24.9.2010    2

LICHTSETZUNG: EINE FRAGE DES WOLLENS

24. September 2010 | Lichtführung und setzung

Heute lassen wir mal das CSB Video in der Tasche. Alle sind gerade auf der Photokina, niemand kann das Video auf die CSB-Webseite laden unser Podcast weigert sich seit 2 Stunden das Video hochzuladen und irgendwie scheint alles danach zu schreien, dass dann eben heute ein anderer Beitrag kommen muss. Es ist ja auch so, dass wir diese Woche schon zwei Videos hatten und das Blog soll ja nicht zu 100% ein VLOG werden. Daher heute ein kurzer Ausflug in eine wichtige Lighting-Thematik.

Der nachfolgende Beitrag, mag er auch noch so kurz und unscheinbar daherkommen, ist einer der wahrscheinlich wichtigsten Beiträge auf diesem Blog. Jedenfalls von der grundlegenden Thematik und dem Verständnis rund um Fotografie.

Erst letzte Woche haben wir dieses Video hier gepostet. LINK!

Das Video sollte einfach nur ein kleines ADDON zu dem eigentlichen LETS BOUNCE Video von letzter Woche sein. Darauf hat LarS einen Kommentar gestellt.

FOTO BLOG DVD

Kerns des Kommentars und der Teil um den es heute geht ist die Frage „ob es nicht einfacher wäre es anders zu machen“. Ich möchte diese Frage hier aufgreifen (LarS Frage zielt eigentlich in eine leicht andere Richtung!!!) und auf die Thematik zu sprechen kommen, dass es in der Fotografie immer „andere Wege“ gibt. Ob einfacher oder schwieriger ist dabei völlig egal.

Vergleicht einfach mal rein theoretisch die zwei möglichen Ausleuchtungsarten. Einmal haben wir 2 Reflektoren, jeweils in einer Größe von über 1,9m auf 1,3m die einen Teil des Lichts reflektieren. Das macht eine Gesamtgröße von über 4m2. Eine Option mit Blitzelicht würde normalerweise niemals diese Größe erreichen sondern bei ca. 2m2 stehen bleiben. Zwei Blitze mit Softboxen in 4m2 Fläche sind preisliche allein für die Softboxen bei über 2000 €.

Und jetzt kommt das Wichtige zum Thema LIGHTING. Fragt euch bitte nicht immer ob es andere Möglichkeiten gegeben hätte oder ob es einfacher oder besser gehen würde. Fotografie ist oftmals einfach WIE IHR ES MACHEN WOLLT. Und da gibt es keine falsche Entscheidung solange das Foto genau euren Wünschen entspricht. Wenn es nicht so ausschaut wie ihr es haben wollt, dann fragt euch was ihr falsch macht. Aber niemals ob es nicht auch anders geht. Denn es geht immer anders. Ich kenne kein Foto weltweit, welches nicht auch „anders“ gemacht hätte können. Aber es sähe eben auch nicht identisch aus sondern anders.

Im Endeffekt geht es darum, wie ihr die Ausleuchtung haben wollt und viele gute Fotografen weltweit nehmen viel mehr Aufwand in Kauf um zu bekommen was sie wollen. Wer eben vier Quadratmeter (damit könnte man ein kleines Boot segeln!!!) indirekt als Lichtquelle verwenden möchte damit das Foto genau so ausschaut, der soll es tun. Wer möchte, dass das Foto mit einer kleineren Lichtquelle anders ausschaut, der soll das tun. Und wer das ganze mit fünf Quadratmeter mit Blitz ausleuchten will, der soll auch das tun.

FAZIT: LASST LICHTSETZUNGEN LEBEN UND ZERSTÜCKELT BITTE NICHT ALLES IN SINN UND UNSINN. DAS GILT GENAUSO FÜR FREMDE SETUPS ABER VORWIEGEND FÜR EURE EIGENEN!!!! WASIHR WIE MACHEN WOLLT BESTIMMT IHR ALLEINE UND NICHT DIE VERNUNFT!

Damit habe ich LarS Frage nicht beantwortet, der ja eigentlich wissen wollte, ob es nicht einfacher gewesen wäre Blitze zu nutzen. Die Antwort also jetzt: ICH DENKE SCHON. Aber die eigentlich wichtige Denkweise hinter dem Setup ist ja einerseits, ob es genauso ausgesehen hätte und da ist die Antwort klar NEIN und andererseits, ob wir es so machen wollten. Und auch da ist die Antwort NEIN. Und genau so muss es sein. LarS fragt ob es nicht anders besser wäre aber er weiß auch, dass es dann anders aussehen würde. Er schreibt schon, dass die Struktur durch den größeren Kontrast erhöht werden würde. Macht das auch so… fragt was anders gemacht werden könnte aber niemals ob es besser oder schlechter sei. Das ist einzig die Entscheidung des Fotografen.

Kommentare (2)

2 thoughts on “LICHTSETZUNG: EINE FRAGE DES WOLLENS

  1. Hallo Martin,

    ich gebe zu, Deine Antwort auf meine Frage ist anders ausgefallen als ich sie erwartet habe. Ich hatte sicher nicht vor, Deine/Eure Art zu Fotografieren in Frage zu stellen oder habe geglaubt, Euch verbessern zu müssen. Meine Frage war rein technischer Natur und das ist sie auch immer noch. Denn leider hast Du noch immer nicht verraten, wie Du in EUREM Setup mit den beiden Reflektoren dem übermäßigen Glow um Marc (auf dem eingeblendenten Bild) entgegen gewirkt hast. Meine Vermutung dazu war, dass Du das nur über die Entfernungen zwischen Blitz, Wand, Reflektoren und Model regulieren konntest. Würde mich freuen, wenn Du mir darauf noch eine Antwort geben könntest.

    Vorerst aber noch viel Spaß auf der Photokina und ein schönes WE.

    Lars

  2. Hi Martin,

    Wirklich cooler Blogbeitrag, deine Sichtweise teile ich auch und finde es sehr gut dass du sie mal zur Sprache gebracht hast.

    Ich schaue grad die von dir bekommenen DVDs und habe mich nun entschieden dabei doch nicht wie angekündigt jedes Wort auswendig zu lernen. 😉

    Nochmals danke dafür, ich war auch gerne Stativträger…

    Viele Grüße Akira

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Anzeigen