16.12.2012    55

LICHTSETZUNG: DER KROLOP & GERST AUFSTECK-PARABOL-SCHIRM

16. Dezember 2012 | Lichtführung und setzung

Angefangen hat dieser Beitrag mit einem anderen Beitrag. Nämlich unsere Strecke über den Para88. Der Para88 kostet ziemlich viel Geld und ziemlich viele Fotografen finden unsere Strecke darüber entweder sinnlos, angeberhaft oder sinnlos. Und daher wollen wir heute zeigen wie wenig sinnlos solche Beiträge sind, denn wir werden eine Wissensübertragung vornehmen. Wir werden ein tolles Licht aus der Art und Weise wie der Para88 funktioniert aus einem Aufsteckblitz zaubern… Schaut euch doch erstmal die Beiträge zum Para88 an. Nachfolgend alle drei bisherigen Beiträge aufgelistet.

So, unsere Aufgabe ist es also, dass wir aus dem Wissen über den Para88 ein neues tolles Licht bauen. Aber eben aus Aufsteckblitzen und ein paar weniger Euronen. Schauen wir uns erst einmal die finalen Fotos an. Guckt Sie euch genau an. Schaut euch die Lichtsetzung und vor allem die Charakteristik des Lichts an. Wie sehen Schatten aus, wie aggressiv sind die Lichter, wie dunkel sind die Schatten, wie ist der Verlauf von Hell zu Dunkel??

TECHNICAL Vergleich Fotos

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TECHNICAL Vergleich Fotos

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Ich bin immer wieder erstaunt wie tolle Fotos mit Aufsteckblitzen möglich sind. Mit einem einzigen Blitz um genau zu sein… So sieht das Fotosetup zu den Fotos oben aus. Wir haben einen silbernen Reflexschirm verwendet. Quenox Parabol-Reflektor 215 cm* den es bei www.enjoyyourcamera.com (*SHOPLINK) gibt. 69 € steht da erstmal auf unserer Liste.

Zu dem Parabol-Reflektor muss man ein ehrliches Wort sagen. Es ist kein Parabol-Reflektor. Parabol ist nämlich eine ganz andere Form und wenn man die Form des Schirms mit dem des echten Paras vergleicht, dann sieht man, dass der Schirm viel zu offen ist. Im Endeffekt sollte das Ding QUENOX GIGANTISCHER REFLEXSCHIRM heißen.

(ACHTUNG: Wir sprechen vom silbernen Schirm und nicht vom weißen Schirm. Bei der weißen, matten Beschichtung ist alles egal :-))

TECHNICAL Vergleich Fotos

Der Schirm ist gignatisch groß. 215cm ist echt riesig. Das große AHA kommt aber erst, wenn wir ins Innere des Schirms gucken. Da sehen wir nämlich ein besonderes Konstrukt.

Welche Kriterien wissen wir vom dem originalen Para88?

  • hochreflektierende Beschichtung
  • absolut mittige Zentrierung der Lichtquelle im Schirm
  • verschiebbare Position der Lichtquelle (Fokussierung)

TECHNICAL Vergleich Fotos

Wir wissen alle, dass wenn wir einen Aufsteckblitz auf einen Schirmneiger stecken, dann befindet sich der Blitz 19-15cm über der Achse des Schirms. Also mit einem normalen Schirmneiger, dicken Auslöser drauf und dann den Blitz erreichen wir unser Para-Ziel nicht!

Ein Ringblitz wäre die Lösung… und bei den großen Parabolschirmen von Broncolor ist das auch der Fall. Dort wird ein Ringblitz im Para genutzt.

Ein Ringblitzvorsatz befindet sich an einem Aufsteckblitz am Stativ und zwar so, dass der Schirm direkt durch den Ring geht. Der Aufsatz ist ein relativ teurer Vorsatz von Orbis*. Das Teil ist teuer, eigentlich viel zu teuer aber ich kennen kaum einen anderen Vorsatz der das Licht so gleichmäßig über den Ring verteilt. 200 € schlagen schon echt fett ins Budget!!!

