4.12.2009    27

NIKON CLS JORNS TEIL 11: LICHTFORMER AM AUFSTECKBLITZ

4. Dezember 2009 | Nikon CLS

ANDREAS JORNS

Noch rechtzeitig zu Weihnachten gibt’s von mir eine Geschenkempfehlung – verpackt als Mini-Beitrag für die CLS-Tutorialreihe … 😀

Ein grosses Manko unserer ansonsten so praktischen Aufsteckblitze ist seine harte, stark gerichtete Lichtcharakteristik, die sich „von Natur aus“ konstruktionsbedingt (leistungsfähige Miniblitzröhre auf kleinstem Raum) auch nicht ändern lässt. Der reine Blitz gibt sein Licht kräftig, gerichtet und in einem bestimmten Strahlungswinkel ab. Er erzeugt dabei kräftige Kontraste, starke Reflexe und tiefe Schatten. Genau wie bei professionellen Studioblitzen, gibt es auch für die Aufsteckblitze unterschiedlichste Lichtformer, die helfen, die charakteristische Wirkung des Aufsteckblitzes zu verändern. Das populärste System ist hierbei sicher das Flash2Softbox-System. Ein anderes System ist das Set von Walimex, das ich vor einigen Wochen erworben habe und das ich nach mehrmaligem Austesten durchaus empfehlen kann. Es beinhaltet eine ganze Reihe von unterschiedlichen Lichtformern, die sehr einfach an den Blitzkopf adaptiert werden können.

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Dieses Sammelsurium findet man nach dem Auspacken vor. Passt alles in einen handlichen Karton, den man „on location“ stets dabei haben kann. Im Einzelnen sind dies folgende Lichtformer, deren Wirkung ich weiter unten veranschauliche:

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Von oben links: Softbox, Beautydish, Blitzball, Wabe, Snoot und Lichtklappe.

Herzstück des Systems ist der Adapter, den es für verschiedene Blitzgeräte gibt und einzeln nachgekauft werden kann, so dass sämtliche Lichtformer auf verschiedenen Aufsteckblitzen eingesetzt werden können. Gut zu wissen, da ja der SB-900 und der SB-800 in den Reflektormaßen deutlich voneinander abweichen (dagegen haben der SB-800 und der SB-600 das gleiche Maß!).

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Links die Rückeite des Adapters, die auf den Blitzkopf gesteckt wird. Das Ganze so stramm, das ein versehentliches Abrutschen nicht passieren kann. Rechts die Vorderseite des Adapters. In die vier Klemmen werden sämtliche Lichtformer einfach eingesteckt. Ersatzclips werden mitgeliefert, für den Fall, dass mal eine beim Verkanten bricht (ist mir noch nicht passiert).

Wie steht’s jetzt mit der Lichtcharakteristik der verschiedenen Lichtformer? Sind die Unterschiede überhaupt sichtbar? Vorab: Das sind sie sehr wohl, wenngleich man keine Vergleiche zu Studioblitzen anstellen sollte, die allein aufgrund ihrer Leistung ganz andere Möglichkeiten beinhalten. Denn: Man sollte sich immer vor Augen halten, dass selbst die leistungsstärksten Aufsteckblitze nicht annähernd an die schwächsten Studioblitze herankommen, was die Blitzpower anbelangt. Und die ist insofern relevant, als ja jeder Lichtformer zum Teil ganz erheblich an der Blitzpower „knabbert“. Ein Ganzkörperportrait aus 10 Meter Entfernung mit Softbox ist schlicht nicht drin mit Aufsteckblitzen, aber darum soll es heute nicht gehen. Wir betrachten hier vielmehr die Vorteile der Aufsteckblitze bzgl. Kompaktheit und Flexibilität vor Ort.

Zur Veranschaulichung habe ich eine komplette Serie mit einem Model geshootet, das schön ruhig hält (ca. 2,50m vor dem weißen Hintergrund), so dass wir einen prima Vergleich über die Blitzwirkung erhalten … 😀

Ein SB-800 entfesselt im Slave-Modus von vorn links (ca. 35°) mit ca. 1 Meter Abstand zum „Model“; iTTL-gesteuert. Kamera mit SU-800 auf Stativ. f5,6, 1/160s, ISO800 (um die Blitzröhre zu schonen).

