19. Februar 2019


#TRANSPARENZ

Wir schreiben „Produktionstagebuch“. Es geht hier weder um gezielte Marken noch sonst was. Ein Kunde verlangt von uns eine Leistung und erlaubt uns noch über die Entstehung zu berichten. Das haben wir schon Jahre hier gemacht. Und wir freuen uns über die wenigen Möglichkeiten in denen wir solche Einblicke hinter die Kulissen gewähren können. Natürlich machen wir indirekt auch Werbung für die Dinge die wir nutzen. Lässt sich aber nicht vermeiden, wenn wir zeigen möchten, wie wir wirklich arbeiten. Bestes Beispiel ist die Fluglinie. Eurowings gibt uns nen feuchten Furz, dass Sie hier gezeigt werden und wir müssen ja auch irgendwie ans Zielland kommen um zu arbeiten. Also daher die klare Aussage. Es handelt sich hier um einen Blick hinter die Kulissen einer Produktion und natürlich kann man das auch irgendwie als Werbung in mehrschichtiger Hinsicht verstehen. Ist aber nicht Ziel der Sache.

Für diesen Job haben wir uns übrigens Verstärkung geholt. Jemand der schon bei der Produktion mit Porsche geglänzt hat und auch hier wieder tolle Dinge verrichten wird. Es ist ein begnadeter Filmer. Dimitri Makrinic hat an der IFS, der internationalen Filmschule Köln, seinen Bachalor of Arts gemacht. Ehre also wem Ehre gebührt. Nicht nur Thomas und das Team ist am Ergebnis beteiligt. Da gibt es mehr. Und seien es jetzt die Modelle vor der Kamera oder auch nur ein Mensch der uns seine Stimme leiht. Oder die Bildbearbeitung… man kann das Ergebnis eben nicht auf eine Person reduzieren. Auch nicht auf zwei, selbst wenn Sie Krolop&Gerst heißen.

Es geht wieder los. Die Koffer werden gepackt, mit mehr Ausrüstung als Kleidung. Die ist schließlich ja Nebensache. Nicht wir müssen gut aussehen, sondern das was wir filmen und fotografieren muss gut aussehen und dafür braucht es eben den einen oder anderen Trick.

THE JOB

Heute ging es für uns in Richtung Algarve, also an die portugiesische Atlantikküste, um von dort nach wenigen Tagen mit vollen Festplatten für Volvo zurückzukommen. Die Aufteilung in unserem Falle 80/20 Video zu Foto, wobei einige tolle Fotos dann doch entstehen sollen. Aber die Priorisierung liegt eindeutig auf einem nur knapp 2 Minuten langen Video. Was genau uns Volvo da vor die Nase gesetzt hat, das werden wir später erfahren.

Los geht´s mit den Vorbereitungen

Zwischenzeitlich sollte bekannt sein, dass wir unsere Sachen in einem Koffer an den Zielort transportieren und dort die Rucksäcke und Taschen aus den großen Reisekoffern entnehmen. Das Ganze ist nicht wirklich nur „Packen“. Man muss sich schon ganz schön viele Gedanken im Vorfeld gemacht haben, um nicht vor Ort ohne das eine oder andere wichtige Werkzeug zu stehen. Nur mit Kamera und Objektiv können wir unseren Job jedenfalls nicht erfüllen.

Es ist immer super schwierig einen Mittelweg aus Gepäck-kosten und dem eigentlichen Nutzen zu finden. Es gibt so viele Kleinigkeiten, auf die man achten muss. Packen ist eine Kunst, denn man muss auch immer damit rechnen, dass ein Koffer nicht ankommt. Viele Dinge werden doppelt eingepackt. Gerade Dinge mit einem hohen Potential kaputt zu gehen. Kabel entwickeln auf Produktionen oft einen Wackler und müssen ausgetauscht werden. Oder auch andere Dinge können durch die Verwendung kaputt gehen.
Das alles muss man schon beim Packen im Vorderkopf halten.

Unsere Rucksäcke sehen definitiv nicht aus wie die Rucksäcke von „normalen“ Reisenden.

Früh morgens um kurz vor 7 Uhr ging es dann Richtung Flughafen. Die Straßen in Köln schliefen noch, füllten sich langsam erst mit dem aufkommenden Berufsverkehr der Großstadt. Die riesigen Koffer mit jeweils genau 32kg Gesamtgewicht wandern in das Auto und bereits da stand heute morgen fest, dass es ganz schön knapp werden würde mit dem Raum im Fahrzeug.

