16.3.2012    16

TECHNIK: DICKER, GRÖßER, LÄNGER, NEUER!

16. März 2012 | Technik

Irgendwie werden Technik-Beiträge in Fotoblogs mit neuer Technik, mehr und mehr Power und oft noch viel mehr Geld gleichgesetzt. Technikbeiträge haben immer irgendwas mit haben zu tun. Das hat auch Hand und Fuss, denn auch wir geben euch ja Ausrüstungstricks um euer Geld zu sparen und euch die Sachen an die Hand zu geben, die uns selbst helfen.

Aber genau aus diesem Grund machen wir heute mal was Anders. Wir drehen den Spieß um. Die nachfolgenden Fotos sind allesamt von uns gemacht und zwar mit unglaublich wenig Ausrüstung. Die Fotos sind teilweise 4 Jahre alt. Gemacht wurden die Bilder mit sehr „simplen“ Objektivem wie dem Kitobjektiv EF-S 17-85mm* oder dem äußerst günstigen 50mm 1.8 II*. Beide Linsen sind absolut nicht am oberen Ende der Qualitätsstaffel angesetzt. Ein schäbiges Lensbaby ist auch unter den Bilder dabei!

Kameras waren allesamt nur eine heute alte 30D*, 3 Fotos wurden mit einer Canon 550D* gemacht und 2 Fotos hatten als Mama eine EOS 60D*. Klar, teilweise war noch ein Aufsteckblitz im Einsatz, bei einem Foto auch ein 400 € Billigringblitz.

Überlegt mal, seht ihr auf den Fotos welches Foto mit einer 30D oder einer 550D gemacht wurde. Seht ihr den Unterschied zwischen der Festbrennweite oder dem Kitobjektiv? Sieht man überhaupt den Unterschied zwischen Kameras die 4 Jahre auseinander liegen?

Natürlich sind die Bilder hier in minimalster Größe und nicht als Drucke sichtbar. Aber trotzdem, wo werden denn die meisten Bilder gezeigt? Was macht ihr mit euren Fotos? Wozu braucht ihr die? Und selbst wenn, wäre der Unterschied der Auflösung wichtiger als der Look, die Tiefe, der Style und die Erscheinung.

Denkt doch mal bitte drüber nach und fragt euch selbst. Wieviel eurer Ausrüstung ist notwendig? Wir selbst haben bei der ganzen Fotografie für das ETTL eBook wieder gelernt welch tolle Fotos man mit einfachsten Mitteln machen kann.

So long… viel Spaß mit den Bildern die mit unsere sooooooo veralteten Technik gemacht wurden.

TECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

PS: Wir wollen mit diesem Post nicht darauf hinaus, dass Technik nichts ausmacht. Technik kann Dinge ermöglichen, genauso wie Technik auch einschränken kann. Es geht nicht darum eine schwarz/weiß Sicht auf die Dinge zu geben. Wir selbst nutzen auch oft mehr als nur eine 60D mit Kit-Objektive. Dieser Post soll zum Denken anregen, darüber, wann eigentlich die Ausrüstung wirklich wichtig ist und wann nicht. Wir sind aber selbst immer wieder erstaunt wie gut die Technik von heute ist, selbst wenn diese Technik oft als „Einsteiger“ oder „Billig“ verschriehen ist. Wir denken bloß, dass es zu viele Leute gibt, die Technik so weit auf der Prio-Liste nach oben schieben, dass es auch mal Sinn macht zu zeigen, was wir selbst aus einfacher Technik für Bilder bekommen. Und ja, Krolop & Gerst sind Technikjunkies… 🙂 Aber weg sagt, dass nicht auch wir was lernen können. Und gerade weil wir so süchtig nach neuer Ausrüstung und dem absoluten Optimum sind, ist dieser Beitrag ja umso aussagekräftiger.

Martin & Marc

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Kommentare (16)

16 thoughts on “TECHNIK: DICKER, GRÖßER, LÄNGER, NEUER!

  1. Hallo,

    ich bin mal wieder hin und her gerissen. Zum Einen unterstütze ich die eigentliche Aussage, die Ihr hier macht – (an der richtigen Stelle) einfaches Equipment reicht oftmals völlig aus. Technikschlachten verbessern qualitativ keine Bilder.

    Zum Anderen teile ich aber einige der Argumente nicht (ganz).

