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SIGMA ART Serie für Sony E-Mount

3. Juli 2018 | Technik

#transparenz

Die Objektive wurden als Leihstellung von Sigma für 14 Tage geliefert und gehören nicht uns. Das sind Presseobjektive aus dem Testpool für Magazine und Blogs. Keine Kohle und nix wurde gezahlt!

UPDATE: Wir haben unten ein weiteres, kurzes Video speziell zum MC-11 und anderen Adaptern von EF- auf E-Mount angehängt, um nochmal genauer auf die Funktionsweise einzugehen.

Die Sigma Art Serie ist so eine Hassliebe von uns. Einerseits scharf wie das krasseste indische Chilli  (HERR JORNS!!!) und andererseits scharf wie Bolle. Was ich damit sagen möchte ist, dass ein zu scharfes und zu kontrastreiches, ein zu farbneutrales und zu perfektes Objektiv nicht immer das beste Bild machen muss. Wobei wir uns jetzt in Bereichen von Geschmack oder Mögen-Nichtmögen bewegen. Teilweise finde ich es auch extremst bescheuert mit einem Retro-Unscharf-Vaseline-Objektiv zu fotografieren was dann noch fast 1000€ kostet und in keiner Stelle des Fotos irgendeine verwandte Form der Schärfe erzeugt.

Also man kann sagen was immer man möchte, die Art-Festbrennweiten von Sigma sind Objektive auf dem höchsten optischen Niveau was man für ein absolut erträgliches Niveau an Preis bekommen kann.

Sigma Art mit nativem E-Mount Anschluss

Umso interessanter ist es für uns auch, dass Sigma mit der nativen E-Mount Serie auf den Markt kommt. Sigma selbst hatte nämlich schon vor einiger Zeit mit dem MC-11 Adapter eine valide Lösung für die Adaptierung der Art Serie mit Canon EF-Anschluss auf Sony E-Mount geliefert.

Der Adapter kostet so rund 270€ und funktioniert allerdings nur mit Sigma Objektiven. Er kann zwar alle Canon Objektive technisch an E-Mount adaptieren. Seine volle Performance bzgl. AF und sonstigen digitalen Features kann der Adapter aber nur mit Sigma Objektiven ausspielen.

Die heutige Frage ist also nicht, ob die Art-Linsen gut sind oder wie gut sie jedenfalls sind… die Frage ist, welche Version für E-Mount die bessere Lösung darstellt vor allem weil Sigma weiterhin beide Lösungen anbietet und vertreibt.

Wir haben uns also drei Dinge von Sigma zuschicken lassen. 50mm Art E-Mount, 50mm Art EF und Adapter MC-11.

Aktuell liegen die Preis wie folgt:

Was ist besser… nativ oder adaptiert?

Optische Einschränkungen, um es kurz zu machen, haben wir absolut nicht feststellen können. In keinster Weise. Sigma hat also weder noch optisch etwas drauf gelegt, was auch schwer möglich ist, ohne die Zeiss Otus Preisregion zu erreichen, noch hat Sigma die optische Leistung verschlechtert. Die Linsen sind in diesem Bezug de facto identisch!

Die Kernfrage ist der AF, nicht die optische Qualität!

Ausschlaggebend für den Kauf ist bei beiden Optionen nicht die optische Leistung sondern die Verbesserungen im AF. Laut Sigma soll der Fokus digital deutlich besser übersetzt werden und auch andere Algorithmen im Objektiv verwendet werden. Davon zeugt auch die Tatsache, dass der Sony-Hochgeschwindigkeits-AF nur mit dem nativen E-Mount Objektiv funktioniert, nicht mit der Adapterlösung.

Bleibt die Frage, ob sich dieser Unterschied auch im Alltag zeigen kann, wenn man nicht mit 30.000 Bildern pro Sekunde fotografieren möchte, sondern nur einzelne ruhige Aufnahmen aus der Hand aufnehmen mag.

 

Viele bunte Testfotos 🙂

Wir haben die letzten Tagen mit den beiden Objektiven so viel es geht fotografiert. Um nicht einen Eindruck vor einer Testwand oder mit ein paar Fotos im Garten zu bekommen, sondern um wirklich ein Gefühl für den Unterschied zu erreichen.

Insgesamt knapp unter 4000 Fotos aus 5 Tagen Fotografieren wurden gesammelt und dabei haben wir auch extrem schwierige Situationen gezielt angepackt.

