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Tamron 17-28mm f2.8 Di III RXD – Das E-Mount Ultra Weitwinkel MUST HAVE Objektiv (+ RAW-Download!)

27. Juni 2019 | Technik

UPDATE: Wir haben zusätzlich noch Bilder im RAW-Format zum Download bereitgestellt! Einmal nach unten scrollen!

Wir haben das neue Tamron 17-28 f2.8 für E-Mount getestet. Quasi das Schwester-Objektiv zum 28-75 f2.8. Und wie auch schon bei Tamrons erster nativen Linse für Sony E-Mount sind wir wirklich erstaunt, wie diese Optik sich im Vergleich mit sony-eigenen Objektiven schlägt, um ein kleines Fazit direkt schon einmal vorwegzunehmen. Mit unseren gemachten Vergleichsbildern darf sich aber jeder ganz persönlich seine eigene Meinung bilden.

#TRANSPARENZ
Auch hier ist es natürlich wieder nötig ein paar Worte im Sinne der Transparenz zu verlieren. Tamron hat uns das 17-28 als Presse-Objektiv zur Verfügung gestellt. Um es zu testen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn dieser Beitrag online ist, ist das Objektiv schon lange wieder weitergewandert zum nächsten Tester.

Unsere Kernfragen (0:00-01:08)

Das neue Tamron 17-28 f2.8 ist wirklich ein besonderes Objektiv. Ein eingedampftes 28-75 im Ultra-Weitwinkel-Bereich als ideale Ergänzung zum selbigen. Für unseren Test haben wir uns vor allem folgende Fragen gestellt:

Ist das Objektiv gut UND kompakt?

Es ist schon manchmal paradox. Spiegellose VF-Kameras (und gerade natürlich die von Sony) haben natürlich klassischen DSLRs gegenüber einen entscheidenen Größenvorteil, der oft und gerne eben als Grund für Spiegellos angeführt wird. Und im gleichen Moment schraubt man so eine große Menge Glas an das Bajonett, dass der Größenvorteil im Nichts verpufft. Bekommt man mit dem neuen Tamron ein Objektiv, was klein und kompakt ist und trotzdem optisch in der gleiche Liga wie ein GMaster Objektiv spielt?

Ist das Objektiv gut UND preiswert?

Was nichts kostet, ist auch nichts. Alte Bauernregel, gerade im Foto-Sektor auch sehr gerne rezitiert. Nun wird das Objektiv natürlich nicht nichts kosten. Im Internet rumort gerade eine UVP von ca. 1200€ und ein Straßenpreis von 999€, was selbstverständlich nicht wenig Geld ist, aber doch um einiges mehr als z.B. das 16-35 f2.8 GMaster mit einer UVP von 2699€. Die Frage ist: Kann das Tamron da für weniger als die Hälfte des Preises mithalten?

Ist das Tamron 17-28mm genau so gut wie das Tamron 28-75mm?

Das 28-75 hat uns echt überrascht. Das Objektiv hat sich gegen die GMaster-Konkurrenz und auch gegen ein Zeiss Otus extrem gut behauptet. Kann Tamron daran anknüpfen?

Kann Tamron zaubern? (03:38 – 07:13)

Eine Frage, die man sich unweigerlich stellen muss, wenn man über die ganze Sache nachdenkt.. Tamron baut für viel weniger Geld ein kleineres und leichteres Objektiv, was optisch mit den teuren, schweren, großen Trümmern mithalten soll. Wie geht das? Zaubert Tamron? Können die anderen es einfach nicht besser?

Ganz so einfach ist die Frage natürlich nicht zu beantworten. Vielmehr geht es um verschiedene Philosophien im Objektivbau. Dazu auch gerne mal das Spezial-Video mit Anders schauen, wo wir über das 28-75 reden.

