TECHNIK: HONL FÜR AUFSTECKBLITZE

7. Januar 2010 | Technik

Heute geht es um etwas Technik was ihr definitiv braucht, wenn ihr mit Aufsteckblitzen arbeitet, was ihr aber auch selbst euch bauen könntet. Es geht um Vorsätze für die Aufsteckblitze. Und zwar genau um die, von Honl, einem US-amerikanischen Profi-Fotografen. Er hat seine Bauten nach einem Vorsatz gebaut. Alles was zählt ist GRÖßE GRÖßE und nochmals GRÖßE. Nur darum geht es. Er hat keine Schirme, keine Softboxen oder sonstwas gebaut. Honl baut nur GELS, ABSCHATTER und WABEN. Fast könnte man sagen, dass es nur darum geht, das Licht ins seiner Kompaktheit zu kontrollieren als es „nur“ weicher zu machen. Und damit hat er Recht. Weich machen ist oftmals nicht das Problem. Aber wenig Licht, gesteuert zu setzen, dass ist viel viel wichtiger und schwieriger.

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Und wir haben uns ein kleines aber umso wichtigeres Set von Honl gekauft. Es besteht aus folgenden Gegenständen.

  • 1/8“ WABE
  • 1/4“ WABE
  • SCHNALL-HALTERUNG
  • FILTER (FOLIEN) KIT

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Das schöne an dem Schnell-Verschluss in Form eines Bandes mit Klettverschluss und innerseitigen ANTI-RUTSCHBESCHICHTUNG (oh Gott, das klingt wie schlechtes Home-Shopping-TV) ist, dass man alle Lichtformer jederzeit an jeden beliebigen Blitz an- und abbauen kann. Man kann also auch Blitze wieder verkaufen oder neue kaufen, ohne Beschädigungen oder Rückstände.

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Aber an dieser Stelle werdet ihr euch sicherlich fragen, warum man etwas kaufen mag, was mal so viel viel günstiger machen kann. Was ist also der Grund, warum wir Geld dafür ausgeben, obwohl wir ja schon selbst diese Dinge gebaut haben. Filter kann man als riesigen Probepack fast umsonst bekommen. Und bei Honl zahlt man für 8 Filter 20 Euro… warum ist dieser Mehrpeis also sein Geld wert?

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Die Antwort ist einfach zu beantworten. Aufsteckblitze sind unser tägliches Arbeitsgerät. Sie müssen mit den großen Rangern oder sonstigen Profiequipement mithalten. Und wir brauchen sie immer wieder und müssen uns auch darauf verlassen. Das Problem mit den selbstgebauten Sachen ist einfach, dass sie nie so robust und verlässlich sind, wie die Honl Sachen. Das soll jetzt hier keine Werbung sein, aber es ist eben eine kleine blöde Tatsache, dass sich die selbstgebauten Sachen bei uns immer wieder verabschieden.

Nehmt mal als Beispiel die Filter von LEE (siehe oben). Die Filter sind winzig klein, sie reichen aus, aber kaum hat man den Filter aus dem Heft herausgeschnitten, schon haben wir die kleine Folie wieder verloren. Und dann verwechselt man immer wieder die „fast“ gleichen Farben und kommt dann nach Hause mit „leicht“ falschfarbigen Fotos. :-(. Klar, man kann sie benennen, in Boxen packen, beschriften oder sonst was. Aber es bleibt dabei. Sie gehen zu schnell kaputt oder verloren.

Die Honl Filter sind größer und schon beschriftet. Man kann sie nicht verwechseln und so leicht verlieren sie sich komischerweise auch nicht. Also ob ich nun 4 Pakete LEE-Probefilter kaufe oder ein Paket Honl, das kommt auf das Gleich heraus.