1 ohne-lichtformer

ohne Lichtformer

2 softbox

Softbox

3 beautydish

Beautydish

4 kugel

Blitzball

5 wabe

Wabe

6a snoot (breite wabe)

Snoot

7c klappe

Klappe (Beispiel)

Das weicheste Licht liefert der Blitzball und mit Wabe und Snoot erhalte ich wunderbar fokussiertes Licht ohne Streuung auf den Hintergrund, der bei diesen Beispielen in’s Schwarze „absäuft“. Softbox und Beautydish liefern einigermaßen weiches Licht, streuen aber wie der Blitzball erheblich, so dass man bei einer ausgeklügelten Lichtsetzung gezwungen ist, mit Abschattern zu arbeiten. Insgesamt zeigen die Beispiele aber, das mit ein wenig Probieren zu gelungenen und vor allem abwechslungsreichen Lichtsettings kommen kann.

Zum Abschluss hier noch eine Bezugsquelle für das o.g. Set (bitte an den jeweiligen Lebenspartner weitergeben … ;)).

Frohe Weihnachten! 😀

 

lg Andreas

Kommentare (27)

27 thoughts on “NIKON CLS JORNS TEIL 11: LICHTFORMER AM AUFSTECKBLITZ

  1. Danke Andreas für deinen Beitrag, das Set kannte ich noch nicht.

    Sieht ganz praktisch aus, jedoch vermute ich dass diese Blitz-Kugel am Aufsteckblitz ein wenig schwer für das Gelenk sein dürfte oder hast du da keine Bedenken?

  2. Genauso sehe ich es auch.

    Ich möchte nichts am Blitzkopf haben, denn erstens verkratzt der Kopf (da bin ich pingelig ;)) und zweitens sind die Teile oft zu schwer für den Kopf und der leiert aus.

    Ich bevorzuge das Flash2Softbox- oder das entsprechende Walimex-System, das auch sehr gut ist und wo die ganzen SoBox und Dishes auch dranpassen. Oder für schnelles Aufbauen die Ezy-Box bzw. den passenden Nachbau, den es auch von Walimex oder Enjoyyourcamera gibt.

    Ich glaube es gibt genügend Alternativsysteme selbst aus gleichem Hause, die mehr Vorteile haben. Für mich wäre das nichts.

    Trotzdem Danke für den Bericht. Denn so lernt man trotzdem immer was Neues kennen.

  3. Keine Angst, Jungs! Erstens sind die Aufsätze extrem leicht (der Blitzball wiegt so gut wie nichts) und verkratzen tut auch nichts (der Adapter hat Kunststoff-Lippen). Ich habe das System schon einige Male im Einsatz gehabt und dem Blitzkopf ist nichts anzusehen.

  4. Hallo Andreas,

    auch ich danke dir für diesen Bericht.

    Ich weis nicht, ob es nur mir so geht, aber ich sehe auf den ersten 4 Testbildern absolut keine Unterschiede zwischen den Lichtformern.

    … und nur für die Wabe oder den Snoot das Set zu kaufen, lohnt sich bei mir nicht. Da bleibe ich doch lieber bei meinem selbst gebasteltem Zeugs.

    Grüße,

    Sebastian

    1. Schau mal genau auf den Verlauf des Schattens zwischen Sobo und Dish… da sieht man einen gigantischen Unterschied.

      Zudem ist ein großer Unterschied die Lichtausbeute. Dish ist oftmals stärker als die Sobo… kann aber auch ein relativ weiches Licht geben…

      Und so geht es weiter…

      Du siehst, es gibt wirklich Unterschiede!!!

  5. Es gibts ja ganz nette Sachen dabei, aber den Großteil baut sich der pfiffige Strobist einfach selbst. 🙂 Vorallem Snoots sind ja wohl viel schneller gebaut als gekauft – eine Rolle Panzertape und Bastelkarton bieten dann sogar noch unterschiedliche Längenvarianten. (Den Tipp hat unser guter Martin auch schon bei FotoTV gebracht)

    Aber ist schon gut das es sowas auch hier zu kaufen gibt, kenne das sonst nur aus den USA.

  6. Veilen Dank für diesen Beitrag.

    Ich freue mich immer sehr wenn jemand wie ich Produkthinweise von Profis bekommt.

    So nach dem Motto: Wenns beim Profi taugt dann erst recht zu Hause.

    Hier muss ich sagen, das ich das Set schon ineteressant finde wenn es darum geht zu Hause mal ein lokeres Privatshooting einzulegen.

    Und ich finde es gut das nicht immer alles gleich mehrere Hunderter kosten muss. Euer Tip zu den Funkblitzauslösern war ja auch echt super.

