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NIKON CLS JORNS TEIL 11: LICHTFORMER AM AUFSTECKBLITZ

4. Dezember 2009

ANDREAS JORNS

Noch rechtzeitig zu Weihnachten gibt’s von mir eine Geschenkempfehlung – verpackt als Mini-Beitrag für die CLS-Tutorialreihe … 😀

Ein grosses Manko unserer ansonsten so praktischen Aufsteckblitze ist seine harte, stark gerichtete Lichtcharakteristik, die sich „von Natur aus“ konstruktionsbedingt (leistungsfähige Miniblitzröhre auf kleinstem Raum) auch nicht ändern lässt. Der reine Blitz gibt sein Licht kräftig, gerichtet und in einem bestimmten Strahlungswinkel ab. Er erzeugt dabei kräftige Kontraste, starke Reflexe und tiefe Schatten. Genau wie bei professionellen Studioblitzen, gibt es auch für die Aufsteckblitze unterschiedlichste Lichtformer, die helfen, die charakteristische Wirkung des Aufsteckblitzes zu verändern. Das populärste System ist hierbei sicher das Flash2Softbox-System. Ein anderes System ist das Set von Walimex, das ich vor einigen Wochen erworben habe und das ich nach mehrmaligem Austesten durchaus empfehlen kann. Es beinhaltet eine ganze Reihe von unterschiedlichen Lichtformern, die sehr einfach an den Blitzkopf adaptiert werden können.

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Dieses Sammelsurium findet man nach dem Auspacken vor. Passt alles in einen handlichen Karton, den man „on location“ stets dabei haben kann. Im Einzelnen sind dies folgende Lichtformer, deren Wirkung ich weiter unten veranschauliche:

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Von oben links: Softbox, Beautydish, Blitzball, Wabe, Snoot und Lichtklappe.

Herzstück des Systems ist der Adapter, den es für verschiedene Blitzgeräte gibt und einzeln nachgekauft werden kann, so dass sämtliche Lichtformer auf verschiedenen Aufsteckblitzen eingesetzt werden können. Gut zu wissen, da ja der SB-900 und der SB-800 in den Reflektormaßen deutlich voneinander abweichen (dagegen haben der SB-800 und der SB-600 das gleiche Maß!).

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Links die Rückeite des Adapters, die auf den Blitzkopf gesteckt wird. Das Ganze so stramm, das ein versehentliches Abrutschen nicht passieren kann. Rechts die Vorderseite des Adapters. In die vier Klemmen werden sämtliche Lichtformer einfach eingesteckt. Ersatzclips werden mitgeliefert, für den Fall, dass mal eine beim Verkanten bricht (ist mir noch nicht passiert).

Wie steht’s jetzt mit der Lichtcharakteristik der verschiedenen Lichtformer? Sind die Unterschiede überhaupt sichtbar? Vorab: Das sind sie sehr wohl, wenngleich man keine Vergleiche zu Studioblitzen anstellen sollte, die allein aufgrund ihrer Leistung ganz andere Möglichkeiten beinhalten. Denn: Man sollte sich immer vor Augen halten, dass selbst die leistungsstärksten Aufsteckblitze nicht annähernd an die schwächsten Studioblitze herankommen, was die Blitzpower anbelangt. Und die ist insofern relevant, als ja jeder Lichtformer zum Teil ganz erheblich an der Blitzpower „knabbert“. Ein Ganzkörperportrait aus 10 Meter Entfernung mit Softbox ist schlicht nicht drin mit Aufsteckblitzen, aber darum soll es heute nicht gehen. Wir betrachten hier vielmehr die Vorteile der Aufsteckblitze bzgl. Kompaktheit und Flexibilität vor Ort.

Zur Veranschaulichung habe ich eine komplette Serie mit einem Model geshootet, das schön ruhig hält (ca. 2,50m vor dem weißen Hintergrund), so dass wir einen prima Vergleich über die Blitzwirkung erhalten … 😀

Ein SB-800 entfesselt im Slave-Modus von vorn links (ca. 35°) mit ca. 1 Meter Abstand zum „Model“; iTTL-gesteuert. Kamera mit SU-800 auf Stativ. f5,6, 1/160s, ISO800 (um die Blitzröhre zu schonen).

1 ohne-lichtformer

ohne Lichtformer

2 softbox

Softbox

3 beautydish

Beautydish

4 kugel

Blitzball

5 wabe

Wabe

6a snoot (breite wabe)

Snoot

7c klappe

Klappe (Beispiel)

Das weicheste Licht liefert der Blitzball und mit Wabe und Snoot erhalte ich wunderbar fokussiertes Licht ohne Streuung auf den Hintergrund, der bei diesen Beispielen in’s Schwarze „absäuft“. Softbox und Beautydish liefern einigermaßen weiches Licht, streuen aber wie der Blitzball erheblich, so dass man bei einer ausgeklügelten Lichtsetzung gezwungen ist, mit Abschattern zu arbeiten. Insgesamt zeigen die Beispiele aber, das mit ein wenig Probieren zu gelungenen und vor allem abwechslungsreichen Lichtsettings kommen kann.

Zum Abschluss hier noch eine Bezugsquelle für das o.g. Set (bitte an den jeweiligen Lebenspartner weitergeben … ;)).

Frohe Weihnachten! 😀

 

lg Andreas