TECHNICAL Vergleich Fotos

Aber warum haben wir das gemacht?  Der Schirm ist sehr hochreflektierend und wenn wir schräg in den Schirm blitzen, dann tritt das Licht eben schräg wieder aus. Der Schirm ist echt kritisch und fast wie ein Spiegel. Das Licht muss wirklich super sauber geführt werden und wenn wir einen Aufsteckblitz einfach oben drauf setzen, dann wird das meiste Licht in den Boden geworfen. Probiert es doch mal aus!

TECHNICAL Vergleich Fotos

Wir haben aber nicht nur das Problem, dass der Blitz oben abseits der Lichtachse des Schirms sitzen würde sondern zusätzlich auch noch, dass der Schirm so schwer ist, dass sich die Mittelstrebe biegt. Dadurch verschiebt sich alles weg vom Blitz. Im Diagramm oben sehen wir, wie schräg das Licht auf der Achse sitzen würde.

TECHNICAL Vergleich Fotos

Wenn wir uns jetzt mal den Ringblitz im Schirm bei einer aktiven Testauslösung ansehen, dann sehen wir die Perfektion dieser Ausleuchtung. Wir haben einen inneren Helligkeitsspot und dazu noch eine dezente Aufhellung durch die äußeren Streben. Für uns ist besonders wichtig, dass das Licht absolut symmetrisch ist und direkt in der Mitte hängt. Würde der Spot verschoben sein, leicht seitlich oder versetzt, dann würde das Licht auch nicht mehr sauber nach vorne aus dem Schirm heraus kommen sondern eben schräg.

TECHNICAL Vergleich Fotos

Zum Blitzen haben wir einen Yongnuo YN-568* verwendet. Aber da hätten wir genauso gut einen günstigeren Yongnuo YN-560II* nehmen können. Im Endeffekt haben wir nur auf 1/8 Leistung geblitzt. Macht also weitere 70 € auf der Liste (200 € im Bonzenfall!).

TECHNICAL Vergleich Fotos

Übrigens habe ich bei Facebook die Tage gelesen, dass da nicht mehr viel Bums rauskommen würde. Das ist FALSCH! Wir sind gerade bei f5.6 bei ISO200 und das bei 1/8 Leistung. Wir haben also noch 3 Blenden an Blitzpotential. Wir könnten also hoch bis auf f16 bei ISO200 und im Beispiel oben sind wir nicht einmal nahe dran. Der Abstand ist ca. 2-3 Meter und damit sogar tauglich für Ganzkörperaufnahmen. Also behaltet das im Hinterkopf. Mit dem Schirm würde man sogar gegen die Sonne ankommen und zwar völlig problemlos! f11 bei ISO100 🙂 WOW!

Ausgelöst wurde der Blitz sehr OLD-SCHOOL mit dem Yongnuo RF-602*, wir brauchten ja nur das manuelle Auslösen des Blitzes auf einer voreingestellten Leistung. KAJING… 40 € auf unsere Ausgabenliste!

Ein wichtiges Detail ist aber auch das Galgenstativ Combi HD* (€€€€€€€€€€€… 🙁 mal wieder 170 €!) . Wir haben ein Stahlstativ genutzt. Die Belastung ist ziemlich asymmetrisch und ein kleines, leichtes Stativ würde da sofort umfallen. Vergesst nicht, dass sogar der Blitz seitlich am Stativ hängt und damit das Stativ eigentlich schräg weg zieht.

TECHNICAL Vergleich Fotos

Der Para88 ist deshalb auch so besonders, weil der Blitz auf der Achse im Schirm verschoben werden kann. Damit kann man das Licht fokussieren. Die Frage ist jetzt also wie unser Konstrukt funktioniert und ob das hier auch klappt??? Und ich denke da lassen wir einfach Bilder sprechen, denn wir haben den Test gemacht!

TECHNICAL Vergleich Fotos

Hier kommen zwei Vergleichsbilder direkt aus Lightroom. Schaut euch den extremen Unterschied an! Auf der linken Seite ist der Schirm sehr weit weg und wird damit fast komplett gefüllt. Auf der rechten Seite ist der Blitz sehr weit in den Blitz geschoben. Dadurch wird eigentlich nur der innere Bereich des Schirms beblitzt und das Licht fungiert komplett anders. Aggressiver!

