Zwei Stellen haben uns bei unserem Test interessiert. Einmal der Bereich des Fokusfeldes relativ in der Bildmitte des Fotos und dann zusätzlich noch der Randbereich. Selbst im Fall eines Front- oder Backfokus kann man an der Textur des Holztisches noch erkennen, wie scharf ein Objektiv im Randbereich abbildet.

Vergleich

Und da kommen wir bereits zu einem sehr interessanten Vergleich: wie man auf dem nachfolgenden Foto erkennen kann, liegen alle Objektive sehr eng beisammen. Das 60 € Objektiv hebt sich vom 350 € Objektiv kaum ab. Allerdings gibt es auch einen klaren Gewinner! Das neue 50mm STM von Canon ist einfach schärfer als alle anderen Objektive inklusive dem großen 1.4er Bruder!

vergleich 1.8

Daher auch an dieser Stelle der direkte Vergleich von 50 1.4 USM gegen das 50 1.8 STM. 🙂 Das STM hat viel mehr Kontrast, mehr Schärfe und viel mehr Brillanz. Außerdem ist das Ausreißen der weißen Ränder fast nicht mehr sichtbar.

Ehrlich gesagt schockt mich der obige Vergleich. Ich habe mich soeben gefragt, ob wir vielleicht im Objektiv-Roulette Pech hatten und einen richtigen Ausreißer im Koffer mit uns rum tragen. Kann doch nicht sein, nur für USM und 1.4 dann noch schlechtere Qualität!!! Aber es ist wirklich so! Alle Objektive befinden sich in unserem Eigentum, wir fotografieren damit und das ist was wir nutzen! Und der Test war fair! 3 Kameras, schärfstes Foto! Entweder das ist jetzt so ein Nikon-Syndrom (dort ist das 50 1.4 auch bekanntlich optisch schlechter als das 50 1.8) oder wir haben echt einfach nur ein Drecksobjektiv im Koffer!!! Wobei… vielleicht ist das neue STM einfach richtig gut geworden! Kann ja auch sein! Also irgendwie graut es mich absofort vor dem 50 1.4er!!! Evtl. wäre es jetzt an der Zeit sich mal 5-6 50er 1.4er von Bloglesern und anderen Kollegen zu besorgen und gegen einander antreten zu lassen. Aber aktuell ist das 50er 1.4er echt tabu geworden! Dann schon lieber richtig Kohle sparen und gleich das Yongnuo!

EF50mm f-1.4 USM bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCropEF50mm f-1.8 STM bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCrop

Canon EF 50mm 1.4 USM / Canon EF 50mm 1.8 STM

Nehmen wir das also als Ausgangspunkt und setzen das 50mm STM von Canon als Referenz gegen das Yongnuo-Objektiv. Im direkten Vergleich unten sieht man einen sehr deutlichen Unterschied an Schärfe und gerade die Verschmiertheit bei Offenblende ist extrem sichtbar. Trotzdem muss man bei diesem Vergleich die Preisrelevanz im Hinterkopf behalten. Wir sprechen hier über 50% vom Kaufpreis als Unterschied und in der Qualität ist 50% optischer Unterschied nicht zu erkennen!

EF50mm f-1.8 STM bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCropYN50mm-f-1.8 bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCrop

Canon EF 50mm 1.8 STM / Yongnuo EF 50mm 1.8

Gerade dann, wenn man mal ein anderes Objektiv gegen das Yongnuo antreten lässt. Wenn gerade noch ein großer Unterschied „anscheinend“ sichtbar war, dann ist gegenüber dem 330 € teuren Canon 50mm 1.4 Objektiv der Unterschied ziemlich stark geschrumpft!!! Erstaunlich!!! Ein 60 € Objektiv stellt fast das jahrelange Standard-50er von Canon bloß.

