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PALETTE GEAR… SPIELEREI ODER SINNVOLLES TOOL

28. Juni 2017 | Technik

Heute geht es um eine Sache von der ich nicht weiß, wie ich es richtig formulieren soll. PaletteGear ist ein modulares Bediensystem für Retusche und Videoschnitt.

Warum ich nach den richtigen Worten suche hat auch einen Grund. Die Kernfrage hinter PaletteGear ist nämlich, ob man Zeit spart anstatt eines digitalen Schiebers einen physischen Regel zu schieben und ob man wirklich was etwas gewonnen hat, wenn der ganze Tisch voller kleiner Schieber, Knöpfe und Drehregler ist. 🙂

Ich für meinen Teil muss die Frage ganz klar mit NEIN beantworten. Es macht keinen Sinn. Lightroom, Photoshop, Premiere und AfterEffects haben alle so viele Funktionen, dass man nicht wirklich etwas spart mit einigen wenigen, haptischen Reglern. Vielleicht könnte man noch mit Aktionen oder anderen Makros arbeiten aber auch die lassen sich ja auf Tastenkombinationen legen… und Tasten hat jede Tastatur reichlich.

TROTZDEM habe ich PaletteGear lieben gewonnen. Man darf sich bloß nicht belügen. Nix wird schneller oder effizienter. Es wird nur cooler und schöner. 🙂 Und ich muss sagen, das ist ein eindeutiger Grund für das System. Es macht verdammt viel Spaß damit zu arbeiten. Besser wird es nicht unbedingt aber es macht schon süchtig. Man kommt sich so etwas vor wie ein Foto-DJ, dreht an Knöpfchen und Reglern. 🙂

Modulares System

Das System von PaletteGear umfasst drei verschiedene Module die um eine Steuereinheit mit Display verbaut werden. Es gibt Schieber, Drehregler mit Druckfunktion und reine Knöpfe.

Die Verarbeitung der einzelnen Module ist makellos. Von der Haptik sind alle Geräte mit den Apple MacBooks vergleichbar.

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Die Module werden über ein magnetisches Stecksystem verbunden. Die PINs verbinden bei Berührung und bei gewöhnlicher Bedienung gehen die Module auch nicht mehr ohne besonderen Druck auseinander. Die einzelnen Blöcke halten sich nämlich gegeneinander und je größer das System wird, umso besser halten die Teile zusammen.

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Ich persönlich finde die Schieber und Knöpfe am Besten. Die Drehknöpfe sind sicherlich am sinnvollsten, vereinen sie doch Knopf und Potentiometer in einem Gerät.

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Installation & Verwendung

Das System ist kinderleicht einzurichten. Die mitgelieferte Software wird installiert und sorgt dafür dass die Module mit den einigen bestimmten Programmen bereits von Haus aus laufen. Lightroom, Photoshop, AfterEffects, Premiere und Audition sind für uns die Wichtigsten.  CaptureOne übrigens auch!

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In der Software setzt man sich für das jeweilige Programm die Funktionen einfach zusammen. Die Software zeigt sogar die jeweilige Zusammensetzung 1:1 und so lässt sich jeder Knopf direkt finden und belegen.

Auch die Farbrahmen können dabei individuell belegt werden.

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Für Lightroom hat man dabei sogar verschiedene Modi. So kann man Knöpfe im Entwicklungsmodul anders als in der Sortierung belegen.

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Kommen wir also einfach mal zu unserer persönlichen Verwendung.

Lightroom

In Lightroom haben wir mehrere Modi der Verwendung. Der sicherlich coolste und am häufigsten benutze Modus ist die Auswahl der Bilder. Wir haben einfach vier Buttons im Ampelsystem und einen Butten für das wirkliche Löschen. Die Beteiligten können die Bilder damit unfassbar haptisch auswählen und bewerten. Und es hat bisher jedem total viel Spaß gemacht 🙂 Vor allem weil alles so einfach, grafisch und verständlich ist.

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Die nächsten Modi sind etwas komplexer. Unter anderem verwenden wir verschiedene Regler um eigene Presets auf Bilder zu legen und alle Knöpfe sind immer in Verwendung um spezielle Korrekturen über Fotos zu legen. Also nochmals… wir haben Korrekturpresets wie z.B. ein Tilt-Shift-Filmeffekt oder die Aufhellung des oberen Drittels… und verschiedene Knöpfe aktivieren diese partiellen Presets.