Die sicherlich schlimmste Situation für den AF war das Nebel-Gegenlicht-Chrome Shooting. Dazu noch etwas Wasser und perfekt war die Herausforderung für den AF. In solchen Situationen straucheln selbst Kameras wie die D850 oder die 1DXII.

Dann gab es auch einen Abend mit den klassischen Gegenlicht-Aufnahmen im Sonnenuntergang. Flares zerstören Kontraste und die werden ja für den Fokus gebraucht. Dazu noch Haare vors Gesicht und perfekt ist die ultimative Herausforderung für den AF-C mit EyeAF.

Und ja, richtig… da fehlt dann nur noch das absolute LowLight. Und auch wenn die Fotos aussehen wie mit Blitzlicht aufgenommen, es war nur ein Spalt im Vorhang. Das Licht war dabei ultra kontrastreich aber das meiste am Bild war schwarz und kontrastarm. Die pure Hölle für den AF der Kombination aus Kamera und Objektiv.

Naha… und natürlich dürfen auch ein paar Cyan Gegenlichtfotos nicht fehlen :-).

GEFÜHLTES Ergebnis

Die neue E-Mount Variante fokussiert spürbar leiser, ruhiger und schneller. Es ist jetzt absolut nicht so, dass wir einen außergewöhnlichen Ausschuss bei der Adapter-Variante hatte und plötzlich immer alles scharf war bei der nativen E-Mount Linse. Wir haben ausschließlich mit f1.4 in den schlimmsten aller schlimmen Situationen fotografiert. Da passieren auch mal Fehler… ob durch den Fotografen oder durch die Ausrüstung. Es geht, wenn ich sage „deutlich leiser, ruhiger und schneller“ um einige merkbare Prozente beim Fotografieren.

Mit AF-C und EyeAF fokussieren ist herausfordernd für das Objektiv, welches ständig die Schärfe perfekt halten muss. Für die Kamera natürlich auch. Bei der E-Mount Variante merkt man beim Fotografieren einfach, dass es öfters stimmt, schneller folgt und dabei viel weniger Geräusch oder Vibration erzeugt.

Ich schätze aber, dass ich mir die Adapter-Lösung kaufen würde, um Canon-Objektive neben Sony zusammen mit unsere Canon Ausrüstung verwenden zu können. Das hat jetzt dann nix mit dem Vorteil im AF zu tun sondern um eine rein finanzielle Entscheidung, Objektive gleich an zwei Systemen verwenden zu können.

Das Argument mit Staub oder Feuchtigkeit durch eine zweite „Öffnung“ am Objektivgehäuse finde ich weniger relevant als dass die Objektive sowieso nicht über eine Dichtungslippe oder Feuchtigkeitsgummierung verfügen.

Rundherum muss man sagen, dass Sigma mit den nativen Objektiven ein echter Schritt nach vorne gelungen ist. Man merkt, wie jede Sekunde Entwicklungszeit auch spürbar für den Käufer am Gerät ankommt. Selbst der MC-11 wurde per Firmware für den AF-C Modus freigeschaltet und kann plötzlich Dinge, die selbst in der beiliegenden Anleitung als „nicht verfügbar“ deklariert werden.

Das Sony System wurde definitiv ein deutliches Stück interessanter und effektiver nachdem nach Tamron jetzt auch Sigma native Objektive mit E-Mount liefern und gerade beim 50mm würde ich  bei der Auswahl zwischen 55mm Zeiss, 50mm FE 1.8 oder 1.4 aktuell zum Sigma Art tendieren. Notfalls kann man ja immer noch einen Vaseline-Filter oder einen Plastikbeutel vors Objektiv schnallen und einen Retro-Effekt erzielen. HÜSTEL… 🙂


*es handelt sich um Amazon Affiliate Partner Links. Das bedeutet, wir bekommen Miniprovisionen wenn jemand was kauft, das Produkt wird aber nicht teurer dadurch.


 

Kommentare (4)

4 thoughts on “SIGMA ART Serie für Sony E-Mount

  1. …die Objektive sowieso nicht über eine Dichtungslippe oder Feuchtigkeitsgummierung verfügen…

    Das neue 50mm E-Mount verfügt aber über diese Gummierung am Bajonett, oder interpretiere ich etwas falsch?

  2. Hallo Martin,

    schön wäre noch zu wissen, welche Version des Metabones ihr verwendet habt?
    Inzwischen gibt es die Version V und die soll wesentlich besser sein als ihre Vorgänger!

    Vg Frank

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