7.11.2012    8

TECHNIK: DIY HOCHZEITS-SELFMADE-MINI-DISCO-FLASHLIGHT

7. November 2012 | Technik

Was hat denn der Martin in vierfach-grinsender Form mit einem Technical-Beitrag zu tun? Die Antwort auf dieses Rätsel gibt es gleich… weiterlesen ist angesagt.

Und jeder Hochzeitsfotograf und Eventfotograf wird sich nach dem Beitrag so einige tolle Gedanken machen können. Denn heute geht es man nicht um die inszenierte Peoplefotografie sondern um tolle Effekte bei glanzvollen Events. Hochzeiten sind dabei das beste Beispiel.

Und bevor sich jemand fragt, warum hier nur Martin zu sehen ist… Natürlich zeigen wir hier nicht einfach irgendwelche Bilder von unseren Hochzeiten. Persönlichkeitsrechte sind bei uns ausnahmsweise mal hoch im Kurs und daher steht auch die Privatsphäre dieser Menschen auf den Bildern nicht zur Disposition.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Bäm…Also, direkt aus der Flashgym Bastelkiste, es dreht sich hierbei um ein „selfmade“-Mini-Discolight. Diese vier Fotos von Martin wurden nämlich geblitzt. Und zwar im Abstand von ein paar Sekunden, ohne dass der Fotograf sich irgendwie bewegt hat oder auch nur einen anderen Knopf als den Auslöser gedrückt hat. Die Farben haben sich von sich aus gewechselt… 🙂 Vor dem Blitz. Daher auch SELFMADE-MINI-DISCO-FLASHLIGHT

Der Sinn dahinter ist, diverse Szenarien wie z.B. Hochzeit, eine Party etc. bei welchen die Lichtverhältnisse nicht so „peppig“ sind wie man sie eigentlich haben will, zu tunen mittels wenig Aufwand und Material.

Und selbst wenn dort bereits Farbstrahler (sog. PAR-STRAHLER) stehen, so ist deren Licht doch eben ein schwaches Funzellicht im Vergleich zu den Möglichkeiten von wahrem Aufsteckblitz.

Mit Aufsteckblitzen könnt ihr auf Parties und Feiern Szenen einfrieren und zusammen mit dem restlichen Licht kombinieren.

Verwendet haben wir lediglich…

  • eine Farbdrehscheibe mit kleinem Motor (Vorsticht: Benötigt Strom) und
  • eine Halterung, an der man
  • einen Aufsteckblitz (z.B.: YONGNUO SPEEDLITE YN560*)
  • mit zusätzlichem Funkauslöser*

…befestigen kann. Das Ganze geht dann spielend an ein Stativ oder eine  Superclamp*.

Hier sieht man den ursprünglichen Punktstrahler m. Farbwechsler im regulären Einsatz aus dem PA-Bereich und hier gibt es nur den Farbwechsler für ein paar kleine Euronen. LINK (*SHOPLINK)

Die Herstellkosten halten sich somit sehr gering und die Kompaktheit ist genial, natürlich unter Berücksichtigung des Stromkabels. Da arbeiten wir aber gerade an einem kleinen Bleigelakku unter der Schiene. Der Drehmoter braucht echt sau wenig Strom!

Nun, was haben wir an Bastelzeugs denn alles benötigt um eine solche Halterung zu bauen.

Man nehme…

  • 1 Winkel
  • 1 Stahlplatte
  • 1 Farbwechsler

Den Winkel befestigt man an die Stahlplatte mit zwei Schrauben und Muttern. Dann schraubt man an das obere Ende des Winkels einen Blitzschuh (Vorsicht: Dieser Blitzschuh benötigt eine spezielle Schraube mit US-Zollgewinde!).

Ihr solltet den Abstand von Blitz zu Farbplatte mitsamt des Auslösers und des Blitzschuhs messen. Damit es nachher passt. Wir haben auch 3 Löcher in den Winkel gebohrt. Sieht man auf dem nächsten Foto auf der unteren Seite des Winkels. Damit können wir die Entfernung verändern.

Das andere Ende der Stahlplatte kann man nun in den vorhandenen Schlitz des Drehmotors stecken. Hier vorher auf die Breite der Stahlplatte achten, damit diese direkt in den Drehmotor passt. Dieser hat nämlich bereits eine Befestigung und die nutzen wir direkt auch.

Sooo, soweit wäre ja schon alles fertig. Der Blitz passt drauf und Platz ist natürlich auch noch, um unter den Aufsteckblitz noch einen Funkempfänger zu knallen – hier ein Yongnuo RF-602*. Es geht aber auch der YN622, der ist dicker, kann aber dann direkt von der Kamera aus den Blitz steuern.

Die Traumkombo an diesem Discolight ist übrigens ein YN622 (*SHOPLINK) der von der Kamera den TTL Blitz steuern und regulieren kann. Dafür haben wir auch den Blitzschuh montiert. Für den 602 hätten wir ja direkt die Schraube in den Auslöser drehen können.

Noch kurz überlegen, was könnte noch Fehlen? Aha! … Noch kann man das Discolight nirgends richtig aufstellen bzw. befestigen, also nochmal ein kleines Loch in die untere Stahlplatte bohren ’nen Manfrotto Bolzen dran schrauben, den man dann problemlos auf ein Stativ bzw. Schirmneiger stecken kann und fertig ist die etwas andere Fotoausrüstung für bestimmt Anlässe. 🙂

Da mag der eine oder andere sich jetzt fragen, warum wir nicht einfach einen Aufsteckblitz mit Farbfolie verwendet haben?

