30.9.2010    0

LICHTSETUP: REFLECTING BIG TIME

30. September 2010 | Lichtsetups

Hallo zusammen. Heute wollen wir endlich den Wunsch von LarS erfüllen und seine Frage beantworten. Wir widmen der Frage einen eigenen Beitrag. Vorher solltet ihr aber das zweite Video dieses Postes anschauen. Das ist die Voraussetzung um diesen Post zu verstehen. Lars Frage war Folgendes:

FOTO BLOG DVD

Wollen wir die Frage einfach mal analysieren. LarS fragt also nach der Gewichtung der Lichtverhältnisse. Wie können wir also innerhalb eines Setups mit Reflektoren die jeweilige Stärke der Ausleuchtung steuern und kontrollieren.

Im gezeigten Video haben wir ein Lichtverhältnis aus zwei Quellen. Einmal sprechen wir von der Beleuchtung im Hintergrund. Diese wird erreicht durch zwei Dishes links und rechts vom Modell. Und dann kommt zum Foto hinzu noch das reflektierte Licht von vorne. Das hellt bzw. belichtet unser Modell von vorne. Je nachdem wie wir die Verhältnisse verteilen erreichen wir von dem ausgebrannten weißen Hintergrund ein überbrennen der Kanten des Modells oder aber aber auch eine definierte Kontur. Haben wir zu wenig Licht durch die Reflektoren, können wir das Motiv im Vordergrund dunkler werden lassen oder aber dadurch den Hintergrund ausbrennen lassen.

Das war jetzt sehr kurzgefasst. Nochmals alles in einzelnen Schritten.

1. Wir haben unser Blitzlicht im Hintergrund. Dessen Stärke können wir über die Leistungsregulierung am Blitz bestimmen. Die Entfernung zum Hintergrund ist dabei egal, denn es zählt ja nur das Licht das auf dem Hintergrund auftrifft. Wichtig ist also zu merken, dass nur die Stärke des Lichts auf dem Hintergrund zählt, nicht die Stärke der Blitze oder deren Abstand. Natürlich kann man darüber auch die Helligkeit des Hintergrundes regulieren, muss dies dann aber wieder durch die Kamera ausgleichen.

2. Das Licht wird vom Hintergrund reflektiert. Je nach Position des Modells (Abstand vom Hintergrund) können wir die Stärke der Reflexe auf dem Modell bestimmen. Stellen wir das Modell zu weit vom Hintergrund weg, dann bekommt das Modell selbst keinen Reflex mehr ab. Der Hintergrund ändert sich in der Helligkeit dadurch aber nicht. Wir suchen uns also eine Position in der das Modell Reflexe auf dem Körper an der Seite bekommt, das Motiv sich aber noch im relativen Schatten befindet.

3. Jetzt kommen die Reflektoren hinzu. Je näher ich an die Wand heran gehe, umso stärker wird die Reflektion.

4. Je stärker die Reflektion wird, umso mehr Licht kommt zurück auf das Modell. Dieses MEHR an Licht muss dann durch die Kamera (Blende oder ISO) ausgeglichen werden, um eine Überbelichtung des Motivs zu vermeiden. Im Endeffekt verringere ich dadurch dann den Unterschied in der Balance zwischen Hintergrundhelligkeit und Motivhelligkeit. Mein Hintergrund wird dunkler und die Reflexe auf dem Modell schwächer.

=> Wir müssen also in diesem Setup eine ideale Kombination der Entfernungen finden. Zu nah am Hintergrund und das Modell überbrennt. Zu weit weg und wir haben keine Reflexe. Zu nahe der Reflektor und wir killen uns ebenfalls wieder die Reflexe und beleuchten zu stark. Zu weit weg mit dem Reflektor und das Motiv wird zu dunkel.

Kommen wir mal zu ein paar Diagrammen. Hier sieht man das Standard-Setup. Ausgewogene Ausleuchtung zwischen Hintergrund, Reflex und Filllight.

Photokina Krolop Gerst

Das Ergebnis zeigt dezente Reflexe auf den Seiten und ein tolles Frontlicht.

Photokina Krolop Gerst

Wenn wir jetzt die Entfernung der Reflektoren vergrößern, dann verringern wir, wie oben beschrieben, das Frontlicht. Das müssen wir dann durch höhrere ISO-Werte oder eine offenere Blende oder durch Erhöhung der Leistung am Aufsteckblitz ausgleichen. Dadurch wird was passieren? Das Licht von hinten wird noch mehr dominieren und überbrennen.

Photokina Krolop Gerst

Voila… das Fotos zeigt es deutlich.

Photokina Krolop Gerst

Wenn wir hingegen den Reflektor näher als Modell bringen, dann erzeugen wir uns eine Dominanz von vorne und dadurch wird die Balance im Bild ausgeglichener. Die Reflexe werden in diesem Falle dann abnehmen…

Photokina Krolop Gerst

Nochmals ein Detailshot auf Marcs Augen. Wie man deutlich sehen kann wirken die beiden riesigen Reflektoren sehr sehr stark. Vergleichbar vom Reflex im Auge mit einem Blitz. Und wir sehen auch den mittleren Schattenbereich zwischen den Reflektoren. Die Größe der Reflektoren ist klar erkennbar. Eine Softbox, selbst 1-2m groß, hätte einen viel kleineren Augenreflex als Folge.

Photokina Krolop Gerst

Und weils so schön war, nochmals die beiden Köpfe hinter KROLOP & GERST… Das war heute ein richtig krasser Post. Lichtsetzung auf sehr hohem Niveau. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht und ihr erkennt, wie gesteuert und kalkuliert man an Lichtführung herangehen KANN! (NICHT MUSS!!!!)

Photokina Krolop Gerst

Weiter gehts mit der Arbeit…

Gute Nacht… MARTIN

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