18.5.2012    12

LICHTSETUP: SNAKE-ARM-AUFSTECK-DISH-KOMBO

18. Mai 2012 | Lichtsetups

Heute geht es mit einem Hass-Liebe-Setup weiter. Hassliebe weil ein Ausrüstungsteil benutzt werden wird, der eigentlich für die Tonne ist. Wir sprechen vom Beauty Dish* für Aufsteckblitze. Aber trotzdem haben wir keine bessere Lichtformungsmöglichkeit für dieses besondere Setup gefunden und daher ist ein schlechter Dish deutlich besser als gar nix oben drauf. Dazu können wir vielleicht zu anderen Zeiten mal berichten. Aber kommen wir direkt zum Thema.

Mit wenigen Handgriffen bekommt ihr heute in diesem Setup ein tolles Fotolicht. Dazu braucht ihr nur einen Snake Arm* (respektive Magic Arm*), die Beauty Dish*, einen Bouncer und Blitz und Kamera* (die kann auch etwas kleiner sein! :-)). Ein unglaublich mobiles und gleichzeitig tolles Fotolicht. Allerdings mit dem Manko, dass die Fotos oftmals sehr direkt und frontal wirken. 🙂 Also viel Licht und Schattenspiel hat man nicht. Das geht nicht mit einem so frontalen Setup. 🙂 Wen hätte es gewundert!

Los gehts und ab zum Licht. Schaut euch mal die nachfolgenden Fotos an!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Jezt ist alles klar… 🙂 HOCHFRONTAL ist das Stichwort. Dazu aber komplett mobil. Wir haben über einen Snake Arm* den Aufsteckblitz direkt im Hochformat über die Kamera gebracht. Ihr wisst ja langsam, dass wir Fans des hochfrontalen Setups sind. Direktes, knackiges Licht, penetrant und offensiv auf das Modell gefetzt. 🙂 Brachial in gewisser Weise! Und ja, genau das haben wir hier gemacht, nur, dass wir einen Dish benutzt haben als Lichtformer.

Es gibt ja auch Blitzschienen um den Blitz über die Kamera zu bringen. Da haben wir ja HIER auch schon eine verdammt gute und günstige Schiene vorgestellt. Dafür braucht man keinen SnakeArm. Aber das Gewicht einer solchen Dish hält eine normale Blitzschiene nicht.

Um die verdammt schlimme Charakteristik der Dish etwas zu mindern haben wir einen Bouncer auf den Blitz gesteckt. Zwei Hassobjekte von Martin sogar noch vereint. Dish für Aufsteckblitze und Bouncer. 🙂 Aber hey, manchmal passt auch das.

Wenn ihr euch fragt, was so schlimm an beiden Dingen ist, hier die Kurzform. Der Bouncer kostet unglaublich viel Leistung ohne die Lichtfläche zu vergrößern während das Streulicht in 90% der Fälle kaum etwas an der Stimmung ändert. Eine gute Dish ist für Aufsteckblitze beinahe unmöglich zu bauen, denn die Position der Lichtquelle und die Fokussierung des Blitzes selbst verändern die Charakteristik zu stark und können gar nicht vorhergeplant werden. Jeder Fotograf hat einen anderen Blitz, setzt den Blitz anders an und es gibt damit kein einheitliches System um die Dish zu berechnen in der Konstruktion…

Trotzdem: Bei so einer mobilen Lösung ist eine Dish aus Metal deutlich besser als eine Box aus Papier oder Stoff. Haltbarkeit ist einfach die oberste Priorität denn was bringt eine Softbox mit noch so schönem Licht, wenn nach dem zweiten Foto die Softbox in eine komplett andere Richtung zielt und schlaff vom SnakeArm herunter hängt?

Die Leistungseffizienz dieser Blitz-Dish-Kombo ist übrigens nicht schlecht. Die Lichtquelle befindet sich direkt an der Kamera. Dadurch können wir sehr schnelle Blitzfolgen selbst bei ISo124, f4 und 1/320s erzeugen. Das ist jetzt noch lange nicht f11 oder f16. Aber trotzdem kosten Dish und Bouncer verdammt viel Leistung.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Der Blitz stand dabei immer auf ETTL. Volle Automatik. Und das ist die große Stärke des Systems gegenüber jedem Ranger oder sonstigem Generator. Dadurch dass die Lichtquelle sich an der Kamera befindet, bewegt das Licht sich in der Distanz mit der Kamera mit. Das führt normalerweise zu Leistungsschwankungen und genau die werden durch das TTL wieder aufgefangen. Bei manuellen Systemen kann man sich kaum bewegen ohne lästiges Nachregeln. Hier geht alles automatisch und ich kann von Idee zu Idee flitzen.

Einen tollen Vorteil hat die Konstruktion mit dem SnakeArm übrigens zusätzlich noch. Man kann das Gewicht des Gesamtsystems auf den oberen Unterarm umlegen indem man durch die „Schlaufe“ fasst. Dann sitzt das meiste Gewicht am Hebel in der Armbeuge an.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Fotografiert haben wir mit dem 50mm f1,4* von Sigma und der Snake Arm* ist von Manfrotto. Ihr könnt aber auch einen „guten alten“ Magic Arm* nehmen. So haben wir das ja auch mit diesem früheren Setup von uns gemacht.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Gerade bei solchen Konstruktionen ist es äußerst wichtig, dass das Gesamtpaket wirklich stabil ist. Man läuft normalerweise damit sehr viel umher, es bewegt sich die komplette Konstruktion und dazu hängen noch unglaubliche Kräfte an den Hebel an. Bitte, im Sinne der Kamera und des Objektivs, tut euch einen Gefallen und baut so ein Ding lieber eine Nummer stärker als zu schwach. Sobald etwas baumelt und anfängt zu wackeln, lenkt das extrem vom Fotografieren ab und damit sind die Bildergebnisse in Gefahr. Ausrüstung darf niemals aufhalten oder Fotos schlechter machen!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Blitze und Kamera müssen wirklich solide mit der Konstruktion verschraubt werden. Dafür gibt es auch eine Kameraschiene von Manfrotto. Die hatten wir gefunden, als wir nach einer Möglichkeit gesucht hatten, eine Videokamera an ein Stativ zu machen (rechtes Bild oben).