Eine reine Farbfolie wäre sehr statisch und auf Dauer einfach langweilig da auf jedem Bild die gleichen Farbakzente im Hintergrund zu sehen wären. Mit diesem Drehmotor und den 4 Farbfeldern erzeugen wir bei insgesamt 2-3 solcher Blitze eine Art „Randomize-Modus“ bei dem immer unterschiedlichste Ergebnisse rauskommen. Das macht die Bilder am Schluss viel interessanter und einzigartiger!

Probiert es doch einfach auf, einen Aufsteckblitz + Funkauslöser sollte jeder zuhause haben und für die anderen Sachen reicht ein kleiner Ausflug in den Baumarkt und ins Internet. Innerhalb kurzer Arbeitszeiten bekommt man ein Interessantes Special-Light.

Schnell schnell,  bevor wir das Patent anmelden und uns zur Ruhe setzen!  🙂

Hier seht ihr den Blitz an unserem Geländer montiert. Wie erklärt, eine einfache Superclamp* reicht aus.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Und hier nochmals der Vergleich mit nur einem solchen Discolight gemacht.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Super toll ist es auch die Blitze mitsamt des Farbwechslers direkt im Bild zu haben. Die Scheibe sieht man kaum und der Effekt der Lichtquellen ist super toll auf Parties..

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Stellt euch vor was ihr auf der nächsten Hochzeit für Fotos damit machen könnt. Ihr dürft natürlich nicht alles Licht drumherum ausblenden. Es geht darum, mit dem Blitzlicht noch einen extra Kick an Licht, Farbe und Schärfe ins Bild zu bekommen. Auf Parties habe ich es oft, dass viele Fotos kaputt sind, weil gerade im Moment des Auslösens, das Partylight vom DJ wechselt oder aus ist… da sieht man dann nix mehr von der Stimmung.

Dicker Praxistipp am Ende: Positioniert das Licht am Besten ganz nahe bei den normalen Tanz-Disco-Lichtern. Da macht es am meisten Sinn und die Bilder mischen sich dabei mit dem Dauerlicht. Dazu kommt, dass da sowieso oft schon Strom liegt und der DJ kann auch etwas die Augen auf die Blitze behalten. Also vier Vorteile auf einmal.

Dazu solltet ihr eben sehr günstige Blitze und Auslöser nehmen. Keine Sorge, Leistung wird bei Nacht nicht wirklich benötigt. Meistens blitzen wir dabei so auf 1/32 oder 1/64. Jedenfalls können mit günstigen Blitzen diese dann auch schön im Vorfeld aufgebaut werden und auch ruhig ganz oben über den Partyleuchten bleiben.

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Kommentare (8)

8 thoughts on “TECHNIK: DIY HOCHZEITS-SELFMADE-MINI-DISCO-FLASHLIGHT

  1. Und jetzt befestigt man noch 4 Schrauben auf der Welle des Farbrades und montiert einen Sensor, an dem diese Schrauben vorbeidrehen. Diesen verbindet man dann mit dem Fernauslöser-Eingang und hat mit jeder umdrehung automatisch 4 Bilder exakt in der Mitte der jeweiligen Farbfläche.

    Zum losfotografieren muss nur der Motor eingeschalten werden.

    Alternativ zu diesem dicken Motor könnte man sicher auch einen Servo aus dem Modellbau nehmen, der an Batterien läuft.

  2. Hi! Ist ja ein ganz netter Effekt, nur denke ich, dass Party/ Eventfotografie von der beweglichkeit lebt und man mit der kontruktion eher ortsgebunden ist…bzw auch vllt etwas komisch beäugt wird 😉

    da benutze ich dann doch lieber einzelne farbfolien die ich dann öfters mal wechsel…

    trotzdem nettes tutorial!

    Gruß Chriss

  3. Endlich habt ihr das Basteln entdeckt. Find ich gut.

    Mit Batterie gehn auch so Spießdreher fürn Grill.

    Beim rumtragen aufpassen da wenn man den Stecker in der Hand hat und am Farbrad dreht kommt Strom rauß und man erschrickt.

  4. Hallo Zusammen

    wollte mal fragen: ich habe mir das Ding bestellt, nur die Scheibe dreht sich so langsam,oder das liegt an mir( das ich so bißl hektiger bin). Ich habe das gefühl, daß der Motor unter dem gewicht der Scheibe(????) aufhört zu drehen. Ist bei euch auch so???? Oder stimmt mit meinem Motor was doch nicht????????

    LG, Veronika

  5. Sehr gute Idee!

    Habe bisher mit Folien gearbeitet und empfand die Ergebnisse recht statisch.

    Habe auch im Heimstudio den Hintergrund farbig geblitzt. Hier sie Folien wechseln kostet zus. Zeit & lenkt das Model ab.

    Vielen vielen Dank, dass ihr eure „Patente“ in die Masse streut 🙂

    VG,

    Hauke

  6. „folien wechseln kostet zeit und lenkt das model ab?“ 😀 ich mein ist ja jedem selbst überlassen, aber farbfolien sind doch umsonst (die von rosco für systemblitze zumindest), viel leichter zu transportieren, flexibler in der farbwahl und um einiges leichter anzubauen.

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