TECHNICAL Vergleich Fotos

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Hättet ihr gedacht, dass der Unterschied so extrem ist? 40cm verschieben des Schirms??? Ehrlich!!! Ich bin selbst beim Schreiben des Beitrages noch total erstaunt. So extrem und da spricht das ungephotoshopte RAW… KRAAASS!

Nochmals zur Klarstellung. Wir selbst haben keinen Para88 und mit solchen Videostrecken über ziemlich teure und gleichfalls fett geniale Ausrüstung wollen wir euch die Möglichkeiten geben von Dingen zu lernen, die man sonst so nicht sieht, die man evtl. anders nicht erklärt wird.

So an alle Nörgler und Sparer da draußen. Wir machen solche Videos nicht zum Angeben oder um zu zeigen wie cool wir sind, weil wir uns so einen Parabolschirm ausleihen können. Wir machen es, weil wir aus dem Wissen aus solchen Videos unglaublich viel lernen können und dieses Gelernte dann auch mit weniger Ausrüstung perfekt einsetzen können. Es geht in der Fotografie nicht darum, wer den Längsten, Dicksten und Teuersten hat. Sondern im Endeffekt zählt das Wissen wie man was einsetzt.

Ich hoffe ihr bastelt euch den Schrim alle nach… das Licht ist nur noch geil… wenn auch alles etwas wackelig 🙂 SEEEHR WACKELIG! Aber das Bild und das Licht spricht eben für sich selbst… ABER ACHTUNG: Liebe Aufsteckblitzer… bedenkt bitte auch mal den Kostenfaktor. Wir haben für dieses eine Licht insgesamt ca. 900 € ausgegeben. Schirm, Lite-Tite Schirmneiger 026*, Superclamp 035*, Auslöser, Blitz, Ringblitzvorsatz, Stativ… klar, vieles kann man auch so verwenden oder hat man sowieso aber jetzt sehr ihr den Para vielleicht mit etwas anderen Augen… Das Licht oben ist nicht LOW BUDGET… ein Blitz und ein Schirm wäre definitiv günstiger aber eben niemals so perfekt schön. Und genau darum geht es auch beim Para88. Es geht günstiger aber es sieht eben auch nicht so aus.

TECHNICAL Vergleich Fotos

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Lieben Gruß

Martin

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*Affiliate Link zu Amazon

Kommentare (55)

55 thoughts on “LICHTSETZUNG: DER KROLOP & GERST AUFSTECK-PARABOL-SCHIRM

  1. Ich nutze den 215cm Quenox an 0815 Studioblitzen. Durch die Schirmaufnahme am Blitz ist der Schirm ohnehin „so mittig wie möglich“. Das ist, wenn man zu Walimex und Co greift, wesentlich günstiger als die Version mit Aufsteckblitz.

    Viele Grüsse

    Sven

    P.S.: Ich fand die Videos über den Para88 sehr geil!!

  2. Hi Martin, klasse Blog! Eine Frage zum Aufbau habe ich noch, ist das ein Magicarm zwischen der Superclamp und dem Blitz? Hast du dazu ein Produkt Link?

    Gruß Roland

    1. @Roland Also das ist eine normale SUPERCLAMP, daran ein normaler SCHIRMNEIGER und da drauf direkt der Auslöser. Die Links dazu findest du ganz unten im Beitrag…

  3. Hallo zusammen,

    wieder eine sehr schöne Erklärung von euch. Zum Thema Para88. Es gibt so schöne Dinge, die man als Fotograf haben möchte ABER braucht man die wirklich? Ich finde es immer wieder toll das ihr hier für jeden „Geldbeutel“ und „Wissenstand“ etwas dabei habt.

    Ich kann nur sagen:

    Macht bitte weiter so.

