24.1.2013    35

TECHNIK: ELINCHROM D-LITE ONE RX (ANTI-WS-POST)

24. Januar 2013

Heute der gewünschte Beitrag zum D-Lite RX ONE* (GENERALVERTRIEB ELINCHROM DEUTSCHLAND: PROFOT (*SHOPLINK)). Um die Sache aber nicht zu speziell auf das Gerät zu halten, wollen wir an dieser Stelle auch einfach mal über die Entwicklung und die Notwendigkeit von Studioblitzgeräten sprechen. Im Endeffekt ist das D-Lite RX ONE* ein ziemlich moderenes und zukunftsweisendes Gerät. Warum, weil es den Bereich der Aufsteckblitze gefährlich angreift. Und ja, es ist wirklich ein gefährlicher Angriff denn viele Fotografen die heute noch mit Aufsteckblitzen fotografieren sollten sich den Griff zu diesem Gerät wirklich ernsthaft überlegen. Heir das Blitzgerät im direkten Vergleich mit einer Kamera.

TECHNICAL Vergleich Fotos

Warum, was zeichnet das Gerät aus, was macht es Besonders? Es ist im Grunde genommen das Gesamtkonzept.

  • WENIG LEISTUNG
  • SO KLEIN WIE MÖGLICH
  • EINSTELLICHT 100W
  • FUNKSTEUERUNG
  • REGULÄRES BAJONETT FÜR LICHTFORMER
  • GÜNSTIG!

Ja, es ist mehr Plastik dran als in anderen Geräten, ja es ist langsamer als andere Geräte, ja es ist nicht geschafften für 2m Softboxen… darum geht es aber auch nicht. Das Blitzgerät ist der ideale Einstieg in die Blitzlichtfotografie.

Viele Fotografen schreiben uns an mit der Frage nach den „notwendigen Ws“ eines Studioblitzes. Wieviel Joule oder Ws muss ein Blitz denn haben, was ist zu wenig, was ist zu viel? Beantworten habe ich diese Frage so noch nie, denn im Endeffekt hängt es von verschiedenen Faktoren ab. Manche Fotografen mögen große Softboxen, ERGO: viele Ws notwendig. Teilweise mögen diese dann aber diese großen Boxen mit sehr weiten Blenden zu nutzen, ERGO: doch wieder weniger Ws notwendig. Dann gibt es Fotografen die arbeiten im Portraitbereich, ERGO: weniger Ws notwendig wegen der möglichen Nähe des Blitzes am Modell und dann gibt es eben die Fotografen deren tägliche Arbeit ist es mit f11 im Studio Ganzkörperaufnahmen zu machen. Der eine arbeitet mit Mittelformat mit niedrigen ISO-Werten, der andere Fotograf kann sich auch erlauben die ISO hoch zu schrauben. Es gibt so viele Faktoren die die Frage nach dem notwendigen Blitz beantworten… eine allumfassende Antwort gibt es nicht.

Trotzdem… gehen wir einfach mal praktisch an die Sache heran. Schauen wir uns drei Blitzgeräte mal genauer an. Ein D-Lite RX ONE*, ein D-Lite RX 2* und ein PRIOLITE M500*. 100Ws, 200Ws und 500Ws. Die Änderung der Größe, des Gewichts etc. ist enorm. Sieht auf dem Bild geringer aus als es in Wirklichkeit ist. Der Priolite mit Stahlgehäuse wiegt seine „paar Kilo“ während der D-Lite unter einem Kilo wiegt. Und was ist jetzt der tatsächliche Unterschied in Punkto Leistung?

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Fotografiere ich mit ISO200 mit dem D-Lite RX ONE*, dann ist der effektiv so stark wie ein D-LITE RX2 bei ISO100. Nutze ich jetzt den D-LITE ONE RX bei ISO400, dann komme ich bis auf eine zerquetsche viertel Blende an den Priolite heran. Natürlich ist ISO400 nicht ISO100 und auch bei aktuellen Kameras ist das auf 1:1 Ansicht zu erkennen. Die Frage ist bloß, braucht man immer die 100% Ansicht und muss man bei aktuellen 20 MP Kameras 100% der Qualität ausschöpfen. Wer z.B. nur für Web fotografiert oder aber die Bilder bis auf DINA4 drucken möchte, der wird sicherlich keinen Unterschied zwischen ISO400 und ISO100 erkennen. Jedenfalls nicht nach etwas Nachbearbeitung und nicht auf halbwegs aktuellen Kameras.

