18. März 2018


#TRANSPARENZ -> Das fertige Endergebnis, nämlich die freie YouTube Videostrecke DESTINATION NEUSEELAND ist finanziert durch Nikon Deutschland. Mehr Infos! Dieser Blogbeitrag hat nichts mit irgendeiner Abrede zu tun. Wir haben schon in Island und während Frankreich ein Tagebuch geschrieben. Hier gibt es auch keine Amazon Links und keine sonstigen „Werbelinks“. Einfach nur ein ehrliches Tagebuch über das Leid zweier armer kleiner Fotografenhanseln.

27.02.2018 – Der siebte Tag unserer Reise kreuz und quer über die neuseeländische Südinsel beginnt. Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Wetter sich drastisch bessert und das Land am Ende der Welt sich noch von einer schönen Seite zeigen mag. Gestern waren wir über das Dörfchen Te Anau zum Milford Sound gefahren. Einen Fjord an der Westseite der Insel. Bisher hatten wir immer Süßwasser in den Seen, jetzt liegt Salzwasser vor uns. Der Fjord führt nämlich direkt in den Pazifik.

Mit der Besserung unserer Reise wird es aber nix. Ganz im Gegenteil. Gestern war geil, heute wieder siffig. Nachdem wir gestern noch durch das Wetter gequält wurden, übernimmt diesen Job eine Armee aus Obstfliegen. Stechenden Obstfliegen. Sandflies nennt man die Biester hier und wer denkt, dass in Island, Schottland oder Norwegen hässliche Schwärme Mücken rumschwirren, der war noch nie auf der anderen Seite der Welt. Wir sind nicht im Reich des Herrn der Ringe. Wir sind im Reich der Fliegen und Mücken. Und was für Dinger. Wer den kleinen Biestern keine Aufmerksam schenkt, der bereut es bitter böse.

Wirklich unfassbar was so kleine Minifliegen anrichten können. Wir werden förmlich aufgefressen. Auch weil wir einen Campingplatz mitten im Wald haben. Wir leben sozusagen in deren Haus, klar dass die uns dann für Futter halten. Würde ich auch wenn eine Kuh sich bequem auf meinem Herd samt Steakmesser breit machen würde.

Wir haben auf dem Campingplatz heute Früh (leider zu spät nachdem wir eine Nacht schon Mückenfutter waren) noch mit viel Glück einem Camperpäarchen eine Ersatzflasche Mückenspray abkaufen können. Nachdem unsere deutschen Anti-Mücken-Sprays (Antibrumm) gar nichts gebracht hatten, möchte ich nicht wissen was in dieser Dose an Chemie drin steckt. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass man es in der EU nicht verkaufen dürfte.

Davon zeugt schon die Effizienz und der Gestank. Und wehe man bekommt davon etwas ins Auge oder in den Mund. Thilo hatte heute morgen für circa eine Stunde eine taube Unterlippe. Und das wegen einer homöopathischen Dosis dieses Giftes welches an den Finger verblieb und nur durch eine kurze Berührung der Lippe das Unheil anrichtete.

Heute Früh gab es eine gute Sache an unsere aktuellen Wohn-Location. Wir mussten gar nicht zum Sonnenaufgang aufstehen. Es gibt im Umkreis von 2h Fahrtzeit keinen erreichbaren Punkt mit Sicht auf die aufgehende Sonne am Horizont. Wir befinden uns umschlossen von Bergen in einem engen Fjord-System und auch wenn der Sonnenaufgang eigentlich um knapp 7 Uhr ist, die Sonne sieht hier niemand vor neun oder zehn Uhr.

Also hätten wir eigentlich mal etwas ausschlafen und die Akkus auffüllen können. Fehlanzeige. Natürlich gab es auch heute wieder Programm und zwar mit oder ohne Sonne.

Im Milford Sound befindet sich eine Art mega geile Location. Umringt von Palmen gibt es dort eine Schaukel. Ein alter Ast zwischen zwei Bäumen mit dem Blick auf den Fjord.
Und weil diese Location mit den ankommenden Touristen natürlich sich sofort füllt, mussten wir früh genug da sein um ein Hochzeitsshooting mit den Brautkleidern von Emanuel Hendrick zu machen. Die hatten wir extra aus Deutschland mitgebracht.

