5.12.2013    7

LICHTSETUP: SONNENLOOK MIT EINEM BLITZ FOTOGRAFIEREN

5. Dezember 2013 | Lichtsetups

So, heute schreibe ich mal ein kleines Technical-Tutorial über ein fremdes Foto. Fremdes Foto, weil dieses Mal Marc der Schuft hinter der Kamera ist. Normalerweise wissen wir garnicht wer welches Foto gemacht hat, wer gerade die Kamera in der Hand hatte und den Auslöser gedrückt hat.

In diesem Fall ist es aber so, dass ich die Fotos gerade beim Stöbern entdeckt habe. Ich weiß nix von der Kirche, dem Model, der Location, dem Moment. Ergo, muss Marc in Spanien mal alleine los gezogen sein. Und ich glaube auch, dass ich damals sogar auf der Luftmatratze im Pool gelegen sein muss. Ich frag mich bloß wer hat denn dann die Aufnahmen gemacht, auf denen Marc beim Fotografieren zu sehen ist?

Um was geht es heute in diesem Setup-Tutorial? Ich möchte über einige Dinge mit lichteffizienten Reflektoren verlieren. Gerade im hellen Umgebungslicht wie hier in der Sonne Spaniens ist Lichtleistung nicht gerade eine Sache im Überfluss. Meistens ist es sogar ganz anders. Man hat zu wenig Leistung. Dazu gibt es noch am Ende des Setups einen besonderen Tipp vom Stapel gelassen… WHOPWHOP!

Eine Lösung für Fotografen ist dabei einfach den Geldbeutel noch weiter aufzumachen, die letzten Euronen rauszuschütteln und dann einfach nen größeren und dickeren Blitz kaufen. Der hat mehr Leistung und damit kann man noch krassere Sachen machen. Mag man denken!

Eine andere Lösung ist eben das Gehirn anzuschalten und mit Bedacht und Vorsicht an die Sache heran zu gehen. Mit weniger Leistung kann man immer noch sehr tolle Sachen machen. Diese Bild z.B. bei dem wir einen Sonnenlook mit einem einzelnen Blitzkopf imitiert haben.

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Das Bild ist zur Mittagszeit in Spanien entstanden. 35°, die brutalste Sonne die man sich vorstellen kann überall drumherum war weißer Sand oder Kalkstein. Der Boden war teilweise heller als der Himmel und hat mehr geblendet über die Reflektionen als die Sonne selbst 🙂 Kurzum, es war ein furchtbarer Tag um Fotos um 13 Uhr am Mittag zu machen.

Dieses Foto ist entstanden mit einem Elinchrom Ranger Quadrat* noch in der früheren Bleigel-Akku-Version. Dieser Blitzkopf besitzt 400Ws. Das ist viel aber eben auch nicht total viel. Es ist wenig aber auch nicht wirklich wenig. Kurzum, man muss schon kämpfen mit dem Quadra in manch einer Situation. Und wir haben einige Tricks auf Lager!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

1. Man nutzt einen möglichst effizienten Reflektor. Es gibt sehr große Unterschiede in den Reflektoren. Es gibt Weitstrahler und es gibt enger gerichtete Reflektoren. Dabei verhalten sich manche Reflektoren in der Leistung sehr verschieden. Bis zu einer Blendenstufe liegen manche Reflektoren auseinander und oft sieht man es von außen garnicht an. Da hilft es doch mal den Katalog des Herstellers zu wälzen. Kleine Veränderungen der Oberfläche können schon zu deutlichen Leistungsschüben führen. Wir haben beim Ranger Q nicht den normalen Standard-Reflektor genutzt sondern den deutlich stärkeren GP-Reflector*. Das erste Element ist daher der effiziente Lichtformer.

2. Grundlage für jeden Blitzeinsatz ist die Einstellung der Kamera und damit die Grundbelichtung der Umgebung und des Drumherums. Ein großer Fehler wäre die Grundeinstellung zu extrem zu setzen und damit dem Blitz mehr Leistung abzufordern als notwendig. Ich muss das Grundbild nicht schwarz belichten sondern ich muss das Umgebungslicht nur DEUTLICH unterbelichten um eine neue Charakteristik mit dem Blitz über das Foto zu legen. Zwischen DEUTLICH DUNKEL und SCHWARZ liegt aber ein Unterschied von mehreren Blenden. Und genau die Leistung muss dann der Blitz auch überwinden und sogar noch ohne wirklichen Sinn und Verstand. Das zweite Element ist also den Blitz nur soviel wie notwendig zu machen.

3. Die Position hat nur zu 50% etwas mit der Leistung zu tun. Natürlich darf Sonnenlicht nicht wirklich von unten kommen, es muss eine Tendenz von oben haben. Aber der Knackpunkt mit der Leistung ist die Entfernung. Mit einem Handstativ bin ich flexibel und kann auch das Licht leicht nach vorne an das Motiv zu bringen. Und genau das bringt einen mega Leistungspush. Also Nähe ist das dritte Element.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und wenn man all diese Tipps und Tricks befolgt, dann kann man auch mit „nur“ 400Ws in der prallen spanischen Mittagssonne ein geblitztes Sonnenfoto machen.

Probiert es doch auch aus. Wer nicht gerade den Ranger Quadra sein eigen nennt, der kann ja mal einen Blick auf den ebenfalls 400Ws starken Jinbei FL-II werfen.

LG

Martin & MArc

So… und jetzt frag ich mich nur noch, was Marc noch so alleine in Spanien getrieben hat???

Übrigens noch ein besonders wichtiger Trick: Da Marc ja heimlich still und leise mit dem Model weggezogen war, konnte er nicht gerade auf 1000 Mann starke Hilfe zurück greifen. Er musste mit der Hilfe des MakeUp-Artists zurecht kommt. Und siehe da, mit dem nötigen KnowHow klappt auch das. Mit einem Handstativ kann jeder Nichtfotograf auch prima einen Blitz in Position halten. Der Kniff dabei ist, das Haltestativ so lange zu nehmen, dass es immer auf dem Boden auf stehen kann. Lässt man ungeübte Personen einen Blitz in der Hand frei halten, dann hat man 3-4 Schüsse und dann ist das Licht weg und leuchtet total wo anders hin. Wenn das Stativ lang genug ist, dann passiert das auch mit Laien nicht. Wichtiger Tipp gerade auch für Hochzeiten.

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Kommentare (7)

7 thoughts on “LICHTSETUP: SONNENLOOK MIT EINEM BLITZ FOTOGRAFIEREN

  1. Gratulation zum neuen Blog. Sieht ungewohnt, aber klasse aus.

    Was habt Ihr hier für eine langes Haltestativ verwendet. Dass sich meine Frau nicht mehr so quälen muss 😀

    So . . . jetzt check ich Euer neues Blog ….

    Lg Stephan

  2. Man merkt, ihr seid addicted zum Reflektor. Ok, speziell hier angebracht.
    Aber während viele Softboxen ohne Ende einsetzen und um jede Form streiten, haut ihr geniale Bilder mit dem Reflektor raus. Gefällt!

  3. Danke für diesen kleinen Einblick!
    Was mich aber noch interessiert ist welche Kameraeinstellungen ihr speziell bei diesem Bild verwendet habt. Klar ist das komplett individuell – trotzdem wäre mein interesse da 🙂

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