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Das Gleiche gilt für die Waben. Entweder sie fallen beim 5 Shooting auseinander oder sie überleben den Transport garnicht erst. Wir haben zig selbstgebaute Waben zermatscht in der Fototasche. Und ich muss ehrlich sagen, lieber kauf ich für kleines Geld nen Filter für den Aufsteckblitz als dass ich stundenlang bastel und die Dinger dann doch wieder kaputt gehen. Die Honl Waben haben einen sehr stabilen Plastikrahmen der nach allen Seiten über die Wabe hinwegschaut. Hab davon leider gerade kein Foto zur Hand, aber man kann es auf den Packungen erkennen.

Und das wäre es auch schon wieder an dieser Stelle. Rundum: Es gibt kein kleineres und stabileres System für Aufsteckblitze als das Honl-System. Klar, damit sind keine Softboxen mit dabei, aber hier geht es eher um negative Lichtsetzung (KONTROLLE) und weniger um das Gesamtpaket inkl. weichem Licht.

Und an dieser Stelle wollen wir auch noch einen kleinen aber feinen Tipp zum Thema FARBFOLIEN ausgeben. Ihr kennt sicherlich das Problem, dass man sich seine Folien total verschmort, wenn man zu stark und zu oft blitzt. Die Folien schmerzen und wellen sich auf, teilweise bekommen sie sogar Löcher. So kann man natürlich nicht mit der Ausrüstung umgehen. Daher hier der Trick.

Das Problem ist, dass die Filter zu dicht an der Frontscheibe des Blitzes sind. Zu nah bedeutet zu viel Hitze. Und daher schmelzen die Folien.

Die Lösung ist also die Folien vom Blitz zu entfernen. So wie auf dem nachfolgenden Bild.

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Und zusätzlich kann man dann noch den Schnell-Strap weiter über den Rand des Blitzes schieben. Dann bekommt man den Filter noch weiter weg von der Blitzröhre.

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Hier sieht man deutlich den Unterschied. Oben wurde der Strap auf die gleiche Höhe des Blitzes gebracht. Und unten wurde der Strap nochmals 3-4mm über den Rand geschoben.

NIE WIEDER SCHMELZENDE FOLIEN 🙂

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Als Fazit bleibt vielleicht zu sagen. Sinn und Zweck von guter Ausrüstung für Aufsteckblitze ist es auch, dass man sich den Spaß an der Arbeit mit den Blitzen nicht verdirbt. Aufsteckblitze bedeuten nicht gleichzeitig, dass man sich alles selbst basteln muss. Warum, wenn es bessere Lösungen gibt, stabilere Dinge. Kaum etwas verdirbt einem den Spaß an der Fotografie so sehr, wie wenn die Wabe mal wieder zwerquetscht aus der Tasche kommt. Oder für uns eben den Auftrag. Sowas kann und darf nicht sein…

BYEBYE… Martin

Kommentare (26)

26 thoughts on “TECHNIK: HONL FÜR AUFSTECKBLITZE

  1. Worin unterscheiden sich denn die Honl-Waben von den Selbstbau-Waben… bzw. warum zerquetschen die nicht? Ich finde es etwas schade, dass die meisten Aufsteckblitz-Lösungen wie flash2softbox oder hier eben Honl so beschränkt sind… beide Systeme funktionieren nicht mit z.B. einem Vivitar 285 HV, da dessen Kopf viel zu groß ist (passt nicht durch den f2s-Ring bzw. ist zu groß für die Honl-Waben). Alle von mir gesammelten Aufsteckblitze haben eine möglichst große Abstrahlfläche und somit bin ich bei käuflichem Zubehör auf Schirme oder Selbstbaulösungen beschränkt. Hoffentlich gibt es irgendwann mal auch Mode für mollige Blitze 😉

  2. Diese Aufsteckblitz-Zubehöre ersetzen sozusagen den klassischen weissen Schirm, der das Licht weicher machen soll – versteh ich das richtig?

    Statt einen weissen Schirm der relativ groß ist im Vergleich zu solchen Waben, nehme ich eine Wabe und erziele den gleichen „weichen“ Effekt ?!

