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LICHTSETUP: ONE LIGHT – SEVENTIES

4. April 2012 | Lichtsetups

Wir haben im Blog jetzt genau 50 Setups online. Und heute folgt ein Klassiker von uns. Ein Streulicht-Ein-Licht-Setup. Also eine Blitzlichtquelle und die restliche Arbeit erfolgt mit dem Streulicht im Studio drumherum.

Fangen wir doch erstmal mit dem Foto an. Direkt aus der Kamera, f2.2 bei 60mm (Tamron) und in der Kamera wurde der Weißabgleich auf 8500 Kelvin gesetzt. Allerdings wurde auch bei der Bildoptimierung die Stärke der Sättigung reduziert.

Aber wie dem auch sei, hier das Foto!

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

Und hier könnt ihr das Foto-Making-Of sehen! So wurde das Bild gemacht. Und ja, es war wirklich nur ein Blitz im Spiel, kein Reflektor, nix sonst… und ja, der Blitz stand wirklich nur im Hintergrund. Und um das richtig zu verstehen, das Modell steht genau richtig und guckt auch in die richtige Richtung. Wir fotografierten gegen das Blitzlicht. Die Kamera war also direkt in das Blitzlicht gerichtet. Das Blitzlicht war dabei am Bildrand positioniert.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Zur richtigen und fixierten Positionierung haben wir das Kabel als Positionsmarkierung im sonst nur weißen Raum genutzt. Mit nur einer Lichtquelle muss extrem sauber auf die richtigen Distanzen geachtet werden und genau darum ist die Positionierung so wichtig. Verrutscht das Modell, rückt z.B. näher an den Blitz, wird das direkte Licht extrem viel stärker, das Streulicht nimmt dann aber auch ab. Es passt dann also nix mehr. Demnzufolge gibt es auch nicht viele Positionen im Raum bei denen das Setup stimmt und genau das ist die Schwierigkeit bei der Arbeit mit Streulicht. Mit mehreren Lichtquellen könnte das Verhältnis gezielter geregelt werden. Das würde aber auch deutlich mehr an Ausrüstung verlangen.

Garnix Besonderes ist allerdings der Blitz. Ein Hensel 250Ws Blitz mit einem ganz normalen Standardreflektor.

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Wer sich fragt, wie so verdammt wenig Licht ausreichen kann, um den gesamten Licht über das Raumlicht zu füllen, der muss sich einfach mal angucken, was da sonst noch im Raum ist. Nämlich dürftige und schwache Neonröhren mit 30W Röhren. Auch wenn das auf den Fotos sehr hell aussehen mag, so ist es das doch nicht. Und wir können durch das niedrige Grundlicht mit den ISO-Werten spielen.

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Der Blitz war dabei gar nicht auf Vollleistung sondern nur auf 4 Blenden unter Maximal. (10-6=4) und damit werden nur insgesamt 15Ws Blitzlicht gebraucht.

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Das Licht hängt von der Decke an einem Schienensystem herab. Dadurch kommt das Licht gerade so halb in das Bild hinein ohne allerdings durch das Stativ Kontraste oder Elemente in den Hintergrund des Fotos zu bringen. Man kann durch das Deckensystem einfach viel freier fotografieren.

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Kommen wir zu einem wichtigen Punkt. Dem Thema Schattenwurf durch das Modell. Natürlich produziert eine so harte und gerichtete Lichtquelle auch extrem harte Schatten. Diese Schatten müssen natürlich nicht unbedingt auf das Foto und genau dafür gibt es einen tolle Trick. Der Schatten wird ja an der Wand entstehen und diesen Schatten kann man durch den richtigen Winkel leicht aus dem Bild bekommen.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Je enger man schneidet und umso näher man an der Wand bleibt, umso weniger Schatten ist sichtbar. Ein Tipp an dieser Stelle. Probiert möglichst gar keinen Schatten zu haben, denn der Sonnencharakter geht durch den Schattenwurf verloren. Man sieht, dass das Licht kein Sonnenlicht ist.

Auf dem linken Bild sieht man deutlich wie die Härte des Schattens nach links hin abnimmt und dass daran jeder „Nicht-Fotograf“ erkennen kann, dass es künstlich ist. Bei dieser Art von Fotos kommt es aber gerade darauf an möglichst den Eindruck von Realität zu vermitteln.

Fotografiert wurde mit einer D300s von Nikon mit einem Tamron 60mm 2.0 Objektiv.

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Kameraeinstellungen waren ISO200, f2.2 und 1/160s. Auf dem Bild ist der WB noch auf Auto aber der wurde nachträglich dann auf um die 8000 Kelvin gestellt. Also nicht nachträglich in PS sondern in der Kamera.

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Ein wichtiger Tipp ist bei solchen Setups noch die Nutzung einer Leistungs-Fernsteuerung des Blitzes. Damit kann man nämlich leichte Schwankungen in den Distanzen oder des Winkels abgleichen.

Die Flares des Objektivs sind sehr abhängig von vielen Kleinigkeiten und genau in solchen Situationen kann man mit 5-6 Klicks dann über die Fernsteuerung die Leistung nachregulieren. Etwas zu viel Power kann einen Flare einfach extrem groß werden lassen und das kann dann das ganze Bild kaputt machen.

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Hier noch das übliche K&G Gekritzel 🙂 Muss ja dabei seiN!

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Und dass es diesmal nur eine Lichtquelle gibt und sowohl das Licht von vorne als auch von hinten von dieser Lichtquelle kommt, das muss auch nicht extra gesagt werden.

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So, kurze Zusammenfassung:

  • Mit nur einer Lichtquelle kann man hinten als auch vorne hell machen. Eben dann mit Streulicht oder Reflektionen.
  • Man braucht nicht viel Leistung wenn man in einem dunklen Raum arbeitet, denn man kann über ISO-Werte ausgleichen oder eben offenblendiger arbeiten.
  • Die Charakteristik sollte natürlich sein und der Sonne entsprechen. Dabei möglichst auf Schattenwürfe im Bild verzichten.

Kommentare (4)

4 thoughts on “LICHTSETUP: ONE LIGHT – SEVENTIES

  1. Aus eigener Erfahrung weiß ich das so was aber auch extrem vom Objektiv abhängig sein kann. Will sagen, nicht mit jedem Objektiv bekommt man auch schöne Flares hin. Nur falls sich jemand wundert warum das bei ihm nicht so klappt.

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