Volvo hatte uns neben dem eigentlichen „Objekt der Begierde“ ein zweites Begleitfahrzeug bereit gestellt und wir waren froh, dass dieses Fahrzeug ein geräumiger SUV werden sollte.

Knappe 20 Minuten später waren wir bereits am Flughafen Köln/Bonn und ab rollten wir mit den Koffern zum Abflugschalter. Wer sich jetzt fragt, warum bei uns möglichst viel grau und orange ist, naja, der muss sich einfach nur mal hier auf dem Blog umgucken. Wir haben einen Faible für unsere Farben und wenn dann noch jemand einen FotoRucksack mit genau diesen Farben anbietet, dann brauchen wir den einfach. Und wenn er dazu noch genial ist, dann umso besser. Komischerweise kaufen wir auch ganz oft bei OBI ein 🙂

Unser Job mit Volvo ist übrigens etwas anders, als unsere bisherigen Automotiv-Sachen. Denn es dreht sich nicht nur um ein Auto. Nein, zwei Modelle begleiten uns mit nach Portugal um die Verbindung zwischen Mensch und Maschine im Ergebnis zu ermöglichen. Das klingt jetzt etwas krass nach Terminator und ist bestimmt nicht so gemeint. Katja und Fabio sollen eben die Motive mit Leben füllen. Denn Autos ohne deren Besitzer und Fahrer sind einfach eher leblos. Das mag bei einem Ferrari im Studio fotografiert vielleicht für ein Poster im Kinderzimmer funktionieren. Um heutzutage aber Autos zu verkaufen, braucht es mehr als nur das Auto selbst. Jede Marke steht für ein Gefühl und eine Bildsprache und diese Sprache lässt sich eben in Fotos und Videos mit Menschen sehr viel besser sprechen.

Am Flughafen hieß es dann daher nochmals kurz Umladen und Gepäck verteilen. 8kg Handgepäck waren bei uns heute mal wieder eher 18kg. Aber wen juckt denn so eine blöde 1. 🙂 Und das gilt dann für uns alle. Natürlich werden auch die Modelle als Packesel benutzt. Warum sollen nur wir leiden?

Kleiner Trick für Viel-Reisende-Produktions-Fotografen

Eine Kamera die mit Gurt am Körper getragen wird, wird nicht ins Handgepäck gerechnet. Egal wie groß. Wichtig dabei ist aber, dass beide Hände frei sind und die Kamera nicht gehalten werden muss. Klingt jetzt wirklich komisch, gibt es auch nirgendwo schriftlich aber ist einfach in der Realität so.

Und apropo Kamera. Wir haben die Panasonic Lumix S1 und S1R dabei. Weil es bei dem Job eben genau um die moderne, neue Art der Produktion geht, nämlich die Kombination aus Video und Foto. Und wir sind einfach Tech-Geeks und wollen eben auch das Neueste einsetzen. Das ist so ein bisschen das Kind im Mann, das wir alle in uns tragen. Wir haben die letzten Wochen genug mit der Kamera „üben“ dürfen und sind absolut zuversichtlich, dass es die richtige Wahl für den Job ist. Zur Technik selbst werden wir die Tage aber noch viel mehr erzählen.

Wir haben verschiedenste Objektive von 12 bis 600mm Brennweite dabei. Jede freie Sekunden haben wir die Kamera in der Hand, gehen nochmals durch alle Einstellungen und Menüs und versuchen uns, wie die letzten Tage, komplett auf die Kamera einzulassen. Gerade bei so wichtigen Produktionen darf einfach nichts schief gehen.

Auch wenn Lumix gerade noch nicht die Linsen im Angebot hat, die wir gerne nutzen. Dafür gibt es ja Sigma. Und zwei wirkliche Babies sind mit im Gepäck in den Süden.

Nach etwas Wartezeit bestiegen wir gegen 9 Uhr das Flugzeug in Richtung der portugiesischen Hauptstadt. Von 0 Grad auf 19° mit Sonne. Yippie!

Die Flugzeit haben wir für viel Briefing genutzt. Die Modelle sind gerade bei Video sehr gefragt. Es handelt sich ja nicht um Einzelmomente, sondern um Schauspielerei. Und wir haben sehr viel Emotionen im Video und die wollen gefilmt werden.