    1) Das 50 1.8er ist schlichtweg kein billiges Objektiv – es gehört sicherlich nicht zu den oberen 10%, aber sehr weit darunter ist es nicht angesiedelt. Und Preis/Leistungsmäßig sticht es mit sehr weitem Abstand jedes andere Objektiv aus. Gehört mMn. aus diesem Grund in jede Fototasche (außer man kann sich eines aus den anderen 10% leisten >:-))

    2) Es stimmt: die meisten Bilder schaffen es über Webgröße nicht hinaus. Noch mehr landen allerdings im Mülleimer – beide sind nicht das Maß, an dem sich ein Fotograf orientieren sollte. JEDES Fotos könnte DAS Foto sein. Soll heißen: ich nehme IMMER mit größtmöglicher Sorgfalt auf. Frühestens bei der Bearbeitung kann ich dann abschätzen, ob es auch mal weniger Sorgfalt braucht (und kann auch schon mal daneben gehen).

    Es kommt ja durchaus mal vor, dass Fotos in voller Größe angefragt werden. Bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis das mal passiert ist. Mittlerweile kommt das aber durchaus vor – auch bei Bildern aus früheren Jahren. Und konnten dann z.T. doch nicht verwendet werden, weil die Qualität zu schlecht war.

    Kurzum: so (verkürzt) wie Ihr bei _diesem_ Aspekt argumentiert, leistet man der Mittelmäßigkeit Vorschub.

    Wichtiger finde ich herauszustellen, dass es bei einigen Dingen z.T. eben gar keinen Qualitätsunterschied macht, wenn man keine Unsummen für Technik ausgibt (was Ihr ja dankenswerterweise meistens ja auch macht) – und zwar auch bei 100% Ansicht.

    Wo Technik(schlachten) Sinn machen, ist mMn. dort, wo Geld damit verdient wird und/oder immer alles und das sofort möglich sein soll.

    Als Amateur kann ich ein Bild auch mal sein lassen und eine Bildidee an die Verhältnisse anpassen – ein Profi kann das nicht…

    Die Bilder, die dann entstanden sind, brauchen sich aber der verwendeten Technik wegen in der Qualität in nichts nachzustehen. Da bin ich dann wieder voll bei Euch 🙂

  2. Ein Grund warum ich auch nicht mehr in Fotoforen bin, da geht’s ja wirklich nur um Technik und die meisten vergessen vor lauter Pixelzählen und ISO-Rauschdisskussionen das fotografieren an sich.

    Neue Technik macht Spaß und ist auch für viele Bereiche angemessen. Und wenn man es sich als Amateur leisten kann finde ich es auch in Ordnung wenn man sich mal was gönnt, aber das fotografieren sollte bei all dem Technik Hype nicht vergessen werden…

  3. Es gibt halt Bereich der Fotografie da ist Technik Maß der dinge, wer viel Sport oder Konzerte Fotografiert wird Lichtstärke und ein Gutes ISO verhalten zu schätzen wissen. Alles andere geht halt doch auch mit einfachen Mitteln. Und der Unterschied zwischen 15 bzw 22 Megapixeln ist halt nicht so groß. Ihr könntet ja mal ne Umfrage machen in welche Formate die meisten hier ausgeben lassen. Wette für die meisten wären 2-4 MP schon mehr aus ausreichend;)

  4. Manchmal muss man leider auf „Bling Bling“ machen um „Katsching“ in der Kasse zu haben.

    Es gibt Kunden die das sehen wollen.

    Die haben sonst nicht das Gefühl ihr Geld gut „angelegt“ zu haben.

    Echt schade.

  5. bis letztes jahr habe ich mit meiner im jahr 2003 gekauften eos 10d gearbeitet, eine der ersten die in deutschland auf den markt kamen. nun hab ich etwas aufgerüstet und hab mir eine „neue“ gebrauchte zugelegt, eine eos 20d. die ist ein bissl schneller in den serienbildern (wenn ich das mal brauche^^). dieser ganze kram – die jagt nach pixeln, hat mich noch nie wirklich interessiert und dass ich mit weniger als 10mp arbeite, war noch nie wirklich ausschlaggebend für meine bilder bzw. „kunden“.

    statt in neue kameras habe ich mein geld lieber in ordentliche objektive investiert, da hat man am ende mehr davon. zugegeben, ein etwas größerer kameramonitor und eine bessere rauschreduktion wären schon manchmal ganz schön, sind aber letztendlich nicht kriegsentscheidend 😉

    lg, markus

  6. Ich habe Fotos gesehen, die mit der sog. Quicksnap von damals geschossen wurden und war echt baff e. Es kommt wirklich nicht immer auf die beste Ausrüstung an.