    1. NIcht ganz… den großen Schirm ersetzt man damit nicht. Es ging eher darum, dass es oftmals sinnvoller ist Licht zu steuern als „alles mit Licht zu füllen“. Viel Licht ist leichter zu bekommen als wenig Licht und daher finden wir Waben und Snoots auch oftmals wichtiger als Schirme. Den Schrim brauchst du weiterhin… trotzdem!

  3. Frohes Neues!

    Na die Preise (z.B. 30€/Wabe) sehen ja recht human aus, wobei viel „Kleinvieh“ auch viel Geld bedeutet. Das Ihr natürlich andere Ansprüche habt und 110% zuverlässiges Equipment braucht, sollte klar sein.

    In dem Moment, wo Geld verdient wird, ist günstig definitiv die falsche Wahl…

    Zum Thema Selbstbaugrid : Was gibt es denn da für Lösungen? Mir fällt spontan nur nen kurzer Snoot mit dicken Strohhalmen ein….

    1. Ja, „human“ oder nicht „human“ ist immer eine relativ blöde Frage. Sehr individuell wie du schon richtig bemerkst und abhängig von der Verwendung. Wir wollten hier mal unsere Lösung vorstellen. Denn Aufsteckblitze spielen schon lange in der Berufs-Verdien-Geld-Damit-Liga mit und daher braucht es auch das Drumherum!

  4. Die Dinger sind einfach klasse! Hab Honl Adaptionen bereits seit nem 3/4 Jahr im Einsatz. Robut und fast nicht tot zu kriegen. Spannend finde ich auch seine Snoots die man als „Streuscheibe“ verwenden kann. Ist bei mittlerweile eine Allzweckwaffe bei Hochzeiten am Abend/Nacht.

    @ Tyndal

    Die Waben von Honl haben einen massiven Kunstrahmen der sie gegen stösse und zerquetschen schützt.

  5. Die Honl-Waben hab ich schon ne Weile im Auge. Von wo habt ihr denn das Set bezogen? Gibt’s da nen deutschen Händler oder habt ihr das direkt aus den USA? Wenn letzteres zutrifft, gabs Probleme mit Zoll o.ä.? Wie hoch waren die Mehrkosten? Danke für eventuelle Hinweise… 😉

  6. „Es gibt kein kleineres und stabileres System für Aufsteckblitze als das Honl-System.“?

    Naja es gibt noch Lumiquest. Dessen Gel-System find ich dann doch etwas besser gelöst. Zumal ich da meine Rosco Cinegels nutzen kann. Bei dem Rest, also Snoots und Grids und Gobo, kann ich nur zustimmen, denn da hat Honl die Nase vorn in Sachen Kompaktheit und Robustheit.

  7. Wer nur größere Folien braucht kann ja mal bei http://flashgels.co.uk bestellen. Deutlich größere Pakete für kleineres Geld. Klettmaterial ist wahlweise dabei, muss man halt selbst anbringen. Und bei den großen Folein ist auch genug Platz zum beschriften.

  8. Die Sachen von Honl machen ja einen guten Eindruck, allerdings finde ich die Preise arg übertrieben. Vor allem was da für einen simplen Gobo aufgerufen wird. Wäre der Kram nicht so teuer, dann würden viele auch garnicht erst übers selber bauen nachdenken. Aber die Hobbykassen sind eben nicht unendlich groß….

  9. Ich bin auch kein Selbstbaufan, denn man sitzt stundenlang da und hat nachher doch nur eine „halbgescheite“ Lösung.

    Frage:

    Wie sieht es mit der Hitzeentwicklung im Blitzkopf aus. Das „Band mit Klettverschluss und innerseitigen ANTI-RUTSCHBESCHICHTUNG“ scheint ja gummibeschichtet zu sein und hält damit schön die Wärme im Kopf und verhindert die Kühlung, zumal es ja sehr breit ausgelegt ist.

