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Canon EF auf E-Mount Adapter mit eingebautem Vario-ND Filter / Alpha 7 & 6300

13. Januar 2017 | Technik

Heute geht es um ein kleines aber sehr interessantes Teil für Sony-Fotografen. Viele Sony-Fotografen nutzen ja Canon- oder Nikon-Objektive mit einem Adapter am E-Mount. Auch wir arbeiten viel mit derlei Kombinationen, gerade wenn es um Video geht. Ich bin die Tage über eine Sache gestolpert von der ich selbst nicht wusste dass es sie gab. Einen Adapter mit eingebautem Vario-ND-Filter.

Auch wenn es sicherlich nicht der Gral aller Adapter ist, die ganzen Vorteile sind eine echte Überlegung wert. Wir haben uns den Adapter mal genauer angeschaut und unseren Review gibt es dazu heute.

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Specs

Den Adapter gibt es von Canon EOS und von Nikon F auf Sony E-Mount und ist tauglich für Cropkameras und Kleinbildkameras von Sony. Also alle Kameras der NEX, 7er und 6000er Reihe. Der Adapter kostet mit 80 € circa 30-40 € mehr als gewöhnliche Adapter.

Vorteile integrierter ND-Filter

Der größte Vorteil eines eingebauten ND-Filters ist sicherlich die Tatsache, dass man für alle Objektive nur diesen einen Filter braucht. Unterschiedliche Frontringe verschiedener Objektive waren gestern. Jeder Fotograf der mit ND-Filter arbeitet, der weiß um das Chaos in der Fototasche wenn man nur 2-3 Objektive dabei hat. Unmengen an verschiedenen Filtern fliegen wild umher.

Die Handhabung des ND-Filters ist übrigens auch einfacher. Man fingert nicht an der Frontlinse herum und tappt auch nicht versehentlich auf den Filter. Der Filter ist sicher im Adapter verbaut und ist damit auch weniger anfällig für Staub und Schmutz.

Als zusätzlicher Vorteil kommt aber noch dazu, dass der Filter aufgrund der Bauart nicht anfällig gegenüber Streulicht und Gegenlicht ist. Graufilter haben oftmals das Problem, dass die optische Qualität gerade in Gegenlicht-Situationen drastisch abnimmt. Graufilter sind erfahrungsgemäß eben sehr anfällig für quer einfallende Lichtstrahlen. Der Graufilter im Adapter hat dieses Problem ganz und gar nicht. Gegenlichtblenden können weiter verwendet werden weil der Graufilter auch nicht vorne am Objektiv bedient werden muss.

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Nachteile

Der größte Nachteil für mich ist die Tatsache, dass ich den Graufilter nie ganz „ausstellen“ kann. Mindestens eine Blende kostet mich der Adapter immer und zu jeder Zeit. Das Problem dass der Adapter rein manuell ist und weder die Übertragung der EXIF-Daten noch elektronische Steuerung Blende oder gar Fokus übernimmt finde ich zusätzlich schlecht. Damit fallen eben viele Canon Objektive ohne Blendenring eigentlich aus dem Spektrum heraus. Wobei viele gute, alte Nikon Objektive einen Blendenring besitzen und damit wieder vollumfänglich nutzbar werden.

Vergleichsfotos

An dieser Stelle wird der aufmerksame Leser sich sicherlich nach der Qualität des Filters erkundigen wollen. Adapter selbst erhöhen ja bloß das Auflagemaß und haben KEINERLEI Einbußen in Punkte Abbildungsqualität. Der ND-Filter, gerade als Vario-ND Filter, könnte das aber verändern.

Von daher mache ich es kurz und schmerzlos. Ja, man verliert optisch etwas Qualität wegen des Filters. Die teuersten B&W ND Filter kosten weit im dreistelligen Bereich für ordentliche Frontdurchmesser und selbst die haben gewisse Einschränkungen für die optische Darstellungsqualität. Ein Vario-ND Filter für 20-30 € kann nicht ohne Einschnitte funktionieren. ABER! Es ist in vielen Fällen jetzt auch kein Weltuntergang und vor allem setzt man einen ND-Filter ja auch nicht zum Spaß ein. Man setzt einen ND-Filter ein um Bewegung und Verschmiereffekte zu erzeugen und die sind die Inkarnation von Unschärfe :-)… aber ich möchte das auch hier nicht künstlich schön reden. Die Qualität der Linse wird beeinträchtigt. PUNKT! Wobei gerade für Video mir die farbliche Verschiebung aufgrund der fehlenden RAW-Informationen mehr Sorgen machen als die Schärfe-Einbußen. Diese können oftmals durch ordentliches Nachschärfen im fertigen Ergebnis sehr stark reduziert werden. Auch wenn es keine sexy Lösung ist, es ist eine pragmatische Lösung in der Praxis.

Aber sehen ist besser als lesen und daher gibt es hier wieder unsere bekannten Vergleichsschieber.

Die Vergleichsfotos im Anhang zeigen ungefähr die Qualität des Filters. Wir haben absichtlich ein 100mm Makro auf f2.8 genommen. Das Makro Objektiv bringt selbst die geringste Anzahl an Fehler mit ins Bild und man kann jegliche Qualitätsreduzierung sehr gut erkennen.

Alle Bilder wurden mit den selben Einstellungen fotografiert und entwickelt.

Optische Leistung – Schärfe

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Optische Leistung – Farbverschiebungen

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FAZIT

Ich denke, viele Sony-Fotografen werden sich über diesen Adapter-Tipp mega freuen und sollten die 79,99  € bei EnjoyYourCamera wirklich überlegen. Die Qualität ist solide, die Möglichkeiten für den entsprechenden Kostenfaktor sind mannigfaltig und die qualitativen Einschränkungen bei maximaler Abdunklung von 8 Blenden ist in der Praxis auch zu verkraften wenngleich wirklich sichtbar!

Liebe Grüße

Euer Martin

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