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SO WAR ES AUF DER ADOBE MAX 2018

1. November 2018 | Blog

Es ist jetzt schon wieder knapp 2 Wochen her, da war ich für ein paar Tage in Los Angeles. Ich habe ja versprochen, etwas über meinen Trip in die USA zu schreiben und diesem Versprechen will ich hiermit nun folgeleisten.

#TRANSPARENZ

Ich wurde von HP eingeladen im Rahmen des HP Ambassador Programms und habe dort auf der Messe am Stand von HP Vorträge gehalten, Rede und Antwort gestanden und durfte für zukünftige Produkte von HP meine Meinung den jeweiligen Entwicklerteams mitteilen. Ich wurde also von HP für die Messe gebucht, schreibe diesen Beitrag über die AdobeMAX weil ich denke, dass er hier auf das Blog gehört. Trotzdem kann der Text Spuren von HP-Werbung enthalten und für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Oder ihren DSGVO Anwalt.

Ich hatte immer wieder über die letzten Jahre von dieser AdobeMAX gelesen. Meistens in Verbindung mit neuen Veröffentlichungen von Photoshop, Lightroom oder Premiere. Die AdobeMAX ist so mit das jährliche Mecca der Adobe Welt. Und ich muss ganz gezielt Welt sagen, denn Photoshop oder Lightroom wäre viel zu gering gewesen.

Ich habe dort mal wieder feststellen dürfen, wie klein und unbedeutend einer selbst ist und wie groß und wichtig die Welt um einen herum ist, die man sonst sicherlich gar nicht wirklich wahrnimmt. Dazu später noch mehr, aber ich spreche von Illustrationen, Animationen, 3D Renderings und Design. Dinge, die meist wichtiger als Fotografie sind.

Angefangen hat der Trip aber fürchterlich… wirklich fürchterlich!

Wir hatten nämlich gerade erst eine Produktion in Korsika abgeschlossen. Aufgrund von Ausrüstung und Co. waren wir in Korsika mit PKW/LKW angereist und ich musste um meinen Flug am Sonntag nach LA zu bekommen die anderen leider zurück in Korsika lassen, um mit dem Flieger vorweg zu jetten. Dieser Flieger von Korsika nach Frankfurt war problemlos ABER dann fing es an. Aufgrund des schweren ICE-Brandes auf der Strecke Köln-Frankfurt fuhren gar keine Züge mehr und auch sonst war nichts mehr zu machen um irgendwie noch nach Köln zu kommen. Mietwägen am Flughafen natürlich alle schon weg. Logisch. Kein Ersatzbus, nix. Lufthansa Support Minus Level 9000. Nach viel Herumtelefonieren nahm ich also ein Taxi in die Stadt, suchte in FFM in der Nacht eine Mietstation mit verfügbarem Wagen und donnerte um 23 Uhr in der Nacht in Richtung Köln. Angekommen um halb ein Uhr in der Früh, musste ich das Auto los werden und noch packen und konnte dann erst schlafen. Da war ich fast 24h wach, hatte ne Woche Produktion in den Knochen und war echt durch. Der Flieger von Köln-Bonn nach Zürich ging um 10 Uhr. Ich hatte also gediegene 4h Schlaf und einen Heidenstress. So stellt man sich entspanntes Reisen vor.

Der Flug lief aber ohne nennenswerte Probleme bis auf die Tatsache, dass ich wirklich wenige Sekunden vor dem Schließen der Flugzeugtüren in Bond-Manier noch durch die Restöffnung der Türe sprang. Umsteigezeit in Zürich waren laut Flugplan gerade mal 45 Minuten und 15 davon gingen durch eine anfängliche Verspätung im Abflug drauf, 15 Minuten wartete ich am Zoll und den Rest sprintete ich durch den Flughafen Zürich, begleitet durch eigentlich beruhigende Alphornklänge die mich in Wirklichkeit aber zur Weissglut trieben. Ah, den Terminalzug hatte ich fast vergessen. Der wollte am Anfang nicht losfahren… 🙂 Aber egal… irgendwann kam ich dann doch in LA an… Yoldiyahiti…

Die AdobeMAX fand im LA Convention Center statt. Das ist genau an der Figaroa Street und damit wirklich in Downtown LA. Krasses Viertel und teilweise möchte man nicht falsch abbiegen bei Nacht. Aber trotzdem bleibt LA eine beeindruckende Stadt.

Mit dabei auf diesem Trip waren übrigens meine Sony 7r2, ein 24mm f1.4 Objektiv, das geliebte 50mm f1.8 und das 85mm f1.4. Alle Fotos die man hier im Beitrag sieht, sind hauptsächlich mit dieser Kombo gemacht. Hauptsächlich 24mm, manchmal 85, selten die 50mm.

Kommen wir aber zur AdobeMAX. Nachdem ich mich noch Sonntag bei der Registrierung gemeldet hatte und erst danach weiter ins Hotel gefahren war, konnte ich direkt am Montag in aller Früh auf das Gelände.

