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TAMRON SP 70-200mm 2.8 Di VC USD

29. Januar 2014

Das Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD* batten wir jetzt einige Wochen im Einsatz und wir hatten es ja angedroht, dass wir darüber auch einen Test schreiben würden. Zeit ist jetzt genug verstrichen um das Objektiv einige Male im Einsatz gehabt zu haben und wirklich aus der Erfahrung heraus schreiben zu können. Wiedermals wollen wir keinen Testbericht in Form einer FotoZeitschrift abliefern. Wir haben weder ein Testlabor im Studio noch wollen wir irgendwelche Kreise und Linien damit abfotografieren. Frage für uns ist eher, wie verhält sich das Teil beim Fotografieren und was kommt unserem Gespür nach hinten bei raus.

Kaum zu glauben, vor 3-4 Jahren hätte ich Tamron nur mit Hygiene-Handschuhen angefasst, jetzt besitzen wir vier Tamron Objektive und sind mit allen mehr als nur zufrieden. Krass welche Änderungen bei einer Marke passieren können. Ist irgendwie wie der Audi100 zum heutigen Audi-Image 🙂

Das 70-200 von Tamron hat es uns in soweit angetan, als dass wir nicht sehr viel mit dem Klassiker aller Telezooms arbeiten und daher kein 2000 € teures Exemplar von Nikon oder Canon besitzen. Trotzdem gibt es aber unumstößliche Gründe für ein 70-200mm Objektiv gerade wenn es noch stabilisiert ist.

Komischerweise ist unsere Canon-Ausrüstung viel mehr auf Festbrennweiten aufgebaut, während mein (Martin) persönlicher Nikon-Rucksack von Zooms dominiert wird. Ich habe mir auch lange Gedanken gemacht, warum das so ist. Die Antwort ist Effizienz. Während bei Canon fast jede erdenkliche Festbrennweite im Koffer ist, wurde die Nikon Ausrüstung von Beginn an auf Größe und Effizienz getrimmt. Daher auch das 24-70 und das 70-200 zusammen mit dem sehr günstigen 50er 1.8. Damit deckt man dann wirklich sehr viel ab, wenn auch nicht in der gleichen Qualität wie mit Festbrennweiten. Dafür aber extrem effizient mit wenigen Objektiven. Kommen wir also direkt zum besagten Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD*.

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Angekommen war das Objektiv in einer ordentlichen Verpackung, Köcher etc… als mit dabei. Für uns echt egal… Objektiv wandert sowieso direkt in den Koffer und wird auch sonst nur in Fototaschen transportiert.

Als Erstes ist direkt aufgefallen, dass der Zoomring vorne am Objektiv und der Fokusring hinten am Body hängt. Gerade gegenüber andere 70-200mm Objektiven ist das eine Umstellung aber gut, wer hat schon 3-4 verschiedene 70-200mm Objektive in der Fototasche.

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Das Objektiv selbst macht einen sehr stabilen und wertigen Eindruck. Es wackelt nix, es klappert nix und der Body ist sehr solide in der Haptik. Stativschelle selbst macht auch einen sehr massiven Eindruck. Wenn es etwas zu meckern gäbe, dann das die Geli etwas satter schließen könnte. Wie bei einem guten Auto eben… Aber das ist für uns Fotografen wirklich völlig egal. Für uns kommt es auf die Bildergebnisse an. Schärfe, Details, Farben und Kontraste am Bildergebnis.

Viele hätten sich sicherlich schon früher diesen Beitrag gewünscht und haben auch schon seit dem FB-Foto drauf gewartet. Aber wir können erst unsere Meinung schreiben, wenn wir eine haben… 🙂

Und um diesen Test möglichst extrem zu halten haben wir uns das Objektiv für Nikon-Mount gekauft. Dort gibt es nämlich die D800 (die wir ja haben) und dieses Megapixel-Monster bringt Objektive erst wirklich zum Schwitzen.

Vielerorts wird behauptet, dass es wenige Objektive gäbe, die mit der Kamera zurecht kämen bzw. das Potential ausschöpfen können. Das können wir mehr oder minder bestätigen aber viel wichtiger ist doch die Tatsache, wie viel des Potential ein Objektiv auschöpfen kann. Und da ist das Tamron unserer Meinung nach sehr weit vorne. Die optische Qualität ist absolut überzeugend und nur bei f2.8 sind seichte Vignettierungen teilweise störend. Die Schärfe am Bildrand ist sauber und chromatische Aberrationen kommen uns deutlich schwächer vor als z.B. bei früheren Canon L Linsen. Im Vergleich zum Nikon VRII ist die Optik einen Tacken unterlegen aber diese Unterschiede liegen in einem Bereich, der bloß bei perfektem Umgebungsbedingungen überhaupt sichtbar ist.

