20. Februar 2019


#TRANSPARENZ

Wir schreiben „Produktionstagebuch“. Es geht hier weder um gezielte Marken noch sonst was. Ein Kunde verlangt von uns eine Leistung und erlaubt uns noch über die Entstehung zu berichten. Das haben wir schon Jahre hier gemacht. Und wir freuen uns über die wenigen Möglichkeiten in denen wir solche Einblicke hinter die Kulissen gewähren können. Natürlich machen wir indirekt auch Werbung für die Dinge die wir nutzen. Lässt sich aber nicht vermeiden, wenn wir zeigen möchten, wie wir wirklich arbeiten. Bestes Beispiel ist die Fluglinie. Eurowings gibt uns nen feuchten Furz, dass Sie hier gezeigt werden und wir müssen ja auch irgendwie ans Zielland kommen um zu arbeiten. Also daher die klare Aussage. Es handelt sich hier um einen Blick hinter die Kulissen einer Produktion und natürlich kann man das auch irgendwie als Werbung in mehrschichtiger Hinsicht verstehen. Ist aber nicht Ziel der Sache.

Heute sollte es die knapp 300km in den Süden gehen aber vorher wollten wir nochmals einige Szenen in Lissabon filmen. Irgendwie können wir von dieser berauschenden Stadt nicht genug bekommen. Erstaunlich auch die Geschichte. Von hier wurden Welten erkundet und Imperien aufgebaut und das sieht man noch an jeder Ecke. Die Stadt hat einen unfassbar eigenen Stil. Auch wenn alle hier etwas wie Leute aus Osteuropa klingen. Portugiesisch hat irgendwas von tschechisch. Verzeiht mir meine Plumpheit, mag dumm klingen aber irgendwie ist das vom Feeling unangenehm ähnlich.

Aufwachen und Aufbauen

Aufgewacht und frisch geduscht haben wir uns natürlich direkt an den Aufbau der Hauptausrüstung gemacht. Gestern waren wir ja nur mit der Handkamera und dem Recorder unterwegs. Wir haben bisher nur sehr lebhafte und wilde Aufnahmen. Heute muss es etwas ruhiger werden in der Bildsprache. Und dafür gibt es natürlich Gimbals.

In unserem Fall ist das Wichtigste der FollowFocus. Auch besonders mit dem Vollformat-Look der S1R. Mit einem so großen Sensor hat man eben auch einen extrem geringen Bereich der Schärfe und der muss perfekt gesetzt sein. Bei bewegten Motiven ist das entweder Glück oder wie in unserem Fall KÖNNEN. Hüstel… angeb… Spaß beiseite, die Technik ist schon sehr entscheidend. Mit dem Gimbal kann über eine Fernsteuerung der Fokus verändert werden. Natürlich von einer zweiten Person. Und da wird es eben schon wieder aufwendig. 2-Personen-Filmteam ist folglich das absolute Minimum.

Eine weitere Option ist zudem den Fokus über die Entfernung zu steuern. An der Fernbedienung kann man die Entfernung ablesen und mit einem gutem Einschätzen der Entfernung zum Motiv kann man gerade über etwas weitere Distanzen auch den Fokus anpassen. Das klappt so im Groben und Ganzen wie bei uns manuell fokussierenden Fotografen. Mit etwas Übung ist das absolut kein Problem. Leicafotografen zeigen das ja tagtäglich.

Wir experimentieren übrigens auch viel mit verschiedenen Linsen. Experimentieren klingt jetzt, als ob wir mal schauen wollen würden, was so bei rauskommt und das nicht wirklich wissen. Viel mehr gemeint ist aber der Versuch einen besonderen Look zu erreichen. Die eine oder andere Linse ergibt eine ganz andere Bildsprache und erzeugt einen eigenen Flare. Für bestimmte Szenen stellen wir uns eben einen bestimmten Look vor und versuchen diesen Look mit der einen oder anderen Linse direkt in der Kamera zu erreichen.

Lissabon ist übrigens wirklich verdammt schön… kann man nicht oft genug sagen und wiederholen. Das Wetter war heute großartig und es könnte nicht besser für uns laufen aktuell.

