10.11.2018    10

DER WERT VON WISSEN. USA VS GER… GIBT ES BESSER?

10. November 2018 | Blog

Heute möchte ich über eine Sache schreiben, die mich schon irgendwie beschäftigt. Und wie üblich möchte ich mich auch im Vornherein entschuldigen. Entschuldigung für mögliche Simplifizierungen oder Ungenauigkeiten. Ich versuche mit den nachfolgenden Zeilen eine Botschaft zu beschreiben, eine Nachricht die sich meist zwischen den Zeilen lesen wird. Und so pauschal manche Aussage sein wird, so falsch wird diese Aussage im gleichen Moment sein und so richtig wird die Bedeutung dahinter sein. Das zu verstehen braucht Intelligenz und Denkvermögen und in Zeiten von Internet, Hass und „freier Meinungsäußerung“ ist das gar kein so häufig auffindbares Gut.

Worüber ich nämlich viele Stunden auf dem Heimflug von LA nachgedacht habe, war „die Frage nach dem Wert von Bildung“. Auf der diesjährigen AdobeMAX war ich von HP eingeladen und durfte auch einige Vorträge genießen. Ich konnte auf der Messe umherlaufen, konnte Gesprächen lauschen. Und so fasziniert ich teilweise war, so geschockt war ich doch in einigen Fällen auf der anderen Seite. Nicht geschockt über die Amerikaner sondern auch geschockt über die Umkehrbedeutung. Über uns Deutsche.

Im Endeffekt habe ich das Gefühl, dass wir Deutschen Wissen nicht mehr wirklich wertschätzen. Es ist zu einem Gut geworden, worauf jeder scheinbar das Recht hat. Bildung ist für alle da. Ein Grundsatz, der an sich genommen nicht schlecht ist, aber in der gelebten Realität wohl eher nach hinten los geht. Denn was passiert auf den Seiten des Atlantiks? Die einen (US) denken Wissen ist das Gottes Nektar aus Menschenmund und die anderen (GER) schätzen Wissen einen feuchten Kehricht.

Was habe ich auf der AdobeMAX beobachtet dass ich solche Schlüsse ziehe? Übrigens eher nicht bei den großen Vorträgen der MAX selbst sondern eher im Drumherum, den Herstellerständen und bei dem beiliegenden Material.

Wissen wird in den USA total bewundert, hoch geschätzt und finanziell extrem gut entlohnt. Unabhängig von der Qualität des jeweils vermittelten Wissens ist die wahrgenommen Bewunderung viel viel großer. Ich musste nur sagen, dass ich von HP eingeladen worden war um auf der Bühne zu sprechen oder als Coach zu fungieren und schon wurde ich von Umherstehenden bewundert. Ohne dass meine Arbeiten oder mein Können überhaupt einzuschätzen war, machten fast alle WOW, OH… aber nicht so ein gespieltes WOW, OH… sondern ein echtes WOW, OH. Schlussendlich hätte ich auf einer Bühne sagen können, „ich bin Notarzt“ und man hätte mir Skalpell und Nadel gegeben und mich zum nächsten Schussopfer getragen.

So ein bisschen hat mich da alles an diesen Leonardo DiCaprio Film erinnert. Der Film über den Gauner der unterschiedliche Beruf annimmt und Leute damit betrügt. Ich weiß jetzt, warum das sicherlich einfacher in den USA geht als in Deutschland. Sicherlich ist sowas auch hier möglich aber die Bewunderung ist doch komplett anders.

Wir in Deutschland, wir sind skeptisch. Wir sind skeptisch-fiese. Wir unterstellen erstmal etwas und dann soll der doch gucken, dass er es widerlegt. So hoppelt der Hase, nicht anders herum. Das Gegenüber rümpft die Nase mit einem gekonnt, hinterfragenden „Aha…“.

Was ist besser? Ich weiß es nicht. Für mein Bankkonto wäre die Variante USA deutlich besser. Das ist klar. Nicht per se und generell aber oft einfach nur viel Show und gar nicht so viel wertvoller und sinnvoller Inhalt wird mit viel Tamtam an den Mann gebracht. Dabei geht es eher um die Art und Weise der Transportation als um den Inhalt. So ein bisschen wie Marketing. Man kann jeden Quatsch verkaufen wenn man es richtig macht.
(Achtung, das klingt jetzt total fies und böse und damit meine ich nicht generell alles und jeden Vortrag in den USA. Nehmt es ein bisschen sinnbildlicher, ok?)