EF50mm f-1.4 USM bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCropYN50mm-f-1.8 bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCrop

Canon EF 50mm 1.4 USMYongnuo EF 50mm 1.8

Die Sache mit dem Fokus

Es bleibt aber eben der bereits oben genannte Knackpunkt. Der Fokusmotor. Während STM und USM allesamt schnell und geräuschlos den Fokus ansteuern, macht das Yongnuo Geräusche wie ein Tier auf der Schlachtbank. Selbst Modelle bekommen große Augen, wenn fokussiert wird. Da hilft nur: laut Musik aufdrehen beim Fotografieren! Von der Geschwindigkeit muss man daher auch Abstriche in Kauf nehmen. Der AF ist langsamer!!! In der Praxis macht das aber nur dann einen großen Unterschied, wenn der Fokus oft und spontan über große Einstellungen gewechselt wird. In unserer Fotografie wird der Fokus meist nur etwas feinjustiert nach jedem Shot und da sind kaum Einschränkungen merkbar. Es sei denn das Model springt einen plötzlich an! 🙂 Sollte aber nicht passieren!

Randunschärfe (und warum das auch cool sein kann :-))

Kommen wir zum Randbereich. Dort, muss ich sagen, finde ich eine gewisse Unschärfe in der Peoplefotografie sehr sinnvoll. Ich mag den Look, wenn Objektive außen etwas unschärfer werden. Das sieht gut aus! Ganz anders als z.B. bei der Panorama oder der Landschaftsfotografie, hier ist Randunschärfe immer sehr ärgerlich. Es kommt also auf den Einsatzbereich an!!!

Vergleichen wir hier das STM-Objektiv mit dem Yongnuo, dann sehen wir zwar, dass der Fokus beim Yongnuo etwas weiter vorne liegt, die Zeichnung im Tisch ist aber trotzdem weniger detailliert. Man kann beim Yongnuo sogar schwerlich erkennen, wo genau fokussiert ist. Ich finde das einen absoluten Pluspunkt, wie gesagt aber nur in gewissen Einsatzbereichen! Ich würde mir ein Objektiv wünschen, das innen sehr scharf und außen sehr unscharf abbildet. In der Portraitfotografie könnte man damit den Bildern automatisch noch einen für meinen Geschmack deutlich schöneren Look geben!

EF50mm f-1.8 STM bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III EckeCropYN50mm-f-1.8 bei 160 Sek. bei f - 1,8 mit Canon EOS 5D Mark III EckeCrop

Canon EF 50mm 1.8 STM / Yongnuo EF 50mm 1.8

Wenn dann noch die Blende geschlossen wird, in unserem Fall auf f5.6, dann ist wirklich kein großartiger Unterschied mehr sichtbar. Das Billig-China-Objektiv spielt tatsächlich in der Liga aller anderen Canon-Linsen mit. Schärfe 100%!

vergleich 5.6

Im direkten Vergleich von 50mm 1.4 zum Yongnuo Objektiv bekommt man mit, wie extrem die Schärfe ist. Absolut kein Unterschied erkennbar! Abgeblendete Schärfe ist aber auch keine Kunst! Das schaffen auch andere Objektive und auch mit der Grund, warum wir hier so wenig Platz und Zeit darauf verwenden. Nur kurz als Demonstration dass ein 60 € Objektiv sicherlich bei f8 auch mit 1000 € Linsen mithalten kann.

EF50mm f-1.4 USM bei 160 Sek. bei f - 5,6 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCropYN50mm-f-1.8 bei 160 Sek. bei f - 5,6 mit Canon EOS 5D Mark III FokuspunktCrop

Canon EF 50mm 1.4 USMYongnuo EF 50mm 1.8

Farbe & Kontrast & Flares

Ich würde hier gerne noch ein paar Bilder mit Flares zeigen. Das ist nämlich die Stärke des Yongnuo Objektivs. Es hat einen butterweichen Flare-Verlauf und das ist einfach nur erste Sahne. Gegenbeispiel ist das fast schon klinische Sigma 50er. Das hat eben keinen „Flair“ mehr, ist aber eben rattenscharf. Das Yongnuo ist ein Look-Meister gerade bei Gegenlicht. Die Bildlooks können nicht mal mit Photoshop erzeugt werden. Hierzu werde ich schauen dass ich in den nächsten 7 Tagen mal wirklich Gegenlicht erwische und die Bilder nachreichen kann.

