21. Februar 2019


#TRANSPARENZ

Wir schreiben „Produktionstagebuch“. Es geht hier weder um gezielte Marken noch sonst was. Ein Kunde verlangt von uns eine Leistung und erlaubt uns noch über die Entstehung zu berichten. Das haben wir schon Jahre hier gemacht. Und wir freuen uns über die wenigen Möglichkeiten in denen wir solche Einblicke hinter die Kulissen gewähren können. Natürlich machen wir indirekt auch Werbung für die Dinge die wir nutzen. Lässt sich aber nicht vermeiden, wenn wir zeigen möchten, wie wir wirklich arbeiten. Bestes Beispiel ist die Fluglinie. Eurowings gibt uns nen feuchten Furz, dass Sie hier gezeigt werden und wir müssen ja auch irgendwie ans Zielland kommen um zu arbeiten. Also daher die klare Aussage. Es handelt sich hier um einen Blick hinter die Kulissen einer Produktion und natürlich kann man das auch irgendwie als Werbung in mehrschichtiger Hinsicht verstehen. Ist aber nicht Ziel der Sache.

So langsam merken wir die Anstrengungen der letzten Tage in unseren Knochen. Heute Morgen war das Aufstehen doch wirklich sehr sehr mühsam. Die letzten Tage haben wir knapp über 3, vielleicht 4 Stunden Schlaf bekommen. Mal wieder ist der böse Geist der Fotografie die Zeit. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind eben die Uhrzeiten, die es zu nutzen gilt. Und wer zum Sonnenaufgang filmen möchte, der muss vorher schon wach und geduscht sein.

Gestern waren wir ja noch damit beschäftigt, in den Süden Portugals zu kommen. Jetzt, an der Algarve angekommen, gilt es die Zeit wirklich zu nutzen. Wir haben nur 2 Tage hier, das bedeutet vier Lichtspots. Zwei Sonnenaufgänge und zwei Sonnenuntergänge.

Und während man z.B. mit der Drohne fliegt, kann man nicht fotografieren. Und natürlich umgekehrt. Die Herausforderung war heute mal wieder, den Spagat zwischen Foto und Video zu schaffen.

Wir waren also mal wieder sehr zeitig wach und fleißig zudem. Die hier gezeigten Fotos sind bereits nach der eigentlichen Arbeit entstanden. Da war die  Sonne schon hoch und wir zurück am Hotel. Dort gab es nämlich Frühstück bis 10 Uhr und das wollten wir uns dann doch nicht entgehen lassen.

Das Auto im Hintergrund zeigt noch unsere Saugnäpfe. Die haben wir einfach dran gelassen. Das ist nämlich ne riesige Arbeit die Dinger sicher dran und wieder weg zu machen. Und wer klaut schon Saugnäpfe. Hab noch nie von einem Saugnapffetisch gehört.

Die Aussicht von der Frühstücksterasse war einfach toll. So muss Frühstück sein, wenn man bereits 2h produktiv gearbeitet hat.

Und auch das Frühstück war wirklich nicht zu missachten. Auch wenn Katja so langsam die ersten Anzeichen für Überarbeitung zeigt. Regen??? Woher soll der denn kommen???

Nach dem Frühstück ging es dann sogleich wieder auf die Piste. Immerhin waren die Saugnäpfe ja noch am Auto befestigt und wir konnten direkt los starten.

Die Kamera selbst machen wir übrigens immer nur dann ran, wenn auch wirklich gefilmt werden soll. Lustig durch die Gegend zu fahren wäre nicht ideal.

Die Kamera wird nicht einfach nur so befestigt, sondern das komplette Gimbal inkl. FollowFocus wird am Auto festgemacht. Damit haben wir ständige Kontrolle über das Bild.

Auf dem nachfolgenden Foto sieht man wie ein HDMI Kabel auf die Rückbank führt. Dort sitzt dann z.B. Dima und gibt den Komparsen Anweisungen. Der Fokus wird live und während der Fahrt eingestellt und auch das Gimbal kann geschwenkt werden. Während der Fahrt.

Ohne diesen ganzen Aufbau hätten wir gar keine Chance gehabt das Bild richtig zu bestimmen und aufzunehmen. Und gleichzeitig hilft die externe Aufnahme auf der Rückbank zusätzlich der schlimmen Dynamik eines Autos. Meistens ist es nämlich sehr hell auf dem Bauch und Schoss des Fahrers und ziemlich Dunkel im Gesicht. Und das kriegt man so einfach nicht in den Griff.

