18.6.2013    15

SIGMA 18-35MM VORABVERSION PRAXISTEST

18. Juni 2013

Die Tage haben wir einen Anruf von Sigma Deutschland bekommen. Sehr erstaunt darüber haben wir am Telefon einfach mal gelauscht, was da auf uns zu kommen könnte. War aber nix Böses sondern nur Gutes :-). Wir würden also die Möglichkeit bekommen, neue, noch unveröffentlichte Objektive zu testen und darüber zu berichten, allerdings unter bestimmten Vorgaben. Gerade diese Vorgaben sind meistens der Haken an der Sache. Nicht jedoch hier. Denn die Wünsche von Sigma waren bezogen auf Testobjektive sehr human und nachvollziehbar.

  • Es gibt Veröffentlichungstermine und man darf eben nix über ein Objektiv schreiben, bevor die Veröffentlichung nicht allgemein auch vollzogen wurde. Es gibt also klare Daten an denen Infos veröffentlicht werden dürfen.
  • Wenn Vorabversionen der Objektive geschickt werden, dann muss klar und deutlich geschrieben werden, dass Aufnahmen noch nicht aus einem regulären Objektiv aus der Serienproduktion stammen. Besonders bei Rohdaten!

Und das wars auch schon. Ok, haben wir uns gedacht… absolut nachvollziehbar und gut vertretbar auch mit unseren eigenen Blogansprüchen.

Also haben wir für einen Probelauf zugestimmt und genau dieser Probelauf ist als Resultat im heutigen Blogbeitrag zu lesen. ABER: Keine Angst, uns wurde versichert, dass Sigma so maximal 2-4 Objektive pro Jahr veröffentlicht und nicht alle davon sind überhaupt für uns interessant. Ihr werdet sowas also leider nicht sooo oft zu lesen bekommen von uns. Zurück zum Thema! Zwei Tage später hatten wir dann ein Vorserienmodell des kommenden 18-35mm mit durchgängiger Blende von f1.8 (*Hersteller) im Studio liegen. Vorserienmodell als dass es noch nicht aus der Serienproduktion stammt. Also haben wir uns das Ding angeguckt, sind zum Rhein gewandert, haben ein paar Aufnahmen gemacht, haben kurz ein Modell angefunkt im Studio für 2 Stunden vorbei zu schauen und haben weitere Fotos gemacht. Insgesamt hatten wir das Objektiv für 48h bei uns… und ich kann jetzt schon sagen, wir warten allesamt dass die Serienmodelle in den Handel kommen.

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Das Objektiv selbst (mit dem offiziellen Titel: 18-35mm F1,8 DC HSM (*Hersteller)) hat ein paar Worte verdient. Nicht klein aber auch nicht gigantisch in den Ausmaßen ist es im neuen Sigma-Design gehalten. Kaltes und poliertes Metallgehäuse. Ordentlich schwer und solide gebaut.

Besonders sind aber eben die inneren Werte und zwar  die Blende  von 18mm bis 35mm durchgängig in Verhältnis 1:1.8. Damit wird, und das kann ich jetzt schon sagen, das Objektiv jedes andere Objektiv von unseren Kameras als Standard-APS-C Objektiv vertreiben. Mit 18mm bei f1.8 kann man bei 1/40 oder 1/30 noch scharfe Aufnahmen machen und das bedeutet bei mittelhohen ISO-Werten Aufnahmen bei Kerzenschein und bei hohen ISO-Werten bei Mondschein.

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Einziges Manko am Objektivbau könnte sein, dass das Objektiv relativ frontlastik ist und sich damit das Gewicht meistens von der Auslöse-Hand weg verlagert. Sollte kein Problem sein, denn die Stabilisierungshand ist sowieso immer die Linke aber man merkt  deutlich, dass man das Objektiv eher weniger mit der Kamera halten sollte sondern eher die Kamera am Objektiv.

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Wir haben keine Testcharts abfotografiert, das überlassen wir den Magazinen und Zeitschriften. Wir machen Fotos und genau das haben wir gemacht. Mit Blitz, ohne, mit AL, wenig Licht, mit viel Licht… und dann waren wir auf die Ergebnisse gespannt und auch auf die Frage ob 35mm nicht zu kurz für Peopleshots sind.