    Viele Grüsse

    Andreas

  4. Wow. Top Beitrag…

    Sehr schlüssig und eigentlich alles logisch – aber selbst wäre ich darauf nicht gekommen, dass man ja so „einfach“ die Charakteristik eines Para88 erreichen kann. Vielen Dank

  5. ich hab auch im sommer versuche mit dem enjoyyourcamera para schirm gemacht und festegestellt, dass mit einem aussermittigen blitz (YN 560) das licht unmöglich zu kalkulieren ist, da der schirm sonstwohin streut – da sind „normale“ schirme deutlich gut,ütiger!

    umso besser finde ich jetzt euren tipp mit dem ringblitzaufsatz und überleg grad, was ich mit meinem „weihnachtsgeld“ mache – vieleicht doch den orbis ringblitzadapter kaufen?

    danke!!

    der stef

  6. Super Beitrag, vielen Dank!

    Ich hatte auch über zwei andere Varianten nachgedacht:

    – Walimex 16-Winkel Box 180cm mit einer einer Art „Führungsstange“ versehen, vorne einen (Ring-)Blitz angebaut, sodass man den Fokus wie beim Briese oder Bron setzen und verschieben kann.

    – Mobiler wäre die Lösung doch auch bei Elinchrom. Einen Ringblitz ECO vom Quadra auf eine „Führungsstange“gesetzt und in diese mit einer Rotalux kombiniert. Natürlich sind die Ideen nicht komplett zu Ende gedacht, was befestigung etc. angeht – aber vielleicht findet ihr ja was 🙂 😀

    Ich schließe mich Sven an, der Para88 ist ein Sahnestück, von dem ich nur träumen kann. Habe in einem Studio gearbeitet, wo wir einen 240er Bron hatten, da musste ich dann halt auch jedesmal sabbern, als ich vorbeilief.

    Immer weiter so Jungs, ich lerne einfach Ultra viel von euch!

  7. darf man hier Links Posten, es gibt auch vernünftige Parabolschirme nur die Focus Stange müsste man sich selber bauen 🙂

    danke @Martin

  8. Eine sehr nette Idee, welche Ihr da aufzeigt! und auch technisch sehr gut erklärt. Vor allem zeigt ihr ja auch, dass Aufsteckblitze nicht immer zwangsweiße die günstigste Möglichkeit für etwas sind, sondern dass eben auch Studioblitze noch ihre Daseinsberechtigung haben.

    Gruß Chriss

  9. Hallo Martin,

    Respekt für Deine viele Arbeit und die zahlreichen Beiträge.

    Du schreibst aber auch öfter mal Sachen, die leider einfach falsch sind.

    Du hast schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der Name „Parabolschirm“ für den Quenox falsch ist, weil die Form nicht stimmt. Das ist jedoch nicht korrekt.

    Wie Du z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Parabol nachlesen kannst, geht es um die Eigenschaften des Schirms, (Licht)Wellen auf einen Brennpunkt zu konzentrieren. Das es dafür keine längliche Form braucht, zeigen z.B. die allseits bekannten Parabolspiegel zum Sat-Empfang.

    Leider findet sich auch schon im ersten Absatz in kurzer Folge 3 Mal das Wort „sinnlos“. Etwas sorgfältigeres Schreiben wäre manchmal schöner.

    Dennoch, wie erwähnt, Respekt für die viele Arbeit, die (auch) Du Dir mit Deinem Blog machst.

  10. Vielen Dank für die vielen schönen Beiträge. Ich kann gar nicht fassen, dass Ihr offensichtlich soviel negatives Feedback auf den Para Beitrag bekommen habt. Es geht mir beim lesen Eures Blogs vor allem darum, von Euch zu lernen. Und das tue ich unabhängig davon, welches Equipment Ihr verwendet.

    Also nochmals vielen Dank!

    Konstantin

  11. @ MiGel von “Licht(in)former”

    Das wir manchmal was Falsches schreiben ist richtig :-)… das lässt sich vielleicht einfach nicht verhindern ohne die Beiträge vorher 10 mal quer lesen zu lassen. Viele Sachen weiß ich auch einfach nicht und muss die Sachen noch lernen.

