25. März 2018


#TRANSPARENZ -> Das fertige Endergebnis, nämlich die freie YouTube Videostrecke DESTINATION NEUSEELAND ist finanziert durch Nikon Deutschland. Mehr Infos! Dieser Blogbeitrag hat nichts mit irgendeiner Abrede zu tun. Wir haben schon in Island und während Frankreich ein Tagebuch geschrieben. Hier gibt es auch keine Amazon Links und keine sonstigen „Werbelinks“. Einfach nur ein ehrliches Tagebuch über das Leid zweier armer kleiner Fotografenhanseln.

03.03.2018 –  Mit dem heutigen Tag, dem zwölften auf unserer Reise, verabschieden wir uns von den Bergen. Die nächsten Eindrücke werden in Richtung Christchurch gehen. Schade eigentlich aber irgendwann muss jede Sache zu Ende gehen und unser Trip neigt sich langsam dem Ende. Aber so unglücklich sind wir darüber nicht. Ich sage es mal wie es ist, wir stinken, saufen seit Tagen Instantkaffee, ernähren uns so dermaßen schlecht, dass im Vergleich zu uns selbst ein pubertierender Zocker auf einer LAN-Party als Gesundheitsfanatiker erscheint und allmählich sind die Akkus leer. Reserve hatten wir schon die letzten Tage, der Notaus steht kurz bevor.

Im Schnitt haben wir die letzten elf Tage zwischen 3 und 5h geschlafen. Öfters 3 als 5.

Gestern haben wir nochmals probiert den Camper vom Staub zu befreien und wenigstens etwas Durchsicht nach Hinten zu bekommen. Fehlanzeige. Das ging kräftig in die Hose. Unser Camper sieht schlimmer aus als je zuvor.

Besonders lustig ist übrigens, dass wir heute früh einen Zettel im Innenraum entdeckt haben. Einen Kleber mit Pflichten und Verboten für unseren Camper. Dort steht in groß, dass es nicht erlaubt wäre, von geschlossenen Fahrbahnen abzuweichen. Klartext. Nur asphaltierte Straßen, kein Schotter. Oooops… nach 11 Tagen eben genau ein Tag zu spät entdeckt. Tut uns wohl leid!

Ist Schotter nicht auch eine Art von geschlossener Straßendecke? Und wie soll man dann überhaupt auf dem Campingplatz fahren? Dort ist der Parkplatz auch pures Gras? Ich denke, das Schild gilt nur für normale Touristen, nicht für uns Explorer :-)… hüstel…

Heute früh ging es kurz zum Strand in Christchurch. Allerdings war es etwas trostlos. Das Meer war weder still noch gab es richtig Wellen. Es gab keine Kontraste nur irgendwie ziemlich viel Nichts am Strand. Wir waren nur auf dem Sprung zu einer Schokoladenfabrik. Es geht mal wieder um eine Kombination aus WORK & TRAVEL und eben dem kulinarischen Neuseeland. Hier auf der Südinsel gibt es viele ganz besondere Firmen von denen man vor 15 Jahren in Neuseeland sicherlich noch gar nicht träumen konnte. Wie z.B. eine prämierte und mit vielen Preisen ausgezeichneten Schokoladenmanufaktur.

Bei der Schokofabrik SHE UNIVERSE angekommen bekamen wir den ersten guten Kaffee seit Tagen, eigentlich ja schon fast seit Wochen. Und wir nutzen den Genuss um kurz mal durch die letzten Fotos zu gehen und gleichzeitig auch das eine oder andere Foto zu posten. Ich bin ja ein gigantischer Fan der WLAN-Festplatten. Auf dem nachfolgenden Bild sieht man, wie wir wirklich zu dritt durch die Fotos auf der Platte gehen. Und zwar alles über das von der Festplatte ausgesendete WLAN-Netz.

Danach ging es direkt in die Schokoküche. WOW, man kann sich kaum vorstellen, wie die Schokolade duftete. Das SHE UNIVERSE macht die Schokolade wirklich selber. Die Bohnen werden 2-3 Tage gemahlen.

Wir kamen pünktlich zur Osterproduktion.

Thilo wollte die ganze Zeit seine Finger in die Schoki stecken und anfangen zu naschen.

Wer sich jetzt fragt, warum wir tausende von Kilometer nach Neuseeland reisen für eine Schokoladenmanufaktur, die es vielleicht in der Schweiz auch geben könnte, dann ist die Antwort leicht gegeben. Neuseeland kannte derlei Genüsse nicht und das Aufstreben als internationales Land führt eben auch kulinarisch zu neuen Bereichen und Gebieten. Es geht bei unserem Projekt nicht nur um das offensichtliche sondern auch um Dinge abseits des Weges. Natürlich versuchen gerade die Schokodesigner bei SHE UNIVERSE besonders viel Abwechslung und auch KIWI-Style in die Schokolade zu setzen. Es geht ja nicht darum, dass man 1:1 nach macht, was Europa vor macht sondern seine eigenen Styles findet. Genauso wie der Wein neuseeländisch ist, ist auch die Schokolade anders.