Selten habe ich auf einer Messe so viele Selbstverständlichkeiten und auf der anderen Seite so TOLLE!!! Dinge gehört. Die Mischung in den USA ist einfach krass. Schätze das hat die Bevölkerung im Blut. Ob beim Geld oder eben der Bildung.

Was mich besonders nervt sind eben Selbstverständlichkeiten als Wert zu verhökern. Ich nenne solche Dinge immer wieder „LYRISCHES OPIUM FÜRS VOLK“. Beispiel gefällig? Der amerikanische Traum oder diese ganzen „man muss nur wollen Sprüche“. Chacka für Dumme oder traurige-unzufriedene Menschen. Ich hab auf der Messe z.B. einem kleinen Vortrag über Portraitfotografie gelauscht und habe mir gute zehn Minuten davon den Part über die „richtige und professionelle Belichtung“ angehört. Danach war ich kein bisschen schlauer als vorher und hab nur eine Sache gewusst. „Eine professionelle Belichtung ist immer richtig“. Wow! Was soll sowas? Ich finde sowas dümmlich. Die ganze Argumentation hatte sich im Kreis gedreht. Eine gute Belichtung ist dann gut, wenn sie gut ist. Bloß war das so geil verpackt, dass ich sogar Minuten zugehört habe und erst zu spät erkannt habe, dass da gar nix kommt. Und da sind wir noch nicht bei oben besagter psychischer Komponente. „Be creative, know what you are worth“… ach… die Welt ist nie so einfach wie manch einer das gerne vermittelt. Es setzt Menschen unter Druck ohne handfeste Objektive Sachen zu erklären. Genauso wie diesen ganzen subjektiven Tipps und Tricks. Wenn da jemand auf einer Bühne steht und erzählt, was bei Ihm geklappt hat, dann bringt das in den meisten Fällen nichts. 99% aller Tricks sind nicht einfach universell übertragbar und wie viele Zuhörer besitzen schon die Gabe solche Tricks zu übertragen. Aber hey… man merkt dabei, dass der Vortragende tatsächlich denkt, dass dieser Weg auch bei seinen Zuhören klappt. Tut es nicht! Sorry! Leute die das hören, denken es wäre alles so steuerbar oder leicht wie das der Kerl auf der Bühne verzapft. Aber die Welt ist nicht so einfach wie es dort erklärt oder gezeigt wird.

In den USA ist das Kernwort PRO… PROFESSIONAL… Hauptsache alles ist PRO. Da hört man dan wirklich Leute an einem Stand Sachen verkaufen mit dem Tipp an Fotografen, dass Sie doch „PRO“ sein müssten.
Gefolgt von Vorträgen in denen erklärt wird, dass man nur ganz dolle und fest an seine eigene Stärke glauben müsste, dann klappt es auch mit den Kunden. Achja… und nie unter Wert verkaufen… wert hört nicht gerne, dass seine Arbeit ganz doll viel wert sei. Ich würde das gerne hören!

Ich weiß ich tu jetzt den US-Bürgern weh, wenn ich behaupte, dass ich selten so viel Pauschalisierungen auf einem Haufen gehört habe wie in diesen drei Tagen. Komisch, dass ich mich durch Pauschalisieren gegen Pauschalisieren ausspreche. Das hat schon was sarkastisch-ironisches.

Es war auch nicht alles negativ. Nein, bitte das nicht glauben. Die AdobeMAX, die Arbeit am HP Stand, das alles waren tolle Erfahrungen. Ich möchte damit eher zum Ausdruck bringen, dass ich einen sehr krassen Gegensatz zu Deutschland in den Köpfen der Menschen wahrgenommen habe.

Denn bei all dieser Gläubigkeit an Wissen in den USA, nehmen die US-Amerikaner wenigstens Wissen nicht einfach für etwas Selbstverständliches. Ich weiß sehr wohl, dass der Gedanke hier in Deutschland das Bekämpfen von Bevor- oder Benachteiligungen beim Thema Bildung aufgrund von finanziellen Gründen ist. Wer wenig Geld hat, dem darf Wissen dadurch nicht verwehrt bleiben. Insoweit ein toller Gedanke.