Montag stand die anfängliche KeyNote und Eröffnung auf dem Programm. Und das war dann auch der erste Moment an dem ich etwas geschockt oder besser gesagt, „geflashed“ war. 14000 Menschen besuchen die AdobeMAX. Und ich kenne auch von der Photokina die 300000… aber ich glaube so langsam, die zählen jeden Tagesbesucher und jeden Aussteller pro Tag doppelt und dreifach. Denn in dieser einen Halle in LA saßen einfach mal locker 10000 Menschen auf Stühlen! Wahnsinn. Erst da wurde mir klar, dass die AdobeMAX weniger eine Messe ist als viel mehr ein wirkliches Lern-Event.

Im Grunde kann man sich das wie einen großen Workshop vorstellen. Man hat verschiedenste Themen und Speaker in verschiedenen Räumen und man kann sich gemütlich sein Programm auf der dazugehörigen HandyApp zusammenstellen.

Es gibt größere Vorträge zum Zuhören oder auch kleinere Klassen mit wirklichen Computern für jeden Teilnehmer. Zum Mitmachen und mitlernen. Die Leute auf der AdobeMax sind unglaublich kreativ und auch irgendwie richtig detailverliebt. Das nachfolgende Foto zeigt eine Wand, welche am Anfang der Veranstaltung schwarz und leer war. Die Stifte lagen dabei und schon erzeugen hunderte von Künstlern und Kreative ein Meisterwerk. Ich hab mich auch verewigt… 🙂

Es gibt überall sehr liebevoll gemachte Stände und Sitzecken. Das Bild unten zeigt einen Bereich innerhalb der Messe zum Hinsetzen und Ausruhen. Die Deko macht eigentlich gar keinen Sinn, hat keine Funktion. Ist aber trotzdem super cool.

So sehen dann übrigens die Wegweiser zu den einzelnen Sessions aus. Sessions nennt man die Vorträge und Seminare die während der drei Tage angeboten werden.

Die HP Booth sah übrigens so aus. Booth nennt man keinen Fotoapparat zum Selbstknipsen in den USA sondern den Messestand. HP möchte mit der Anwesenheit auf der AdobeMAX ihre Hochleistungsrechner der Z-Serie promoten und bei Kreativen als absolutes Gegenwerkzeug zu Apple positionieren. So viel zum finanziell-wirtschaftlichen Hintergrund von HP.

Bei Fotografen hat Windows ja bekanntlich einen schweren Stand. Warum? Das weiß ich auch nicht genau. Komischerweise schätzen die meisten anderen Kreativen aus anderen Adobe-Sparten die Windows-Performance mehr als Fotografen. Bei 3D Designern, Visual Artists und Videoleuten sind die Z-Workstations extrem hoch angesehen und wertgeschätzt. Komische Welt in der wir da leben…

Auf jeden Fall hatte ich die Aufgabe am Stand zu bestimmten Zeiten zugegen zu sein und unter anderem als Juror bei den täglichen DESIGN CHALLENGES meine Meinung sagen zu dürfen.

Die Teilnehmer einer jeden DesignChallenge mussten ein Thema bildlich mit Adobe Produkten umsetzen und das Ganze eben an einem HP Computer. Logisch, immerhin ist es ja der HP Stand der Messe. Es gab 45 Minuten Zeit und man konnte auf Adobe Stock zurück greifen um seine Idee umzusetzen. Jede visuelle Kommunikation war erlaubt. Egal ob Bild, Zeichnung, Video oder Animation.
Auf der gesamten AdobeMAX gab es erstaunlich viele Dinge, bei denen die Teilnehmer mitmachen bzw. sogar wirklich anpacken durften. Nicht nur Messe wie in Deutschland zum Hingucken. Nein, wirklich kreativ austoben. Egal ob Shooting oder sonst eben die Arbeit am Rechner.

Krass, oder sagen wir besser extremst beeindruckend, habe ich übrigens die Serviceleistungen rund um die Messe gefunden. Vielleicht mag es den meisten ja nicht aufgefallen sein aber es gab im Grunde fast ständig Kaffee, Gebäck oder Essen. Ob es das Frühstück war oder das Mittagessen, während der Messe selbst wurden rollbare Tische auf die Fläche gefahren und jeder Teilnehmer konnte sich Kaffee und Kuchen nehmen. Was für ein Service und irgendwie sind es so diese Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen.

Und das war noch nicht alles. Die hauptsächlichen 20-30 Hotels in der Stadt wurden mit vier Shuttle-Bus-Routen im 30 Minuten Takt abgefahren. Sprich, vier Routen quer durch LA wurden speziell für die AdobeMAX über drei Tage nonstop in beide Richtungen abgefahren. Man konnte jederzeit vom Hotel zur Messe oder zurück.

