11.5.2009    11

LICHTSETUP: LESS GEAR MORE BRAIN FOR REAL!!!

11. Mai 2009 | Lichtsetups

Endlich kann ich mal wieder einen SETUP-Post hier hochladen. 🙂 Waren in letzter Zeit ja viel unterwegs und auf Achse… aber keine Sorge, wir bleiben dabei euch immer wieder richtig tiefe Einblicke zu gewähren. 🙂 und jetzt nix Böses denken!

Heute wollen wir mal einen MottoTag machen. LESS GEAR-MORE BRAIN und zwar richtig. Ich widme den Beitrag www.strobist.com. Heute zeige ich mal direkt, dass man für geniale Fotos mit genialer Ausleuchtung nicht einmal einen Schirm braucht. Viele von euch wissen ja, dass wir trotz unserer mobilen Blitze richtig große Fans dieser Aufsteckblitze sind. Die sind grandios. Mobil, klein, handlich und immer mit dabei… und wer jetzt denkt dass die keine Power hätten, der irrt sich! SEHR SOGAR!

Also, direkt zum Thema. Fotos mit minimalster Ausrüstung… viele Fotografen vergessen dabei eine wichtige Sache. Und zwar, dass je kleiner die Ausrüstung wird/ist, umso mehr muss man als Fotograf steuern und kontrolliert Licht setzen. Aber dazu gleich mehr.

Kommen wir direkt zum Foto des heutigen Setup-Posts!

Auf dem obigen Foto könnt ihr alles was wichtig ist sehen. Ihr seht unser Model, den Werner Krieger, den Maddin von hinten und den Blitz! Ein ganz normaler Sigma Blitz! Und dann fehlen euch also bloß noch ein paar Details in kühler und objektiver Form.

Und wie das Setting in der Skizze ausschaut, das interessiert euch sicherlich auch!!!

Und wenn wir gerade bei so einer objektiven Aufzählung sind… bleiben wir doch dabei. Simple ist ja heute unser Motto… Es gibt nämlich noch ein paar wichtige Details die ihr wissen müsst. Wobei die nachfolgenden Sachen sehr generell gültig sind.

  • NIEMALS!!! mehr als eine halbe Blende überbelichten wenn es um zarte Highlights in der Peoplefotografie geht. Sonst wird das zu krass.
  • NIEMALS!!! eine Hauptlichtquelle unterhalb der Augenhöhe positionieren. Augenhöhe ist ok… aber alles drunter wirkt wie ne Taschenlampe an das Kinn gehalten.
  • Wenn euch die Schatten des äußerst harten Blitzes stören, dann ist die einfachste Lösung einfach die Schatten um das Model herum wegzuschnibbeln. CROP CROP CROP BABY!
  • Wenn ihr schöne Unschärfe und Freistellung auf eurem Foto haben wollt und zwar ohne teure Neutraldichte-Filter, dann nehmt einfach eine lange Brennweite. Um 200mm rum und gut ist… dann könnt ihr von der Blende bis auf 7.1 gehen und kriegt im richtig nahen Portraitbereich eine tolle Unschärfe. Schaut mal direkt auf das Ergebnis unten. Unschärfe bei Blende 6.3!

– click on image to enlarge –

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Am Anfang hab ich ja geschrieben, dass es darum geht, gezielt mit Licht umzugehen, nix zu verschwenden und die Ausleuchtung zu bekommen, die man selbst möchte. Und jetzt schaut euch mal direkt die beiden Fotos weiter oben nochmals genauer an. Achtet mal gezielt auf die Kopfstellung von Werner. Er guckt immer in die ungefähre Richtung des Blitzes. Ihr müsst dem Model genau sagen, was es darf und was nicht. Denn das Licht kommt nun mal von rechts und Werner darf daher nicht nach links gucken… BASTA…

Ihr macht mir dem Fotos was IHR wollt und nicht was der Herr Zufall möchte.

Also kommen wir zu meiner letztendlichen Anmerkung und „Zusammenfassung“…

Fang an, über euer Ziel nachzudenken. Wenn ihr kein Ziel, kein Endfoto im Kopf habt, dann fangt doch garnicht erst an zu fotografieren sondern überlegt erstmal was ihr machen wollt. Und wenn ihr das Ziel kennt, dann abreitet mit dem Licht so, dass das Resultat raus kommt. Wenn ihr ein Ziel habt, dann fragt ihr euch doch automatisch: „hey, wie krieg ich ne schöne Ausleuchtung des Gesichtes???… Na logisch, in dem Werner in das Licht guckt!!!“ Und schon habt ihr die Lösung…

Man braucht keine tausende von Wattsekunden Blitzpower. Nicht immer und niemals sehr oft. Wenn ihr sie habt, dann ist das Luxus, wenn nicht, dann versucht bitte nicht irgendwie damit mitzuhalten. Ihr werdet verlieren. Es ist ein unfairer Kampf, wie ein F1 Auto gegen nen normales Auto. Aber niemand sagt, dass Bilder nur mit massiger Ausrüstung gemacht sein müssen. Das ist Blödsinn.

WENN ES UM AUFSTECKBLITZE GEHT, DANN VERSUCHT DOCH EINFACH MAL DIE POWER DIE IHR HABT, AUCH DORT HIN ZU BEKOMMEN, WO IHR DIE LEISTUNG BRAUCHT. PLANEN, ZIELEN UND GEZIELT AUSLEUCHTEN… und schon reicht ein Aufsteckblitz für Fotos die andere nur mit nem Porty oder sonst was hinbekommen…

Think about it. Flash power is luxury… you do not need it, it’s fun to have but if you control the little power you got, you can make great photos.

