TECHNIK: DAS "WIRKLICH" EXTERNE BACKUP // Teil 2

13. Mai 2010 | Technik

Viele von euch haben ja nach dem Artikel zum externen Backup nach unserer Dateistruktur gefragt. Das soll es heute dann auch wirklich geben, da wollen wir nichts verschweigen.

Vorab aber noch ein kurzes Wort zum Beitrag von vorgestern. Natürlich gibt es im Bereich BACKUP viele Lösungen und keine ist perfekt und die meisten haben Makel. Unsere Lösung hat den Haken darin, dass man nicht unbegrenzt oft die Festplatten bzgl. des Steckers verbinden kann, dass Daten geklaut werden können, dass man nie weiß, ob wirklich die ganz enorme Datenmenge auch kopiert wurde und dass so ein Koffer auch mal fallen kann. Ich würde bloß sagen, in Anbetracht der Kosten von wirklichen 70 € pro TB ist die Lösung nicht zu schlagen und die Risikon von oben sind beim Vorhandensein von 2!!! Koffern noch erträglich. Für uns jedenfalls. Cooler wäre es natürlich, wenn wie von Zauberhand alles direkt 100km weit weg gebeamt werden würde, jedes Bit und Byte….

So, jetzt zum Thema Datenstruktur. Ich denke, auch hier haben wir wieder das Problem. Man muss ein System für sich selbst entwickeln, womit man aus der natürlichen Logik des eigenen Kopfes heraus klar kommt. Das bedeutet, dass Wichtigste ist, dass man es selbst als logisch und verständlich ansieht. Es muss garnicht objektiv perfekt sein, sondern subjektiv muss es perfekt sein. Denn so gut die Struktur auch ist, man muss die Daten trotzdem per Kopf verknüpfen können. Was bringt eine Sortierung nach Datum, wenn ich keinen Kopf für Daten haben.

Jemand mit einem Personengedächtnis muss demnach die Struktur auf Personenbasis anlegen.

WICHTIG AN DIESER STELLE: Die Struktur wird von einem selbst bestimmt!!!

Kommen wir mit diesem Hintergrundwissen also direkt zu unserer Dateistruktur.

JAHR

—-VORGANG

——–(SHOOT 1 – DATUM)

————RAW

————AUSWAHL_RAW

————DATENSÄTZE

————AUSGANG

————BILDBEARBEITUNG

Wir speichern in dieser Art und Weise. Ich habe ein sehr personenabhängiges Gedächtnis und kann mich zu 99% an die Personen erinnern.

Das sind die Inhalte bzgl. der Logik.

JAHR – Natürlich das Jahr wie z.B. 2010

VORGANG – Das ist der Grund des Shootings, Auftraggeber sonst was.

SHOOT 1 – Wenn es mehrere Shootings an mehreren Tagen gibt, dann wird jedes Shoot nochmals unterteilt.

RAW – Darin werden die Rohdaten gespeichert. Wieviele und was wir speichern hängt vom Auftraggeber oder der Art des Projektes ab. Wenn wir freie Tests machen, dann speichern wir ca. die doppelte oder dreifache Menge an Rohdaten wie fertige Fotos. Teilweise 20, teilweise 10, teilweise 50. Der Rest wird hemmungslos komplett und unwiderruflich gelöscht.

AUSWAHL_RAW – Die wichtigsten RAWs.

DATENSÄTZE – Mit der wichtigste Ordner. Hier werden alle Unterlagen, Schriftverkehr als PDF, Scans, Planungen, Verträge, Vereinbarungen gesichert.

AUSGANG – Alles was fertig ist.

BILDBEARBEITUNG – PSDs und alles was zur Bildbearbeitung gespeichert wird kommt dann da rein!

Wir versuchen schon auf der Festplatte so viele Ordner wie möglich anzulegen. Eine pure Datenbanklösung kommt für uns leider nicht in Frage, da wir von mehreren Rechnern und auch portabel auf die Daten zugreifen müssen und teilweise Projekte ganz außer Haus bearbeiten lassen. Wenn dann also das Projekt fertig ist, dann kommt die Festplatte mit dem Ordner geschlossen und fertig zurück, wird kopiert und fertig.

Ein externer Laptop muss aber zu jeder Zeit fähig sein, eine Datei zu finden und zu öffnen.