    Das mit dem Para ist aber richtig, da liegst du falsch. Parabol ist die Form, da hast du Recht. Wir haben hier im Studio den Para220 von Bron und wenn ich den 215 Schirm genau daneben halte, dann ist die Form halb so flach bzw. halb so tief. Also entweder Bron hat was falsch berechnet oder der Quenox Schirm ist kein Parabol. Ich denke Nr. 2 ist richtig… vor allem weil er nicht wirklich fokussiert sondern es reflektiert eben nur die Mitte irgendwie stark zurück…

    Probier es doch auch mal aus. Halte mal Quenox neben Para220 und du siehst… Quenox NIX Para…

  12. Na ja – haut mich nicht um. Der Vergleich scheint so ähnlich als ob man einen Mercedes SL 500 mit einem Fiat 500 gegenüberstellt. Man kann mit beiden Autos fahren ! Wie man fährt das ist ein anderes Thema 🙂

    Es gibt aber auch gute und leistbare Systeme und Möglichkeiten zwischen diesen Extremen.

    lg Georg

  13. Moin Martin,

    was der Quenox Schirm kann hast Du ja damals (wir waren noch jung) in BS auf dem Workshop gezeigt……

    Mit nem Aufstecker locker gegen die Sonne …. hat geklappt.

    Der Ansatz mit dem Ring ist natürlich auch cool. Da ists ganz praktisch das wir bald Weihnachten haben 🙂

  14. Also ich habe mich über die Para Beiträge gefreut.

    Würde ich auch gerne mal live sehen – obwohl ich in absehbarer Zeit keinen mein Eigen nennen würde.

    Und da ich auch nen Riesen-Parabol Schirm made in china habe, finde ich natürlich auch den Beitrag jetzt interessant.

    Mit nur einem normalen flashy geht da nämlich nix…

  15. Ich habe den Schirm und finde ihn auch genial. Allerdings benutze ich dazu Blitzbirnen! PS: es sollte doch jeder so intelligent sein und selber entscheiden was er kauft und ob es Alternativen gibt. Bitte rechtfertigt euch nicht weiter, habt ihr nicht nötig!

  16. @Martin:

    Sorry, Du hast es leider noch nicht verstanden.

    Parabol oder nicht bestimmt sich dadurch, wie das Licht gelenkt wird (wie im Artikel und von mir beschrieben) NICHT dadurch, wie flach oder tief der Lichtformer in der Form ist! Wie bereits erwähnt ist auch eine Sat-Schüssel nicht annähernd so tief gebaut wie Brons Para, dennoch ist es eine Parabol-Schüssel (oder auch Parabol-Spiegel).

    Weder hat Bron etwas falsch berechnet noch ist der Quenox kein Parabol. Beide haben parabolische Eigenschaften bei unterschiedlicher Form.

  17. Viele Leute sollten aber auch einfach mal den Kopf anmachen bevor sie was sagen. Man bekommt hier kostenlos und regelmäßig hochwertige Informationen zum Thema Fotografie. Sich dann noch beschweren wenn einem das ein oder andere Thema nicht passt ist sowas von hirnverbrannt, dass ich da keine Worte für finde… Ich finde es immer interessant ab und zu auch mal High End Equip im Einsatz zu sehen. Allein um zu sehen was so geht und wo halt die Grenzen der günstigen Varianten sind…

  18. Hallo Martin,
    zur Parabelform:
    die Schirme sind alle Paraboloiden.
    So eine Form wird im Querschnitt durch eine Parabel y=a*(x*x)+b*x+c beschrieben.
    Im eingachsten Fall wird daraus y=a*(x*x).
    Wenn Du Dir das mal mit irgendwas aufmalst für verschiedene Werte von a, dann wirst feststellen, dass man für kleine a sehr offene Formen erhält (Quenox) und für große a sehr geschlossene (Para88). Und zum Thema Brennpunkt: wenn Du den Blitz in den Brennpunkt setzt, dann kommen Parallelstrahlen aus so einem Schirm. Je weiter man den Blitz von Schirm entfernt oder näher heranbringt desto stärker öffnet sich der Lichtkegel. Wenn Dich das mehr interessiert, kann ich das gerne mal Plotten und Dir schicken.
    Gruß,
    Andreas

  19. Ihr liegt bei der Parabolform wirklich komplett daneben. Der Witz an dieser Form ist, dass (in diesem Fall Licht-)Strahlen von einer Quelle genau im Brennpunkt GENAU NACH VORNE reflektiert werden (wenig, im Idealfall gar keine Streuung). Das ist völlig unabhängig davon, ob die zugrunde liegende Parabel eher offen, oder eher eng ist. Auf die Sat-Schüssel wurde schon hingewiesen, dort wird das selbe Prinzip umgekehrt benutzt, alles was aus einer bestimmten Richtung kommt wird im Brennpunkt (wo die Antenne sitzt) gebündelt.