BYEBYE

Kommentare (11)

11 thoughts on “LICHTSETUP: LESS GEAR MORE BRAIN FOR REAL!!!

  1. Ein schöner Artikel – auch für Anfänger verständlich, so soll es sein. Danke!

    Und wer etwas mehr Zeit (da keine iTTL Unterstützung) aber dafür weniger Geld hat, kann ja auch nen alten Nikon SB-24/SB-25 (um 70€) erwerben und ihn manuell ansteuern. Klappt auch sehr gut, nur eben nichts mit aufstellen, Ausschnitt suchen, abdrücken und perfekte Belichtung – hier ist try&error angesagt

    Gruß

  2. Ein sehr guter Beitrag… Ich bin nähmlich auch ein Fan von Aufsteckblitzern… Hab einen alten Canon 420 EZ, den ich mit einem Funkauslöser bediene – funktioniert super!!!

  3. Gute Sache. Gibt es eigentlich bei Funkauslösern (z.B. Cactus Trigger) eine Verzögerung zum Blitz? Wenn ich meinen internen Blitz auf der D80 als Master nehme, diesen deaktiere und den kleinen SB600 auf Slave setze, dann löst dieser immer verzögert aus. :-/

  4. Nochwas: ich habe zwar eine Lichtsituation vor Augen, aber keine aussagekräftige Pose des Modells, gibt es da Fachliteratur für Modellposen?

    gruß Hannes

    1. Also ich denke du solltest da einfach PROBIEREN und über die Erfahrung lernen. Jeder macht andere Schnitte, andere Posen, andere Mimiken… probieren ist die einzige Wahl. Mach doch mal ein paar Shootings nur für Posings… find raus, welche Pose am Besten für dein Modell ist…

      ODER WIE GEHT DAS EUCH LIEBE BLOGLESER???

  5. ODER WIE GEHT DAS EUCH LIEBE BLOGLESER???

    Blitze aufstellen hat was mit Technik und Theorie zu tun. Man lernt es – und wendet es dann an.

    Posen sind ein anderes Kaliber. Auch mit hunderten Vorlagen im Kopf steht man vor dem Problem: Wie bringe ich das Model dazu, diese Pose einzunehmen? Und sieht die Pose dann bei dieser Person auch wirklich gut aus? Fühlt sich ein Model in einer Pose unwohl braucht man gar nicht auf den Auslöser drücken – das Bild wird nix. Allgemeine Tipps wie Hüfte eindrehen, welches Bein nach vorne, wohin mit den Schultern… die helfen erstmal – aber eine bis auf den letzten cm durchgeplante Pose wird man wohl nur schwer realisieren können. Besser als jedes Posing-Buch (welches ja nur die Endpose zeigt und nicht den Weg dorthin) wäre ein Video (5-10 Minuten) wo man einfach mal dem Fotografen dabei zuhören kann, wie er das Model während eines Shootings „dirigiert“… ich denke da gerne an Wernigerode zurück… Zitat Martin zum weiblichen Model: „Mach die Beine breit! … … Hach… das wollte ich schon immer mal sagen!“ 😉 Dieses zusehen bzw. zuhören hat mir beim Workshop mehr gebracht, als selbst stammelnd vor dem Model zu stehen, 50 fertige Posen im Kopf aber keine Worte, wie ich das Model in diese Pose bekomme. Die passende Mischung aus Intuition, Einfühlungsvermögen/Psychologie und Blick für die Situation kann einem kein Buch vermitteln, da hilft leider wirklich nur Übung.

  6. Hallo Krolop-Team 😉

    ein sehr interessanter Beitrag hier. Vor allem die Richtung des Blickes des Models.

    Ich probiere im Moment sehr viel mit dem entfesselten Blitzen. Ich habe einen 430EX II Blitz und arbeite auch recht viel mit einer Softbox von flash2softbox. Ich fotografiere damit jedoch nicht mit ETTL sondern möchte erst sehr viel manuell versuchen und eigentlich ist dann auch meistens richtig Belichtet. Ich habe jedoch immer wieder das Problem, dass die Bilder, wenn ich mit dem Blitz fotografiere, sehr rauschen. ISO ist immer auf 100 und ansonsten sehe ich auch keine Gründe, wieso es so krass sein könnte.

    Habt ihr vielleicht eine Idee, woran es liegen könnte?

    Die Kamera dabei ist die 400D.

    Robin

  7. Hallo,

    das mit den Posen kommt mit der Zeit.

    Ich sehe mir gerne Fotos an und sammle somit Posen die ich oft Selbst dann noch abwandle.

    Ich habe eine Canon 420 Blitz. Leider läßt der sich in der Leistung nicht regeln. Kennt jemand eine günstige Alternative?

    VG

    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      versuch doch mal über Entfernung und Lichtformer die Leistung zu regeln. Bouncer, Reflexschirm weiß, silber, Durchlicht… Streulichtscheibe… alle schlucken unterschiedlich Licht und du kannst ja alles kombinieren. ’ndert zwar die Lichtcharakteristik aber trotzdem ist es eine Möglichkeit wenn es um Leistung geht.

      LG
      Martin

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