Für viele Fotografen dürfte auch die Frage nach Kontrast- und Farbveränderungen durch das Objektiv eine Rolle spielen. Ich kann dabei sagen, dass ich bzgl. dieser beiden Kriterien keine erkennbaren Effekte gesehen habe. Selbst bei unserem Testaufbau mit dem Gegenlicht und unscharfen Gegenlicht-Kanten erzeugte das Yongnuo keine wirklichen Farbsäume. CAs sind definitiv nur bei Schwarzkanten eine Möglichkeit, sonst bildet das Yongnuo sehr schön ab.

Praxistest

Kommen wir also zum Praxispart… Wir haben mit unserem Workshop-Model Katia mal kurz nach dem Workshop auf unserem Dach einige Aufnahmen gemacht. Dabei waren nur drei Objektive im Spiel. Yongnuo 50er, Canon STM und Canon 1.4er USM.

Ich möchte einfach mal drei absolut identisch bearbeitete Bilder zeigen. Gerade in Webauflösung sieht man NULL KOMMA NULL Unterschied mehr zwischen den Bildern. Selbst Unschärfe, das so oft gepriesene Bokeh oder auch Farbunterschiede sind nicht wirklich erkennbar.

Wer bei den nachfolgenden Fotos wissen möchte, welches Bild mit welchem Objektiv gemacht wurde, der muss schon die Dateinamen lesen. Ich verrate es an dieser Stelle nicht, ratet ruhig mal los! 🙂

0029_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_EF50mm f-1.4 USM_Manuell_IMG_1235_AL, Available Light, Body, Dach, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Reflektor, Roof, Sexy0031_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_EF50mm f-1.8 STM_Manuell_IMG_1251_AL, Available Light, Body, Dach, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Reflektor, Roof, Sexy0023_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_50mm_Manuell_IMG_1212_50mm, 50mm f1.8, AL, Available Light, Body, Dach, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Roof, Sexy, yongnuo

0004_ISO 200_1-640 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_EF50mm f-1.8 STM_Manuell_IMG_0986_AL, Available Light, Body, Dach, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Reflektor, Roof, Sexy0011_ISO 200_1-640 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_EF50mm f-1.4 USM_Manuell_IMG_1128_AL, Available Light, Body, Dach, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Reflektor, Roof, Sexy0019_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_50mm_Manuell_IMG_1154_50mm, 50mm f1.8, AL, Available Light, Body, Dach, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Roof, Sexy, yongnuo

Die Praxis zeigt jedenfalls, dass das Objektiv absolut alltagstauglich ist. Man kann damit freistellen und an einer Vollformatkamera tolle Bilder machen. Der Schärfeunterschied, eventuell noch erkennbar im 100% Crop, verschwindet in der Praxis zunehmend. Das Yongnuo-Objektiv ist nämlich nicht etwa unschärfer, es schliert nur etwas bei Offenblende und genau dieses Schlieren kann durch eine kleine Kontraststeigerung sehr gut wieder aus dem Bild genommen werden.

Ich habe jedenfalls mit dem Yongnuo Objektiv die letzten beiden Workshop-Tage fotografiert und dabei sind einige tolle Bilder entstanden. Die möchte ich zum Abschluss einfach mal zeigen. Mit Fotos kann man nämlich prima verdeutlichen, was mit einem Objektiv möglich ist. Oft kommt es nämlich mehr auf den Look und die Schärfe-Unschärfe-Balance an, als auf das letzte bisschen Schärfe in allen Pixeln.

In Punkto AF ist das Yongnuo an der 5D Mark III nicht schlechter als das 50mm 1.8 II. Ich würde sogar behaupten, dass es besser geworden ist als die Mark II Version. Mit dem STM und dem USM kommt es nicht ganz mit aber da sprechen wir nicht von 50% mehr unscharf oder scharf! Es geht dabei eher um Momente in denen sich das Motiv schneller bewegt als der Motor nach kommen mag. Bei unseren Modell-Shootings war der Fokus absolut nicht problematisch!