Aber was ist mit denen die da Wissen schaffen. Nicht jeder ist ein emeritierter Professor und bekommt ein Beamtengehalt nach Klasse AXY. Was ist mit Menschen die sich Mühe geben und auf eigene Kosten oder Risiken Bildung vermitteln wollen. Und ja, da spreche ich natürlich auch von meiner eigenen Nase. Wie toll wäre es ein festes Gehalt zu haben. Habe ich aber nicht. Wenn wir etwas machen, dann müssen wir das auch immer irgendwie an den Mann bringen. Und das ist in Deutschland manchmal sehr sehr schwer. Wer schätzt denn Bildung noch als bezahlbares Gut? Wer nimmt denn nicht an, dass Wissen frei ist und jedem gehört?

Und plötzlich ist das USA-System gar nicht mehr so schlecht… denn immerhin ist Bildung etwas WERT! Selbst wenn es nicht die beste Qualität hat, es ist etwas wert. Hier ist Deutschland kann selbst das Beste vom Besten einfach nicht günstig genug sein. Am Besten alles kostenlos auf YouTube und dann noch meckern wenn was nicht dem eigenen Geschmack passt.

Was jetzt besser oder schlechter ist, da habe ich im Kopf noch keine Entscheidung oder Lösung gefunden. Ich weiß nur eine Sache… wir Deutschen haben ein Problem a) im Umgang und b) in der Wertschätzung bei Tutorials, Büchern und Videos. Ich finde ja schon krass wie anders die Wertschätzung zwischen Buch und Videotraining ist. Materielles ist scheinbar mehr wert als Digitales…

Bevor wir jetzt aber von A nach X kommen, möchte ich lieber aufhören zu Tippsen. Ich habe einige wirklich tolle Inputs auf der AdobeMAX und mit den anderen HP Ambassadoren bekommen und ich freue mich tierisch mit so manch großartigem Fotografen gesprochen zu haben. Viele Kleinigkeiten lernt man ja zwischen Tür und Angel. Und die negativen Erfahrungen verdränge ich einfach, lösche die Dinge aus meinem Gedächtnis.

Wenn ich eine Sache aber mitnehme aus LA, dann ist es das Gefühl, dass man bekommt, wenn der Gesprächspartner kein skeptischer Deutscher ist und man sich selbst erstmal beweisen muss. Ich weiß, ist auch nicht das Gelbe vom Ei aber auf jeden Fall ist es denkbar angenehmer wenn das Gegenüber nicht ultra skeptisch und total lauernd und abwartend ist und man sich direkt viel wertgeschätzter vor kommt. Das werde ich jedenfalls selbst probieren mehr zu sein. Ich bin froh, dass unsere Leser, gerade die des Blogs und unserer Stammfan uns wirklich schätzen. Das merke ich immer wieder und bin froh drum. Aber oft merke ich eben auch, dass es nicht wertgeschätzt wird, dass Neid und Hass triumphieren und ewige Nörgelei. Die Frage daher an alle die diesen Text gelesen haben: „Wie sehr schätzt ihr Wissen, wie hoch ist die finanzielle Wertschätzung und ist Wissen wichtiger als vielleicht die neue Kamera oder umgekehrt?“

Lieben Gruß

Euer Martin

Kommentare (10)

10 thoughts on “DER WERT VON WISSEN. USA VS GER… GIBT ES BESSER?