Angefangen haben wir im Studio mit Blitzlicht. Alles wurde fotografiert an einer 7D. Problem war einfach nur die zeitliche Komponente. 48h sind nicht viel Testzeit. 🙂

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Dazu kam noch, dass es draußen den ganzen Tag in einem Stück geregnet hat. Regen pur, ohne Pause. Hat uns aber nicht aufgehalten, wir haben dann einfach Regenfotos gemacht und haben uns einen Schirm mitgenommen. Daher übrigens auch die Regentropfen am Objektiv. 🙂 Hoffe hier liest Sigma nicht mit, sonst wars das mit den Testobjektiven für die Zukunft. Aber hey… wenn so ein paar Tropfen nicht drauf kommen dürfen, dann ist es kein gutes Objektiv. Ein Kunde fragt auch nicht nach ob es ja nicht regnen dürfte wenn man eine Reportage fotografiert.

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Das sieht übrigens auf den Fotos viel weniger nach Regen aus als es wirklich war… Das Modell war nach 3-4 Minuten wirklich pitsch nass…

Sigma 18-35mm f1.8 Test Qualität Objektiv Vergleich

Also kommen wir zum Ergebnis unseres Test. Wie schon angedeutet, das Objektiv ist BOMBE einfach aufgrund der Lichtleistung in Verbindung mit der Verarbeitung. Es ersetzt das 50mm 1.8 mit unseren bisherigen 17-55mm Standard-Objektiven in einem Objektiv und kann sogar im Weitwinkel noch deutlich lichtstärker agieren. Es wird mit der aktuellen UVP von 999€ wahrscheinlich bei 750-800 € Straßenpreis enden und damit auch preislich zwei Objektive ersetzen. Der Preis ist kein Pappenstiel aber es ist auch kein Plastik-Billo-Objektiv.

Die Verarbeitung ist wertig und solide wenn auch deutlich schwerer als alle bisherigen Standard-APS-C-Zooms von uns. Wünschen würde ich mir das Objektiv ja für 36mm Kleinbild, dann würde ich auch 3000 € dafür zahlen.

Die optische Qualität hat sich als sehr gut herausgestellt. Leistungstechnisch würden wir das Objektiv etwas über dem 50mm 1.8 von Canon ansetzen und das ist von der Qualität schon ein ordentliches Level. Kein Standardzoom 18-55 oder dergleichen kommt an die optische Qualität des Sigmas heran.

Wir haben dagegen das 35mm 1.4 von Sigma vergleichen können und dagegen sind es nochmals kleine Welten. Das 35er Festbrennweitenobjektiv ist nochmals ein paar Ligen besser. Ist aber auch nicht schwer, da es unserer Meinung von der Optik her auch das Nikkor 35er und das Canon 35er schlägt.

Wir haben festgestellt, dass bei f1.8 ab und zu der Fokus bei 18mm falsch saß, während bei 35mm alles immer perfekt war. Komisch, weil eigentlich die Logik genau anders herum agieren müsste. Aber hey, das haben wir eben festgestellt, kann jetzt an uns oder am Vorserienmodell liegen. Wir sprechen hier aber auch nicht von „immer falsch“ sondern von ab und zu falsch getroffen. Und da ist die Grenze zwischen technischer Fehler und menschlicher Fehler eh sau gering.

So, am Schluss nochmals Ergebnisse, weil daran kann man erkennen wozu die Brennweite gut taugt. Es ist kein CloseUp Portrait Objektiv. Auch wenn es funktioniert, da sind höhere Brennweiten einfacher zu bedienen. Aber gerade für Ambientshots oder auch Oberkörper ist das Objektiv wahnsinnig sahne…

TECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich FotosTECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Es bleibt auf die finale Version zu warten und dann werden wir uns sicherlich ein Objektiv holen. Dafür macht es einfach zu viel Spaß f1.8 mit der Variabilität eines Zooms zu haben. Bisher musste man sich für eine derartige Freistellung und Lichtstärke immer gleichzeitig in der Brennweite beschränken. Gerade für unseren Bildstil der ja sehr oft sehr WW geprägt ist, ist auch die Brennweite großartig.

Über die finale optische Leistung gibt es derzeit noch nix von uns zu lesen. Wir haben ja oben schon was geschrieben aber verlässlich und aussagekräftig kann objektiv dann nur die finale Serien-Reihe gelten. Bis dahin müsst ihr euch also mit unserem „Feeling“ genügen.

Viel Spaß

Martin & Marc

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