Sollte jetzt noch jemand irgendwelche Zweifel oder Fragen haben, oben gibt es die Rohdaten. Runterladen, öffnen und sich selbst ein Bild machen. Und immer im Kopf behalten, dass 60 € echt ein Witz sind für ein Festbrennweiten-Objektiv mit Blende 1.8.

Fazit (100% subjektiv!!!)

Ich mag das Yongnuo Objektiv. Mich hat es verwundert, welche Qualität da für so kleines Geld serviert wird. Das Objektiv spielt tatsächlich in einer Liga mit dem Canon 50mm 1.4 und dem Canon 50mm 1.8 und hat – wenn dann – Schwächen beim AF, nicht aber in der optischen Abbildung. In der Praxis sieht man bei Webausgabe sowieso keinen Unterschied zu allen anderen Objektiven und selbst bei A4 Ausdrucken wird es sehr knapp!!!
Das Objektiv könnte dafür sorgen, dass mehr Leute ein FiftyNifty in der Tasche mit sich rumtragen. Denn ein 50mm 1.8 Objektiv gehört in jede Tasche. Danke an Foto-Morgen für die Möglichkeit des Tests! Das Yongnuo 50er bleibt der Yongnuo-Tradition der Aufsteckblitze treu. Ein Produkt zu fabrizieren, das durch Weglassen besonderer Features extrem günstig wird, das aber bei den verbleibenden Funktionen ein unfassbar gutes Preis-Leistungsverhältnis besitzt. Mein Tipp an alle Fotografen da draußen, die noch kein 50mm 1.8 besitzen: Yongnuo kaufen (nochmal – Preis: 60€!!!), damit fotografieren, Bilder angucken und wenn gefällt, dann über ein echten Schnapper freuen!

Lieben Gruß,
Martin

0019_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_50mm_Manuell_IMG_1154_50mm, 50mm f1.8, AL, Available Light, Body, Dach, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Roof, Sexy, yongnuo0045_ISO 200_1-160 Sek. bei f - 5,6_35 mm_Canon EOS 5D Mark II_EF35mm f-2 IS USM_Manuell_IMG_4427_Body, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop0047_ISO 200_1-160 Sek. bei f - 5,6_35 mm_Canon EOS 5D Mark II_EF35mm f-2 IS USM_Manuell_IMG_4447_Body, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop0048_ISO 200_1-160 Sek. bei f - 5,6_35 mm_Canon EOS 5D Mark II_EF35mm f-2 IS USM_Manuell_IMG_4456_Body, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop0058_ISO 100_1-160 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 5D Mark II_50mm_Manuell_IMG_4579_50mm, 50mm f1.8, Body, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop, yongnuo0062_ISO 200_1-250 Sek. bei f - 2,0_50 mm_Canon EOS 5D Mark II_50mm_Manuell_IMG_4602_50mm, 50mm f1.8, Body, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop, yongnuo0066_ISO 200_1-160 Sek. bei f - 4,0_50 mm_Canon EOS 5D Mark II_50mm_Manuell_IMG_4623_50mm, 50mm f1.8, Body, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Sexy, Workshop, yongnuo0023_ISO 200_1-800 Sek. bei f - 1,8_50 mm_Canon EOS 6D_50mm_Manuell_IMG_1212_50mm, 50mm f1.8, AL, Available Light, Body, Dach, fifty, fiftynifty, Frankreich, Katia, Model Katia Martin, Paris, Roof, Sexy, yongnuo

ALLE FOTOS MIT DEM YONGNUO 50MM 1.8 AF

Kommentare (30)

30 thoughts on “Yongnuo 50mm 1.8 Objektiv im Test

  1. Hmm, also man kann sich sicher über die Preisgestaltung bei Canon streiten (vor allem im Augenblick wo man den Eindruck hat alles und jeder zieht links und rechts Canon vorbei), aber derjenige der „nur“ kopiert spart natürlich deutlich an der Entwicklung. Insofern ist ist so ein solcher Kampfpreis kein echter Hit. Mir persönlich gefällt, deinem Beitrag das STM sehr gut und ich frage mich was ich mit meinem 50mm 1,4er jetzt mache 😉

