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LICHTSETZUNG: DIE POSITION – BLITZ – MODELL – RELATION

9. Juli 2012 | Lichtführung und setzung

Heute geht es direkt um das Thema Lichtführung. Und zwar wollen wir uns um ein sehr wichtiges Element im Studio kümmern. Es geht um die Arbeitsweise und die grundlegende Struktur bei der Arbeit mit Licht.

Viele Fotografen denken, dass Licht durch den Lichtformer, die Lichtquelle, den Blitz oder auch die Entfernung zu tun hat. Viel wichtiger ist aber die Position. Und das trifft es auch noch nicht wirklich. Es müsste lauten: DIE POSITIONEN.

Heute wollen wir uns 3 Bilder nehmen und anhand dieser Bilder wollen wir ein oftmals unterschätztes Prinzip erläutern. Bitte achtet nicht zu sehr auf die Haltung des Modells. Wir haben sie nämlich gebeten absolut still zu stehen und sich nicht zu bewegen während wir die Blitze verstellt haben. Da ist es klar, dass da kein so natürlich-angenehmes Posing heraus kommen kann.

Ausgangsbasis für die heutigen Lighting-Erklärungen ist ein klassisches Crosslighting. Der Führungsblitz (im Diagramm von unten kommend) ist ungefähr auf 45° seitlich gestellt, während genau entgegengesetzt der Streiflichter-Blitz das Modell trifft.

 SETUP HOW TO Tutorial Photo

Wichtig bei diesem Aufbau ist, dass die Blitze genau entgegen gerichtet sind und den Ganzkreis in zwei Hälften trennen. Wir haben einen leichten Bereich des Schattens überall dort, wo auf der linken Seite des Modells das Führungslicht und das Streiflicht nicht hin kommen. Sichtbar ist das im Detail auf der Schulter. Dort geht der Bereich des hellen Führungslichts über in einen leichten Schattenbereich und wird dann abgelöst vom Bereich des Streiflichts. Gut zu erkennen ist dies am Oberarm im Bereich der Schulter.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

In diesem Beitrag soll es über Positionen gehen und sicherlich ist bekannt, dass ein höherer Winkel zur Kamera auch einen höheren Kontrast erzeugt. Einfacher gesagt:

BRINGT MAN DIE LICHTQUELLE WEITER WEG VON DER KAMERA NACH AUßEN ODER OBEN, DANN BEKOMMT MAN MEHR SCHATTEN.

Für das nächste Bild wurde genau das gemacht. Die beiden Lichtquellen wurden um das Modell herum rotiert, dabei ist die Frontlichtquelle weiter weg gewandert und die Streiflichtquelle hat sich an die Kamera angenähert. Im Ergebnis bekommen wir damit einen stärkeren Bildkontrast.

Jetzt zum lichttechnischen Chaos und den komischen Lichtgedanken: Die Schatten auf dem Motiv werden nicht größer. Die Kamera schaut jetzt bloß mehr auf die Schatten und daher sind die eben auch optisch größer. Warum? Weil die Größe der Schatten eben durch die Positionen der beiden Blitze bestimmt werden. Die haben sich aber in ihrer 180° Ausrichtung nicht geändert. Jetzt fotografiert die Kamera aber mehr in den gleichen Schattenbereich und daher nimmt sie mehr Schatten auf.

Vergleichbar ist diese Situation damit, dass ein Modell von einer Lichtquelle ausgeleuchtet wird. Dabei ist eine Seite hell und die andere Seite dunkel. Die Kamera kann jetzt natürlich in den Schattenbereich oder in den hellen Bereich fotografieren. Ohne, dass sich das Licht auf dem Motiv ändert, bestimmt die Kameraposition wie viel Schatten oder Licht auf dem Bild zu sehen ist.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf dem Detailbild des Oberkörpers sieht man deutlich, dass ein stärkerer Kontrast vorhanden ist.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Kommen wir jetzt zum dritten und letzten Bild und hier wurde an den Blitzen nix verändert. Die Kamera hat sich hier bewegt und zwar auf der selben Umlaufbahn wie die Blitze ein Stückchen nach links. Damit ist was passiert?

Die Kamera nimmt nun noch mehr den Schattenbereich auf. Die beiden Blitze kommen jetzt beinahe von außen und bilden nahezu Seitenlichter.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und genau da wären wir bei einem unglaublich wichtigen Punkt. Ich sehe unglaublich viele Fotografen haargenau ihr Licht aufbauen, da werden Lichtquellen um 20cm verrückt, da muss eine BeautyDish einer 20cm größere BeautyDish weichen und da macht man einen unglaublichen Detailaufwand um ja alles richtig und genau zu machen. Und wenn es dann zum Fotografieren kommt, dann springen genau diese Fotografen von einem Punkt zum Anderen und merken in keinster Weise, dass mit jedem Schritt zur Seite das Licht sich verändert.

Licht und Schatten hängen nämlich immer von Winkeln ab und egal was ich bewege, Kamera oder Licht selbst, immer dann, wenn ich die Winkel im Bild verändere, ändert sich damit auch die Ausleuchtung.

Niemand würde auf den Gedanken kommen, seine Blitze auf eine rotierende Scheibe zu stellen und bei jedem Schuss die Scheibe anders zu drehen. Aber genau das passiert, wenn man fotografiert und nicht auf einer Achse zum Modell bleibt.

WÄHREND DIE BEWEGUNG NACH HINTEN UND VORNE OK IST, ÄNDERT JEDE BEWEGUNG ZUR SEITE DAS LICHT UND DAMIT AUCH DIE GESAMTAUSLEUCHTUNG.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Achtet darauf, dass die Positionen gehalten werden. Markiert euch gerne auch die Achse auf der ihr fotografieren wollt. Im Endeffekt ändert sich nämlich durch das Verändern der Kameraposition nicht nur das Licht sondern auch das Motiv. Also in diesem Falle das Posing. Insgesamt werden drei wesentliche Dinge durch eine andere Kameraposition verändert und daher sollte es vermieden werden. Denn zusätzlich zu Licht und Motiv, erwischt die Kamera jetzt einen anderen Hintergrund und auch das kann im Studio schlimme Folgen haben. Die Ausleuchtung des Hintergrundes kann gerade im Randbereich sehr stark variieren.

Daher gut einprägen:

LICHT IST NUR SO GUT, WIE DIE POSITIONEN GEHALTEN WERDEN. UND DAMIT SIND ALLE POSITIONEN GEMEINT. LICHTQUELLE, KAMERA UND NATÜRLICH AUCH DIE DES MODELLS.

So long, Martin und Marc

Kommentare (3)

3 thoughts on “LICHTSETZUNG: DIE POSITION – BLITZ – MODELL – RELATION

  1. Modell, jetzt weis ich auch was mir bei meinen bisherigen shootings fehlte. Muss ich das nächste mal drauf achten, dass ich ein modell habe. Das mit den positionen ist ein alter hut, das weiss ich schon längst. Trotzdem super, dass ihr es einmal sagt, sind ja auch anfämger hier. 😉

  2. Ich habe mehr das Problem mit übereifrigen Models, die keine 5 sec. eine Pose halten.

    Eine Pose nach rechts, eine nach links, mal den Oberkörper in Richtung Kamera usw. … da stimmt nachher nichts mehr mit der Belichtung.

    Gruß

    taylor

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