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DataColor SpyderX Elite

16. Februar 2019 | Technik

#TRANSPARENZ

Wir haben den SpyderX* Elite von DataColor kostenlos zugeschickt bekommen.

Farbkalibrierung ist nicht sexy

Es gibt so Dinge, die will man nicht, obwohl man sie braucht. Dinge, für die man echt ungern Geld ausgibt, Dinge, die so unsexy sind. So unsexy wie ne Zahnwurzelentfernung. Aber hey, auch das endet böse, wenn man es ignoriert. Genauso lieb habe ich selbst Farbkalibrierung. Schon das Wort erzeugt einen Würgereiz. Egal ob bei Druck oder im Monitor.

Ich möchte auch gar kein Hersteller von Farbmess- und Eichgeräten sein. Wie bringt man schon Leuten so ein leidiges Thema bei, wie generiert man Verkäufe für ein Produkt, dessen Wert man niemals vor, sondern erst nach der Benutzung erkennt. Fotografen, die stolz behaupten ihr MacBook hätte ja so ein gutes Display und gar nicht den Unterschied zwischen Kalibrierung und Profilierung verstehen wollen. Leidiges Thema.

Und übrigens hat Farbkalibrierung auch nix damit zu tun, dass nachher Bilder gedruckt so aussehen wie am Monitor. Das geht nicht und ist schon fast ein falsches Werbeversprechen. Es gibt da das additive Farbsystem und das subtraktive Farbsystem. Ein leuchtendes, Licht emittierendes Display ist nie wie ein reflektierendes Papier. Farbprofilierung ist eher dafür da die richtigen Patzer am Monitor auszubügeln und dafür zu sorgen, dass man ein neutrales, farbechtes Ergebnis am Computer sieht. Wie das dann gedruckt ausschaut, das ist eine ganz andere Frage.

Monitor richtig kalibrieren

Wir nutzen seit ungefähr 10 Jahren Monitorkalibrierung von DataColor und sind seit der Version mit dem DataColor Spyder dabei. Monitor kalibrieren, in Wirklichkeit ist es ja in dem Fall eine Profilierung, ist ein Usus für uns. Wie der Gang auf die Toilette so werden eben im Studio im bestimmten Rythmus die Monitore hinter den Mess-Sensor gejagt. Meist in Verbindung mit viel Kaffee und ein bisschen Zeit totschlagen.

Und ich muss auch ehrlich sagen, ich hätte mir den SpyderX* Elite nicht näher angeschaut, hätte ich nicht eines Tages ein Paket mit einem lieben Anschreiben im Briefkasten vorgefunden. Das wäre aber sehr sehr schade gewesen.

Denn DataColor hat den SpyderX komplett neu aufgebaut. Mir wurde das am Telefon erklärt. Er sieht ähnlich aus, hat aber mit dem Vorgänger nix mehr als die Form und die finale Funktion gemein. Verbesserungen an einem Gerät unterliegen immer einer gewissen Einschränkung. Man kann eine Sache eben nicht unbegrenzt besser machen. Manchmal nutzt einfach nur der Radiergummi bzw. die Mülltonne. Und dann fängt man von ganz Vorne an. Das hat DataColor mit dem SpyderX* gemacht.

Spyder X Elite Linsen-System

Im direkten Vergleich der alten und der neuen Version erkennt man, dass von einem Waben basierten Vielsensorsystem auf ein Linsen-System gewechselt wurde. Damit lässt sich Streulicht z.B. viel besser abschalten und auch Handhabungsfehler vermeiden. Und ich spreche davon, dass z.B. während der Profilierung Streulicht von der Seite auf den Bildschirm fällt und das Messergebnis verändert.

Ich möchte jetzt auch gar nicht zu lange um den heißen Brei herum reden. Der neue Spyder ist sau schnell geworden und misst um ein vielfaches schneller als der Vorgänger. Er ist genauer und hat auch keine organischen Farbfilter mehr. Diese organischen Farbfilter waren nämlich immer in gewisser Weise durch Alterung beeinträchtigt und haben das Messergebnis eines Geräts über die Jahre ungenau werden lassen. Das ist vorbei. Das ist der erste Spyder der wirklich ewig halten könnte.

Ích finde aber vor allem eine Kleinigkeit bemerkbar. Das Messergebnis ist bei modernen 4K oder 5k Monitoren einfach sehr viel besser als mit dem Spyder 5. Scheinbar hat man den Sensor dann doch mehr auf Retina und Co. angepasst. Das ist auf jeden Fall so stark, dass man den Effekt selbst ohne große Konzentration erkennen kann.

Der Spyder X kommt in schlichter, kleiner Verpackung, tut seinen Dienst und ist eine wirkliche Verbesserung. Daher der Appel, wenn Farbmessung, dann bitte den SpyderX* kaufen und keinen Vorgänger. Der ist wirklich wirklich deutlich besser geworden.

Achso, und wer denkt, die Farben auf seinem Bildschirm sehen doch alle dufte aus, er bräuchte ergo keine Profilierung oder Kalibrierung, der darf mal drüber nachdenken, dass alle Menschen im Irrenhaus denken, sie seien völlig gesund nur diese ganzen Bekloppten auf der Welt drumherum hätten ja voll einen an der Waffel. 🙂

Lieben Gruß

Martin

Werbewarnung

PS: DataColor wollte von uns Feedback und keinen Post. Den Post haben wir heute ohne finanziellen Anreiz geschrieben weil wir hinter Farbeichung stehen und es gut finden. DataColor wollte von uns eigentlich nur Feedback zum Produkt für evtl. Verbesserungen in der kommenden Version aber vielleicht sind wir nur zu dumm uns unter Wert zu verkaufen und das hier als super duper Beitrag zur Farbkalibrierung zu verfassen. Aber wie schon oben geschrieben. Farbe ist ein leidiges Thema und ich finde es gar reudig. Wenn es denn nicht so verdammt wichtig wäre.


*es handelt sich um Amazon Affiliate Partner Links. Das bedeutet, wir bekommen Miniprovisionen wenn jemand was kauft, das Produkt wird aber nicht teurer dadurch.

Kommentare (4)

4 thoughts on “DataColor SpyderX Elite

  1. Hallo Martin, ich finde du könntest dir die Arbeit noch einfacher machen.
    Ein Hardware kalibrierter Monitor mit integriertem Messgerät (Eizo CG Serie)
    erledigt den Job der Kalibrierung automatisch und mit hoher Präzision.
    Da brauchst du dir nie mehr frustige Gedanken zu machen. 1600€ mit 5 Jahren Garantie sind auch meiner Ansicht nach eine sinnvolle Investition im Profibereich. Mein erster Eizo funktioniert auch nach 10 Jahren noch sehr gut, leider entspricht er nicht mehr dem heutigen Qualitätsstandard.
    LG
    Jürgen

    1. Wir haben 17 Monitore, die meisten 32 oder sogar 33 Zoll in 4k. Ne, deinen Vorschlag können wir uns nicht leisten 🙂 Außerdem kalibrieren wir auch unsere FieldMonitore und außerdem auch die Laptops.

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