25.11.2011    23

TECHNIK: VIDEO-DSLR-RIG MINIMUM

25. November 2011 | Technik

Heute wollen wir euch mal etwas in den Videobereich führen. Jede aktuelle DSLR hat ja auch einen Filmmodus und gerade Fotografen sind durch Lichtführung, Bildaufbau, Komposition und Kreativität auch nie schlechte Videofilmer. Ein guter Grund um sich mal etwas in diesen Bereich einzuarbeiten und wir fangen an mit unserem Minimal-KameraRig.

Minimal bedeutet in der Hinsicht, dass nur das notwendigste um das Rig herum gebaut und auf jeden Schnickschnack verzichtet wurde. Dabei sei gesagt, dass wir lange herumgebaut haben, viele Möglichkeiten ausprobiert haben. Ja, wir haben sau viel Geld ausgegeben, um zu dieser Lösung zu kommen.

Diese ist, man mag auch das kaum glauben, wirklich sehr sehr günstig verglichen mit den herkömmlichen Preisen im Video-DSLR Bereich. Eigentlich sind dort kaum gute Lösungen im dreistelligen Dollar-Bereich zu finden und ein Schulterrig kann gut mal mit 3000 Dollar zu Buche schlagen.

Also kommen wir zu unserer Lösung. Hauptsächlich sind wir bei www.enjoyyourcamera.com fündig geworden. Die für uns beste Kombination aus Preis und Leistung.

TECHNICAL Vergleich Fotos

 

Hier kommen also die Rezeptzutaten in Kurzform und mit entsprechendem Link zu Amazon!

Zutaten:

Warum das jeweilige Ausrüstungsteil und für was genau dieses Teil dann gut ist, das wollen wir jetzt einzeln kurz besprechen.

Habbycam* – Als Grundgerüst sind wir hochzufrieden mit der Habbycam. Im Endeffekt haben wir viele Plastiklösungen versucht aber keine hat unser Vertrauen gewinnen können um daran Kamera, Objektiv, Mikrofon und zusätzliche Ausrüstung im Wert von zig tausend Euro dranzuhängen. Dann läuft man rum, stößt irgendwo dagegen, die Kamera und all das Zeugs muss aber wirklich fest gemacht sein. Und das macht das Schulterrig von Habbycam echt gut. Daumen hoch von uns!

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LCDVF* – Ihr kennt es ja schon von den Fotos und ist bei uns nicht mehr wegzudenken. Aber gerade im Videobereich braucht man einen Viewfinder. Er garantiert eine Sicht auf das Display ohne Beeinträchtigung durch das Umgebungslicht und zudem bekommt das Rig einen weiteren Stabilisierungspunkt am Kopf. Wir haben den Viewfinder auch am Rig mit der Schlaufe befestigt. So kann man den Viewfinder weg machen und einfach fallen lassen, er bleibt weiterhin griffbereit.

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Follow Focus* – Durch den FollowFocus wird das fokussieren am Objektiv im Winkel umgesetzt und kann mit einer Hand perfekt und sauber gezogen werden. Ohne dieses Teil ist eine wirkliche Arbeit von der Schulter mit den manuell zu fokussierenden DSLR-Kameras unvorstellbar. Der FollowFocus wird mit einem verstellbaren Riemen ausgeliefert. Er kann mit allen verschiedenen Objektiven angewendet werden.

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Matte Box* – Die Mattebox ist eine Videoblende. Eigentlich für Filter und ähnliches Zusatzmaterial gedacht, sieht das Ding einfach nur fett aus. Eine normale Sonnenblende würde auch funktionieren, aber hey, der Eindruck ist eben auch wichtig. Und wenn man damit wohin kommt, dann sieht das Rig einfach mal doppelt und dreifach so wichtig aus. Sagt vielleicht keiner, wir schon! Die Mattebox von Quenox hat keine Filtereinschübe, ist aus Vollplastik, aber erzielt perfekt den Angeber-Effekt.

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VideoMic Pro* – Nix geht weniger als Ton direkt aus der Kamera. Dafür haben wir ein extra Mikrofon von Rode und sind damit sehr zufrieden. Für Quick & Dirty Filmen perfekt!

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Tamron SP AF 17-50mm & EOS 60D – Unsere Minimalkombo. Die 60D ist durch das Klappdisplay perfekt zu Filmen, hat manuelle Tonpegelmöglichkeiten und ein gutes Rauschverhalten beim Filmen.

Das Besondere der Kombo ist aber das Objektiv. Das Tamron-Objektiv ist einfach nur genial. Durchgängige Blende von 2.8 auch für schwierige Filmverhältnisse. 17mm ist gerade beim Crop noch relativ weitwinklig. Der Makro-Modus kann auch schöne Nahaufnahmen machen. Und besonders der Bildstabilisator hilft bei sämtlichen Aufnahmen von der Schulter. Das ganze Video ist einfach viel ruhiger als ohne Stabi. Stabilisator und 2.8er Blende ist eben nicht häufig.

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Gegengewicht* – Das Gegengewicht ist mikrig aber es taugt um wenigstens etwas Gewicht von der Hand zu nehmen.

