22.11.2009    15

NIKON CLS JORNS TEIL 10: YAST – YET ANOTHER SETUP TUTORIAL … :)

22. November 2009 | Nikon CLS

ANDREAS JORNS

Da sich die Outdoor-Saison nun langsam aber sicher dem Ende zuneigt, hat man wieder etwas Zeit, die Dinge aufzuarbeiten, die in den letzten Wochen liegen geblieben sind. Viel Arbeit, aber das schöne ist, dass dabei dann auch wieder der ein oder andere Beitrag für den CLS-Blog dabei herausspringt … 😀

Heute mal ein Beispiel aus der CLS-Praxis; ein kleines Setup-Tutorial, entstanden während eines Workshops im Sommer, den ich gemeinsam mit Martin in Köln veranstaltet habe. Das Wetter war genau so bescheiden wie aktuell (nur der Regen war wärmer …), aber schlechtes Wetter gibt’s für Fotografen ja nicht, wie wir alle wissen. Um die Blitzelektronik zu schützen, haben wir uns dann allerdings doch weitgehend unter einer Fahrbahnbrücke auf einem menschenleeren Parkplatz zurückgezogen. Sexy Location ist eigentlich anders …

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Die Grundidee, die hinter der Aufnahme steckt (Ergebnis siehe unten): Wir wollten es etwas düsterer gestalten als es in Natura war (siehe zum Vergleich die Making-Of-Aufnahmen). Erreicht haben wir dies durch eine Unterbelichtung von etwas mehr als zwei Blenden.

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Um die Location in das Bild zu integrieren und gleichzeitig einen Spannungsbogen (im wahrsten Sinne des Wortes …) zu erzeugen, kam ein Weitwinkel zum Einsatz (hier 24 mm).

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Wichtig dabei ist die Kameraposition in Bodennähe, die anschließend leicht nach oben gekippt wird. Da man als Fotograf selbst natürlich nicht unter die Asphaltdecke kriechen kann, muss man sich mit No-Look-Shots begnügen (ignore your viewfinder). Wenn der Setaufbau richtig geplant ist und das Model mitspielt, stellt das überhaupt kein Problem dar. Zusätzliche Dynamik kommt durch den künstlichen Wind von links (vielen Dank noch mal an die „Wedler“!). Das Model sollte sich wegen des Einsatzes des Weitwinkels nicht allzuweit von der Kameraposition stehen – schließlich soll es am Ende ja noch als People-Aufnahme durchgehen. Tipp: Um beim Einsatz eines Weitwinkels aus niedriger Position trotzdem einigermaßen „passende“ Körperproportionen zu erhalten, sollte sich das Model während der Aufnahme in Richtung Kamera vorbeugen! Ansonsten gibt’s lange Beine und einen kleinen Kopf … 😉

Okay, wie haben wir es gemacht? Im Prinzip ganz simpel …

skizze_sabrina

Das Hauptlicht kommt von vorn, leicht zur Seite versetzt und mit Durchlichtschirm gesoftet. Durch die breitere Streuung des Lichtes erhalten wir trotz der allgemeinenUnterbelichtung auch noch ein wenig Zeichnung an der Brückendecke oberhalb des Models. Als Effektlichter haben wir zwei SB-800 mit Zoom-Reflektorstellung 105mm (Maximum beim 800er) eingesetzt (eingestellt auf Gruppe B); das Hauptlicht (Gruppe A), das weicher kommen und mehr streuen soll, erhält die Reflektorstellung 50mm.

nikon-cls-sabnikon-cls-sab

Insbesondere beim Einsatz von Effektlichtern wird man schnell feststellen, dass man mit Automatiken nicht sehr weit kommt, wenn es nicht langweilig werden soll – die kamerainterne Messung weiss ja auch nicht, welchen Effekt wir haben wollen (in diesem Fall volle Leistung)! Daher haben wir bzgl. der beiden Blitze in Gruppe B den manuellen Modus mit voller Blitzpower (1/1) gewählt. Das Hauptlicht in Gruppe A wurde iTTL-gesteuert. Ich empfinde es als großen Vorteil des CLS-Systems von Nikon, dass man nicht auf die TTL-Modi beschränkt ist, sondern die verschiedenen Systeme mischen kann). Master war ein SB-900.