    1. Da hast du wieder Recht… die Gesamtcharakteristik ändert sich erst, wenn die Entfernungen und Größen relativiert werden. 40cm ist auf ein Meter schon relativ knackig… Wie gesagt: Ist alles eine Frage des Einsatzes… Aber ist doch schön zu wissen, dass die Dish viel leichter aufzubauen und zu handhaben ist, und fast annähernd den Look der Sobo ergibt…

  7. Am Hals kann man die Unterschiede ganz gut sehen, auch zwischen Softbox und Dish.

    Ist die Softbox mit der Lastolite Ezybox (38×38) vergleichbar (Größe)?

  8. Bernd :

    Am Hals kann man die Unterschiede ganz gut sehen, auch zwischen Softbox und Dish.

    Ist die Softbox mit der Lastolite Ezybox (38×38) vergleichbar (Größe)?

    Habe gerade noch mal nachgemessen: Die Softbox hat die Maße 20x30cm (rechteckig!).

    Gruss, Andreas

  9. Danke für den Beitrag, besonders für die Beispielfotos.

    Als Anfänger waren mir die Unterschiede (Wirkung) der Verschiedenen Lichtformer noch nie so klar wie jetzt.

    Viele Grüße,

    Mario

  10. Super Beitrag und toll erklärt.

    Das Set ist zwar nicht mein Favorit, da ich hier eher die Produkte von Honl bevorzuge. Dennoch wird das hier vorgestellte auch seinen Zweck erfüllen. Wie Martin oben schon schrieb “ es kommt auf den Einsatz an „.

    Macht weiter so. Lese Euro Beiträge immer wieder gern.

    lg

    saschkoBach

  11. Sehr schön- man sieht wieder: Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Diese Lichtformer sind wirklich sehr interessant und es ist echt klasse, dass es sie auch für Aufsteckblitze gibt. Vielen vielen Dank für diesen tollen Artikel bzw. Tipp!

  12. Schade, daß nicht ein einfacher Durchlichtschirm zum Vergleich mit dargestellt wurde.

    Ansonsten: Danke für die Mühe 🙂

    vg, stefan

  13. Ich habe mir jetzt das Set gekauft (für meinen Canon 580EX II). Den Adapter am Blitz anzubringen ist aber echt sehr mühsam. Eben mal schnell drauf machen ist da nicht. Da der Adapter auch wenig elastisch ist und sehr, sehr eng (damit er auch am Blitz hält), geht er richtig schwer auf den Blitz. Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Adapter nun immer am Blitz zu lassen- sonst werde ich bei der mühseligen Arbeiten das Set wohl kaum nützen. Wie ist das bei Dir Andreas? Selbes Problem gehabt und wenn ja, wie hast Du es gelöst?

    Liebe Grüße

    Julia

  14. Guten Tag,

    Ich habe das Blitzset für den Speedlite 430 EX bestellt… leider war keine Anleitung dabei wie man die Softbox zusammensteckt das sie auch gespannt ist … krieg das irgendwie nicht hin und würde gerne mal wissen wie das geht!!!

    Gruß CiniZ

  15. Mich würde mal interessieren, ob man die Abschirmklappen bei diesem System vor die Wabe klemmen kann oder ob in diesem Fall meine Kreativität gefragt ist ;D

    Ist das flash2softbox-system mit vergleichbarem Inhalt, von der Qualität her, höher einzustufen? Ich meine es sind fast 100€ preisunterschied…

  16. Kleiner Tipp für die Zukunft:

    Ich finde es wäre sehr hilfreich gewesen, z.B. bei dem Übersichtsbild mit allen Lichtformern noch einen SB800 oder SB900 oder irgendwas anderes daneben zu legen, so dass man einen besseren Anhaltspunkt zur realen Größe der abgebildeten Lichtformer hat.

  17. Hi @ all,

    erstmal herzlich Dank für den tollen Beitrag und vielleicht kann ich ja bei den letzten Fragen mal weiter helfen…

    @ Thomas: Die Abschirmklappen passen nur direkt an den Blitzkopf – Aufsatz, daher lassen sich die Blitzformer nicht kombinieren.

    @ CiniZ: Ja, die Softbox kann Nerven kosten… Dazu kommt noch, dass die Blitzkopfhalter für SB 800 und SB 900 unterschiedlich lang un dick sind. Auf den SB 800 passt die Softbox wesentlich besser, es geht aber bei beiden: Den Kopfhalter von VORNE durch die Softbox stecken, dann die 4 Fieberglasstangen in die Haltetaschen der Softbox stecken (mit dem silberfarbenen Ende) und nacheinander in die kleinen Löscher am AUßENRING – als hinter der dicksten Stelle – des Kopfhalters stecken. Dabei müssen die Stangen zwar ganz schön gebogen werden, das halten sie aber aus und danach ist die Softbox auch fest…

    Hoffe, das hilft weiter.

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