Um die Lichtsuppe etwas spannender zu machen und aus einem matschigen Wolken-Licht ein tolles Licht zu machen haben wir heute die Blitze ausgepackt. Wir haben zwei sehr moderne Aufsteckblitze von Profoto mit dabei. Viel viel stärker in der Blitzleistung als ein gewöhnlicher Aufsteckblitz aber nicht größer. Kein blödes Akkuproblem weil die LithiumIonen Akkus genug Power für einige Auslösungen mit sich bringen. Die A1 sind schon echt Reise-Compakt-Könner und ideal für Blitzfanatisten auf Reisen.

Wir haben auch keine besonderen Stative mit dabei. Die Kamerastative müssen eben auch als Lichtstative herhalten. Die Blitze haben eigene Standbeine und unten in den Standbeinen befinden sich kleine Gewinde. Die kann man ganz einfach dann entsprechend einer Fotokamera auf das Stativ schrauben. Hält, ist kinderlicht und hat den Vorteil, dass man keine weiteren Spezialstative benötigt. Das wäre gerade auf Reisen sowieso ein Ding der Unmöglichkeit.

Unser Model kam für das Shooting übrigens über 6 Stunden aus Queenstown angefahren. Queenstown liegt gar nicht so weit weg. Jedenfalls wenn man nur die Luftlinie zwischen unsere heutigen Standpunkt und Queenstown anschaut. Wir müssen die kommenden Tage noch nach Queenstown reisen. Es ist jedenfalls die nächste, vielleicht aber auch die einzige, größere Stadt im Umkreis.

Aber die Kulisse alleine ist auch für Neuseeländerinnen außergewöhnlich. Für uns war es atemberaubend.

Man kann die Mischung schwer in Worte fassen. Schaut man in eine Richtung, sieht es aus wie in der Karibik, dreht man den Kopf um ein paar Grad schaut man plötzlich auf eine Ansicht die stark an Norwegen erinnert. Blickt man weiter hoch, dann sieht man Berge wie sie in den Alpen stehen könnten. Eine ganz irrwitzige Mischung aus Pflanzen und Gewächsen.

Und mit Blitz wird eh alles geiler. 🙂

Dachte sich Marc aber heute eher weniger. 🙂

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen auch ein anständiges Poser-Blitz-Foto zu machen. Wenn man schon an so einem Ort ist, dann muss das doch auch genutzt werden. Das nachfolgende Bild ist aber auch in doppelte Hinsicht interessant. Denn was eigentlich unter Fotografen sofort als Sensordreck identifiziert wird, sind in Wirklichkeit Fliegen. Und zwar besagter Killer-Mücken in Form vom Obstfliegen. Wenn man zwei auf der Belichtung sieht, dann sind da nochmals 20 vor der Kamera die man nicht sehen kann.

Aber kein Grund zur Traurigkeit. Marc und Thilo haben es heute aufgrund eines Lachflashes eine halbe Stunde nicht hinbekommen einfaches Atmo aufzunehmen. Atmo nennen wir eine Audioaufnahme der Umgebungsgeräusche. Die kann nachher im Videoschnitt dafür sorgen, dass die Videos natürlich klingen und man nicht das Gefühl hat, dass Marc und ich überall bloß nicht in der Natur stehen würden. Und eigentlich braucht man davon nur 1-2 Minuten. Bloß eben ohne jegliche andere Geräusche. Und das kann durch einen ordentlichen Lachanfall von zwei Personen so richtig gut ruiniert werden.

In der Zeit in der sich Marc und Thilo einen abgelacht haben, habe ich halt ein bisschen Gear-Porn fotografiert. Klingt jetzt vielleicht komisch aber manchmal glaube ich, dass ich auf Modelle verzichten könnte und anstatt dessen nur Kameras, Objektive und Blitze ablichten müsste.

 

 

Und während wir heute durch den Wald gestapft sind, hatten wir den Einfall den restlichen Tag doch irgendwie anders zu bringen. Wir wollten plötzlich mit einem Boot raus in den Fjord. Bloß wie? So von jetzt auf sofort, ohne Voranmeldung und ohne Reisegruppe.
Denn wir wollten weder einen der Touristen-Kutter und zusammen mit 100 anderen Augenpaaren durch den Fjord tuckern, noch wollten wir selbst im Kajak raus paddeln müssen.

