20.5.2014    6

NACHTLOOK IM SONNENLICHT MIT DEM BLITZLICHT GENERATOR

20. Mai 2014 | Lichtsetups

Wow, die Sonne fetzt und es ist endlich wieder Zeit mit der Kamera raus zu gehen. Nicht, dass man im Winter nicht fotografieren könnte aber seien wir doch ehrlich. Lieber ist es uns doch allen mit 25-30° in der Sonne.

Die Sonne hat aber nicht nur Vorteile. Wir frieren zwar nicht weiter aber trotzdem ist die Sonne auch eine alles bestimmende Lichtquelle und kann das Motiv stark und dominant ausleuchten. Will man das denn immer auch haben? Also fotografisch und bildtechnisch? Wir lieben zwar die Sonne aber fotografisch schränkt uns das starke Sonnenlicht auch extrem ein.

Wir brauchen extrem viel Licht um die Sonne zu übertrumpfen. Und warum sollten wir die Sonne übertrumpfen wollen? Na um einen neuen Lichtlook zu setzen und mit diesem Lichtlook das Bild in unserem Sinne zu gestalten. Das ist ja schlussendlich auch ein enorm wichtiger Aspekt eines mobilen Blitzlichtes. Die Stärke kann ausreichen um die Sonne irrelevant zu machen.

Und genau darum geht es heute. Wir machen aber mehr als nur gegen die Sonne zu blitzen. In unserem Falle wollen wir die Sonne komplett ausschalten um damit dann den Eindruck eines Bildes bei tief dunkler Nacht erzeugen. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg und natürlich braucht man schon einige Besonderheiten dafür.

Anfangen müssen wir mit dem Hauptwerkzeug. Einem extrem starken Mobilgenerator. In unserem Falle haben wir uns für 1500Ws pure Blitzpower entschieden und auf einen Richter Galooma gesetzt. Wir brauchen nämlich nicht nur der Sonne entsprechend starkes Licht sondern deutlich mehr.

Um die Sonne über 2-3 Blenden unter zu belichten brauchen wir nach Adam Riese also 4-8 mal so viel Helligkeit aus dem Blitzgenerator (2-3 Blenden gleich dem Faktor 4-8!!!).

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo
Und weil selbst 1500Ws  für unseren Zweck nicht ausreichen, müssen wir nochmals schummeln. Der Blitzkopf wird mit einem sehr effizienten Reflektor bestückt und bündelt die 1500Ws nochmals zusätzlich auf einen bestimmten Bereich. Eine Softbox oder Dish hätte zu viel Leistung gekostet und wir hätten den Blitz dann noch näher an das Model heran bringen müssen. Zum Wabenaufsatz gibt es dann gleich noch ein Wort.

Wer nicht weiß ob das mit seinem jeweiligen Blitzlicht möglich ist, der kann doch einfach mal zuhause im Zimmer auf voller Leistung in ca. 2-3m Entfernung die Helligkeit an der Wand testen. f22 bei ISO100 bei 1/250s wäre schon dolle :-). Je nachdem wie viel Licht da ist, einfach dann näher ran gehen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo
Vorher aber mal zur Location selbst. Das untere Bild zeigt das Bild und dessen Entstehung. Es handelt sich dabei um einen alten Lockschuppen und das Model saß im Sonnenlicht. Nicht komplett pralles Sonnenlicht wie man an den Schatten unschwer erkennen kann aber doch im Licht der Sonne. Der Blitz wurde händisch leicht über das Model gebracht. einen Galgen in der Höhe und Auslage hatten wir damals nicht zu Hand. Dann genügt aber oftmals auch das Stativ über zwei Beine nach vorne zu kippen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Mit Blitzlicht und der eigentlichen Kamera fotografiert sieht das Bild schon ganz anders aus. Wie man merkt, ganz komplett schwarz bekommt man einen Himmel am Tag nur sehr schwer. Es bleibt meistens etwas Restlicht über.  Aber drumherum ist der Tag zur Nacht geworden und jetzt sieht man ebenfalls auch den Grund für die auf den Reflektor gesetzte Wabe.

Denn würden wir ohne die Wabe die gesamte Szenerie um das Model herum ausleuchten, dann würde man den Look der Nacht verlieren. Man braucht Dunkelheit um die Nacht zu simulieren.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Fotografiert man nämlich das Bild ohne Blitzlicht und ohne Himmel, dann bekommt man das fertige Nachtfoto.

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Dabei ist allerdings nicht nur die Wabe und deren Spot besonders wichtig, sondern auch die Platzierung der Kamera respektiv zum Blitz. Auf dem nachfolgenden Foto-Vergleich sieht man, wie wichtig die seitliche Position zur Lichtquelle ist. Steht die Kamera nämlich genau unter dem Blitzlicht (MITTE), dann wirkt die Szenerie zwar dunkel künstlich aber niemals nach Nacht. Wir brauchen den Schatten (RECHTS) und den Spot (HALBRECHTS) um die Nacht zu simulieren.

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Dem aufmerksamen Leser ist an dieser Stelle sicherlich aufgefallen, dass sich in der 5er Foto-Kette oben eine Verschiebung im Weißabgleich stattgefunden hat. Denn um die Nacht wirklich perfekt zu imitieren, haben wir den Weißabgleich per Hand auf 3500° K gestellt. Damit färbt sich das normalerweise neutrale Blitzlicht in ein kaltes Licht und wir bekommen den Eindruck der dunklen Nacht.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier nochmals die Skizze mit den entsprechenden Werten an der Kamera. Für dieses Foto brauchten wir 1500Ws aufgrund der Entfernungen zum Model. Wer keine 1500Ws benutzen möchte, der kann über die Entfernung des Blitzkopfes zum Model die Leistung verringern und ein entsprechendes Foto auch mit 400Ws aufnehmen.

Martin

  • Kamera: Canon EOS 60D
  • Brennweite: 17mm
  • Blende: ƒ/22
  • Verschlusszeit: 1/200s

Kommentare (6)

6 thoughts on “NACHTLOOK IM SONNENLICHT MIT DEM BLITZLICHT GENERATOR

  1. Guten morgen liebes Team!
    Ein wirkllich sehr spanneder Beitrag und wieder was komplet einfaches und sehr spannend.
    Es regt gleich zum nachmachen an! Da ich keine 1500 Watt habe versuche ich es mit dem Ranger.
    Evt auch mit einem ND-Filter vorne drauf.
    Danke für die inspirationen 😉
    Lieber Gruss
    Marcello Keller

  2. Hallo zusammen,

    warum kein Supersync in Verbindung mit einem kleineren Jinbei Generator mit 600 oder 1200Ws? Oder braucht Ihr für das Bild unbedingt eine sehr kurze Abbrennzeit?

    LG Jimmy

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