    Deshalb gibt es auch einen idealen Punkt für die Lichtquelle, wenn man sie verschiebt (das, was ihr als fokussieren bezeichnet) hat man dann Streuung oder eben nicht. Rein Physikalisch wäre auch eine (halb) runde Lichtquelle ideal, also eine, die nicht nur genau ins Zentrum des Schirms hineinleuchtet. Auch ein Lichtstrahl der vom Brennpunkt knapp den Rand des Schirms trifft, wird genau nach vorne reflektiert.

  20. Ein ähnliches Licht kann man mit 2 Systemblitzen und einer Schirmsoftbox (etwa wie Octabox) erzeugen. Das weiche Licht kommt aus der Schirmsoftbox (SSB). Im Zentrum vor der SSB ist das 2-te Blitzgerät ohne Lichtformer befestigt und Blitz direkt hart auf das Objekt der Begierde. Den Zoom stelle ich etwas kleiner ein (50…85mm). 1..3 Blenden weniger Lichtstärke, wie aus der SSB (schluckt ca. 1 Blende).

    Dieses klein wenig mehr an hartem Licht betont die Strukturen hervorragend.

    Es ist Low-Budget (meine Aufsteckblitze habe ich seit 1984/85 und sie blitzen noch) und das Licht ist atwas anders, aber ähnlich.

  21. Hallo,

    die Lichtcharakteristik des zweiten Bildes (Blitz näher am Schirm), und nur die finde ich persönlich wirklich interessant, erinnert mich an die eines Beautydishes.

    Seht ihr das genau so, oder gibt es da aus Eurer Sicht wichtige Unterschiede, die ich hier übersehe?

    vg, stefan

  22. Zitat: „Also entweder Bron hat was falsch berechnet oder der Quenox Schirm ist kein Parabol.“

    genau hier liegt euer Denkfehler. Es gibt unendlich viele mögliche Parabolformen, nicht nur eine richtige. Beides sind also (vermutlich) Parabolschirme, mit den für diese Form typischen Eigenschaften, nämlich das Licht GERICHTET (gerade nach vorne) zu reflektieren. Der eine eben tiefer, der andere eher flach.

    Möglicherweise ist eine engere Form für den speziellen Einsatz geeigneter, weil der abgestrahlte Lichtkegel enger ist, aber er ist bei beiden Formen gerade. Das funktioniert aber nur dann optimal (und zwar bei ALLEN Parabolformen) wenn die Lichtquelle im Brennpunkt ist.

  23. @ALL

    Ok, dann hab ich mich wirklich falsch ausgedrückt. Der Schirm von Quenox bringt in keinster Weise irgendwo parallel laufende Strahlen raus. Jedenfalls unser Schirm nicht. Es gibt keinen Brennpunkt weil er dafür eben nicht parabolisch genug geformt ist.

    Er ist unten gerade flach und wird dann mit einer Ecke abgeknickt und dann nochmals… das ist keine Parabolform. Ich würde euch gerne näher zeigen was ich damit meine aber ihr könnt es ausprobieren. Parabol = verschiedene Formen = Verstanden…

    Quenox nix parabol weil einfach zu eckig, zu verformt, zu labberig und eben falsch konstruiert… es ist nur ein verdammt großer silberner Schirm… 🙂

  24. Das sieht man gut auf den Bildern. Der ist unten flach wie ne Pfanne und außen auch einfach zu auflaufend. Guckt oben, dann seht ihr auf den Bildern dass so kein Parabol geformt ist…

  25. Wobei man auch sagen muss das niemand gezwungen ist einen Para88 zu kaufen. Den Para88 und vieles andere kann man auch ausleihen. In jeder grösseren Stadt gibts dafür Verleih Firmen.