  1. Vom Grundsatz her verstehe ich sehr gut was du meinst. Ich komme aus einer anderen Branche (Bau und Steine) und musste auch feststellen, dass es selbst im Inland, deutliche regionale Unterschiede gibt, was Wertschätzung, Konsumneigung, Budget usw. angeht.
    Was ich an der Internetszene mit youtube, amazon und co so faszinierend finde, ist die Kombination aus Wissensvermittlung über Youtube, Blogs usw und der Verdienstmöglichkeit über Affiliate-Links.
    Das ist so ähnlich wie die GEZ und die Mehrwertsteuer.
    Fast jeder regt sich über die GEZ auf, weil man extra Geld zahlen soll (hier auch noch zwangsweise), für etwas was man nicht schätzt und angeblich gar nicht will.
    Die Mehrwertsteuer ist beim Produktkauf überall mit eingerechnet und der Privatkunde bekommt das gar nicht so deutlich mit. Er will das Konsumgut, ein haptisches Produkt und zahlt die Steuer, ohne dass diese besonders auffällt, einfach mit.
    Ich selbst hab mich dabei ertappt, dass ich oft überlege mir einen Kurs als Kaufdownload zu gönnen und entscheide mich öfter dagegen (ich muss noch für mein Geld arbeiten und Netto bleibt immer weniger übrig)…
    Kaufe ich mir allerdings Zubehör, eine neue Kamera usw, welche z.B.: Ihr in einem Video oder eurem Blog vorgestellt habt, dann achte ich darauf, dass ich eure Links zu amazon nutze, weil ich es am Preis eh nicht merke. Manchmal sind die verlinkten Produkte teurer als andere Angebote auf amazon, aber das ist dann egal und ich bedanke mich innerlich eben über diese Links. Und das interessante dabei… es ist inzwischen eine Routine geworden die nicht mehr bewußt, sondern automatisch ausgeführt wird.

    Ich schätze eure Arbeit sehr und habe einige Sachen bei euch eingekauft, habe euch und natürlich auch anderen Wissensvermittler aber mehr über die A-Links unterstützt.

    Vielleicht ist das in Zukunft ein Weg der weiter ausgebaut wird.

    Was ich aber absolut ablehne ist die zunehmende, dümmliche, unpassende, nervige, überall präsente, aufdringliche und aufgezwungene Schrottwerbung, die fast in allen Bereichen extrem überhand nimmt.
    Bei mir ist das inzwischen so schlimm, dass ich, sobald Werbung erscheint, die Seite verlasse und mir sogar Listen anfertige mit beworbenen Produkten, die ich niemals kaufen werde und in meinem Umfeld so schlecht rede, dass auch die vom Kauf abgeschreckt sind…und eigene Listen haben ;-).

    Diese aufgezwungene Dauerwerbung ist echt die Pest und hat inzwischen jedes Maß an Erträglichkeit gesprengt. Ihr seid mit euren Angeboten dabei, Gott sei Dank, eine wohltuende Ausnahme und auch dafür Danke und dann doch noch ein paar Bestellungen im Shop….
    Das wäre natürlich auch ein Weg, den amazon, Youtube usw gerade testen… den Kunden solange mit Werbung kaputtnerven bis er endlich entnervt was bezahlt 😉

    Wenn sich das Konzept mit dem letzten, extrem genialen, „Crashkurs Fotografie“ für euch finanziell gelohnt hat, wäre das natürlich für alle die beste Sache.
    Ich bekommt Geld von einer Firma, die ihre Produkte im realen Einsatz zeigen möchte. Die User freuen sich über eine geniale Produktion (und diesmal habt ihr echt den Vogel abgeschossen….grandios) die sie kostenfrei konsumieren können. Ihr habt tollste Eigenwerbung und das Allerbeste… es sieht nicht aus wie die sonstige dümmlich-nervende Alltagswerbung….

    Nur mal so meine Meinung…wenn´s hilft, wäre es schön….

    Bleibt so toll wie ihr seid!!!!!!!!!

  2. Hallo Martin – interessante Fragestellungen.
    Ich denke, dass Wissen nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Wobei in (GER) das Allgemeinwissen der Leute wohl auf höherem Niveau liegt als das Fachwissen (nach meinen Erfahrungen mit vielen amerikanischen Kollegen und auch public people).
    Warum wohl müssen in USA Arbeitsanweisungen äußerst detailliert auf vielen Seiten zu Papier gebracht werden und bei uns reicht ein simples Flowchart zum Verständnis ?!? (… das sind Erfahrungen aus meinem ganz privaten Berufsleben …andere mögen andere Erfahrungen haben ..)
    Und meines Erachtens wird die finanzielle Wertschätzung von Wissen überall auf der Welt nur über die ‚Performance‘ – also wie kann ich mein Wissen anwenden – honoriert. Es nutzt das beste Wissen nix, wenn Du es nicht anwenden bzw. umsetzen kannst. Und das kann man sowohl mit der alten Kamera, als auch mit dem neuesten Spielgerät 😉
    Zum Schlus noch ein Beispiel für das hohe Fachwissen der US Boys – ich habe gestern bei mir auf der Hompage einen Beitrag von Levi Sim ins Deutsche umgesetzt – vom PC aus dirkt über Google Chrome Fotos auf Instagram posten (http://studio.jed-photodesign.de/?p=1208) … das kannte ich bisher so noch nicht … nicht alles ist schlecht was so übern Teich getwittert wird 🙂
    LG Jürgen