Und was soll ich sagen, wir wurden fündig. Wie und wo und was ist dann die Story für die jeweilige Videofolge DESTINATION. An dieser Stelle sag ich nur, dass wir nach 3h Suchen, Rumfahren, Fragen, Bestechen und Smalltalken unser Boot hatten. Und zwar nur für uns. Es war auch noch nicht einmal im Wasser aber es war da und konnte los gehen.

(Nein, abermals kein Sensordreck sondern Fliegen! :-))

Unser Videotrip zu Boote konnte also heute am Nachmittag los gehen.

Im Fjord gibt es viele Wasserfälle die man nur aus oder mit einem Boot zu Gesicht bekommt. Wir hätten auch probieren können zu landen aber gerade als wir dabei waren die Anfahrt zu machen, drückte unser Captain plötzlich aufs Gas…

…und raste auf die andere Seite des Fjords. Seine grandiosen Augen hatten eine Herde Delfine entdeckt. Jedenfalls ein paar Schwanzflossen.

Das war dann auch genau der Moment an dem es Thilo zu viel wurde. Denn so cool und lässig er bei Flugturbolenzen ist, so uncool und mädchenhaft geht er mit schwankenden Booten um. Wobei es eher sein Magen ist, der ihn im Stich lässt.

Aber vielleicht spricht es auch für den Bildstabilisator des Nikkor 24-70 Objektivs. Denn ich muss zugeben, es kann einem ziemlich schnell schlecht werden wenn man durch eine stabilisierte Kamera schaut während um einen herum alles nur noch wankt und schwankt. Der Effekt der Übelkeit wird umso stärker, je stärker die Stabilisierung ist.

Und Thilo guckt konstant auf den Monitor… wobei wir das alle tun… naja, ich sag nur REVANCHE… die lachen sich auch immer alle den Ast ab wenn ich fliegen muss. Jetzt darf Thilo mal leiden.

Auf jeden Fall haben wir eine riesige Herde Delfine getroffen. Inkl. Delfinbaby. 🙂 Es war grandios. Ich zeige hier keine Foto weil die dann in den Videos gezeigt werden. So ein bisschen Spannung muss schon sein.
Ich kann hier nur sagen, dass es fantastisches Erlebnis ist, Delfine so nah zu erleben. Ein bisschen wie Seaworld bloß ohne eingesperrt. Zwei Delfine haben dann auch mit dem Boot gespielt nachdem unser Captain durch verschiedene Fahrmanöver sie zum Spielen animiert hatte.

Ihr könnt euch Thilo vorstellen… „Fahrmanöver“ sagt nicht wirklich aus was unser Bootpilot gemacht hat.  Thilo hatte dadurch jedenfalls Level 2 Seekrankheit erreicht. Aber Level 2 bedeutet, dass er immerhin noch die Kamera in der Hand hält und sich versucht über ferne Punkte etwas zur Ruhe zu bringen.

Anschließend ging es nochmals relativ weit raus in Richtung Meer denn unser Captain wollte uns nochmals eine Kolonie neuseeländischer Seelöwen zeigen. Eine Untergruppe der Ohrenrobben 🙂 ANGEB!!! die es nur in der subpolaren Region gibt.

Und das war halt das absolut geile an unserem spontanen Boottrip. Wir hatten keine Route und unser Captain hatte irgendwie Bock auf uns. Keine Ahnung warum aber vielleicht sind wir ja gar nicht so unsympathisch. Auf jeden Fall hat er uns wirklich ne Sonder-Sonder-Tour gegeben.

Es gab auch mal kurz die Möglichkeit die Drohne steigen zu lassen. War aber nicht ohne denn im Fjord gibt es keinen GPS Empfang. Und Drohnen vom Boot steigen und dort wieder landen zu lassen ist eh so ne Sache. Aber ohne GPS ist es generell nicht so cool eine Drohne zu fliegen. Aber mal wieder gilt eben NO RISK NO FUN. Das haben Drohnen so an sich. Wenn man nicht wenigstens etwas wagt, dann kriegt man auch keine wirklich außergewöhnliche Aufnahmen. Man kann nicht immer nur in Windstille auf einer freien Fläche fliegen.