Planung und Besprechung ist daher auch absolut essentiell. Und Hand und Fuß helfen extrem dabei.

Aber erst musste das Auto mal wieder sauber gemacht werden. Dann ging es los.

Das nachfolgende Foto zeigt Dima wie er heute Morgen mit dem FunkFollowFocus die Schärfe zieht und dabei auf den Monitor neben sich auf dem Platz schaut.

Das sieht dann ungefähr so aus. Das ist das Bild was Dima selbst sieht und über das FocusPeaking des Monitors kann man grob abschätzen wo und wie die Schärfe gerade liegt.

Gottseidank haben wir genug Vertrauen in die Saugnäpfe. Mit einer 5000€ Kombination und sonstigem Zugebör durch die Gegend fahren kann man nur mit ruhigem Gewissen machen, wenn man sich über die Qualität der Halterung absolut sicher ist. Da darf einfach nix mal kurz weg brechen. Und das ist auch genau der Grund, warum wir drei Halterungen verwenden und ständig anhalten um zu kontrollieren. Sicherlich hätte sogar ein Saugnapf das Gimbal gehalten. Das war uns aber einfach nicht sicher genug.

Heute haben wir fast den gesamten Tag mit der Filmerei von außen ins Auto verbracht. Jedenfalls abgesehen vom Sonnenaufgang. Mit verschiedensten Brennweiten haben wir dabei ganz unterschiedliche Aufnahmen gemacht. Detailshots waren ebenso wichtig wie die Emotionalen Portraits.

Und was man oft vergisst… ist eben die Zeit die es braucht das Video zurückzuspulen, anzuschauen und sich dann nochmals zu beratschlagen um dann eine neue Runde zu drehen.

Oft kann man nicht nur ein Mal zurück fahren und danach direkt weiterfilmen. Dann würde die Sonnenstellung nicht mehr passen. Man muss zurück fahren und nochmals wenden und dann abermals in die gleiche Richtung fahren.

So ist es heute passiert, dass wir das gleiche Stück aus 5km bestimmt 30 mal gefahren sind.

Und immer wieder anhalten, aussteigen, checken. Oder anhalten, aussteigen, verändern. Je nachdem, was gerade gemacht werden soll.

Für unsere Modelle war da sicherlich genauso anstrengend wie für uns selbst.

Dazwischen heißt es auch immer wieder aussteigen und ganz andere Szenen müssen gefilmt werden. Hier z.B. eine Szene vom Einsteigen ins Auto. Und auch diese Szene, im fertigen Video nur knapp 2 Sekunden, filmten wir immer und immer wieder. Unzählige Male.

Und dabei darf man nicht vergessen, dass ein anderer Style auch eine andere Kameraführung benötigt. Wilde emotionale Dinge werden eben nicht mit dem ruhigen Gimbal gefilmt. Sondern absichtlich mit einer unruhig geführten Schulterkamera. Wer denkt, dass man heute nur noch Schwebekameras und Gimbals nutzt, der hat Videografie einfach nicht verstanden. Wackeln im Urlaubsvideo ist kaka… eine wilde Kameraführung ist aber kein „Verwackeln“.

Und auch Faro hat wirklich tolle Stellen in der Stadt. So ein bisschen waren wir auch immer wieder zwischen Meer und Stadt hin und her gerissen. Der V60 ist ja eigentlich ein Stadt-Auto aber eben auch ein toller Cruiser für lange Strecken, Familienurlaube etc. Das ist eben die Mischung, die es gilt zu treffen.

Dimas Augenringe waren heute, aufgrund unzähliger Nachtschichten schon ganz schön stark sichtbar. Es kostet Kraft.

Da war es schon wieder 16 Uhr und wir sind danach direkt an eine ruhige Bucht gefahren. Dort galt es die Wasser-Meer-Aufnahmen zu machen. Wir hatten vorausgedacht und das Sigma 60-600mm Objektiv eingepackt. Extra für diesen Grund. Für Detailaufnahmen von Wellen und Wasser. Dabei war der Stabi heute wichtiger denn je. Der Wind hat so stark geblasen, dass ohne Stabi die 600mm Brennweite, auf der S1 dann 900mm im Videomodus 4k60, gar nicht ruhig zu filmen gewesen wären.

Tipp: Geli abmachen! Die fängt nur Wind und macht die Kamera unruhig.