Tamron steht seit jeher für eine gewisse Ausgewogenheit in der Objektivkonstruktion. Während andere Hersteller oft auf die extremen Werte mit maximalst größtmöglicher Blende (zum Beispiel) gehen, lässt Tamron die Blende vielleicht ein wenig geschlossener, kann dafür aber Gewicht, Glas, Geld sparen und dem Objektiv ggf. noch einen Stabi verpassen. So geschehen beispielsweise beim 35 1.8 und 45 1.8. Denn was man immer im Hinterkopf haben muss: Eine größere Blende, ein größerer Brennweitenbereich, alles wirkt sich auf das Endprodukt aus. Mehr Glas braucht bessere Autofokus-Motoren, die Glasfassungen im Objektiv selber müssen stärker sein, die Vergütung wird teurer, ggf. braucht man weitere Korrekturlinsen uuuuuund so weiter und sofort.

Objektivkontruktion hat immer etwas mit Abwägen zu tun. Man gibt etwas, man kriegt etwas, wie Herr Uschold immer sagt. Und genau so macht es Tamron hier auch.

Der direkte Konkurrent? (07:17-11:36)

Denn das Objektiv mit dem sich das 17-28 vergleichen muss ist das 16-35 2.8 GMaster von Sony. Und es dürfte klar sein, dass das ein unfairer Vergleich ist. Das GMaster hat einen Millimeter mehr Brennweite nach unten (was im Weitwinkel-Bereich durchaus einen Unterschied macht) und ganze sieben mehr nach oben. Eine solche Konstruktion ist erheblich komplizierter. Und eben verbunden mit mehr Glas, Gewicht und natürlich auch Preis. Wie sagt man so schön: „Every lens design is a tradeoff.“

Natürlich  ist es gerade mit Blick auf das 28-75 nicht nötig, dass Tamron auf die 35mm hochgeht, aber durch das Vermeiden bzw. Auslassen dieser Randbereiche kann es Tamron gelingen, hier ein Objektiv zu konstruieren, was eben doch in Konkurrenz zum 16-35 steht und sich nicht verstecken muss.

Jetzt aber genug der Worte und direkt in die Vergleiche. Getestet haben wir übrigens einerseits gegen das 16-35 GMaster, aber auch gegen das Sony 28 f2.0 sowie die Schwesterlinse 28-75.

SCHÄRFE

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

28mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 28mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

28mm @ f2.8 SONY 28 F2.0 VS. 28mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // RAND // 100%

CHROMATISCHE ABERRATIONEN

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // 200% ANSICHT

FARBWIEDERGABE

Wenn man sich noch einmal in Ruhe unseren Obstkorb anschaut, merkt man eine leicht andere Farbdarstellung der beiden Linsen. Ja, man muss darauf achten, der Unterschied ist aber da. Was da jetzt besser oder schlechter ist, mag jeder gerne selbst entscheiden.

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // 200% ANSICHT

BOKEH

Bokeh ist etwas super subjektives. Was dem einen gefällt muss dem anderen deswegen noch lange nicht gefallen. Bokeh ist auch nur bedingt eine Frage der optischen Qualität, auch wenn Bokeh und Schärfe natürlich zusammenhängen. Retrolinsen mit extrem ruhigen und schönem Bokeh sind meistens nicht dafür bekannt, dass sie die beste Schärfeleistung haben, genau wie ein superscharfes Objektiv eher dazu neigt, ein unruhiges Bokeh zu haben. Aber entscheidet selbst. Wir haben wieder unsere vier Objektive direkt miteinander verglichen. Von oben links nach unten recht: Sony 28 f2, Tamron 28-78, Sony 16-35 GM, Tamron 17-28

Zusätzlich sind noch ein paar weitere Fotos mit dem 17-28 angehängt. Was auffällt: Tatsächlich hat das Tamron im Bokeh einen leichten Retro-Look. Die Kanten sind oft ein bisschen „punchy“, fast wie bei einem alten Spiegel-Tele.

Sony 28 F2Tamron 28-75

Sony 16-35 GMTamron 17-28

 

Verkrümmung

Dazu mussten wir wieder nach Köln. Auf Teneriffa ist alles irgendwie krumm und schief. 😉 Man sieht: Leichter Vorteil beim G-Master im puncto Verzerrung.