 

Auch in der Schokifabrik haben wir natürlich WORK&TRAVEL gemacht. Das gehört einfach zu Neuseeland. Fotos gegen Schokolade, aber nur bei Gefallen. 🙂 Und das haben wir dann auch gefilmt. 🙂 Was wir in 30 Minuten zaubern, das gibt es dann im fertigen Video zu sehen und vor allem auch wie wir es technisch umsetzen.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten gab es heute dann noch genug Zeit, um wieder einmal unserem heimlichen Hobby zu frönen. Der vergeblichen Jagd nach Sonnenuntergängen. Die letzten 12 Tage haben uns nicht gerade viele Sonnenuntergänge gegeben. Kein Grund aufzugeben. Immer noch nicht. Gerade noch mehr Grund weiter zu ackern und weiter zu suchen.

Also schön brav Tschüss gesagt bei der Schokifabrik und ins Auto gesprungen und losgedüst. Ab in den Camper und direkt in Richtung Osten. Klingt jetzt komisch aber einen guten Blick nach Westen gab es eben erst aus dem Osten.

Und mit jeder Sekunde zeigte sich Neuseeland von einer immer schöneren Seite. Dazu kommt, dass die Halbinsel östlich von Christchurch wirklich verdammt schön und unglaublich „verlassen“ wirkt. Kaum zu glauben in einer so direkten Umgebung der größten Stadt auf der Südinsel. Aber nach nur knapp 30 Minuten Fahrt kann man hier in der Pampa auf eine wundervolle Landschaft schauen.

Das ist das wirkliche verrückte an Neuseeland. Das Land ist wie ein Flickenteppich aus weltweiten Landschaften. Als ob jemand sich aus allen Kontinenten bedient, Stücke heraus geschnitten und zu einem neuen Land zusammengesetzt hätte.

So ein bisschen Norwegen, ein bisschen Irland und Schottland, etwas Vulkan aus den Kanaren, bisschen Steinwüste aus Mallorca, etwas Hochsauerland, bisschen Tropen aus der Karibik, Nordseematsch aus Spiekeroog… und so geht es weiter. Das Land hat so viele 1:1 Gemeinsamkeiten mit anderen Ländern aber erst die Mischung macht irgendwie ein neues Land daraus.

Und der Sonnenuntergang heute versprach auch besonders schön zu werden.

Thilo stapfte man wieder mit dem geliebten 200-500mm durch die Gegend. Ich denke schon fast, dass da eine neue Liebe geboren wurde. 🙂

Und den wirklichen Sonnenuntergang verbrachten Marc und ich andächtig und in Ruhe sinnierend an einem wunderschönen Spot. So muss ein Tag für Fotografen enden. Die Sonne verabschiedet sich mit den letzten Strahlen des Tages wärmend auf der Haut und färbt die Umgebung in ein wunderschönes Orange.

Ein letztes Mal bestiegen wir unser metallisches Ross und machten uns auf zu einem Campingplatz. Der war nicht wirklich weit entfernt, schließlich befanden wir uns heute ja in der Nähe von Christchurch und somit in der einzigen wirklich besiedelten Gegend von Neuseelands Südinsel.

Doch komischerweise tauchte die Sonne nach wenigen Minuten erneut auf. Wir waren scheinbar aus den Bergen raus und fuhren erneut der tiefstehende Sonne entgegen. So ein  bisschen fühlten wir uns wie im Südosten der USA.

Für solche Momente gibt es unser Projekt DESTINATION NEUSEELAND. Für die schönen Momente OHNE Kamera. Fotografieren ist einfach mehr als nur Technik und den Auslöser drücken. Es sind die Momente drumherum. Und diese Reise hat uns so viel Demut gelehrt. Devot vor dem Zufall und dem, was einfach passiert…

Prost… morgen gehts zurück… Wir freuen uns… Zuhause ist doch am Schönsten. Auch wenn sich Neuseeland jetzt nochmals von seiner besten Seite zeigt! Vor uns liegt eine kurze Nacht. Während die Sonne untergeht, haben wir noch viel Arbeit vor uns. Alle Ausrüstung muss verpackt werden, gereinigt sowieso.

Alle Backups müssen abgeschlossen und umkopiert sein. Wir müssen den Camper sauber zurück geben. Das Packen wird aber die meiste Zeit in Anspruch nehmen. Davor graut es mir schon jetzt während des Schreibens dieses Beitrages. Ich denke dass wir keinen Schlaf finden werden in der Nacht!

Marc, Thilo, Julian und Martin


Kommentare (1)

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