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DSLR Rig Quenox* – Der Followfocus kann nicht einfach an das Stativ gehalten werden. Es braucht eine Halterung. Und dafür verwenden wir das Unterbau-Rig von Quenox. Es wird direkt auf die Habbycam Halterung geschraubt.

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Dat wars für das Rig. Damit hätten wir die Grundausstattung parat.

Im nächsten Beitrag zeigen wir euch dann die V2 Version bei der noch ein paar mehr Geräte ans Rig kommen. Dann um noch gezielter und besser filmen zu können. Vorschaumonitor, Licht, Ton, das alles ist in dieser V1 Version noch nicht drin. Es ist wirklich nur Minimalausrüstung.

Martin & Marc

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Kommentare (23)

23 thoughts on “TECHNIK: VIDEO-DSLR-RIG MINIMUM

  1. Hi, toller Beitrag!

    Es gibt da etwas, was ich mich schon immer gefragt habe und ich kenne niemand, der so aufwändig mit DSLR mit Rig usw. filmt, bei dem ich das hätte sehen oder ausprobieren können. Und meine Kamera kann kein Video. Daher eine evtl. sehr banale Frage.:

    Mich würde interessieren, ob man während dem Filmen noch zoomen kann und wenn ja, wie? Die Sonnenblende scheint ja am Objektiv an zu liegen, der Follow Focus hat eine definierte Position am Focusring und ist unten auf der Schiene fix und die Kamera ist hinten fix. Was kann sich dann noch verschieben, wenn das Objektiv beim Zoomen länger wird.

    Ergänzende Frage: Wie macht man das dann am geschicktesten? In der linken Hand ist der Focus, die Rechte ist am Griff? Kann man von links am Focus vorbei noch gut an das Objektiv? Oder doch mit Rechts und die linke Hand an den Griff unten? Oder macht man das während des Filmens mit DSLR garnicht und bewegt sich nur relativ zum Objekt?

    1. Zoomen beim Filmen ist ein Nogo, es sei denn es sind Spezialaufnahmen. Aber normalerweise passiert das in keinem Film außer in Reportagebeiträgen… wir zoomen nicht beim Filmen… daher kann ich dir die Frage kaum beantworten!

  2. Hallo Martin

    Zunächst mal Glückwunsch zu den tollen Videos, auf die ich durch Calvin’s Hinweis auf euch gestoßen bin und mit steigender Begeisterung schaue.

    Jetzt sehe ich auch mal mit was die Videos gedreht werden…alter Schwede was ein fettes GERÄT!!! Da bekomm ich ja richtig Komplexe wenn ich gezwungener Maßen (hab nur videounfähige 5D u. 400D) alles mit meinem iPhone filme und davon auch noch begeistert bin.

    Mir ist aber schon klar das die „halbwegs“ anspruchsvolle Filmerei nicht einfach so durch umswitchen der SLR auf Video funktioniert. Erst recht nicht in den Regionen wo ihr euch bewegt. Da ist Hardwaremäßig, Zeit und vor allem der Finanzielle Aufwand schon was geboten. Da bleibe ich wohl noch einige Zeit bei meinen Handyvideos (immerhin HD) auf Knipsernveau :-(.

    Das beste an dem ganzen Ding ist aber die Mega-Proll-Angeberblende mit passender Begründung…….. voll cool, eben original Krolop/Gerst.

    Viele Grüße,

    Thomas

  3. Um eins kurz richtig zu stellen: ein Followfocus lässt sich nicht an jedem Objektiv befestigen. Oder hat es bei dir mit dem Canon 50mm 1,8 geklappt?

    Also: Der Fokusring muss schon groß genug sein…

    1. Es gibt Adapter für kleine Objektive oder oft kann man auch direkt das Zahnrad am Objektiv ansetzen… Aber du hast natürlich Recht, an JEDEM Objektiv geht das nicht, ein 500mm 2.8 wäre auch sicherlich zu dick…

  4. Hallo Martin!

    Danke für den Beitrag. Hat mich schon immer interessiert.

    Mich würde noch interessieren, wie ihr die Tonaufnahmen macht.

    Hast du einen mp3-Rekorder in der Hosentasche bei euren Aufnahmen, bei denen du ein Mikro trägst oder geht das über Funk an irgendein Aufnahmegerät? Das ist doch eine Heidenarbeit das nachher mit der Filmspur zu synchronisieren…

    Viele Grüße

    Tino

  5. Super Beitrag.
    Ich frage mich aber immer wie solche Preise zustande kommen. 90€ für ein Gewicht? Gehts noch? 260€ für ein paar Metallstangen und Platten? Ein paar Plastik Zahnkränze für 190€?? Ein paar Plastikklappen für 60€?
    Klar, es gibt Entwicklungskosten und eher wenig Käufer. 10 Ingenieure sitzen 2 Jahre am Zahnkranzdesign… Aber come on! Ich glaube die Gewinnmarge liegt locker bei 75%.