Transmission

Wieviel Licht trifft wirklich den Sensor? Keine Frage der Blendenöffnung, denn die ist ja bei beiden Objektiven gleich. Ein ND-Filter ändert ja auch nichts an der Blende. Durch verschiedene Gläser und Vergütungen kann es zu unterschiedlichen Lichtmengen kommen. Um das zu testen haben wir ein kleines Setup mit Blitzlicht und Graukarte aufgebaut, um auszuschließen, dass sich das Umgebungslicht ändert und das Ergebnis verfälscht. Hier sieht man: Das Tamron ist bei exakt gleichen Einstellungen einen Tacken heller.

Nach diesen vielen, vielen Vergleichen kann man jetzt erstmal in Ruhe durchatmen. Wir haben für uns festgestellt: Das Tamron kann wirklich wieder an den Erfolg des 28-75 anknüpfen. Was da an Qualität auf den Sensor kommt ist der Wahnsinn und ist in keinster Weise schlechter als das Sony 16-35 G-Master. Im Gegenteil!! Zusammen mit dem 28-75 (das übrigens den gleichen Filterdurchmesser hat – wie cool ist das denn?) ist das eine kompakte und geniale Kombo für unterwegs! Chapeau!

Hier einige der von uns gemachten Vergleichsbilder zum Download im RAW-Format für alle, die nochmal ganz genau nachschauen wollen:

⬇️ RAW-FILES MIT DEM TAMRON 17-28 ⬇️

Tamron 17-28 RAW-Files

Und weil wir nicht nur Fotos von Orangen gemacht haben, hängen wir einfach noch ein paar Bilder dran! 17-28 Millimeter sind ein toller Brennweitenbereich!

English version:

Kommentare (27)

27 thoughts on “Tamron 17-28mm f2.8 Di III RXD – Das E-Mount Ultra Weitwinkel MUST HAVE Objektiv (+ RAW-Download!)

      1. Wieso ist das Bild des Tamrons so weich gezeichnet? Keinerlei Bokehkreise, keine Artefakte, kein Rauschen im Vergleich zum Sony, egal wie nah ich heran zoome…

          1. Da haben wir ein Fotoa aus der Unschärfe genommen. Das war ein wirkliches Foto. Aber vielleicht war das die falsche Wahl.

  1. Da Sie ja auch Astro-Fotos geschossen haben, wuerde ich zu gerne auch ein paar Crops der Sterne an den oberen Ecken oder Seiten sehen – besonders die Schaerfe und auch das Coma waeren interessant.

    Vielen Dank!