Und da wären wir auch schon bei einem wichtigen Punkt. Die Erhöhung der ISO kann die effektive Leistung von Blitzen steigern. Und Blitzen ist PLURAL… denn habe ich z.B. drei Blitze für ein Foto im Einsatz, denn wird durch einen höhren ISO-Wert jeder dieser Blitze „stärker“ während ich sonst jeden einzelnen Blitz größer, teurer und stärker kaufen müsste. Das macht oft viele hunderte von € aus.

Also wäre damit die erste große Frage: Kann ich im Notfall mit etwas höheren ISO-Werten leben?

Was sind also zusätzlich die Features des D-LITE ONE RX?

GRÖßE: Elinchrom hat die D-LITE nochmals auf fast die Hälfte der Größe reduziert.

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GEWICHT: Der D-Lite RX ONE* ist extrem leicht geworden. Unvergleichbar leicht. Wir haben eine Beauty-Dish die schwerer ist als der Blitz :-). Gerade im Vergleich zu großen Studioblitzgeräten.

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EINSTELLLICHT: Wichtig für jeden Fotografen gerade beim Einstieg in die Studiofotografie ist das Vorhandensein eines halbwegs starken Einstellichtes. Ok, 100W sind jetzt nicht wirklich VIEL, aber besser als gar kein Einstelllicht wie bei den Kollegen der Strobisten.

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NEIGER: Ein halbwegs solider Neiger ist ja bereits auch am Blitz dran. Gerade gegen die Konkurrenz der Aufsteckblitze ist das ein weiterer Kostenpunkt. Denn ein Neiger kostet 20-30 € und kommt damit auf den Preis des Aufsteckblitzes oben drauf. Diese Kosten fallen hier weg. Allerdings muss man bedenken, dass der Neiger beim D-LITE bei extrem großen Boxen schon schwächeln kann. Dann kann man das Ding zwar anziehen, die Box bewegt sich aber trotzdem langsam nach unten. Dies gilt unserer Erfahrung aber erst ab Größen von Boxen über 135cm.

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ANZEIGE: Die Leistungsanzeige ist digital und schön ablesbar. Jede Funktion hat auch einen eigenen Knopf (bis auf die Funksteuerung! Die versteht man selbst nach Jahren nicht :-), weil man zehn Knöpfe zugleich drücken muss. Ähnlich der Super-Turbo-Moves bei SuperNintendo StreetFighter :-). Keiner weiß wie es geht, man drückt ewig auf den Knöpfen rum und irgendwann funktioniert es doch.)

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FUNKSTEUERUNG: Nicht nur, dass man den Blitz über den bereits verbauten Funkempfänger auslösen kann, nein, er ist sogar noch steuerbar. Und in den Grundsets bei Elinchrom liegen sogar noch ein Auslöser mit bei!)

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Und damit wären wir auch beim richtigen BURNER-Vorteil angekommen. Wir zeigen an dieser Stelle mal unsere kleine Studiotasche! Sieht ja nicht gerade nach viel Ausrüstung aus. Was transportiert man normalerweise in so eine Tasche? (Übrigens eine Vanguard (*HERSTELLER) Xcenior 41*) Eine Kameraausrüstung. Bei uns ist aber mehr drin, ihr werdet gleich sehen. Anfangen tun wir aber mit den Sachen die oben drauf geschnallt wurden. Das sind unsere beiden Softboxen.

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65x65cm große Boxen und gleich zwei mal!

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Und wenn wir die Tasche mal öffnen, dann sehen wir was da drin steckt.

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Eine komplette Kamera, Blitzausrüstung. Beide D-LITEs gehen in die Tasche. Mitsamt Kamera. Wenn wir die gesamte Tasche auspacken, dann sehen wir was drin ist. Zwei Blitze, zwei Boxen, Kabel, Auslöser, Kamera, Objektiv… etc…

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Und Elinchrom geht da einen konsequenten Weg. Selbst die Stecker wurden kleiner. Anstatt riesige Netzstecker zu nehmen, normalerweise die dreipoligen mitsamt Erde, kann aufgrund des Plastikgehäuses auf die Erde verzichtet werden und damit das Kabel extrem klein werden. In der Seitentasche befinden sich 2x5m Kabel. Genug um fast überall die Steckdose zu erreichen. Und gleich zwei davon passen alleine in die Seitentasche.