    1. JED, wenn Du Wissen so schätzt, wieso gibst Du dann auf Deiner Seite nicht den Credit an Levi Sim für die eigentliche Entdeckung des Vorgehens? Wäre ja auch ein Zeichen der Wertschätzung.
      Nützlicher Tipp übrigens, danke (für die Übersetzung und den Hinweis).

  3. Hallo Martin, wie du selbst schreibst ist nicht alles nur „schwarz-weiß“, aber im Grossen und Ganzen stimme ich dir zu und mir kommt eine Bemerkung meines Schwagers in den Sinn der vor ca. 20 Jahren in die USA ausgereist ist um sich beruflich zu verändern: „Ich hätte das schon viel eher machen sollen. Hier kann und muss ich mich mit jeder Aufgabe (es hat nichts mit Fotografie zu tun) neu beweisen um mein Gehalt zu rechtfertigen, in Deutschland habe ich einen festen Posten (evtl. bis an mein Lebensende) und auch wenn ich ein Depp bin bekomme ich mein Gehalt weiterhin.“ Auch das was sicher etwas überspitzt, aber letztendlich deckt es sich mit deinen Aussagen. Ich persönlich war immer bereit für „Bildung/Informationen“ einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Der der sie liefert und erarbeitet hat muss ja auch von etwas leben. In deinem Beitrag lese ich aber auch sowas wie „Resignation“, nach dem Motto „warum mache ich das eigentlich alles?“ Beim vorzeitigen Abbruch von Part 1 über Objektive, wegen ein paar „Trolls“, hatte ich auch schon das Gefühl.
    Ist länger geworden als gedacht, bleibt so wie ihr seid, macht vielleicht etwas weniger kostenlosen Content. Qualität hat sich bisher langfristig immer noch durchgesetzt. 👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻

  4. Hallo, Martin,
    obwohl ich noch nie in den USA war, möchte ich dir gerne auf deinen Post antworten.
    Vorbemerkung: Meinst du wirklich „Wissen” oder vielleicht doch eher (Allgemein-)Bildung?
    Auch habe ich den Eindruck, dass in den USA eher der Erfolg, das schon Erreichte, wertgeschätzt wird, als das pure Wissen. Wo ich dir absolut Recht gebe, ist, die Amerikaner bringen jemandem Respekt entgegen, der etwas erreicht hat. Bei uns wird eher Neid gezeigt, der dann manchmal auch in den entsprechenden Kommentaren zum Ausdruck kommen mag. Ob unsere Besserwisserei ein deutsches Phänomen ist, oder auch in den USA vorkommt, kann ich nicht beurteilen. Davon sind jedenfalls auch gebildete Personen nicht ausgenommen – angeblich oft bei Lehrern zu bemerken. 😉
    Eine andere Ursache der Ausdrucksweise in den Posts oder Tweets ist die manchmal ungenügende Erziehung und der fehlende R-E-S-P-E-C-T.
    Vermutlich kann auch mein Kommentar unter der Rubrik „Besserwisserei” abgelegt werden, deswegen zum Schluss noch etwas Lobhudelei:
    Ich glaube nicht, dass HP dich nur eingeladen hat, weil du viel über Fotografie weißt, sondern weil du dir (durch Leistung) einen sehr guten Ruf als Fotograf, Fachmann und auch als „Erklärbär” erarbeitet hast.
    Ich bedanke mich sehr für Euer Engagement, uns Laien und Amateuren die Fotografie in vielen Facetten näher zu bringen.

  5. Ich weiß nicht, ob die amerikanische Titelgläubigkeit, aber auch das Hierarchiedenken das nur jemand ab executive-irgendwas Level selbständig denken darf, so hundertprozentig wünschenswert ist.