Aber die letzte Stunde gab Thilo dann den Rest. Irgendwann war die Kamera nicht mehr in seiner Hand. Seine ganze Konzentration wurde gebraucht um… naja..

Aber Thilo war ja Gottseidank nicht der einzige mit einer Videokamera in der Hand. Julian nutzt weiterhin das Gimbal. Und wenn sich ein Gimbal mal wirklich lohnt, dann auf einem rasend schnellen Boot.

Gegen 18 Uhr war die Bootsfahrt dann nach circa. 3,5 Stunden vorbei. Wir hatten gefühlt 100000 Fotos geknipst und wir waren doch alle ziemlich groggy. Fotografieren auf einem Boot ist nochmals deutlich anstrengend als einfach nur mitzufahren. Gerade wenn man sich ständig über Bord beugen muss und dabei die Angst im Nacken hat, die Kamera oder sich selbst samt Kamera ins Wasser fallen zu lassen. Ist auch gar nicht mal so unanstrengend ein 200-500mm bei 20 Knoten zu halten.

Geschafft aber mit dicken Grinsen fuhren wir zurück zum Campingplatz. Abendessen war wichtig und was gab es? Klar… mal wieder Nudeln mit Soße. Nudeln können wir am Gasherd kochen und sobald die Nudeln durch sind, Wasser weg und Soße drauf und mit der Resthitze die Soße erhitzen. Und ja, es schmeckt so sexy wie es klingt. Ketchup ist der Geschmacksträger Nr. 1 und wir nutzen alle vier zur Soße nochmals extra Ketchup. Damit wir überhaupt was schmecken!

Aber wir wollen nich meckern. Es macht satt aber es schmeckt nach Pappe… sorry für den Ausdruck aber es ist einfach so.

Wir fragen uns aber jetzt schon sieben Tage in Folge wie eine Käsesoße mit so vielen Kalorien so wenig Geschmack haben kann. Selbst wenn man einfach nur Käse geschmolzen und mit etwas Sahne verrührt hätte, dann wäre es sicherlich weniger Kcal gewesen und deutlich mehr Geschmack. Was tun die da rein? Geschmacklospulver? Echt krass… und wir haben von jeder Sorte 10 Gläser gekauft. Das heißt noch ne ganze Zeit lang wird uns das Geschmacklos-Essen begleiten.

Wir hatten heute ja sehr früh Schluss. Das lag abermals an den Bergen um uns herum. Es gibt einfach ab 18 Uhr nix mehr zu fotografieren. Selbst ein Verlaufsfilter kann den Belichtungsunterschied zwischen dem Fjord und dem hellen Abendhimmel dahinter nicht mehr ausgleichen. Also haben wir die übliche Lade-BackUp-Orgie gemacht und uns dann noch gemütlich zusammen gesetzt.

Aber dabei gingen bei mir heute Abend die Leuchten ungewollt aus. Schlagartig! Mein Körper machte am Abend mitten im lockeren Beisammensein nach dem Abendessen den Notaus und das Schnarchgeräusch an. Sehr zu Belustigung aller Anderen. Ich selbst habe das aber ja Gottseidank eh nicht mehr mitbekommen. Stunden später bin ich dann aufgewacht als Marc ins Bett wollte und der hintere Teil des Campers wieder in ein anständiges Bett verwandelt werden musste, mein ausgestreckter und ruhender Astralkörper aber dem Umbau im Weg lag.

An solchen kleinen Signalen erkenne ich immer wie anstrengend ein Trip ist. Dass ich einfach um 19 Uhr wegpenne und zwar mitten im angeregten Gespräch, das kommt im gesamten Jahr nicht sehr häufig vor.

Den eigentlich schönen Sonnenuntergang erlebte ich heute nicht mehr. Wobei auch das heutige Verschwinden der Sonne hinter dem Firmament viel zu früh von Bergspitzen verdeckt wurde.

Mal wieder ein weiterer Tag ohne Sonnenuntergang. Die eigentlich schönste Zeit des Tages… ohne Marc, Thilo, Julian und Martin


Kommentare (4)

4 thoughts on “K&G DESTINATION NEUSEELAND – 07

  1. Thilo hat die Delfine gefüttert 😂 wobei…. die essen dich gar keine Bohnen 😂 Jungs ihr seid Bombe! Habt ihr eigentlich schon ein neues Ziel?

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