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Alles was beim Set noch fehlt ist eine kleine Zusatztasche mit zwei Stativen. Und dann ist man ready to go… Und in der Tasche sind noch reichlich freie Stellen für mehr Ausrüstung. Es geht auch noch ein Reflektor mit in die Tasche oder auch eine Wabe. Also Platz nach oben ist.

Für uns sind die D-LITEs die ultimativen Studioblitze für den nicht-immer-stationären Einsatz. Also gerade für portables Blitzen, Geschäftsportraits, Werbeshots onlocation, kleines Aufbau-Abbau Heimstudio.

SO… und jetzt unser Fazit. Also die D-LITE RX ONE sind grandios für kleines Geld. Ein komplettes Set mit Funksteuerung kostet unter 500€. 100Ws sind nicht viel aber auch nicht wenig. Deutlich mehr als jeder Aufsteckblitz und damit kann man schon tolle Fotos machen. Elinchrom ist eine verlässliche MARKE und bitte liebe Leser, vergesst niemals, dass man sich mit einem Kauf eines Blitzes auch mehr oder minder an ein System bindet. Es folgen Lichtformer etc. und schon hängt man drin. Da ist Elinchrom echt nicht die schlimmste Marke :-)… aber ein Tipp noch von uns. Kauft erstmal lieber klein als zu groß… 🙂 Denn wie schon geschrieben, ISO hoch geht immer irgendwie im Notfall. Licht weg nehmen ist aber wirklich oft ein PAIN IN THE ASS… Graufilter kosten wieder Geld etc… Fokusfehler… LIEBER ICH HABE ZU WENIG LICHT ALS DASS ICH ZU VIEL LICHT HABE! Diese Weisheit habe ich in den Jahren mit der Fotokamera gelernt.

Wir würden die neuen MINI-Blitze jetzt nicht im täglichen Studio-Alltag verwenden. Dafür sind die Dinger nicht gebaut. Trotzdem haben wir schon viele Events gehabt, an denen die Blitze auf voller Leistung mit Einstelllicht über Stunden am Blitzen waren. Und ich denke es gibt hier einige Blogleser die LIVE auf dem Events dies gesehen und erlebt haben und eine Bestätigung dieser Aussage geben können. Bisher hat kein Blitz schlapp gemacht. Trotzdem… wer jeden Tag den ganzen lieben langen Tag Blitzen möchte, der sollte vielleicht lieber eine Nummer größer kaufen.

Um jetzt final doch nochmals auf das Thema Leistung einzugehen, wollen wir an dieser Stelle einfach Bilder sprechen lassen. Wir haben uns ein Modell eingeladen, unserer geliebte EOS 60D* mit 50er 1:1.8 rausgeholt und haben nur mit dem D-Lite RX ONE* fotografiert. Möglichst unterschiedliche Fotos, unterschiedliche Belichtungsarten um zu zeigen was aus 100Ws raus kommt. Wenn ihr euch also fragt, wieviel Leistung braucht ihr, dann schaut euch die Fotos unten an. Die haben wir mit 100Ws gemacht. Hier darf jeder schreiben, dass er 500Ws oder 1000Ws braucht, dass ein Set aus 3x1000Ws bestehen muss :-)… ich liebe 100Ws und ich liebe es auch, wenn man im Studio auch mal auf f1.4 oder f2.0 gehen kann, ohne Graufilter und ohne Tricks… weil ich einfach den Blitz soweit herunterfahren kann.

Einen starken Blitz nachzukaufen ist immer möglich. Dann weiß man aber auf jeden Fall sicher dass man diesen auch braucht und für was!

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Viel Spaß bei den Bildern und nicht vergessen… Es muss nicht immer 500Ws sein… nichteinmal 400Ws, nichteinmal 200Ws… 100Ws sind schon mehr als jeder Aufsteckblitz hat. Und dazu kommt, ein D-LITE ONE RX kostet so viel wie ein günstiger Yongnuo Aufsteckblitz mit Empfänger und Schirmneiger. Wenn eine Steckdose in der Nähe ist (WENN!), dann ist die D-LITE aber jedem Aufsteckblitz um Welten überlegen. Gewicht und Größe können jedenfalls nicht mehr als Gegenargument gelten.

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Viele Grüße

Martin & Marc