Licht ist ja die wichtigste Sache beim Fotografieren als auch beim Filmen. Und wir haben heute schon ganz gezielt nach Szenen und Momenten gesucht, in denen eine Bildsprache damit besonders präsent zum Ausdruck gebracht wird.

Auf dem nachfolgenden Foto sieht man besonders gut, was mit „Licht sprechen lassen“ gemeint ist. Fabio steht genau im Lichtspalt und wird von der Sonne voll getroffen. Dahinter ist der dunkle Säulengang.  Ein grandioses Filmlicht, wenn auch etwas kritisch in Punkto Dynamik. Jedenfalls wäre es sinnlos mit einem blonden oder hellhäutigen Model. Nicht aber mit Fabio.

Und immer wieder heißt es Umbauen, Objektiv wechseln und und und. Da geht so viel Zeit drauf. Wir standen heute nur an einer Stelle in Portugal und haben mehrere Stunden damit verbracht einige wenige Szenen zu filmen. Die Zeit verfliegt und man merkt es nicht. Heute war genau das schlimmer denn je.

Und zwischendurch bleibt gerade mal etwas Zeit für einen Kaffee. Natürlich Video-Foto-standgemäß aus dem Pappbecher. Anders kennen wir es ja auch nicht und wäre auch viel zu viel Luxus.

Gegen Mittag haben wir uns dann zum Auto aufgemacht. Die Fahrt in den Süden stand nun wirklich auf der Todo-Liste.

Es ging über die Autobahn in Richtung Süden, begleitet von tollstem Wetter, strahlender Sonne und wolkenlosem Himmel.

Und immer wieder wurden wir von Portugal überrascht. Wenn auch nicht ganz wie RIO, jedenfalls wissen wir jetzt, woher die Idee kommt :-).

Unterwegs mussten wir auch etwas Kreativität beweisen. Wer bei und mit Krolop&Gerst arbeiten möchte, der muss im Auto am Rechner arbeiten können. Das ist eine Fähigkeit die sein muss. Anders schaffen wir das Pensum gar nicht. Und wer etwas sehen möchte auf dem Laptop, der muss eben auch etwas erfinderisch sein. In diesem Fall wird ein Abschatter mal schnell als „Abschatter“ benutzt. Dazu wurde er ja eigentlich gebaut.

Und wenn wir gerade über unsere kulinarischen und luxuriösen Reisen berichten, dann darf man auch nicht das exquisite Essen vergessen. In diesem Fall von einem deutschen Lebensmitteldiscounter. Fertigsalat und Aufbackware. 🙂 So schauts in der Luxuswelt von Krolop&Gerst wirklich aus.

Aber seien wir ehrlich, der Hunger treibt es hinein. Und es hat sogar geschmeckt. Und niemand hat gesagt, dass es Urlaub und keine Arbeit ist.

Ansonsten würde man auch viel zu viel Zeit verlieren. Wir haben sowieso nur ganz kurze Shootingzeiten in denen die Sonne perfekt steht. Jeden Tag circa. 2h maximal am Morgen und 2h am Abend. In der Zwischenzeit muss Strecke von Location zu Location gemacht werden.

Und dann gibt es eben die ganzen Zwischendurch-Sachen. Wie z.B. das Autoputzen. Das macht man mehrfach am Tag. Bei jeder einzelnen Tankstelle die einen Hochdruckreiniger hat, wird das Motiv sauber gemacht.

Und dann ging es auch wirklich ab auf die Piste. Schließlich war es schon nach Mittag.

Das Ziel der Etappe heißt Lagos und ist ein schickes Städtchen an der Küste. Perfekte Kulisse für die Freiheit und Wildnis in Portugal.

Besonders das Sigma 40mm hat es uns angetan. Eine tolle Brennweite und richtig saftige Schärfe. Auch wenn 40mm ziemlich blöde klingen für einen Fotografen. Im Ergebnis ist die Brennweite erstaunlich universal. Deutlich universeller als ein 50er.