  26. Hallo Leute,

    erst mal klasse das, dass Team auch Alternativen aufbaut. Nicht jeder hat nun mal Bron zu hause. Anbei sei nur gesagt, der Para 88 ist nicht allein.

    Die Firma Sonnenkind-Photoequipment bietet ähnliches, als 80er und 120er Ausführung. Da ist dann das Blitzsystem „egal“. Das Teil ist ebenfalls nicht billig, bietet aber noch ein paar kleine Extras die der Para 88 nicht hat.

    Grüßlies

  27. Gehe ich recht in der Annahme das also, ähnlich wie beim Quenox auch andere unperfekt parabole Softboxen (ich denke da z.B. an die Wescott Apollo) stark von einem Ringblitz (Rinblitzaufsatz) oder mindestens wesentlich zentraleren positionierung des Blitzes, als das üblicherweise der Fall ist, bezüglich Softness und Wirkungsgrad ohne Diffusor profitieren? hat das vielleicht schon mal jemand getestet?

    Und danke auch von mir für die vielen informativen und inspirierenden Blogbeiträge!

  28. Oh Mann Leute! dieses ganze hin und her diskutieren, Formelschwingen und Definitionszitieren…ob parabol oder nicht…ist meiner Meinung nach völlig unnütz,langweilig und zeigt meiner Meinung mal wieder wie sehr sich manche Leute an Technik und Kleinigkeiten festhalten müssen…und das wesentliche Ziel…das finale Ergebnis/Bild aus den Augen verlieren…

    jetzt mal eine ernst gemeinte Frage an alle: Wer von euch hat den Para88 schonmal wirklich mal in der Hand gehabt zum austesten und kann etwas nützliches darüber aussagen? bis jetzt war das meiner Meinung nach nur Martin…

    Gruß Chriss

  29. @winnerger:

    hab auch schon mit dem 88er sowie dem 220er para von bron gearbeitet. hier geht es sehr wohl um technische genauigkeiten, denn die beeinflussen massgeblich die lichtcharakteristik und damit auch das ergebnis.

    aber ein amateur benötigt sicherlich keine produkte von bron. die sind für profianwednungen produziert und dementsprechend teuer. für den amateur gibt es günstigere möglichkeiten mit ähnlichen ergebnissen – oder den rent.

  30. Für mich sind diese Diskussionen kein Streit, sondern Diskussion und Meinungsaustausch – und da gibt es eben manchmal Kontroversen. Ist doch nichts Negatives…

    Klar ist es schön, wenn man Lösungen auf dem Silbertablett präsentiert bekommt. Aber viel wichtiger ist es für mich dabei, zu lernen, WARUM etwas so oder so funktioniert – wenn ich das Prinzip verstanden habe, kann ich es für eigene Ideen adaptieren. Oder will hier tatsächlich jeder nur genau das Nachfotografieren, was Martin uns hier (dankenswerterweise!) vorsetzt?

  31. @stefan:

    so meine ich das ja auch nicht…was ich denke ist folgendes…viele Leute machen sich allgemein sehr viele Gedanken über die Theorie mit was wäre wenn ich dies und das so mache…ohne es in der Realität/Praxis mal wirklich ausprobiert zu haben…und sich dann an Kleinigkeiten (wie z.b. Formeln und Definitionen) „aufhängen“…die dann bis ins kleinste Detail ausdiskutiert werden müssen…jedoch ohne ein eine fundierte praxisnahe Argumentationsbasis oder finale Ergebnisse ( wie z.b. Martin mit den Ergebnisbildern) zu haben/präsentieren zu können…

    selber denken und nicht nachfotografieren ist auch meine devise…aber dann bitte nicht nur theoretisch das Szenario bedenken…sondern auch UMSETZEN…machen…ergebnisse den Leuten zeigen…und dann darüber konstruktiv diskutieren… so wie es Martin eben tut…

    dadurch könnte man sich einiges an diskussion ersparen…finde ich…

    Gruß Chriss

  32. Ich werde hier aber nicht zum Besten gehalten, oder? Oben wird noch geschrieben Ihr habt keinen Para88 und jetzt steht ein Para 220 in Eurem Studio? 😉 Mit einem 220 wäre mir auch nicht mehr nach einem 88. Oder sind noch weitere Beiträge mit Bron in Planung?

