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LICHTSETUP: MANLY GLASSES!?!

8. März 2009 | Lichtsetups

Keine Mädels heute aber schließlich gibt es ja auch 50% Männer auf dieser Welt. Deswegen kümmern wir uns um Raoul heute und ein männliches Setup. 🙂 Guckt mal auf fertige Foto, dann unterhalten wir uns.

– click on image to enlarge –

Es gibt viele Möglichkeiten jemanden mit einer Brille zu fotografieren. Das hier ist nur eine Lösung. Hier wollten wir zwangsweise ein Foto erstellen, ohne Reflexe auf den Brillengläsern.  Zudem ein weiches Führungslicht und da wären wir schon beim Problem, dass eine große Lichtquelle schwierig zu verstecken ist. Je größer die Lichtquelle, je weicher das Licht aber umso mehr Fläche gibt es eben auch, die reflektiert werden kann. Wie haben wir es also gemacht?

ES GEHT NUR UM DEN REFLEKTIONSWINKEL!

Zuerst müssen wir aber erstmal einen Blick auf das Lichtsetup entwerfen. Die schlussendlichen Reflexe können nur vom Führungslicht (GRÜN) von direkt vorne kommen. Das Foto bekommt zusätzlich Tiefe durch die Streiflichter von hinten. Das Besondere an diesen Lichtern ist, dass zwei unterschiedliche Lichtquellen genutzt wurden. Einmal ein etwas härteres Licht und einmal weiches Licht durch eine Dish. Wenn man genau auf das Foto schaut, dann sieht man deutlich den Unterschied.

Wir arbeiten sehr viel mit symmetrischen Lichtaufbauten. Wichtig ist dabei aber niemals zu symmetrisch zu arbeiten. Symmetrie ist ziemlich fesselnd für den Betrachter, menschliche Schönheit lebt über Symmetrie. Dennoch bringt gerade das Gegenteil auch Spannung ins Foto. Und die schönste Art diese Spannung zu intregrieren ist, dies unterschwellig zu machen. Hier haben wir einen Unterschied der Streiflichter gewählt. Einmal ein hartes Licht aus einem Wabenreflektor und einmal eine größere Dish. Auf den ersten Blick erscheint das Setup sehr symmetrisch, am im Detail ist es das nicht. Und gerade diese Unterschwelligkeit hebt die Qualität des Fotos. Die Distanz zur Wabe war zudem 1,5m, zur Dish nur ca. 1m.

Der Hintergrund wurde mit einer Farbfolie angestrahlt. Warum eigentlich immer Farbfolien wenn Martin fotografiert???? Ganz einfach. Jeder, der mal eine Farbfolie und einen Hintergrund gewechselt hat, weiß, welche Sache der beiden Änderungen schneller geht!!! Verstanden?

Die Hauptlichtquelle war ein Striplite mit 150cm welches zusätzlich seitlich gelegt wurde. Damit erreicht man mehr Zeichnung auf den Seiten des Gesichts.

Nachdem nun das Setup bekannt ist, können wir einen genauen Blick auf die einzelnen Effekte der Lichtquellen nehmen.

Nachdem wir nun mit dem Setup fertig sind, können wir uns endlich um das Problem die „reflektierende Brille“ kümmern.

Eigentlich ist es richtig simpel. Wie gesagt, es geht nur um den Reflektionswinkel. Und dabei ist einfach nur zu beachten, dass der Einfalls- gleich dem Ausfallwinkel ist. Um das noch einfacher zu sagen. Was von vorne auf die Brille trifft, wird nach vorne wieder abgestrahlt (reflektiert). Lösung ist demnach einfach, das Licht nicht von vorne aus der Richtung der Kamera zu bringen, sondern von einem steileren Winkel. Da unser Licht sowieso von oben kommt, können wir es doch einfach von weiter oben kommen lassen.

Jetzt wird die Sache noch etwas komplizierter, denn unsere Oberfläche ist a) nicht komplett eben und b) bewegt diese sich mit dem Kopf des Modells. Da Brillen immer etwas rund geformt sind, wirken diese gewölbten Oberflächen wir ein kleiner umgekehrter Spiegel. Es werden viel mehr Winkel und Strahlen gesammelt als uns Fotografen lieb ist. Dem können wir aber nur entfliehen, indem wir den Kopf neigen lassen. Wenn der Kopf nach unten geht, dann werden über den nach unten geneigten „SPIEGEL“ (Brille) die Strahlen nach unten geworfen. In den Boden. Und da können sie ruhig sein.

Es geht also um das Einstellen auf eine schöne, weiche Ausleuchtung bei gleichzeitiger Winkelerhöhung des Führungslichtes. Paradox aber möglich!!!

Das wars für heute. Jetzt ist ein weiteres cooles Setup bekannt. Und speziell für ein Foto mit coolem Männer-Brillen-Licht. Seid so gut und checkt ständig die Reflektionen durch den Sucher und falls Reflektionen auftauchen sollten, einfach die Lichtquelle höher fahren oder den Kopf nach unten neigen lassen.

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