Mehrere Stunden später waren wir dann endlich in Lagos angekommen und schon wieder hatten wir uns etwas wenig Zeit bis zum Sonnenuntergang gelassen. Und schon wieder wurde es hektisch. Und solche Dinge führen dann dazu, dass sich die Modelle mal kurz auf der Straße umziehen müssen. Alles ist plötzlich etwas hektischer und dann macht sich Erfahrung bemerkbar. Erfahrung mit derlei Situation und auch Erfahrung im Umgang mit der Ausrüstung.

Und genau in solchen Situationen macht die Arbeit Spaß. Denn dann ist es nicht einfach Glück beim Herumfotografieren oder Filmen. Dann ist es einfach Können und Alles kommt zusammen. Ein wahrlich berauschendes Gefühl danach auch.

Es gibt auch nicht wirklich viele MakingOf Aufnahmen von heute Abend. Wir waren einfach zu sehr mit Arbeiten beschäftigt.

Erst als die Sonne dann wirklich untergegangen war, dann konnten wir wieder so ein paar Aufnahmen machen.

Der Spot war großartig, der Sonnenuntergang noch großartiger. Wir nutzten heute wirklich jede Sekunde. Jede Szene wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Mit verschiedensten Brennweiten und Bildschnitten.

Heute haben wir aber auf jeden Fall auch die Anstrengung gemerkt. Die Belastung auch körperlicher Natur ist schon sehr groß. Gerade beim Filmen hört man teilweise über Sekunden auf zu atmen. Man möchte ja das Bild nicht verwackeln. Und zusammen mit angespannten Muskeln und 4-5kg in den Händen geht das schon ziemlich auf die Knochen. Oder eben in die Muskeln. Soll noch jemand sagen, große Kameras sind gut… Hüstel…

Die Schwierigkeit war heute auch den Style zu finden mit unseren beiden Modellen. Wir haben das Glück, dass wir ein echtes Paar mit dabei haben. Katja und Fabio sind wirklich ein ECHTES Paar und haben daher auch kein Problem mit Nähe. Aber trotzdem soll das Video ja auch eine Gewisse Bildsprache transportieren und heute mussten beide erstmal sich etwas auf das Auto und das Motiv einlassen.

Da gab es viele Nachdrehs, viele Korrekturen und Verbesserungen. Und dabei muss man zugeben, dass sowohl Katja als auch Fabio einen großartigen Job machen.

Aber auch hier sind es eher die Kleinigkeiten, die uns aus der Fassung bringen. So müssen z.B. für ein einfaches Foto im Kofferraum erstmal die großen Koffer raus geräumt werden. Das kostet ebenfalls Zeit und Kraft. Und dann stehen die einfach hinten lustig im Bild herum und für jede Szene muss man die Koffer dann irgendwo anders hinschieben.

Viel Zeit verbringt man übrigens auch immer mit dem Design des Autos. Damit meine ich, dass man ein Design auch erst einmal kennen lernen muss. Auch das darf man niemals unterschätzen. Die Zeit die es braucht ein Auto zu lesen. Die Linien aus verschiedenen Perspektiven zu kennen und zu wissen aus welchem Winkel welche Wirkung entsteht.

Es ist zwar auch nur ein MakingOf aber auf diesem Bild sieht man deutlich wie eine Perspektive in Verwendung mit einer bestimmten Brennweite ein Auto ganz besonders formen kann. Der V60 hat auf dem Bild eine sehr Hai-ähnliche Erscheinung. Die Proportionen sind völlig verändert. Ok, er hat ne lange Front aber soooo lange dann auch nicht.

Und das war auch schon unser Tag. Mag man denken. Aber dann kam noch die Fahrt zum Hotel, das Einchecken, das Hochschleppen der Koffer weil die nicht im Auto verbleiben dürfen über Nacht, das Laden aller Akkus, das speichern und sortieren aller Fotos und Abend gegessen haben wir auch noch gar nicht. Aber hey was solls, wer erlebt schon so tolle Dinge wie wir? Wer steht mit einem wunderschönen Auto im Sonnenuntergang am Ende von Europa und schaut in die im Atlantik untergehende Sonne. Wir… Krolop&Gerst

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