Dort werden wir dann vom Flughafen direkt zur Landesvertretung VOLVO Portugal fahren und die Fahrzeuge abzuholen.

Bis es soweit ist, heißt es aber immer bangen. Ich glaube mit Recht sagen zu können, dass das Warten am Kofferband die schlimmsten Minuten einer jeden Produktion sind. Unser Gepäck, wie oben beschrieben, ist so gepackt, dass wir überleben würden, wenn ein Koffer weg wäre. Mehr als ein Koffer darf aber nie verschwinden. Denn viel wichtiger als der Inhalt im Koffer, ist der Kunde.

Ein Koffer Ausrüstung weg, das ist Ärger und viel Stress mit Versicherungen und Co. Aber zwei Koffer weg, das bedeutet ohne Ergebnis heimzukommen und das ist der Supergau. Das darf nicht passieren. Aber auch heute morgen hat alles geklappt. Nach 15 Minuten wurden wir erlöst und unsere Koffer kamen angetuckert, konnten vom Band genommen und aus der Halle zu den Taxen geschoben werden. Wirklich, es ist immer wieder schön, wenn die Fluggesellschaft ihren Job macht und unsere Koffer auch ankommen.

Das hier sind übrigens Katja und Fabio, ach… und der Taxifahrer.

Der uns innerhalb von wenigen Minuten zum Volvo Portugal HeadQuarter brachte. Nach erstaunlich wenig Papieraufwand, noch weniger nerviger Bürokratie und sehr sympathischen Portugiesen konnten wir direkt unsere beiden Fahrzeuge aus Schweden bestaunen.

Übrigens hat Volvo doch sehr spannende Details in seinen Autos verbaut.

Es geht um…. Tadaaaa den Volvo V60

Und an dieser Stelle darf ich auch enthüllen mit welchem Auto wir zugange sind. Es ist ein Volvo V60. Eine sehr edle, schicke Familienkutsche als Kombi. Und das ist ja auch die Herausforderung. Einen 800ps PS-Protz in ein Video zu packen, das ist so wie ein schönes Tierfoto im Etosha Nationalpark zu machen. Der Volvo V60 ist ein Alltagsauto. Damit kann man wirklich fahren, damit kann man wirklich im Alltag, im täglichen Leben bestehen. Er sieht schick aus, hat ein tolles, modernes Design. Aber es ist eben kein Angeberauto. Und Vernunftautos zu fotografieren und filmen ist immer eine Herausforderung. Aber eine, die es zu knacken und meistern gilt in den kommenden Tagen.

Dann zeigen wir übrigens auch mal mehr vom Auto. Wir kamen uns einfach nur blöde vor, auf dem Volvo Fuhrpark-Parkplatz wie kleine Boygroup-Girlies fotografierend um das Auto herum zu laufen und schließlich haben wir ja auch zu arbeiten.

Also haben wir alle Koffer und Taschen erstmal in die Autos geworfen und sind abgedüst. Neben dem V60 als Motiv hatten wir noch einen XC40 als Begleitfahrzeug. Und ich muss ehrlich gesehen, ich find den XC40 auch echt sexy.

Somit war der Volvotrain perfekt und wir konnten endlich auf die Strecke nach Süden. ABER… das hatten wir erst für den morgigen Tag geplant. Für den restlichen Tag, in der Zwischenzeit war es nämlich schon fast 15 Uhr, hatten wir noch einige Aufnahmen in Lissabon geplant. Die Sonne stand tief, kein Wölkchen am Himmel, es versprach ein tolles Licht für unsere ersten Szenenaufnahmen zu geben.

Also ging es ab nach Lissabon in Richtung der Innenstadt.

Vorbei an Stadion und großen Autobahnbrücken.

Wir kamen genau rechtzeitig zur schönsten Zeit des Tages an konnten direkt den Recorder anwerfen um noch wirklich beeindruckende Szenen aufzunehmen.

Externer Recorder

Wir filmen eine Mischung aus Recorder-Aufnahmen und Szenen die direkt in der Kamera auf Speicherkarte abgelegt werden. Das kommt immer auf die jeweilige Situation an. Ein solcher Recorder wie oben im Bild erzeugt deutlich bessere Qualität und gibt gerade im Schnitt viel mehr Möglichkeiten das Bild anzupassen, als die Aufnahme direkt in der Kamera. Aber er macht natürlich die Gesamtkonstruktion auch deutlich schwerer und unhandlicher. Das wider rum ist bei manchen Szenen absolut hinderlich.