Tipp2: Dickes dickes Stativ mitnehmen. Je dicker umso ruhiger. Das freut die Kamera und tut beim Fliegen weh 🙂

Leider gibt es nicht wirklich gute BehindTheScenes Aufnahmen von dem was danach kam. Wir sind ins Wasser. Ja, im Februar in den Atlantik. Und nein, es war nicht warm. Es war auch nicht kühl. Es war ARSCHKALT…

Dafür haben wir die S1 gegen die GH5 gewechselt. Mit dem Nimar Gehäuse der GH5 haben wir super viel Erfahrung und die Aufnahmen sind einfach so besonders. Das wird man im fertigen Video absolut erkennen.

Das Gehäuse ist eigentlich fürs Tauchen gemacht und wir wollen damit an der Wasseroberfläche arbeiten. Dort ist ein gutes Gehäuse aber noch viel wichtiger. Die Wellen sind so stark, dass man einen guten Griff haben muss. Sonst war es das und man hat eine Kamera weniger im Rückreisegepäck.

Im Gehäuse von Nimar bleiben alle Grundfunktionen bedienbar und man kann auch das volle Menü ansteuern. Es kann fokussiert werden und sowohl ein Foto als auch ein Video aufgenommen werden. Mit einem passenden Objektiv hat man sogar einen Zoombereich im Gehäuse und kann von außen die Brennweite verändern.

Die Fahrt zum Strand hatte unsere Autos leider auch äußerlich sehr beschmutzt. So stark, dass wir nicht weiter damit arbeiten konnten. Und das sind schon wieder diese Kleinigkeiten. Man fährt für 2h kurz an den Strand für ein paar Wasseraufnahmen und plötzlich muss man in aller Hektik noch eine Waschstraße finden, ohne die man nicht weiter filmen oder fotografieren kann.

Der Schmutz muss ab, das Auto muss auf Vordermann gebracht werden. Übrigens heute zum 3. Mal. Und das geht wirklich in die Arme. Ich habe Respekt vor den Mitarbeitern in den Waschstraßen. Das sind die waren FitnessPumper.

Frisch gewaschen gilt es noch das restliche Wasser trocken zu wischen… und dann können wir weiter auf die Piste.

Und nach einigen Fotos wurden dann wieder die Saugnäpfe raus geholt. Mit der Kombination aus drei Saugnäpfen und drei MagicArms und dem Gimbal festgehalten von allen drei Arretierungen, kann man fast jede erdenkliche Position der Kamera einnehmen. Und das hilft wirklich sehr.

Für die Aufnahmen des V60 wählen wir generell immer sehr hohe Positionen. Ist ja kein Rennauto und die hohe Position der Kamera macht das Auto zwar weniger sportlich aber dafür erwachsener.

Und hier sieht man, was wir wie gemacht haben. Dima hat den Vorschaumonitor oben. Der Sonnenschutz ist besonders wichtig wenn man kurvige Strecken fährt. Über das Handy kann Dima das Gimbal steuern und in der Hand unten hält er den FollowFocus. Das ist Multi-Tasking. Über eine Sprechverbindung sind wir mit dem anderen Auto verbunden und geben Anweisungen bzgl. Geschwindigkeit und Fahrverhalten.

Und so kann man Stunden verbringen. Hoch und runter… und wieder zurück. Immer wieder die gleiche Szene aber aus verschiedensten Positionen. Mal voraus fahrend, mal hinterher.

Bis die Dunkelheit herein bricht und irgendwann kein Licht mehr für weitere Aufnahmen vorhanden ist.

Und wenn es dann so richtig spät ist, dann muss auch mal das Model mit anpacken.

Gute Nacht… mal wieder war es für uns noch lange nicht vorbei. Ach… und diese blöde Nahrungsaufnahme… ach egal. Unwichtig. Schlaf war wichtiger.

Bis morgen… Nachti…

 

Kommentare (2)

2 thoughts on “VOLVO: EINE PRODUKTION MIT K&G – 03

  1. ihr seid super! Ich liebe es euch zu verfolgen und gerade diese Art Shootings sind doch mal schön auch bts zu sehen! Die Technik is Mega interessant ich würde an eurer stelle vielleicht sogar ein paar Links zu den Produkten da lassen das wäre bestimmt ein Mehrwert für den einen oder anderen.
    P.S.: könnt ihr die Bilder zum zoomen machen

    Schöne Grüße Sebastian Franke

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zu unseren Datenschutzbestimmungen

Anzeigen