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LICHTSETZUNG: KLEIN-GROßER UNTERSCHIED (REFLEKTOR)

22. April 2011 | Lichtführung und setzung

Heute geht es mal wieder um eine Kleinigkeit, die einen großen Unterschied machen kann. Und zwar um eine Aufhellung. Zwei Portraits müssen wir uns dafür genauer zu Gemüte führen. Es geht um zwei CloseUps, gleiche Einstellungen, gleiches ALLES, bloß mit dem klein-großen Unterschied dass einmal ein Reflektor als Aufhellung genutzt wurde und einmal eben nicht.

Schauen wir uns die beiden Fotos mal genauer an…

f2.8, 70-200mm bei ca. 130mm, 5D Mark II*, BeautyDish mit Elinchrom BXri500.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Bei diesem Foto wurde zusätzlich noch ein SunMover* drunter gehalten. SunMover* (Reflektor) in Silber. Die Entfernungen waren sehr sehr nah. Der Reflektor berührte fast das Dekolleté des Models. FAST!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

An diesen beiden Fotos kann man deutlich einige interessante Punkte innerhalb der Studiolichtführung erkennen und ausmachen. Diese wären:

  • Durch den Verlust des Kinnschattens fehlt die Abgrenzung zwischen Kopf und Körper.
  • Die Plastizität ist fast völlig verloren gegangen.
  • Die Aufhellung ist eigentlich im Verhältnis 1:1 zum Führungslicht
  • Die starke Ausleuchtung von unten erweckt einen unheimlichen Anschein.
TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

MERKE AUS DEM HEUTIGEN LIGHTING-POST:

  • Man kann sehr gut einiges an Geld sparen, wenn man anstatt eines zweiten Blitzes samt Lichtformer, im Studio vermehrt auf Reflektoren zurück greift. Da reicht sogar eine Styroporplatte oder eine Rettungsdecke. Man kann am Foto erkennen wie stark der kleine Reflektor in Silber wirkt. Er ersetzt einen zweiten Blitz vollständig.
  • Niemals Angst haben vor Schattenwürfen. Schatten geben Tiefe und Raum im Foto und ganz ohne Schatten wirkt das Motiv nicht selten platt und langweilig. Selbst eine so frontale Ausleuchtung wie auf dem ersten Foto erscheint durch den Schattenwurf unter Kinn, Nase und ansatzweise sogar am Mund dreidimensional…
  • Eine Aufhellung reicht oftmals, um den kompletten Look zu ändern. Es braucht nicht immer noch 10 Blitze sondern ein einfacher Reflektor hat viel mehr Kraft als man sich vorstellen mag. Beide Fotos sind gleich und doch grundsätzlich verschieden.

Während man aus dem einen Foto ein eher High-Key angelehntes Portrait machen könnten, bei dem die Augen als Hauptfokus gelten, wäre der andere Shot viel mehr auf das Gesicht bezogen und gerichtet.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Viel Spaß am Osterwochenende… und versucht vielleicht in Zukunft mal mehr mit Reflektoren zu arbeiten. Es ist leichter als man denkt, günstiger als man glauben mag und sieht toller aus, als man hoffen kann.

Martin & Marc

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Kommentare (12)

12 thoughts on “LICHTSETZUNG: KLEIN-GROßER UNTERSCHIED (REFLEKTOR)

  1. Zum Schluss hab ich’s dann verstanden: Anstelle weiterer Blitze. Da ich aber ohnehin eher rudimentär unterwegs bin und am liebsten nur mit available light arbeite, müsste ich eigentlich eher in die andere Richtung üben 😉

  2. Ehrlich gesagt stört mich beim zweiten Bild der zusätzliche Reflex in den Augen, welcher durch den Reflektor verursacht wird.
    Viele Grüße
    Philipp

  3. Schöner Beitrag 😉 Hammer Blog einfach nur dickes lob! was ich beim zweiten bild etwas schade finde ist das der augenreflex so komisch aussieht 😉

  4. @Ronny D.
    Darum gings ja, das war die Aussage 😉
    Man kann manchmal mit weniger mehr erreichen. „Nur“ ein Reflektor anstatt einen Blitz und dennoch sieht das Bild besser aus.

    Super Beitrag, das bringt einen wieder zurück zum Wesentlichen.

  5. Mir gefällt auch das 1. Bild besser. Beim 2. Bild ist aber auch das Modell näher am Blitz weil der Reflex des Dish im Auge größer ist. Aber mal was ganz anderes. Ist das die original Elinchrom Dish??? Ich überlege mir nämlich mir die zuzulegen…

    Gruß

    Alex

  6. Hallo,

    erstmal vorweg, super Beitrag. 🙂

    Mein Frage ist ob der Hintergrund schwarz war oder dunkelgrau?

    Gruß

    Stephen

  7. Super Beitag! Ich muss aber ganz ehrlich sagen, das mir das erste Bild auch besser gefällt. Das zweite Bild kommt mir doch sehr flach vor, aber das ist eben Geschmacksache.
    Grüße aus Berlin
    Bernd

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