15.8.2012    11

LICHTSETUP: AL-BALANCE MIT BACKLIGHT AL

15. August 2012 | Lichtsetups

Im heutigenBeitrag kommen wir ohne viel viel Blitzlicht nicht aus. Es geht nämlich darum, dass wir die Sonne etwas in die Tasche stecken wollen und mit deutlich stärkeren Lichtern eine komplett neue Lichtstimmung setzen wollen.

Normalerweise haben wir eine bestimmte Situation, wenn wir mit dem Licht einer wolkenlosen Sonne arbeiten möchten. Nämlich starke Kontraste und zwar deutlich zu erkennen an einer sehr hellen Sonnenseite und einer sehr dunklen Schattenseite. Klar, auf der einen Seite ist alles eben hell und dort wo die Sonne nicht hin kommt, dort ist es dunkel. Das kennt jeder von uns, egal ob Fotograf oder nicht.

Und genau diese Situation ist unserem menschlichen Auge und Sinn bekannt. Damit leben und arbeiten wir jeden Tag. Das ist, was unser Kopf kennt und zu deuten weiß. Und genau dagegen wollen wir arbeiten. Unser Ziel heute in diesem Setup ist die Erstellung eines komplett anderen Looks. Wir wollen dort Licht haben, wo eigentlich kein Licht sein sollte.

Das ist natürlich mit Blitzlicht möglich und dieser Look besitzt einen unglaublichen Reiz, denn er sprüht förmlich von einer Art natürlichen Unnatürlichkeit. Bitte im Einsatz das Blitzlicht immer ausbalancieren. Am Besten (ok, das ist Geschmacksache aber immerhin ist das ja der Krolop&Gerst Blog) sieht es eigentlich aus, wenn man immernoch die Kerncharakteristik des Sonnenlichtes sieht. Also wenn man die natürlichen Schatten und Lichtwürfe nicht ganz verliert.

Um dieses Bild geht es heute…

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

An diesem Bild sieht man deutlich eine sehr inszenierte Lichtführung. Es handelt sich dabei um folgende Aspekte:

  • Wir haben keine kompletten Schwarzwerte.
  • Selbst der tiefste Schatten hat Zeichnung
  • Die direkt in der Sonne liegenden Bereiche sind meistens sogar relativ dunkel
  • Wir haben auf dem Modell starkes Licht auf der Schattenseite.
  • Der Hintergrund ist komplett getrennt ausgeleuchtet (Schatten/Lichtrichtung)
Auf den nachfolgenden Fotos erkennt man den Aufbau der Blitze. Zwei Stück im Einsatz. Einmal eine Octabox auf den Hintergrund, dazu eine rechteckige Box auf das Modell.
Am Schatten erkennt man genau die Positionierung des Blitzlichtes. Und zwar in unserem Falle 180° gegenüber dem Sonnenlicht.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Das Setup basiert also auf zwei einfachen Prinzipien. Einmal einem „Kreuzlicht mit der Sonne“ und dann auf der anderen Seite das „Licht auf den Hintergrund“.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Dieses Licht auf den Hintergrund zielt komplett am Modell vorbei und trifft wirklich nur den Schattenbereich der Wand. Dieses Licht dient einer Wichtigkeit, die sich aber erst dann ergibt, wenn man die eigentliche Belichtung des Bildes erkennt.

Denn wie wir auf dem Foto sehen, ist auch im Schattenbereich Licht vorhanden. Weniger als in der direkten Sonne aber dafür immer noch viel Licht. Wieviel Licht wo notwendig ist und warum, das hängt eben von der Grundbelichtung ab.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

 

Da das Bild bei ISO100 mit f11 belichtet wurde, ist logisch und erkenntlich, dass im Schatten eigentlich kein Licht ist. ERGO: Wir brauchen das Licht im Schatten um überhaupt etwas zu sehen. Und genau dafür haben wir den Blitz mitsamt der Softbox genutzt. Wir wollten dort Licht hinbekommen, wo deutlich unterbelichtet wird.

Um noch mehr Licht zu bekommen, haben wir den Frontdiffusor weg gelassen. Der Zwischendiffusor sorgt immernoch dafür, dass das Blitzlicht weicher und unterschwelliger wird, dafür sorgt die überhängende Box für die notwendige Effizienz. Mit diesem kleinen Trick sorgt man für bis zu einer Blende mehr Lichtpower als mit dem unglaublich streuenden Fronttuch. Die Box wirkt also wie ein großer Reflektor und sorgt für eine Art Lichtstrahl.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Wie ihr auf der Anzeige des Rangers erkennen könnt, haben wir auch alle Leistung gebraucht. 7.5 ist die maximale Leistung mit 1100Ws.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Für das Führungslicht im Gegenteil reichte uns allerdings ein kleiner Ranger Quadra mit nur 400Ws. Und auch auf dem nächsten Foto kann man beim genauen Hingucken erkennen, dass kein Frontdiffusortuch genutzt wurde.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Der Ranger Quadra (*SHOPLINK) ist ein kleiner aber feiner Blitzgenerator von Elinchrom und bei uns echt nicht mehr wegzudenken. Es ist einfach angenehm, wenn man nicht 100 kg mit sich rumschleppen muss.

Nachteil an dem kleinen Gewicht ist allerdings, dass es eben auch keinen Halt gegen den Wind gibt. Mit ein Grund, warum jedes Stativ ständig und dauernd gehalten werden musste. Ein Windstoß kann richtig ins Geld gehen! 🙁

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Durch diese beiden Blitze erreichen wir eine Ausbalancierung der Lichtquellen mit der Sonne. Wir haben kaum Schatten denn der Schattenbereich wird fast gänzlich von den Blitzen belichtet. Spannend dabei ist auch, dass wir den kleineren Blitz als Führungslicht genutzt haben, wobei der vielmals stärkere Blitz den Hintergrund ausgeleuchtet hat.

In der schematischen Abgrenzung soll an dieser Stelle auch nochmals eine Skizzierung der Blitz im Bild gezeigt werden.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Man sieht deutlich auf der Skizze und den Schemata wie sich die einzelnen Lichter auf dem Foto trennen. Die Lichter der Sonne auf dem unteren Bildteil und auf dem Körper. Der Blitz um die Schattenseite des Modells aufzuhellen und dann das Licht auf den Hintergrund.

TECHNICAL Vergleich Fotos

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Dat wars… viel Spaß beim Fotografieren. Für Martin und Marc geht es direkt nach München, der Rest hält in Kölle die Arbeit am Laufen.

Lieben Gruß

Martin & Marc

Kommentare (11)

11 thoughts on “LICHTSETUP: AL-BALANCE MIT BACKLIGHT AL

  1. Das Bild hat aber jetzt einen logischen Fehler: Das Model wird von vorne angestrahlt, aber der Schatten zeigt, dass das Licht von hinten kommt.

  2. Das Model wird zwar angestrahlt aber die Sonne ist immer noch wesentlich intensiver und gibt den Schattenwurf vor. Der „kleine“ Ranger helt die Dame nur etwas auf – alles ganz logisch…

  3. Dennoch ist im Schatten der Sonne ein „Fehler“ (hat wohl jemand nicht richtig retouschiert 😛 Man achte auf den Bildrand rechts unten, da wo der Schatten endet…

  4. Und wo soll da der Fehler sein. Machs doch nicht so spannend.

    Lass uns teilhaben.

    (Zudem an diesem Tag die Sonne übelst runtergebrannt hatte.)

  5. Der Fehler wurde bereits behoben. Es war wohl eine Ebene, die ein wenig verschoben war und somit einen Knick im Schatten machte, wo keiner hingehörte.

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