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Nochmals: Weil es einfach zu wichtig ist um es nur einmal zu sagen. Der Blitz und die Schüssel müssen perfekt über der Achse der Kamera sein. Sonst gibt es schräg verlaufende Schatten im Bild und das entspricht einfach nicht dem perfekten Gesamtlook. Also bitte da besonders aufpassen. Die Dish entschärft die Problematik etwas, weil über die Größe der Dish das Verrücken nicht mehr so starke Auswirkungen hat und auch die Strahwirkung der Dish viel einheitlicher ist als mit dem puren Aufsteckblitz. Trotzdem ist die Position mit der entscheidende Faktor.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier nochmals die Werte. Wie man sieht, sind wir im Laufe des Shootings dann doch auf ISO200 gesprungen. Das schont den Blitz zusätzlich und man muss weniger Akkus wechseln. Und mal ehrlich, sieht denn jemand einen Unterschied an einer aktuellen Kamera zwischen ISO100 und ISO200. Maximal in 100% Ansicht aber sonst wohl kaum.

So, und hier sind zwei Ergebnisse. Die Bilder haben wir zusammengeklebt, weil der Style damit auch mal aktiv verglichen werden kann. Einmal ein helles Setup mit Tiefe um die Schattenverläufe im Hintergrund zu verfolgen und dann noch ein SCHWARZ-AUF-SCHWARZ Foto. Damit man sehen kann, wie kontrastreich und formend das Licht ist.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Viel Spaß im Wochenende…

Martin & Marc

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Kommentare (12)

12 thoughts on “LICHTSETUP: SNAKE-ARM-AUFSTECK-DISH-KOMBO

  1. Hallo Martin

    sieht ja geil aus der Setup… braucht man noch zusätzliche Teile um den Blitz und die Kamera am Snake Arm anzubringen ?

    Grüsse

    Thomas

  2. Hm… meiner Einschätzung nach wieder mal so ein Teil aus der Kategorie: „Zubehör, das die Welt nicht braucht“.

    Entwickelt um wieder denjenigen die Kohle aus der Tasche zu ziehen, die ja sonst auch immer alles haben müssen, was zumindest mal mords wichtig aussieht.

    Ich glaub nach 5 Minuten Shooting mit dem Teil würd ichs ausm Fenster werfen, zum einen weil mir der Arm abfällt, zum anderen weil man sich mit so ner Konstruktion an der Cam sicher nicht frei und flexibel bewegen kann.

    Im übrigen würde ich nicht sagen, dass die Beauty-Dish für Aufsteckblitze generell für die Tonne ist. Ich nutze meine Dish + Wabe sehr gerne, wenn ich vorrangig indoor mit Umgebungslicht arbeite und nur Akzente setzen will. In dem Fall reicht die reduzierte Leistung der Dish ja gut aus, und das Licht ist besser kontrolliert als mit ner Softbox und nicht ganz so hart wie mit nem Snoot oder Honeycomb.

    Schönes WE!

  3. @ Martin – wie verhält sich der Snakearm im Verhältnis zur Blitzschiene von Seagull, die ja auch schon mal vorgestellt wurde.

    1. Der SnakeArm ist umständlicher als Blitzschiene als die wirkliche „Blitzschiene“. Dafür aber deutlich vielseitiger und man darf ja nicht vergessen. Der SnakeArm ist dafür da richtige Blitze oder Kameras zu halten… Also deutlich sicherer und stabiler und gerade wenn mehr Gewicht dran hängt…

  4. @ Martin – ist das gewicht denn sooo groß, dass man die blitzschiene nicht nehmen sollte? welchen zoom habt ihr beim blitz eingestellt – 24 mm?

    lg klaus

  5. Ich finde es sehr interessant das Ganze. Und die Ergebnisse sind sehr ansprechend.

    Ist bestimmt auch nicht schlimmer, als dauernd den Quadra durch die Gegend zu tragen.

    Und es gibt genug Gelegenheiten, in denen selbst der Quadra einfach zu sperrig ist.

    Lediglich die Sache mit dem Bouncer … Hmmm… Da muss es auch noch was besseres geben…!

    Wer ist denn der Hersteller der Dish?

  6. Ich überlege gerade, ob ich nicht mal einen A-Head von der Quadra als Powerblitz in dem gezeigten Setup verwenden soll.

    FRAGE: Wie ist die genaue Bezeichnung der Manfrotto-Kameraschiene??? Die fehlt mir nämlich.

    Danke, Jens

  7. uuuund, Muskelkater gehabt nach dem Shooting? 😉 da Ding heist wahrscheinlich so, weil der Arm nach dem Fotografieren genauso wie ne Schlange leblos am Körper runterbaumelt…*g*

    ein sehr spezielles Mittel zum Zweck finde ich….

    LG

  8. Coole Sache! Ein Softboxstoff über der Dish würde die Schatten doch etwas entschärfen, oder? Bei meiner Dish war einer dabei. Allerdings ist meine Dish dafür zu groß oder ich zu schwach, je nach dem, wie man es sehen will 😀

    Grüße

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