    1. Also ich war noch nie ein Fan des 50/1.4 und hab es sobald SIGMA das 50er ART auf den Markt gebracht hat sofort gewechselt. Das 50/1.4 hatte ich nur abgeblendet verwendet und da kann man sich dann eigentlich gleich das 1.8 holen und Geld spare.

      Aber zum Yongnou: Ganz ehrlich, ob ich 60€ ausgebe oder 120€ ist doch wirklich nicht so ein Unterschied für eine solche Mehrleistung. Dazu kann ich das Canon auch noch vom Canon Service kostenlos justieren lassen, falls es nicht passt. Das habe ich mit allen meinen Canon Objektiven machen lassen und die passen jetzt 100%. Leider ist das auch ein gigantischer Nachteil bei meinen SIGMAs beim 50/1.4ART war ich ein halben Nachmittag mit justieren beschäftigt, wenn man das outofthebox verwendet muss man abblenden und wären wir ja wieder beim 120€ Canon STM.

      Meine Erfahrung: WER BILLIG KAUFT…. und hier geht es um 60€ Differenz

  2. Toller Bericht / Vergleich! Ach ja und schöne Bilder! 🙂
    Yongnuo macht scheinbar nicht nur brauchbare Blitze.
    Wieder zeigt sich, dass Günstig nicht gleich Billig ist…

    Bin erst vor kurzem auf Euch / den Blog gestoßen und kann nur „Danke!“ sagen 🙂

  3. Guter Vergleich. Bin jetzt bloß etwas verunsichert. Bisher war das EF 50mm 1.4 eins meiner lieblings Objketive. Mit ihm mache ich die meisten Fotos und war bisher sehr zufrieden. Ja, es hat mir hier und da bei Blende 2 schon der letzte Kick an Schärfe gefehlt und es ist auch bei Blende 2.8 nicht an mein geliebtes EF-S 60mm 2.8 an meiner 60D ran gekommen. Aber ich hätte nie gedacht, dass es im Vergleich zu günstigeren Objektiven so „schlecht“ abschneidet.
    Ich bin schon ein wenig desillusioniert. Was jetzt tun? Zum 50mm STM greifen? Das gilt es jetzt für mich zu beantworten.

    Gruß
    Jörg

  4. Hallo Martin –
    danke für diesen Test. Ich hoffe, daß das hoffentlich bald kommende Nikon-Teil ähnlich performed. Bin nämlich auch Opfer des von Dir beschriebenen Nikon-Syndroms – habe mein 50mm 1,4 nach einem Jahr Verzweiflung dem Händler zurückgegeben. Tröstlich, daß es bei Canon wohl ähnlich ist. Wäre super, wenn Du dann das Nikon Teil auch mal testen könntest (Vergleich zwischen 1,8 50mm G, 1,4 50 mm G und 1,8 50 mm D und dem Yongnuo 50mm).
    LG Jürgen