  2. Zum Test allgemein
    Den Test finde ich im Prinzip OK, bis auf …
    Seit Zeiten, wenn die Auflösung auf 36-42 mpx gestiegen ist und der Antialiasing Filter von dem Sensor entfernt wurde können die Kameras wesentlich mehr Details aufnehmen. Für die Fotografen gut, für die Tester schlecht.
    AUf diesem Block kann man Beispiele sehen, die sogar auf meinem 4K 32″ Monitor nicht viel aussagen. Was Sie hier sehen und scharf aussieht sieht auf einem 4K Monitor bei 100% Vergrößerung ganz anders aus. Beispielweise Sie betrachten 2 Bilder bei 70% Vergrößerung. Beide sehen fast gleich scharf. Erst bei (z.B.) Vergrößerung sehen Sie den sichtbaren Unterschied! Bei mir hat yootube das Video bei HD Qualität abgespielt. Ich weiss es nicht, ob was es yootube oder wirklich die Autoren das Video nur in HD gemacht haben. Test mit nicht 4K sind für mich ein Witz. Sogar die 4K zeigen von 42mpx der Sony A7R-2 oder 3 nur 8,3mpx! Bei FullHd sogar nur 2mpx – ein Witz. Wo Sie bei HD keine Unterschiede sehen, schon bei 4K sieht es vollkommen anders. Und am besten, mann kann das Bild in voller Auslösung runterladen. Sonst sind die Vergleiche 0,0 wert.
    Warum macht Tamron 17-28 und nicht 16-35? Das meiste wurde im Test gesagt. Der Hauptgrung ist, das die Dritthersteller probieren auf dem Markt bringen etwas, was Sony nicht direkt hat. Sony kann nicht gleichzeitig bringen 15-25, 17-28 und 16-35.
    Gegenüber den Tester ich meine- 24 und 28 ist größere Unterschied als 16 und 17 (in de Praxis).
    Fehlende 24mm bei Tamron 28-70 waren Grund, warum ich die Linse nicht habe.
    Zu dem Sony 28/2. Es ist ein extrem kleine und leichte Objektiv. Kostet auch nicht viel. Passt für diesen Test nicht. Sony 28/2 ist der Mitte extrem scharf (in diesem Test ist unmöglich es zu sehen.(Am Rand sieht es aber anders aus).
    17-28 ist für mich mehr interessant, ich werde aber warten auf Test, wo kann man wirklich die Qualität beurteilen.
    Bokeh – hier gezeigte Test hat für mich 0.0 Wert. Test gegen Sonne?
    Autofokus? Wird in Kamera gemacht?! Über Autofokus konnte ich hier nicht viel erfahren, schade.
    In Ganzem finde ich den Test nicht schlecht. Nur – wenn nur in HD, dann machen Sie bitte keine Test mehr!
    Unbedingt bitte ien paar Bilder zum Download zur verfügen geben!

  3. Endlich gibt es mal Neuigkeiten von dem Objektiv. Habe lange darauf gewartet. Gibt es die Möglichkeit ein paar Bilder, die mit dem Objektiv an einer A7R gemacht wurden, wie beim 28-75, als Download, bereitzustellen?
    Danke

  4. Hallo und vielen Dank für den tollen Bericht.
    Wird es die diese super Kombination von Tamron auch mal für Nikon Z geben?
    Viele Grüße, Philipp

  5. Danke für den transparenten Test!
    Habe mir nur euer YouTube Video angesehen, werde mir den Blog Eintrag oder zumindest die Vergleichsbilder noch näher ansehen.

    Direkt im zweiten Satz dieses Artikels fehlen zwei Worte: wir und sich.

    Ansonsten weiter so! 😀

    1. Stichwort Transparenz
      Ich kann im Strang vom CA Test nicht mehr antworten.
      Ich werde aus der Antwort „Foto aus der Unschärfe genommen“ so garnicht schlau.
      Ist das Foto nun nachträglich unscharf gemacht worden, zwecks Vergleichbarkeit?

  6. Super, ich habe auf das Objektiv gewartet, um mein Setup zu vervollständigen. Ich fürchte, das ist dann auch das Ende meiner letzten adaptierten Canon-Linsen … Danke für den Bericht und den ausführlichen Test, der so ziemlich der Erste im Internet ist. Toll gemacht, wie immer!! Grüße aus Köln-Sülz!!

  7. Thank you so much! I pre-ordered this yesterday and yours was the first in-depth review I could find. Excellent and just what I was looking for. I own the 28-75 and this is the perfect compliment for it.

  8. Thank you for your review. Since this lens will often be used for landscape photography, it would be most helpful to have full resolution raw images shot at infinity, such as the astrophotography pictures or a few of the landscape examples. Is it possible to provide the raw files for those images?

      1. Lieber Martin (und dein Team),

        vielen Dank an euch für dieses tolle Review und die Bereitstellung der RAW-Bilder. Ist es denn nun möglich auch die Astro-Aufnahmen zur Verfügung zu stellen? 🙂

  9. Hi!

    _Great_ review!

    Would this lens also work for product photography, even though it’s a wide angle? For example photgraphing a smartphone while holding the camera in one hand and the smartphone in the other hand? Could you try that?

    Of course not for close ups/macro, the sony 9 0mm or 50 mm will do that job 🙂

    Thanks!

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