  6. hallo martin toller Beitrag,

    meine frage: reicht das “ DSLR Rig Quenox“ nicht aus als Rig? bzw ist das alleine nicht stabil genug? Vom Preis her ist das um die Hälfte billiger als das „Habbycam HD Brace“ aber ist das auch so viel schlechter?

    gruß

    alex

  7. Hallo, schöner Beitrag.

    Da ich selbst eher mit DSLR/Film zu tun habe, kenn ich auch die Problematiken die damit verbunden sein können.

    Man sollte aber nicht glauben das man damit arbeiten kann wie mit z.B. einem Camcorder. DSLR`s eignen sich eher zum Szenischen Arbeiten, wo vorher sie Einstellungen geplant sind, weniger für actionreiche Dokumentationen mit viel gerenne. (rolling shutter, fehlender Autofokus). Es gibt Möglichkeiten (Hardware) die Risiken zu minimieren, diese kosten aber auch wie oben zu lesen ist, wirklich viel Geld.

    Dafür erhält man aber auch zum relativ kleinen Preis eine Kinoreife Optik, die es sonst nur bei Profikameras ab 10.000€ aufwärts gibt.

    http://vimeo.com/18104656

    Wer sich aber wirklich fürs Filmen mit DSLR´s interessiert, der sollte auf jeden Fall seine Canon, oder auch die Panasonics GH1, GH2 hacken.

    Dort werden einem sehr viele Features freigeschaltet, die man zum Filmen wirklich gut gebrauchen kann. (Zebra, false Colour, Audiopegelung auch für die 550D, focus peak, über 50 Iso´s, höhere Bitraten, Lupe auch während der Aufnahme usw.)

    Auf das Risiko das die Kamera schaden nehmen kann wird zwar hingewiesen, aber es gibt keinen einzigen Fall, wo dies auch geschah. Es ist also ein sehr überschaubares Risiko.

    http://magiclantern.wikia.com/wiki/Magic_Lantern_Firmware_Wiki

    Ich hoffe das hilft schon mal einigen…

    Gruß

    D.S.

  8. @ D.S.

    Deinen beschriebenen Punkten stimme ich zu. Deshalb stehe ich jetzt kurz vor dem Kauf einer Alpha 77. Die Kamera bringt diese Funktionen schon mit. Sogar Peaking, was wirklich hilfreich ist. Habt ihr schon Erfahrungswerte mit dieser Kamera im Bezug auf Videofilme?

  9. wenn man ambitioniert filmen will, braucht man mehr, als nur eine kamera … eine DSLR ist schon mal okay, aber auch die A77 hat fürs filmen keinen richtig guten bildstabilisator: http://www.youtube.com/watch?v=Al1BI82nV9A

    der autofocus der a77 ist schon mal gut, aber die profis fukussieren eh manuell :

    http://vimeo.com/11599044

    ich verwende eine dslr ungern frei hand. selbst mit schulterstativ wackelts mehr als bei einem guten cmcorder…

    und ja, zoomen kann und darf man auch. macht man z.b. ein event und party video, kommt das raus zoomen von einem gesicht in der menge auf die grosse totale (feiernde menge) eigentlich ganz gut. sehr langsames heranzoomen auf makros wie einem laufenden mechanischem uhrwerk z.b. ist auch ok .. zoomen ist heute verpönt, aber man sollte seine kreativität nie durch den zeitgeist einschränken … schaut euch auch mal den vorspann des film „ohne limit“ an, da wird quasi im gesamten vorspann eine art „endlos hinein zoom “ gezeigt…

    für mich machts im moment die mischung aus camcorder, einer DSLR und einer kleinen jackentaschenkamera mit HD filmmöglichkeit … für einige leute ist auch eine gopro noch mit im programm, weil sie sehr klein ist, super bilder liefert und einen grossen weitwinkel abdeckt..

    mit einer kamera alleine würd ich nicht weit kommen .. empfehlenswert ist da natürlich, möglichst alles von einem hersteller zu nehmen, weil zwischen camcorder und dslr dann ähnliche farben da sind … das erleichtert die nachbearbeitung …

  10. tolle seite leute … muss ich schon sagen!

    viele viele wertvolle tricks und tipps!

    wollt mal nachfragen wann die V2 Version mit dem neuen beitrag kommt…

    bin schon sehr neugierig weil die anschaffung vom equipment kurz bevor steht und Monitor, Licht & Ton nicht fehlen darf!

    weiter so jungs!!!

  11. Damit, dass die Mattebox nur dazu da ist um fett auszusehen, kann ich euch leider nicht so ganz recht geben. Normalerweise stecken da ja die verschiedenen Graufilter drin, die man braucht, um bei Offenblende das Licht runterzuregeln.

    Für das Filmen mit der DSLR ist ja ein stufenlos einstellbarer Graufilter schon fast Pflicht. Nur – wie bekommt Ihr dann die Streulichtblende befestigt, wenn der einstellbare Filter drauf ist?

  12. lang ists her, und immernoch warten wir auf den versprochenen zweiten beitrag zum DSLR-video-rig DELUXE.. in der schublade vergessen………?

    PS: woher kommt eigentlich dieses komische bildchen hier über meinem namen?

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