    Gruß,

    K.

  33. Hallo!

    Könntet ihr evtl. Vergleichen, wie das ganze ohne Ringblitzadadapter aussehen würde? Also eine direkte Gegenüberstellung?

    Würde mich sehr freuen!

    LG Andreas

  34. Hallo Martin,

    eine kleine Frage zu dem Setup. Am Anfang schreibst Du, dass der Blitz ohne den Ringblitz 15-19 cm oberhalb der Achse liegen würde. Dadurch das Ihr den Blitz aber eh unterhalb am Stativ befestigt habt, wäre es doch auch ohne den Ringblitzvorsatz möglich den Aufsteckblitz genau auf die Achse des Schirms zu bringen. Zumal dann sogar noch die Möglichkeit bestünde über den Blitz das Licht zu fokussieren.

    Viele Grüße, Oliver

  35. Hallo,

    also ich nutze den Quenox Schirm schon über ein Jahr und hab mich immer über die Lichverteilung mit einem Hensel- oder auch Bronkopf geärgert.

    Nun habe ich mir Anfang Dezember einen Ringblitz von der Fa. Stamm in Berlin gekauft und Herr Stamm hat mir dazu ein Halteblech mit Stellschraube mit geliefert, somit kann ich den Ringblitz genau in der Mitte der Schirms platzieren und auch bequem verschieben. Super Licht kann ich nur sagen.

    Die Kosten: Euro 295,00 wenn mann Generatoren hat.

    Bring wahnsinnig viel Licht, muß einen Henkel 1600 komplett runter regeln, bei einem Abstand von ca 3 m um auf Blende 8 zu kommen.

    Nachteil: kein Einstelllicht, aber auch nicht wirklich, ich stelle mir eine andere Lampe auf nur um den Autofocus zu nutzen.

    Vielleicht eine kleine Anregung.

    Viele Grüße, Gustav

  36. Hallo Martin,

    eine kurze – vermutlich blöde – Verständnisfrage. Wo genau stehst du, als du das Foto gemacht hast? Vor dem Schirm? Müsste dann der Bereich nicht total dunkel sein, wenn du vor dem Schirm stehst?

    Ich würde mir generell in Zukunft bei den Setups wünschen, dass man gerade als Anfänger genau erkennen kann, wie und in welchem Winkel/Höhe die Lichtformer stehen, aber auch wo der Fotograf steht (in dem Video bist du ja unter dem Para88, da erkennt man es gut).

    Vielen Dank,

    Bastian

  37. @ Oliver

    Schade, dass es hierzu keine Antwort gab – finde das eine sehr interessante Frage (schliesslich sparte man dadurch einfach mal so 200 Euro).

    Und ganz generell: welche konkreten Auswirkungen hat eine kleine Abweichung (auch durch nur einen Blitz, der eben nur auf einer Seite der Stange sein kann) von der zentrierten Ausleuchtung des Schirmes? Geht es „nur“ um das exakte Ausrichtung der Beleuchtung auf das Modell oder hat es auch Auswirkungen auf die Lichtwirkung? Kann es dadurch z.B. zu Mehrfach/Doppelschatten kommen?

  38. Ich habe mal eine Frage..

    Was wäre, wenn man ein 75W Ringlicht von Walimex statt des Rinblitz aufsatzes benutzt?

    Könnte die Leistung ausreichen?

    Antwort wäre super 🙂

  39. Hallo! ich hoffe, der Kommentar wird noch gelesen 🙂
    Gehe ich richtig mit der Annahme, dass die Bilder mit dem Blitz im Rücken gemacht wurden?
    Oder wurde er tatsächlich soweit hoch geschoben, und an ihm vorbei fotografiert?

    Beste Grüße
    Ben

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