Generell ist das sowieso eine ziemlich atemberaubende Sache bei der AdobeMAX. Jeden Tag bekommen alle 14 TAUSEND Teilnehmer die Möglichkeit für Frühstück und Mittagessen. Dafür ist der Parkbereich des LA Convention Centers in eine große Cafeteria umgebaut. Vielleicht nicht gerade das RitzCarlton aber absolut toll. Der Boden war unglaublich sauber und das Essen war auch toll. Und zudem noch warm… wie schaffen die das für 14000 Leute??? Wie???

Die Teilnahme an der AdobeMAX kostete regulär übrigens zwischen 1300 und 1600 USD. Das ist ne Menge Asche für 3 Tage Messe mag man sich in Deutschland denken. In den USA ist dieser Gedanke nicht wirklich existent. Bildung kostet eben in den USA, das fängt schon beim College an. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber möchte ich nicht streiten.

Interessant ist bloß die Tatsache, wie leistungsorientiert die Leute auf der MAX waren. Dort geht man nicht hin, weil man ein bisschen Kreativität schnuppern möchte, sondern das Ziel der Teilnehmer ist wirklich ihre Arbeit zu verbessern. Ganz im Gegenteil zur Photokina wo es eigentlich eher darum geht, das neueste Spielzeug an den Mann zu bringen. Wobei zu jedem Spielzeug auch wir als Käufer dazu gehören. Und da darf ich mir zuerst an die Nase packen.

Auf jeden Fall konnte ich mir noch einige Vorträge auf der MAX angucken. Ich war nicht ständig rund um die Uhr beim HP Stand sondern nur mehrfach am Tag zu bestimmten Zeiten. Ich fand es wenigstens genauso inspirierend wie die Teilnehmer und wie schon mehrfach im Text angeklungen, einfach beeindruckend.

Wir wollen jetzt gar nicht von der BASH reden, einem wirklichen Konzert im Stadium, eine AdobeMAX Partynacht sozusagen. Auch das war im Gesamtpaket dabei und nochmals zusätzlich beeindruckend. Es wäre sozusagen als ob die KölnMesse zur Photokina die LanxessArena buchen würde und dort ein riesiges Konzert mit Live-Musik eines wirklichen A-Promis veranstalten würde. Kostenlos für alle PhotokinaTeilnehmer. Ok, dann würde die Photokina aber auch 2000 € kosten… 🙂 Na… meine Gedanken schweifen ab… aber gut…

Schlussendlich habe ich extrem viel in LA die Stadt erkundet. Manchmal etwas zum Leidwesen meiner eigenen körperlichen Sicherheit aber immer mit Kamera im Anschlag. Ich fand die Stadt beeindruckend und gerade bei Nacht entfaltet LA einen ganz eigenen Charme. Dort zu laufen wo die großen Action Hollywood Blockbuster spielen… hach… ein Träumchen.

Bevor es dann schon nach 4 Tagen wieder zurück nach Deutschland ging, konnte ich noch genügend LA entdecken. Aber genug für einen zweiten oder gar dritten Trip habe ich noch nicht gesehen.

Zum Abschluss also ein paar Fotos aus der Stadt der Engel.

Lieben Gruß,

euer Martin

Kommentare (4)

4 thoughts on “SO WAR ES AUF DER ADOBE MAX 2018

  1. Ich glaube Martin, Du solltest Deine Reiseplanung überdenken, 45 Minuten Umsteigezeit in Zürich sind schon eher science fiction 😉 Man muss ja auch das Gejodel und die Kuhglocken im Terminalzug geniessen können

  2. Solche Messen hast du in Deutschland auch. Wenn auch in kleinerem Stil Z. B. die Microsoft Partnerkonferenz. Da gab es auch Workshops und Vorträge und Essen rund um die Uhr und abends Party. Kostet dann auch über 800 Eur für knapp 4 Tage. Aber ich finde es ein tolles Konzept.

  3. Erstmal Danke für den Bericht, ein sehr spannender Einblick in diesen Event. Beim Lesen hab ich allerdings die ganze Zeit gedacht „Was hat er nur, das klingt doch wie eine normale (Java-)SoftwareEntwickler Konferenz“, bis mir dann wieder einfiel, du bist ja kein Entwickler. Daher ist die Frage in der Tat spannend, warum gibt es sowas nicht in Deutschland? Sind wir zu klein für Adobe? Vermutlich schon und welche andere Firma ist groß genug um sowas allein zu stemmen? Wenn nicht allein, im Javaumfeld macht man das ja auch ohne Oracle (oder Sun oder wie die Firma hinter dem Produkt gerade heißt) sondern über einen Verbund an Ausstellern/Anbietern um das Thema (zwar um den Faktor 10 kleiner, aber hier hat man ja auch nicht so große Hallen) .. vermutlich steht dem mal wieder der Aufwand zur Organisation entgegen und das Risiko auf den Kosten sitzen zu bleiben.

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