    Das dürfte beim Shooting zu schnelleren temperaturbedingen Pausen führen und ggf. sogar auf die Lebensdauer des Kopfes gehen.

    Was ist Eure Einschätzung dazu?

    1. Also ich würde sagen durch den schwarzen Kunststoff am Gehäuse wird garnix gekühlt. Maximal nach vorne heraus. Ich würde sogar sagen, dass es den Blitz evtl. sogar kühlen halten könnte im Sommer. Mehr Schichten lassen die Sonne vielleicht nicht so fix dürch wie die Sonne welche direkt auf das Gehäuse knallt.

  10. Interessante „Teilchen“.

    ABER das Preißleistungsverhältniss passt nicht.

    Ich bastel mir weiterhin sowas selbst. Werde jetzt nur paar gute Ideen davon abschaun.

    Nachteile vom HONL:

    Warum ist die Snoot innen Silber? Wenn sie schwarz währe würde es weniger Zickzack darin rum Reflektieren und die Snoot könnte bei gleicher Leistung kürzer sein können.

    Eigenbauten müssen auch nicht immer aus Papier und Strohhalmen sein dann halten die auch was aus.

    Meine Waben sind aus Aluminium. Im Modellbauladen hab ich Sandwich-Aluplatten gesehen. (Aluwaben zwischen Alublech) Die Alubleche einfach mit nem Bandschleifer runter Schleifen und man hat eine Waabe. Oder man kauft sich fertiges Wabenmaterial z.b. von http://www.plascore.com/ oder einfache fertige Walimex Waben. Aussägen -> Rahmen rum -> mit Ohfenrohrlack ansprühen.

    Farbige Folien gibs auch bei Läden die Veranstaltungstechnik haben. 40x40cm 3€) Leider nur Kreativ nuzbar dafür Hitzefest.

    Wer gerne bastelt kann sich selbst was besseres machen.

    Wer sowas nicht hin bekommt muss halt gut fotografieren und vom verdienten Geld sich was kaufen.(gleicher Zeitaufwand)

  11. ich benutze die Honl-Waben jetzt schon über ein Jahr und bin total begeistert. Zusätzlich habe ich noch den Speed Snoot und Speed Gobo /Bounce Card. Das soll jetzt keine Verkaufsveranstaltung werden, aber die Teile sind allesamt ihr Geld wert. Gekauft hatte ich sie direkt über die Honl-Seite. Da ich seltsamerweise das kleine Päckchen direkt im Briefkasten vorfand, musste ich keine Zollgebühren und keine MwSt. bezahlen. Billiger als direkt aus USA habe ich es hier nicht gesehen.

  12. hallo.

    danke für den interessanten Beitrag.

    Ich habe auch ein Set von Honl und finde die Dinger genial und zweckgebunden.

    Und dann noch ne Frage. Wie gel’t man denn bei euren grösseren Lichtern, also zum Beispiel Quadra mit Softbox?

  13. Hab mir meine Wabe selbergebaut, nicht wie die meisten aus Pappe oder klebeband, das war mir irgentwie zu primitiv. Da ich fast immer Aufsteckbouncer benutze wollte ich etwas ähnliches und nutzte diese darum einfach als Waben Gehäuse, sodass man sie auch zusammenstecken (also auch kombinieren!) kann und sie superklein verstaubar sind.

    Wen es interessiert:

    Die Bauanleitung DIY und was man dazu braucht findet ihr hier:

    http://knueppixx.blogspot.com/2010/06/diy-knueppixx-grid-die-knueppixx-wabe.html

    Nadenn bitte viele weitere TECHNICAL TUTORIALS!!!

    MfG Andreas

  14. Hab seit ein paar Tagen ein Honl-Set hier liegen. Gleich beim ersten Test hat es ein Gel und ein Grid erwischt. Der 580EXII hat ein hübsches Brandmal auf dem Gel und Grid hinterlassen. Sehr ärgerlich für Material dieser Preisklasse.

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