007

Und das Ergebnis? Hier sieht man, dass Regenwolken durchaus ihren Reiz haben können … 😉

2009-07-12_Sabrina_78

Um das Ganze zu optimieren, nimmt am Besten weniger auffällige Stative (die kleinen schwarzen), die man anschließend (sofern man denn will) mit Photoshop & Co. bequem wegretuschieren kann. Abschließende Tipps: Je kleiner die Blende, desto schöner der Strahlenkranz des Blitzes! Filter abschrauben und Objektiv putzen – somit vermeidet man unschönes lens flare (Festbrennweiten sind diesbezüglich unempfindlicher als Zooms).

Da war’s für heute – demnächst geht’s weiter mit dem Thema Lichtformer!

Einstweilen wünsche ich „Gut Licht“!

lg Andreas

Kommentare (15)

15 thoughts on “NIKON CLS JORNS TEIL 10: YAST – YET ANOTHER SETUP TUTORIAL … :)

  1. Sehr schöner Beitrag. Den muss ich mir jetzt mal in Canonsprache übersetzen 😉 und versuchen nach zu machen. (so weit es geht)

    Zum Thema kleine schwarze Stative. Ich benutz die günstigen (9,95€) Notenstative vom Aldi für Kompaktblitze. (Papierhalter abgerissen und Blitzschuh drauf geschraub) Haptvorteil sehr klein und leicht bei max.Höhe des Blitzes um 1,80m.

  2. obmiT :

    Ich benutz die günstigen (9,95€) Notenstative vom Aldi für Kompaktblitze. (Papierhalter abgerissen und Blitzschuh drauf geschraub) Haptvorteil sehr klein und leicht bei max.Höhe des Blitzes um 1,80m.

    Bei Aldi gibt’s so was?! Cool, muss ich ausprobieren 🙂

  3. Sehr ansehnlicher Beitrag! Insbesondere die keinen Tipss am Rande (Model nach vorne beugen lassen, „Wind“ von der Seite, Kameraposition, Reflektorstellung der Blitze) etc. sind sehr wertvoll!

  4. Hi,

    sehr schicker Beitrag, wiede rmal sehr aufschlussreich.

    Eine kurze Frage habe ich noch, da ich noch relativ neu vom Fach bin ;D.

    Der Master (SB 900).. war der auf der Kamera?

    Über ein kurzes Feedback würd eich mich freuen ;D

  5. wow. genau diese tutorials machen eure seite so lesenswert!

    da bekommt man jedes mal sofort lust das selber umzusetzen….

    danke dafür und weiter so!

    danke auch an die gastautoren!

  6. Hallo AJ,

    vielen Dank für deinen aufschlussreichen Beitrag.

    Das Foto kannte ich ja bereits aus dem NF-F-Forum, aber erst die Entstehungsgeschichte macht die Serie komplett.

    Würde mich sehr freuen, wenn du in noch kürzeren Abständen posten würdest. :~)

  7. @Marcel: Der SB900 war als reines Steuergerät auf der Kamera, aber ohne Blitzfunktion (siehe die Einstellung — bei „M“).

    @luxleik: Zum Thema „Posten in kürzeren Abständen“: Damit hast Du Martin eine schöne Steilvorlage geliefert … jetzt hat er wieder ein Argument mehr, wie er mich trietzen kann … 😉

  8. Auch vielen Dank von mir für diesen Beitrag! Genau so kann man den Weg des vollständigen Bilder „begreiffen“ und hat richtig Lust das beim nächsten (eigenen) Shooting mal zu testen.

  9. @AJ: Gerne doch … oder … auf Einzelschicksale kann man leider nicht immer Rücksicht nehmen. 😉

    Macht das unter euch aus, hauptsache das Ergebnis ist in unser aller Sinne. Danke

  10. Hab versucht, das Setup nachzustellen. Selbst bei Reduzierung der manuellen Blitze auf 1/4, gleichen meine Bilder eher einer nuclearen Katastrophe.

    Trotzdem schöne Serie.

  11. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.

    Es ist echt toll, wenn Leute Zeit opfern um fundiertes Wissen

    frei zur Verfügung zu stellen welches man in den Hochglanzprospekten

    der Hersteller vermisst.

    Mich inspiriert das ungemein und BITTE mach weiter mit dieser Serie 🙂

    (kann man dich irgendwie Sponsoren/als Coach buchen?)

    Grüße,

    Lars

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