Wie z.B. bei den nachfolgenden Szenen. Dort ging es um Dynamik, Bewegung, Spontanität der beiden Protagonisten.

Wenn es dann aber an Situationen geht, in denen es um Dynamik, Farbe und Detailgrad geht, dann ist die externe Aufnahme unerlässlich. Dazu gleich aber nochmals mehr.

Eine der wichtigsten Dinge für Videoaufnahmen sind übrigens Graufilter. Und da darf es wirklich nur das Beste sein. Denn im Gegensatz zu Foto hat man bei Video oftmals nicht die gleichen Farbkorrekturmöglichkeiten. Wenn Graufilter, und das passiert häufig, gewisse Farben einfach sperren, dann entstehen Farbstiche und damit passen die Aufnahmen später nicht mehr gut zusammen.

Da man bei Videoaufnahmen niemals zu kurz belichten möchte, eignet sich daher auch ein sogenannter variabler ND Filter. Damit kann man sich auch immer perfekt an die Beleuchtungssituation anpassen und auch das ist bei der beschränkten Videodynamik im Vergleich zur FotoFunktion super wichtig.

Das sind aber gerade eben die Szenen, die nachher berauschend schön sind. Wir z.B. die Aufnahme von Fabio und Katja im direkten Sonnenlicht. Wenn teilweise das Gesicht in der prallen Sonne steht, der restliche Körper im Schatten. Und wenn man dann noch schwarze Lederklamotten trägt, dann ist es normalerweise ganz vorbei. Nicht eben wenn man es richtig macht und auch die Kamera entsprechend mitspielt.

Viel Zeit hatten wir aber wirklich nicht bis die Sonne mit gewohnter Geschwindigkeit, aber trotzdem viel zu schnell dann auch weg war. Es wurde sekündlich dunkler, die ISO wurde sekündlich höher. Aber an Aufhören war heute trotzdem nicht zu denken. Warum hat man denn f1.4 Objektive und scheinbar ach so tolle ISO-Werte, wenn man die Kameras nicht ausnutzen mag.

Lustig ist z.B. auch die Tatsache, dass wir bis weit in die Dunkelheit hinein mit Graufilter gefilmt haben. Der nimmt auf schwächster Einstellung ja gerade mal einen Blendenschritt weg und das ist mit der S1 absolut verkraftbar. Und da wir uns eher auf einer hellen, mit Lichtquellen überfluteten Straße aufgehalten haben, waren die ISO Werte jetzt sowieso nicht astronomisch hoch.

Der Recorder ist gerade auch in solchen Situationen extrem wichtig. Der Vorteil des Recorders ist nämlich, dass die Bitrate der Aufnahme um ein Vielfaches höher ist und damit auch besonders in potentiell rauschigen Situationen ein sichtbarer Vorteil entsteht.

Irgendwann war dann aber wirklich aus die Maus und so langsam wurde unser eingebauter Akku auch merkbar ROT. Es war Zeit ins Hotel zu gehen und den Rückzug ins Bettchen anzutreten. Essen mussten wir ja vorher auch noch und dann musste noch die gesamte Ausrüstung für den morgigen Tag sortiert werden.

Wie jeden Abend in den kommenden Tagen werden wir die Nacht über mit Kopieren beschäftigt sein. SSDs und Speicherkarten wollen ausgelesen und die Dateien sortiert werden.

Wir arbeiten mit einem Drehskript und dieses Skript muss sich auch in der Ordnerstruktur wiederfinden.

Zwischenzeitlich war es weit nach 23 Uhr und wir waren immer noch am Arbeiten… Tendenz… wachbleibend 🙂

Ein anstrengender aber erfolgreicher Tag endet. Mal wieder sind weit über 15 Arbeitsstunden wie im Fluge vergangen. Wir sitzen am Ende von Europa und realisieren mal wieder erst spät am Abend, wie toll unser Job doch ist. Allen Anstrengungen zum Trotz dürfen wir jeden Tag mit Fantasie und Kreativität beginnen und enden.

Und so endete der erste Tag. In Sekundenbruchteilen erreichten wir alle die REM Schlafphase um mit neuen Kräften in den morgigen Tag.

Kommentare (2)

2 thoughts on “Volvo: Eine Produktion Mit K&G – 01

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