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PRO

  • Optische Qualität hervorragend
  • sauberes Finish und Haptik
  • Schneller Autofokus (ok, geht noch schneller!)
  • Sehr robust und selbst nach 7 Tage im Ostsee-Sand-Wind keinerlei Staub im Objektiv.
  • Gewicht mit einer größeren DSLR sauber ausjustiert.
  • Deutlich günstiger als das Nikon VRII Pendant
  • Der Bildstabilisator ist nach unserem Gefühl stärker als beim VRII.

CONTRA

  • Überall noch ein wenig Raum nach oben (Optik und AF)
  • Preis ist kein Schnäppchen (:-) LOGO)

Bei der Pro-Contra-Auflistung wird übrigens auch sehr deutlich unter welchen Aspekten wir ein Objektiv betrachten. Einsatz in der Praxis. Und genau solche Aspekte möchten wir hier auch beschreiben und ans Tageslicht bringen. Es mag ja interessant sein, welche mögliche optische Schärfe unter surrenden Idealbedingungen ein Objektiv hat aber oftmals viel entscheidender für die Praxis ist die Einsatzfähigkeit und die Robustheit. Und solche 10 Tage Tests am Strand bei unmöglichen Wetterverhältnissen und richtig miesen Bedingungen, das ist genau die Sache die hoffentlich wir einem Studio-Testlabor vorweg haben.

Im Vergleich zum 70-200 VRII von Nikon ist das Objektiv „nur“ 400 € günstiger :-). Bei einem Preis von fast 2000 € für das Nikon Objektiv macht es bei so manchem kaum noch einen Unterschied. Aber trotzdem sind 400€ eben 400€ und kein Witz. Vor allem unter dem Aspekt, dass die optischen Einbußen in 90% der Fälle gar nicht sichtbar sind. Und wir müssen sagen, 400 € tun schon weh auf dem Konto… keine Ahnung wie das bei euch ist.

Beim Bildstabilisator sind wir sogar der Meinung, dass Tamron deutlich besser als das Nikon Pendant arbeitet. Das kennen wir schon vom 24-70er von Tamron und setzt sich so auch im 70-200er fort. Damit meinen wir jetzt ganz explizit die Bewegungsstärke. Das Tamron kann gefühlt größere Bewegungen stabilisieren. Merkbar gerade beim Durchgucken beim Fotografieren und beim Filmen mit dem Objektiv. Die Standbildergebnisse zeigen diesen Vorteil im Gegensatz zum Bewegtbild allerdings kaum.

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Wir haben das Objektiv wirklich an seine Grenzen gebracht und können jetzt endlich sagen, es ist wie beim 24-70 jeden Euro wert. Qualitätsfetischisten und Test-Chart-Fotografen sei dann aber doch das VRII von Nikon oder das Mark II von Canon geraten. Die beiden Objektive schneiden im reinen optischen Vergleich etwas besser ab. Ob das dann nur Gefühl ist oder auch wirklich so, das mag sicherlich nur ein Computer analysieren können. Wir jedenfalls haben in der wirklichen Fotopraxis kaum einen Unterschied feststellen können. Dafür ist das Fotografieren dann eben doch etwas anders in der Praxis als im Testlabor. Wo Zeit knapp ist und es tausend Dinge rund um das Model und das Motiv zu tun gibt, da passieren eben immer wieder Patzer… wo nicht?

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Wir haben lange überlegt ob wir an dieser Stelle Rohdaten zeigen sollen oder vielmehr die Daten sogar zum Download anbieten sollen. Haben uns dann aber dagegen entschieden. In letzter Zeit haben wir einige Objektive und Kameras durchgetestet und sind zu einige festen Ergebnissen gekommen. Das wichtigste Ergebnis war unter anderem, dass das Licht des jeweiligen Tests ausschlaggebend für die Ergebnisse ist. Mit unserem schnellsten Broncolor Blitzgenerator sind alle Ergebnisse um Welten schärfe als mit Elinchrom oder Priolite Blitzgeräten.

Es gibt genügend RAW-Beispiele des Objektives im Netz. Da wollen und müssen wir nicht weiter mit machen. Unsere Meinung hingegen steht fest auch ohne RAW-Testchart-Fotos.

Dafür gibt es einige Fotos die mit dem Objektiv gemacht wurden. Sagt doch viel mehr über die Verwendung der Linse aus und zwar in der Praxis. Alle Fotos an der D800 gemacht und können unten angeschaut werden. Die Fotos aus Zingst sind leider noch auf der Festplatte und nicht fertig 🙁

Unser Fazit: ES BLEIBT IN DER NIKON D800 TASCHE DRIN! Absolut fraglos und wird auch vielerorts und oft eingesetzt. Das ist unser Fazit und mehr brauchen wir dazu auch nicht sagen.

Viel Spaß beim Fotografieren…

Martin & Marc

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