23.5.2014    4

400WS VERSUS THE SUN

23. Mai 2014 | Lichtsetups

Tatsache, wir bleiben der Thematik des mobilen Blitzens treu und behandeln weiter dieses besondere Feld der Fotografie von Menschen bei dem kein Studio gebraucht wird. Ein Fotograf(in), ein Blitz und das Model… HRRRRRRrrrrrr… Heute soll es erneut um das Thema LEISTUNG gehen. Immer wieder erreichen uns Fragen, wie viel Leistung eigentlich von Nöten ist. Gerade auch nach dem großen Beitrag zu den portablen Blitzlösungen kamen unzählige Fragen auf, nach dem WIEVIEL WS BRAUCHT MAN? Und natürlich lässt sich diese Frage nicht generell beantworten sondern nur auf den Einzelfall. Alle Situationen über einen Kamm scheren, das geht eben in der Fotografie nicht wirklich gut.

Aber wir können Beispiel liefern und damit zeigen, wie viel Leistung wir für ein jeweiliges Bild mit der jeweiligen Lichtquelle gebraucht haben. Für das „Lesen“ eines Lichtsetups in Bezug auf Leistung gibt es verschiedene Aspekte die besonders wichtig sind.

  1. Die Kameraeinstellungen
    Man darf eben niemals vergessen, dass das Blendensystem äußerst fies ist. Denn eine Blende ist eben die Verdoppelung oder Halbierung der Lichtmenge und damit macht ein unwichtiger Unterschied an der Kamera einen großen Unterschied am Blitzkopf. Zwischen f16 und f22 sehe ich schärfentechnisch kein großen Unterschied im Motiv. Alles ist scharf. Aber für den Blitz heißt das eben mal schnell doppelt so viel Leistung abfeuern. Doppelt!!! Aus 500 können dann eben schnell 1000Ws werden.
  2. Der Lichtformer
    Der Lichtformer ist sehr entscheidend für das effektive Licht. Ein Lichtformer kann Licht schlucken oder er kann Licht effizient auf einen speziellen Punkt bringen. Eine Softbox kostet Leistung während ein Reflektor Licht sehr effizient verwertet.
  3. Die Entfernung zum Model
    Je weiter der Lichtformer bzw. die Lichtquelle vom Model entfernt ist, umso weniger Licht kann ich auf dem Motiv nutzen. Das hängt damit zusammen, dass die gleiche Lichtmenge auf eine größere Fläche gestreut wird und damit wird die jeweilige Fläche schwächer belichtet. Es macht also einen gigantisch großen Unterschied ob ich einen Oberkörper eines zierlichen Models ausleuchten möchte oder das gesamte Brautkleid samt frisch angetrautem Ehemann. Während ich den Streuwinkel natürlich über den Lichtformer verändern kann, so ist der Abstand oft doch das entscheidende Kriterium dafür.

Los geht es also mit dem heutigen Beispiel bei welchem wir 400Ws einsetzen konnten. In Verwendung war ein Ranger Quadra von Elinchrom und eine 70cm Octa-Softbox.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Wie man auf dem Foto erkennen kann, wurde das Foto nicht in Deutschland aufgenommen. Das ist in soweit relevant, als dass die Helligkeit im Süden im Sommer schon deutlich heller sein kann. Wir haben in Spanien fotografiert und es war so heiß, dass selbst Glenn seine sonst mit Olivenöl eingecremten Schultern kurzfristig mit einem Shirt bedecken musste. Die Helligkeit war nicht minder krass und wir mussten die Kamera auf ISO100, f22 und 1/250s stellen um satte Kontraste in die Landschaft zu bekommen.

Dann haben wir den Ranger auf volle Leistung gestellt und sind damit so nahe ans Model gewandert, bis das Licht perfekt war. Und genau da ist schon ein interessanter Praxistrick. Oftmals nutzen wir die Entfernung um das Licht effizient zu verwenden. Wir haben volle Leistung und was uns über bleibt ist eben nur die Entfernung. Den Lichtformer auf einen harten kleinen ekeligen Reflektor zu wechseln kommt nicht in die Tüte. Das macht das Bild und das Licht echt nicht so dolle. Die Entfernung allerdings, die macht das Licht ja sogar noch weicher und weicher und weicher je näher ich an das Model heran komme.
Und so haben wir auch geschafft folgende Fotos mit „nur“ 400Ws und einer 90er Octa zu machen.

TECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich Fotos

Und so ganz haben auch die 400Ws nicht ausgereicht denn wir mussten sogar weiter tricksen und haben das Front-Tuch von der Softbox entfernt. Das macht nicht mehr sooooo viel am Licht aus, schluckt aber deutlich an Licht. Merkt euch also, Leistung knapp, Fronttuch raus!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Das geht mit 400Ws also gerade noch! Jetzt weiß man zwar immer noch nicht, was genau alles damit geht und wo die Grenzen im Einzelfall sind, aber auf jeden Fall weiß man, wo ungefähr die Grenzen liegen. Dieses Licht z.B. könnte man nicht mehr für Ganzkörperaufnahmen nutzen. Das wäre nicht mehr stark genug. Dagegen sieht man auch, dass selbst bei hellstem Sonnenlicht, die 400Ws ausreichen um mit einer Softbox gegen die Sonne anzublitzen, tief blauen Himmel zu bekommen und gleichzeitig ein wahnsinnig schönes Führungslicht aus dem Blitz.

Und damit geht es für mich heute Nacht zum FESTIVAL HORIZONTE ZINGST 2014…

Lieben Gruß, Martin

Kommentare (4)

4 thoughts on “400WS VERSUS THE SUN

  1. Ähnliche Erfahrung haben wir auch mit 400Watt. Der Tipp mit Entfernung reduzieren ist aber nach wie vor die beste Möglichkeit Leistung zu sparen bzw. zu gewinnen. Ich glaube das machen viele nicht und wundern sich warum Sie mit 1200Watt Blitzen auffahren müssen 😉

    VG
    Frank

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Genau das habe ich mich auch gefragt, nachdem ich mir den 400€ jinbei Blitz angesehen habe.
    Dieser Post plus den letzten über die größere Auswahl ist wohl entscheidend für mich.

    Jetzt hab ich aber noch eine Frage, die in die Richtung geht wie dieser Blog.
    Gibt es empfehlenswerte Abschatter?
    Ich habe diesen Phorex 5 in 1 in Sicht (100x150cm), bin mir da aber auch unsicher 🙂

    Grüßle ausm Ländle !

    1. Zum Thema Abschatter. Das habe ich alles durch, mit einem 5in1 Teil angefangen, nachdem dann überall Schatten war nur nicht beim Model und das Teil sich im Wind nur so umherbog war ich einfach bei jeder Anwendung nur frustriert. Eine Anwendung ohne Assistent auf dem Stativ ist gar nicht möglich. Letztendlich weil ich bereits mit den Reflektoren von Sunbounce sehr gute Erfahrungen gemacht habe wurde es ein Sun Swatter mit -2/3 Tuch. Jetzt macht ein Shooting Spaß, gezielte Abschattung und auch bei einer leichten Briese Wind stabil genug. Als Stativ nutze ich ein Manfrotto Stahlstativ mit drei Sandsäcken a 6kg.

      Grüße

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