    Einerseits erlebe ich es selber im Geschäftlichen oft, dass da Leute mit irgendwelchen fancy Titeln auf der Visitenkarte erstmal eine Kompetenzvermutung entgegen gebracht bekommen, ob die gerechtfertigt ist oder nicht.
    Andererseits wird da aber auch in großen Unternehmen gerne der Arbeitsebene exakt vorgekaut, was sie zu tun hat und wenn es da Abweichungen von gibt heißt es nur „I have to ask my manager“ denn eigenes Denken ist nicht gefragt.
    Da ist mir dann ein vorsichtiges Abklopfen, was das gegenüber wirklich drauf hat, doch lieber.

    Das deutsche Extrem der Miesepetrigkeit und des Neids, Bissigkeiten gibt es ja auch auf Youtube zwischen den dort agierenden Fotografen und nicht nur deren Fanboys, sollte es dann aber auch nicht sein.

    Vielleicht ist es wie so oft der Mittelweg? Dem Gegenüber erstmal offen begegnen, weder in ehrfürchtiger und kritikloser Starre angesichts seines Titels oder Rufs, noch blindlings erstmal annehmen dass man es nur mit einem Schaumschläger zu tun hat, der eh nichts drauf haben kann weil er ja mit der falschen Kameramarke und non-PRO Equipment arbeitet.

  6. Erst einmal: Vielen Dank für diesen fast schon philosophischen Artikel. Ich selbst war bisher noch nicht in Amerika und denke, dass ein Mittelweg aus den deutschen und amerikanischen Verhältnissen zu schön wäre, um wahr zu sein.

    Das beste in Deutschland ist wohl die nahezu kostenfreie Bildung. Jedoch denke ich, dass durch den Zwang und den Leistungsdruck die Motivation oft verloren geht. Bei uns in Schleswig-Holstein wurde G8 eingeführt. In weniger Zeit zum Abitur. Noch früher an der Uni und noch weniger Zeit in der Kindheit. Wann soll man denn noch das finden, was einem Spaß macht? Langsamer lernen und individuelle Betreuung wäre ein angenehmer Anfang. Leider entwickelt es sich doch meist in die andere Richtung.

    Nach deinen Erzählungen fasziniert mich ein wenig der Wissensdurst der Amerikaner. Aber er beängstigt mich auch. Sehr viel Halbwissen oder gar kein Inhalt – viel mehr nur der Ruf einiger Menschen. Das Beispiel mit dir als Chirurg visualisiert das ganz schön.

    Am schlimmsten finde ich in DE aber wahrscheinlich den Neid und das Konkurrenzdenken. Viele Menschen würden ihr Wissen am liebsten nur für sich behalten oder fressen sich vor Neid fast auch. Bei all dem bleibt mir meist die Menschlichkeit und das Miteinander zu sehr auf der Strecke…

    Aber wie dem auch sei. Ich würde mich über weitere solcher Artikel freuen.
    Viele Grüße,
    Niklas

  7. Sehr interessante Gedanken, Martin. Und ja, es gibt diese kulturellen Unterschiede. Ich glaube aber, dass es auch hierzulande Leute gibt, die den Hut vor Machern wie Dir ziehen. Ich habe selbst schon viele getroffen und zähle mich auch dazu.

    Trotzdem hat man immer Nörgler und Besserwisser. Das ist in den USA auch so. Ich lese gerne die Kommentare zu Artikeln von Petapixel. Da kannst Du Dir Popcorn nehmen und nur den Kopf schütteln oft.

    Fazit: Weiterbildung ist mega wichtig und ja da sollte man bestimmt mehr investieren als Konsument.

  8. USA – und Meinung zur Bildung hier und da – und das im Monat November dem einerseits so sehr aus und in der politischen Vergangenheit fotografisch geprägten und ausserdem recht zum Beginn der 5. Saison sehr kompliziertes Medium. Da ist dann so manche Meinung und manches Wort schon auf dem Inhalt hin zu hinter….fragen, oder ? Diskutabel wäre früher das Wort dafür gewesen. Dankeschön für die fotografisch- fachlichen Hin&Weisen. Alfred Wolkenpa

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