Photoshop

In Photoshop gibt es Möglichkeiten ohne Ende. Viel mehr als es die überhaupt in Lightroom gibt. Wir haben uns entschlossen ebenfalls Aktionen auf die Knöpfe zu legen und die Regler in Ruhe zu lassen. Die zweite Hand ist sowieso ständig an der Tastatur und das andauernde Umgreifen nervt einfach total. Pinsel groß und klein, Deckkraft, Fluss, Werkzeuge… es ist einfach zu viel… Trotzdem spart es auch Zeit, wenn die wichtigsten Aktionen per Knopfdruck loslaufen 🙂

Premiere, Audition

Das würde jetzt den Inhalt des Beitrages sprengen aber ich kann behaupten, dass gerade im Videoschnitt in beiden Programmen ein wirklicher Zeitgewinn zu verzeichnen ist. Mehr als in allen anderen Programmen.

FAZIT

PaletteGear ist keine Notwendigkeit. Aber das ist kein Grund gegen das System. Ich habe auch eine 50 Megapixel Kamera und brauche die nicht zwangsweise. Ich habe nen großen Kühlschrank und ich habe einen großen Kofferraum die ich gleichfalls nicht immer brauche. Und mein Fernseher kann auch nicht groß genug sein… Das mag jetzt wenig bescheiden klingen, was ich damit aber zum Ausdruck bringen möchte ist, dass ich PaletteGear absolut geil finde. Ich krieg bloß keinen objektiven Rechtfertigungsgrund zusammen warum man es sich kaufen müsste außer dass es halt mega cool ist und super viel Spaß macht… Aber hey… seit wann ist Spaß kein Grund Geld aus dem Fenster zu werfen??? 🙂

Kommentare (5)

5 thoughts on “PALETTE GEAR… SPIELEREI ODER SINNVOLLES TOOL

  1. Danke für diese Informationen! Ob ich es brauch oder nicht weiß ich allerdings immer noch nicht ^^
    Schade, das ihr ausgerechnet auf den nach eurer Meinung größten Zeitgewinnungsfaktor in Premiere nicht eingeht. Das hätte mich echt interessiert wie die Teile den Videoschnitt bereichern 😉

  2. Hallo Martin, ich habe mir nicht diesen Porsche an Knöpfen gekauft, sondern einen MIDI Controller. Hier sind Potis und Knöpfe drauf die mit einen Tool zusammen Funktionen in Lightroom steuern können. Ob es schneller geht kann ich nicht sagen, aber die Bearbeitung ist intuitiver und ich habe die Augen die ganze Zeit auf dem Bild und bewege die Regler bis mir das Bild gefällt. Egal was auf der Skala steht. Das hat die Bearbeitung schon um einiges Angenehmer gemacht. Kostenpunkt für die „Spielerei“ 69, – Euro. Bin ein echter Fan von dieser Art Bearbeitung.

  3. Ich habe mir mit Midi2LR und einem günstiger Midi Mischer (Behringer) für 50 Euro eine sehr gute günstige Alternative geschaffen … und mir spart es auf jeden Fall Zeit weil ich es genau meinem Bearbeitungsstil anpassen konnte.

  4. Moin,
    das Thema Zeitgewinn ist ja so eine Sache..
    Bei mir kann ich das ganz klar mit Ja beantworten.
    1. die Schieber und Drehregler lassen sich viel präziser an die richtige Stelle bewegen, als mit Maus oder Touchpad.
    2. durch die angenehme haptische Arbeit verkrampfen die Finger nicht so sehr, wie bei der Mausbedienung, wenn ich 800-900 Fotos einer Hochzeit bearbeite.
    3. 95% der von mir verwendeten Funktionen habe ich blind im direkten Zugriff der linken oder rechten Hand.
    4. durch die Blume blinde und sehr direkte Bedienung behalte ich beim Verändern der Parameter das Bild im Auge – nicht den Mauszeiger und die Sliderposition.

    Insgesamt spare ich mit dem System Zeit und gewinne viel Kompfort.

    Intensiv Ausprobieren ist der beste Tip, den man zu den Dingern geben kann 😉

  5. Ich kann die Midi Lösung mit dem Behringer BCR2000 empfehlen. Habe sonst keinen Controller gefunden der um rund € 150,– soviel Drehregler bietet. Es können in LR alle 24 Schieber der HSL Bearbeitung sowie viel weitere Funktionen abgebildet werden.

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