21.6.2012    6

LICHTSETUP: MULTIPLE ARTIFICIAL FLASHES

21. Juni 2012 | Lichtsetups

Vor langer Zeit waren wir mal auf einer Tour quer durch die Schweiz. Das war damals bei Profot und natürlich haben wir dort auch fotografiert. Unter anderen hatten wir ziemlich viele Ranger dabei. Große Ranger, kleine Ranger… 🙂 und das letzte Setup des Tages war daher etwas verschwenderischer… 🙂 Wir haben einfach mal geguckt, was man mit fast 2000Ws an Blitzlicht machen kann.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier sieht man deutlich das komplette Setup. Wir haben 3 Blitze genutzt. Einmal auf das Motiv, dann als seitliches Streiflicht und dann auf den Hintergrund einen weiteren Blitz.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Fotografiert haben wir nämlich an einer alten Burg bzw. einem Burgturm. Sah ziemlich märchenhaft aus.Problem war nur, dass wir unglaublich weitwinklig fotografieren mussten, um überhaupt etwas von der Burg auf das Bild zu bekommen. Weitwinkel ist aber immer problematisch, wenn man Blitze einsetzen möchte.

Je weitwinkliger man fotografiert, umso weiter müssen die Blitze aus dem Bild heraus genommen werden. Und je weiter die Blitze vom Motiv weg sind, umso mehr Licht geht verloren. Wir erinnern uns, nichts raubt so viel Leistung wie die Distanz. Mit jedem Meter verliert man unglaublich viel Leistung.

Zudem kam leider noch die Tatsache, dass die interessante Seite des Turms im Sonnenschatten lag und dazu noch eine Art Graben von ca. 7-8 Meter Breite zwischen uns und der Turmfront lagen.

Also alles in allem unglaublich nervige und widrige Umstände.

Oben ist zu lesen, dass unsere Wunschblende bei f16 lag, bei ISO100 und schnellster X-Sync-Zeit. Kurze Zusammenfassung: f16, ISO100, 8-10 Meter Distanzen, Turm im Sonnenschatten und dazu noch der Wunsch im Weitwinkel zu fotografieren.

Also los gehts!

Angefangen haben wir mit einem starken Führungslicht auf das Motiv. Dafür brauchten wir aber nur einen kleinen Ranger Q mit 400Ws. Dafür haben wir aber auch einen kleinen Leistungstrick genutzt.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und zwar ist dieser Trick, dass wir eine DeepOcta genutzt haben und den Frontdiffusor weg gelassen haben. Die DeepOcta ist eine sehr eng geformte Softbox und daher sehr leistungseffizient. Dazu kommt, dass der Frontdiffusor Licht schluckt und zusätzlich die Fokuswirkung unterbricht.

Damit hatten wir bei vollen 400Ws Leistung unser Führungslicht gesetzt. Abstand ca. 2,5m und in ca. 2,5m Höhe.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Für ein paar leichte und effektvolle Streiflichter haben wir dann den kleinsten Ranger genutzt. In der Q Ausführung hat dieser 400Ws an Blitzpower und ohne größere Lichtformer hat der kleine Q wirklich Bums. Und gerade diese Möglichkeit eine weitere Lichtquelle zu setzen, ist bei der Verwendung als Effekt/Streiflicht wirklich positiv.

Genutzt wurde der ganz normale Weitwinkelreflektor mit einer wahnsinnig breiten Streuung. Damit bekommt man auch noch Reflexe um das Motiv herum. Boden, Wand etc… wird ebenfalls noch getroffen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Damit wären wir dann aber auch beim wirklichen finalen Problem. Unsere Wunschseite des alten Turms lag ja im vollen Sonnenschatten. Bei Blende 16 würde von dem Turm nichts mehr außer einer Silhouette zu sehen sein. Und daher brauchten wir dementsprechend auch ein weiteres Licht auf den Turm.

Um die gigantische Distanz zwischen Turm und Lichtquelle zu überbrücken suchten wir uns den stärksten Lichtformer mit der höchsten Reflektorkraft aus. Wie an der Form unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um einen ziemlich großen und stark gerichteten Lichtformer. Und genau dieser Blitz erforderte zusätzlich noch mehr Leistung.

Daher haben wir dann auch den großen Ranger hervorgeholt. Mit 1100Ws ist der große Ranger nämlich deutlich stärker als der kleine Q.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Der Blitz wurde direkt auf das interessante Mauerwerk im Schatten gerichtet.

Hier nochmals die Blitze im Überblick. Man sieht auch deutlich, wo welcher Blitz ansetzt. Übrigens haben wir natürlich bis zu diesem Zeitpunkt eine weitere wichtige Lichtquelle vergessen. Kein Blitz, nein, die Sonne. Denn die Sonne war perfekt positioniert um eine weitere Lichtkante zu setzen. Genau wie der kleine Ranger von der Seite (BLAU), setzt die Sonne ein genau entgegen gehendes Licht.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

In einem finalen Foto trennen sich dann die Lichtquellen wie folgt auf…

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Das war das eigentliche Setup. Was lernen wir aber aus der Sache selbst? Ganz einfach… natürlich kann man auch ohne 2000Ws tolle Fotos machen. Viele Fotografen belegen das jeden Tag und werden auch hoffentlich nicht aufhören. In diesem Falle sieht man aber unglaublich gut, wie vorhandene Gegebenheiten dazu führen können, dass man besondere Lichtquellen und Lichtformer verwendet.

Wünsche des Fotografen und vorhandene Gegebenheiten können dazu führen, dass man einen bestimmten effizienten Lichtformer nutzen muss. Distanzen können Leistung kosten und auch wieder geben. Man passt die Technik an die Wünsche an und muss sich trotzdem in gewisser Weise an die Grenzen der Technik halten. Nur so bekommt man als Fotograf, die gewünschten Bilder in den Kasten.

Apropo gewünschte Bilder… hier sind ein paar Ergebnisse vom Fotoshooting. Genau aus diesem Setup.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Kommentare (6)

6 thoughts on “LICHTSETUP: MULTIPLE ARTIFICIAL FLASHES

  1. Das die ersten beiden Bilder aus dem Setup resultieren, will ich gerne glauben. Bei den letzten beiden Bildern will mir das nicht so recht gelingen 😉

  2. Hallo! Erstaunlich was Ihr so anstellt! Beneide Euch um die Technik! Mich interessieren sehr die Einstellungen mit dem unscharfen Hintergrund, Offenblende bei Sonne mit Blitz ist ja etwas komplizierter, oder? Viele Grüße Torsten

  3. Schicke Sache so mit dem angeblitzen Gebäude im Hintergrund noch.

    Mit einem einzelnen Ranger lassen sich ja schon schöne Effekte draußen erzielen, aber mit 3 Stück isses schon noch ’n ganzes Stück steuerbarer.

    Gut auch zu sehen, dass es für den Ranger-Generator eine professionelle Befestigung am Stativ gibt – ich häng meinen immer nur (mit einem unbehaglichen Gefühl) mit dem Trageriemen über eine Feststellschraube am Stativ 🙂

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Anzeigen