Das positive an dieser Lösung ist zusätzlich auch die Trennbarkeit der Daten. Man kann die Jahre auf verschiedene Festplatten verteilen und kommt damit nicht durcheinander.

ZUSATZ: Private Fotos sind nicht auf den Festplatten, die haben damit garnix zu tun. Meine privaten Fotos werfe ich allesamt in einen Ordner und nutze in Lightroom Schlagwörter. Die Dateien sind dabei nach dem Aufnahmedatum benannt.

Dat wars… morgen gibt es wieder ein LETS BOUNCE-VIDEO.

Kommentare (6)

6 thoughts on “TECHNIK: DAS "WIRKLICH" EXTERNE BACKUP // Teil 2

  1. Dieser Artikel wurde im Vorartikel in den Kommentaren gefordert.

    Nun ist er online.

    Find‘ ich persönlich klasse.

    Und schnell ging’s auch noch.

    Vielen Dank! 🙂

  2. Danke!

    noch eine Frage: Wie machst du die Auswahl für eure Websiten etc. wird dass dann komplett wo anders gespeichert. Oder hast du das nur 1x rausgesucht und hochgeladen?!?

  3. Hi Martin,

    nicht schlecht – ich mache das jetzt ähnlich. Wobei ich nicht die Datenmenge habe und noch ein stationäres Raidsystem mitspielt.

    Ich habe SyncTwoFolders angeschaut und zuerst auch verwendet. Inzwischen nutze ich die „Sync To“ Funktion von Forklift. Mein Eindruck ist: zickt weniger rum und die Visualisierung was getan wird ist besser und schneller. (Und nebenbei kommt noch ein prima Filemanager mit 🙂

    Viele Grüße,

    Stefan

  4. Hi Martin,

    vielen Dank für den Artikel. Reichte denn ein TB / Jahr bisher?

    Noch eine Zusatzfrage zu den privaten Fotos: Wird das dann nicht schnell unübersichtlich wenn >1000 Bilder in einem Ordner liegen?

    Ich hab bisher meine Privatbilder nach folgendem Schema abgelegt:

    YYYY (Jahr)

    — MM Monat(sname)

    —- YYYY-MM-DD Ereignis (Prägnanter Begriff z.B. Geburtstag von XYZ o.Ä. kann aber auch entfallen, falls nix spezifisches fotografiert wurde)

    Hier liegen JPEG Blder zur Betrachtung drin (Bisher hatte ich keinen Leistungsfähigen PC um RAW Bilder zeitig anzuzeigen :-(()

    —–RAW (Selbsterklärend)

    —–Gut (Nicht immer)

    —–Schlecht (Hier liegen noch Bilder, die u.U. vll. mal noch interessant sein könnten aber net gut genug sind, als das man sie bei einer Slideshow zeigen würde)

    Das hat eben den Vorteil, dass alles streng Chronologisch geordnet ist und keinesfalls mehr als 30 Unterordner in einem Ordner existieren (Erher nur <16)

    Würde mich freuen, wenn noch andere Ihre Ordnerorganisation vorstellen würden.

    Aber dennoch vielen Dank für den Artikel! Der Artikel zur Externen Backuplösung fand ich ebenfalls sehr interessant!

    Gruß Stefan

  5. Hallo Martin,

    gestern erst auf diesen Blog gestoßen und aus irgendeinem Zufall gleich mal diesen Artikel gefunden…

    Wirklich sehr interessant zu sehen, wie die Profis ihre Fotos speichern und strukturieren.

    Bei mir läuft das Ganze so ab:

    -YYYY (Jahr)

    –YYMMDD_Ereignis (Ereignisordner)

    —edited

    —jpeg

    —raw

    —tiff

    Ich denke mal, die ersten beiden Ordner erklären sich von selbst.

    raw – hier kommen die Fotos aus der Kamera rein

    tiff – hier landen die RAWs nach der Vorbearbeitung und Konvertierung ins TIFF-Format

    edited – hier landen die bearbeiteten TIFFs

    jpeg – hier die als JPEG gespeicherten Endprodukte

    Auf dieses System bin ich irgendwann mal in einem Forum gestoßen und es hat mir sofort gefallen und sich bis jetzt bewährt.

    Ein Kollege von mir, hat noch den Ordner „publish“ drin, in dem er die Fotos für die Veröffentlichung für Foren o.Ä speichert.

    LG Jan

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