12.7.2012    12

LICHTSETZUNG: DER BILLIG BELI FÜR STROBISTEN

12. Juli 2012 | Lichtführung und setzung

Heute geht es in einem kleinen Post um eine Sache, die sicherlich vielen Fotografen da draußen den Alltag versüßen wird. Es geht um Effizienz und Optimierung.

Man braucht nicht immer zwangsweise einen Belichtungsmesser. Oft reicht einfach mal aus, den Kopf anzuschalten 🙂 und nachzudenken.

Hier seht ihr mal einen Blitz wie er bei uns aussieht. Ok, nicht mehr, aber so hat er mal ausgesehen und diesen Blitz haben wir auf dem letzten Event beklebt. Im Endeffekt haben wir unseren Belichtungsmesser auf den Blitz geklebt. Unseren individuellen und persönlich richtigen Belichtungsmesser.

Mit dem heutigen Trick arbeitet ihr schneller, fehlerfreier und effizienter! Schauen wir uns mal den Belichtungsmesser genauer an! 🙂 Da liegt er auf dem Boden! Der Beli kostet gerade mal ein paar Cent!

Lichtsetzung

Beim genauen Hinsehen erkennen wir, dass wir einmal eine Blendenreihe notiert haben und dann unten mehrere Reihen an Informationen.

Beim Belichtungsmessen geht es darum, dass man ein Bild bekommt, mit genügend aber nicht zu wenig Licht. Und genau dafür sorgen die Klebestreifen und die Werte auf diesen Stickern.

Die Blendenreihe ist sicherlich der Sticker, der am frühesten nicht mehr notwendig ist. Trotzdem sind gerade diese wenigen Zahlen so unglaublich schwer zu merken am Anfang, dass es wirklich Sinn macht, auch die auf dem Aufsteckblitz kleben zu haben. Und selbst wir finden es erstaunlich schneller, einfach anhand des Stickers zu rechnen und nicht alles im Kopf zu machen. Da passieren einfach weniger Fehler.

Lichtsetzung

Lichtsetzung

Die Blendenreihe ist wohl klar. Es geht darum, zu wissen, welche Schritte wieviele Blenden darstellen. Jeder Schritt ist eine Blende an Leistung.

Die Zahlenwulst weiter unten auf dem Blitz ist deutlich schwieriger zu deuten. Daher hier die Erklärung.

Lichtsetzung

An erster Stelle steht die Leistung am Aufsteckblitz. An zweiter Stelle steht der Lichtformer. An dritter Stelle dann die Entfernung von Blitz zu Motiv, danach kommt der ISO-Wert und an letzter Stelle die resultierende Blende.

Achtung: Wir rechnen bei mittlerer Zoomstellung von 50mm und haben dabei auch keine Belichtungszeit, denn die kümmert sich reichlich wenig um das extrem viel schneller abbrennende Blitzlicht. Blitzlicht ist unabhängig von der Belichtungszeit. Diese verändert nur das vorhandene Umgebungslicht.

Im Endeffekt haben wir also z.B. in der 3 Zeile von oben folgende Informationen vereint:

Fotografierst du mit voller Leistung am Aufsteckblitz, mit der 60x60cm Softbox in 2m Entfernung und nimmst an deiner Kamera ISO200, dann musst du f8 einstellen und dein Bild ist wunderbar!

Und genau mit dieser Ausgangssituation lässt sich jede andere Situation hervorragend meistern.

Denn als Fotograf kann man natürlich auch andere Zieleinstellungen anpeilen und dann eben die Leistung am Blitz anpassen. Wenn man weiß, welche Blende bei voller Leistung heraus kommt, dann kann man auch im Umkehrschluss die Leistung bei einer bestimmten Blende errechnen. Das ist wie im Matheunterricht, als damals die Gleichung umgekehrt wurde. Haben wir eine Gleichung mit nur einer unbekannten, dann müssen wir bloß danach auflösen.

Beispiel:

Ich möchte mit der 60x60er Box in 2m Abstand auf f5.6 fotografieren und das bei ISO200, dann reduziere ich die Leistung eben auf 1/4.

Die angepeilte f5.6 ist zwei Blendenschritte niedriger als f11. Ich brauche als 2 Blenden weniger Leistung und damit reduziere ich auf 1/2 und dann auf 1/4 und Voila… FERTIG!

Genauso hätte ich aber auch auf ISO100 erhöhen und damit die Leistung auf 1/2 lassen können. Oder ich hätte auf 4m die Lichtquelle weg bringen können und ISO und Leistung unverändert lassen können. Alles wären Optionen gewesen und hätten zu einem perfekten Messergebnis geführt. Und genau so greifen eben alle Werte mehr oder weniger in die Messung ein. Jeden Wert den ich ändere, hängt mit der Leistung oder der Zielblende zusammen.

Lichtsetzung

Easy wird es erst richtig, wenn man den YN560 mal genauer anschaut. Denn der hat eine so einfache Regelung, dass es perfekt für unseren Billigbeli ist. Eine LED bedeutet beim YN560 nämlich eine Blende. Ich kann also auch damit bildlich agieren. Ein Licht leutet weniger, muss ich die Blende auf machen um eine Schritt. Möchte ich 3 Blenden niedriger belichten als die Blende auf dem Beli-Sticker, dann brauche ich 3 Lichter weniger!

Probiert es, es hilft und man kann 10 mal so schnell arbeiten… 🙂

LG

Martin & Marc

Kommentare (12)

12 thoughts on “LICHTSETZUNG: DER BILLIG BELI FÜR STROBISTEN

  1. Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst: Sind in Deinem Beispiel nicht von f8, sondern von f11 auf f4 nötig – und damit dann drei (!) Blendenschritte? Gruß, Rudolf

    1. @Rudolf / @Klaus… 🙂 In der Zeile verrutscht… Hab bei Schirm gelesen… Und ja, sorry, das war die falsche Richtung… Ihr habt beide Recht gehabt… 2 dicke Patzer hier im Beitrag entdeckt… MERCI!

  2. Super sache..hab grad mal meine zwei Aufsteckblitze mit den verschiedenen Lichtformern durchgemessen. Vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Beitrag.

  3. Hi Martin sehr guter Tipp!!! Geld für nen Beli gespart…aber jetzt muss ich mir eine Etikettierbeschriftungsmaschine kaufen *lol* 😉 kleiner Scherz…

    LG Chriss

  4. Ist zwar schön, wenn man sich das auf den Blitz klebt, aber wie seid ihr auf diese Werte gekommen? Die müsst ihr doch vorher ausprobiert haben, oder anderweitig gemessen haben.

    VG

    Thomas

  5. Das würde mich allerdings auch mal mächtig interessieren was thomas da geschrieben hat. wie seid ihr auf die werte gekommen? da war doch bestimmt ein lichtmesser mit im spiel oder wie geht das???

  6. Die Einstellungen für die 40er und 60er Softbox sind die gleichen, hat es einen „praktischen“ Grund das ihr trotzdem beide SoBo drufff geschrieben habt?

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