  7. Hi! auch von mir mal ein großes Lob für die Fotos…wie immer sehr gut gelungen…vor allem das Streulichtfoto macht echt was her! ist ja im prinzip wie beim Sport, wo z.b. der Weltbeste Golfschläger noch keinen Weltbesten Golfer ausmacht…in dem Sinne: Be creative! 🙂

    Chriss

  8. Vollkommen eurer Meinung, nur leider kommt es im Business, zumindest bei mir, immer öfter vor, dass du einfach bei einem Auftrag mit schwerem Geschütz auffahren mußt, egal ob es wirklich nötig ist oder nicht, aber der Kunde erwartet das so, aus und basta.

    Schade, dass man heutzutage leider sehr oft blenden muss um gute Aufträge zu bekommen, welche man auch sehr leicht mit vielleicht nur 1/4 des eingesetzten Equipments gleich gut erfüllen könnte – tja leider, die Kunden bestimmen den Markt!

  9. Mal abgesehen von den Leuten, die immer die neueste Technik einsetzen müssen (geschäftlich oder wegen der Leistung):Canon,Nikon und alle anderen geben Millionenetats aus, um Menschen davon zu überzeugen dass man immer das Neueste braucht um gute Bilder zu machen. Die Werbung wirkt. Und das wird sie auch immer. Wer eure Botschaft hören will, der hört sie auch. Bei anderen hilft es auch nix.

  10. Ich habe „nur“ eine 60d mit verschiedenden objektiven, auch das 50mm 1.8 – das langt alle mal für normale Kunden im Portrait bereich wo es selten über A3 gedruckt wird. Ich sehe also kein grund mir eine 5d mark II oder mark III zu kaufen auch wenn ich sie gerne hätte 😛 – wenn ich ein Kunden hab der wirklich großformat haben will dann ist es immer noch wirtschaftlicher mir eine im fachhandel auszuleihen! Die jungs von Calmuet haben super konditionen und echt alles im Lager 😉

  11. Ich fand es immer sehr spaßig, als ich in div. Nikon Workshops unterwegs war.

    War mit meiner kleinen und inzwischen uuuuralten Nikon D200 unterwegs. Damit war es das kleinste, älteste Modell am Set. Die Ergebnisse wiederum waren -Idee sei Dank- lange *nicht* dementsprechend 🙂 Es nützt das schwerste Geschütz nichts, wenn der Fotograf nicht mit dem Model kommunizieren kann…

  12. Vorab: Die Beispielbilder sehen großartig aus, keine Frage.

    Aber mich würde ebenso sehr interessieren, wie viel Photoshop in den Bildern steckt? Das Thema Photoshop (will ich nicht überschätzen, schließe mich grundsätzlich meccenandy an) ist unlängst nicht zu vernachlässigen. Wieviel von der Qualität der obigen Beispielbilder kann man ohne Photoshop erreichen, muss man photoshoppen?

    Daher würden mich die ungeschminkten Versionen der obigen Beispielbilder stark interessieren…

  13. Dem kann man nur zustimmen. Als ich vor 2-3 Jahren meine D-SLR kaufte stand ich auf Grund des begrenzten Budgests vor der Entscheidung neue 3-stellige oder gebrauchte 2-stellige. Für mich war das Gefühl dass ich die Kamera blind bedienen kann und sie angenehm in der Hand liegt immer wichtiger als das letzte bisschen Technik – somit fiel bei mir die Wahl auf 20d + 1.8/50mm + Yongnuo Blitz samt Fernauslöser und einen Faltreflektor. Für mich war es die richtige Entscheidung da ich die 2-stelligen Canons von der Handhabung und Form einfach liebe. Das es eine alte 20d Lady es sich dabei nur um die alte 20D Lady handelt hat mich bisher zumindest in meinem Anwendungsgebiet kaum eingeschränkt. (bei Sport oder low-light Situationen würde es wohl anders ausschauen)

    Am wichtigsten ist dass man sich mit seinem Setup wohl und vertraut fühlt. Im Idealfall sollte man sich doch nach den ersten Tagen überhaupt keine Gedanken mehr um die Technik machen müssen.

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