  5. „Ich bin schon ein wenig desillusioniert. Was jetzt tun? Zum 50mm STM greifen? Das gilt es jetzt für mich zu beantworten.“
    Bei solchen Aussagen, bedarf es keines neuen Objektives, sondern einen neuen „Fotografen“.
    Sorry, aber wer von jetzt auf einmal sein 1.4er unbedingt gegen das 1.8er STM eintauschen muss, der hat einen an der Waffel und wird auch dann keinen besseren Fotos zu Stande bekommen. Entscheidend ist eine Mischung aus der täglichen Praxis, in der man schnell ein Gefühl für eine Linse bekommen bzw. dann hat… UND ein paar technischen Daten. Ich finde das Bokeh des Yongnuo und den Kontrast echt Horror, obwohl bei dem Ding schon zwei Blendenlammeln mehr eingebaut sind, als bei Canons 1.8er (II). Das AF-System… da brauch man gar nichts mehr rüber sagen, so schnell will man wieder den Becher von der Kamera haben. Loudest und lamest motor ever! Und was die „Qualität der Ränder“ angeht… nee, da wird versucht Scheisse zu Gold zu machen. Alle 50mm Linsen haben fast identische Schwächen. Wenn aber plötzlich erzählt wird, dass Vignetierung und „Unschärfe“ am Rand plötzlich was tolles ist, da packe ich mir echt an den Kopf!
    Aber vielleicht ist das auch wieder ein gewissen Trend!? Der Stilpirat findet es unendlich geil, extra unscharf zu fotografieren und Paul Ripke weiß angeblich immer wann etwas scharf ist, mit seiner Leica… aber total scharf ist dem dann auch zu uncool. Abgesehen davon, dass ihm das nicht gerade besonders oft gelingt, mit den „scharfen Fotos“ bei Reportagen. Also viele Leute, die vor noch nicht all zu langer Zeit teueres Equipment bis zum abwinkeln gekauft und empfohlen haben, gehen dann jetzt doch lieber dazu über den Leute gehen das Gegenteil zu erzählen und zu verkaufen. Was liegt da wohl in der Luft, dass es so solchen 180° Wendungen gekommen ist… etwa Crystal Meth!?

    In gewissen Bereichen gibt es für verhältnismäßig wenig oder weniger Geld,gute bist sehr gute Leistung. Aber hier eben nicht…
    Allerdings ist es natürlich vollkommen richtig, dass niemand mehr sagen kann mit welcher Ausrüstung ein Fotos gemacht wurde, nachdem es so durch die Blidbearbeitung „gewürgt“ wurde.

    1. na denne… Hi Jenny, musde doch nicht ganz so primi Deine Photographen-Ehre und die Marken-Redoute … Ist für die meisten von uns Lesern ein guter Test geworden – DANKE an K&G

  6. Seit kurzem gibt es Sonnenblenden für das 50mm-Objektiv, die doppelt so lang sind wie die alten. Google: gegenlichtblende, 52mm gummi tele ebay. Ich bin der Meinung, jetzt sind meine Aufnahmen viel schärfer als früher. Sie sollten mal Vergleichsaufnahmen machen.

    1. Gleicher Effekt wie von Dir geschrieben hatte ich bei Sigma Objektiv bemerkt. Die enthaltene Gegenlichtblende besteht aus 2 Teilen.
      Habe früher nur einen Ring benutzt wegen dem Platz und umständlicher Handhabung.
      Hatte einen Bericht gelesen der beide Ringe benutzt und erhalte gerade bei extremen Aufnahmen deutlich knackigere Bilder. Erklären kann ich es auch nicht. Testen wohl auch weniger. Stativ wollte ich nun nicht erst bemühen.

    1. Ich möchte Dir zustimmen. Ich besitze noch ein 1:2,8 45mm-Objektiv mit Pentax K Anschluß, circa 1982 bei Foto-Quelle gekauft. Ich finde 45mm ist eine schöne Brennweite. Bei den Digitalkameras fehlt ein 1:2,8 28mm-Objektiv. (oder 1:2,8 30mm)

  7. Ich finde diesen Test sehr interessant. Ich stehe zu meinem in die Jahre gekommenen EF 50/1,8 II, muss aber immer wieder mal Probleme mit dem Autofokus feststellen, wenn ich relativ offenblendig arbeite (zwischen f/1,8 und f/4, z.B. bei Neugeborenen-Fotografie). Da hat mich wirklich das Yongnuo überrascht. Und was das EF 50/1,4 USM angeht: das mag zwar nicht schlecht sein, hier aber noch groß von Entwicklungskosten zu sprechen, halte ich inzwischen für nicht mehr passend, denn Rechnung, Aufbau und Funktion gehen immer noch auf die 90er zurück – nicht mehr zwingend zeitgemäß. Bisher habe ich also immer mein EF 50/1,8 II empfohlen, denn für gut 100 EUR (es war neu noch günstiger als das STM) bekam man eine Abbildungsleistung, die meine L-Zooms zum Teil übertrifft. Mal schauen, vielleicht empfehle ich nun das Yongnuo 1,8.

    Eine Anmerkung: zum Eingang des Test steht, dass das Yongnuo 50/1,4 bisher strikt abgelehnt wurde – ich selbst bin heute erst auf dieses Objektiv aufmerksam geworden. Umso mehr würde mich nun aber auch ein Test dieses Objektivs interessieren!!!!

  8. Toller Test! Super übersichtlich …und steckt eine Menge Arbeit drin. Danke! Mir fällt dabei besonders auf:
    1. Wie immens wichtig ist das Objektiv im Vergleich zum Body. Was hilft mir der beste Body, wenn das Objektiv das Licht nicht richtig anliefern kann. Mehr Pixel auf dem Sensor bringen nicht gleich mehr Details.
    2. Objektive sind im Auslieferungszustand oft nicht richtig justiert! Finde das irgendwie komisch und wahrscheinlich einer der Ursachen für die sehr unterschiedlichen Ergebnisse. Möchte nicht wissen, wie viele Leute mit schlecht eingestellten Objektiven arbeiten. Tipp: man sollte nicht gleich jedes neu gekaufte Objektiv sofort einschicken, aber ein paar offenblendige Testaufnahmen mit einem Neuerwerb sind leider (fast) Pflicht.

  9. Wie sieht das denn eigentlich mit der Schnelligkeit des STM aus? Ich hatte letztens ein 18-135 STM geliehen, da hat mich die Geschwindigkeit des Scharfstellens überhaupt nicht begeistert. Ja, es war leise, aber es hat gefühlte Ewigkeiten gedauert, bis der STM butterweich den ermittelten Schärfepunkt angesteuert hat.

  10. An Karl F.
    „Objektive sind im Auslieferungszustand oft nicht richtig justiert“. Ich bin dazu übergegangen, ab und zu den Autofocus von automatic auf manuell zu stellen, und dann den Entfernungsring LANGSAM hin und her zu drehen. Ich meine, dann sind die Aufnahmen schärfer.

  11. Das STM-Objektiv von Canon ist jetzt das dritte 50mm Objektiv. Das erste hatte ein Metallbajonette, das zweite ein Kunststoffbajonette und das dritte einen STM-Motor. Die Linsen scheinen gleich geblieben zu sein. Vielleicht ist beim neuen Objektiv die Vergütung des Jahres 1987 durch die Vergütung des Jahres 2015 ersetzt worden. Hat die Vergütung eigentlich eine andere Farbe?

  12. Gilt es als bewiesen, dass dieses Yongnuo eine 1:1 Kopie vom 50/1.8 II ist? Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass die optische Rechnung eine andere sei. Aber auch wenn es eine Kopie wäre, so ist das 50/1.8 II ein recht altes Objektiv, bei dem die Patente höchstwahrscheinlich längst ausgelaufen sind. Wenn es nicht so wäre, hätte Canon längst rechtliche Schritte gegen Yongnuo eingeleitet.

  13. Mich wundern weniger die Messergebnisse als vielmehr die die Erwartungen und Einstellungen der Leute.

    Zum einen das EF 1,4/50 USM: Es war schon zu Analogzeiten bekannt, dass es optisch allenfalls marginal besser ist als das 1,8er. Wer die 2/3 Blende mehr nicht braucht und auch auf FTM verzichten kann, fuhr mit den 1,8ern schon immer besser. Dass Canon das 1,4er seit über 20 Jahren unverändert im Programm hat, liegt inzwischen wohl eher am 1,2 L, das ansonsten wohl kaum Kunden finden würde. Und ursprünglich sollten EOS-Kunden auch eher auf das 1,0/50 zurück greifen…bis man doch noch ein 1,4er nachschob.

    Sowie ich es mitbekommen habe, ist das STM dieselbe optische Konstruktion wie seine beiden Vorgänger und profitiert lediglich von der inzwischen besseren Vergütung und auch der nun runden Blendenöffnung (die alten hatten 5 Blendenlamellen). Im Alltagsgebrauch sollte es also außerhalb der Serienstreuung gleich gar keine Unterschiede in der Bildqualität geben; das trifft dann offensichtlich auch auf das Yongnuo zu (mit 7 Blendenlamellen, anderer Elektronikplatine und anderem Motor, das ist also mitnichten ein reines Plagiat).

    Canon hat übrigens im Januar 2012(!) ein 1,8/50 mit Bildstabilisator und 7 Linsen in 6 Gruppen zum Patent angemeldet (2013 erteilt), was also wäre das Problem für Canon gewesen, dieses statt dem STM als Antwort auf das Yongnuo (1,8 und bisher wohl noch nicht erschienene 1,4) zu präsentieren?

    Ich finde auch die Doppelmoral unsinnig. Objektivdeckel, Kabelauslöser, Gegenlichtblenden, Batteriegriffe, Kameraakkus und Stativschellen gibt es schon lange als Nachbauten und werden aufgrund ihres deutlich günstigeren Preises gerne genommen. Was ist also das konkrete Problem von Nachbauten dieser vergleichsweise einfachen und inzwischen uralten und nicht perfekten Optiken im Vergleich zu Batteriegriffen, die relativ zeitnah auf dem Markt erscheinen?

    Zumindest für das 1,8/50 von Yongnuo sehe ich keinen besonders großen Markt. Für den gleichen Preis kriegt man auch ein Canon Mk 2 problemlos gebraucht. Wem das Kunststoffbajonett Unbehagen bereiten sollte, der kann ja auf das STM zurück greifen (mit Abbildungsmaßstab von 1:4,8 sticht es alle 1,4er und 1,8er aus, die nur auf 1:6,7 kommen) oder aber auf das Mk 1, das als Einziges der vier 1,8er eine Entfernungsskala hat. Das war vor über 10 Jahren meine Wahl und hat mich damals schon nicht mehr gekostet als das Mk 2 neu. Dieses Ojektiv wird in drei Wochen 29(!) Jahre alt und funktioniert noch immer astrein. Das muss das Yongnuo auch erst noch beweisen.

    Beim 2,0/35 mag das Yongnuo größere Berechtigung haben, da das 2,0/35 so nicht mehr hergestellt wird und das IS eine ganze Ecke teurer ist. Und weil an Crops ein preiswertes Standard fehlt. Aber auch hier hat das Original eine Entfernungsskala und die Langzeitzuverlässigkeit ist erprobt. Meines ist Baujahr 1991…

    Ich habe übrigens bereits mit Yongnuo-Blitzen gearbeitet. Und ehrlich: ich hätte schon vorab für denselben Preis lieber gebrauchte 40MZ von Metz statt YN460 genommen, da sie weit mehr Möglichkeiten bieten und sich im Vergleich auch als zuverlässiger herausgestellt haben (Neuere Modelle mögen besser sein). Aber jeder wie er will.

  14. Was mich verwirrt sind die YN Brennweiteangaben. Stets wird betont, das die Objektive an Vollformat und APS-C funktionieren. An APS-C wäre aber ein 50mm ja ein (Crop bei Canon x1,6) 80 mm (ideales Portraitobjektiv).

    Wenn ich aber mein YN50 an meine EOS100D oder auch 800D setze sehe ich im Vergleich zum 18-55 mm STM keine Brennweite von 80 mm ??? Oder vergucke ich mich da.

    Evtl. hat ja jemand mal beide Sensorgrössen da und könnte Licht ins Dunkel bringen.

    Welche Brennweiten hat denn nun da YN35, YN50 und YN85 an einer EOS ?

  15. Ich weiß ja nicht, ist denn niemandem aufgefallen, dass alle getesteten Objektive auf den Fotos die selben Verunreinigungen an den Einstellringen haben? Ein Schelm, wer an ADAC Autovergleiche dabei denkt!

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