10.8.2010    6

LICHTSETUP: DAUERLICHT!!! HAARSCHARF VORBEI

10. August 2010 | Lichtsetups

PantherMedia 6353133
PantherMedia 6353133

Heute geht es um ein Setup bzw. um eine Arbeitsweise mit nicht leistungsregulierbaren Lichtquellen. Bei Dauerlichtquellen wie unseren Hedler Leuchten würde eine Leistungsregulierung zu Farbtemperaturverschiebungen führen. Diese Verschiebung ist bauartbedingt. Die Leistung bei solchen Leuchten wird über das interne zu oder abschalten von Halogenlämpchen geregelt. Aber es gibt ja auch Blitze, z.B. ältere Aufsteckblitze oder Generatoren, die nicht wirklich regulierbar sind. Oder der Blitz geht einfach nicht weit genug runter von der Leistung.

Es gibt also insgesamt viele Gründe mal eine Technik zu zeigen, mit der man trotzdem noch sehr gesteuert Licht setzen kann.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf dem Foto oben sieht man deutlich, dass wir zwei Leuchten im Einsatz hatten. Ich kann auch sagen wie stark die jeweiligen Leuchten sind/waren. Unser Hauptlicht hatte ca. 1000 W an Leistung während das Streiflicht mit ca. 650 W nicht viel leistungsschwächer ist. Wenn wir uns jetzt ausrechnen, dass die 1000 W in einen 1m Schirm geleuchtet werden, die 650 W aber direkt und fokussiert auf das Modell gerichtet sind, dann liegt es auf der Hand, dass dort ein Helligkeitsunterschied von mehreren Blenden erzeugt wird. Zu viel für den Dynamikumfang der Kamera. Im Endeffekt brennen uns also die Haare über das Streiflicht total aus.

Wenn die Lichtquelle also nicht reguliert werden kann, dann müssen wir irgendwie anders die Leistung regulieren. Des Rätsels Lösung ist die Feathering-Methode. Ursprünglich eingesetzt bei Studioblitzen ganz ohne Leistungsregulierung bzw. Aufsteckblitzen. Feathering nutzt die Tatsache aus, dass der Lichtstrahl am Rand abgeschwächt ist. Wenn man also ein starkes Licht am Modell vorbei zielt, dann wird das starke Licht schwächer! TADAAAA…

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf den beiden Fotos oben sieht man deutlich, wie das hintere Licht (Streiflicht) am Modell komplett vorbeizielt. Für unsere Zwecke reicht also nur ein Bruchteil des Lichts der 650 W. Und das ist das Foto was aus dem Setup entsteht. Leider sind durch den Einbruch genau die Bilder gerade nicht zugänglich, die das Streiflicht besser zeigen. Aber man sieht das leuchten der Haare auf der linken Seite doch sehr deutlich.

TECHNICAL Vergleich Fotos

 

– click on image to enlarge –

Wie man deutlich sieht, gibt es auf dem Foto kaum Schatten. Obwohl wir beide Leuchten extrem kontrastreich gegeneinander gerichtet haben, gibt es kaum Schatten. Der Grund liegt sicherlich auf der Hand und auf den Fotos habt ihr es definitiv schon erkannt. Wir haben mit einer einfachen Styroporplatte das Licht der hinteren Lichtquelle reflektiert. Wenn wir schon 80% des Lichts an unserem Modell vorbeijagen, warum nicht gleich das Licht noch für das Foto einsetzen.

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Merkt euch also bitte für die Zukunft. Solltet ihr die Featherin-Methode einsetzen wollen, dann passt auf folgende Punkte extrem auf.

  • Ihr braucht einen relativ großen Raum, damit das Licht am Modell vorbei die gesamte Szenerie nicht aufhellt, sondern damit das Licht ins „Nichts“ geht.
  • Ihr müsst die Positionen NOCH GENAUER markieren und einhalten.
  • Ihr solltet einen Lichtformer nutzen, der einen ordentlichen Lichtabfall am Rande hat. Eine weiche Lichtquelle streut Licht zu gleichmäßig.
  • Um die Balance genau vorzunehmen, solltet ihr entweder mit einem Belichtungsmesser nutzen oder aber ein starkes Einstelllicht.

Kommentare (6)

6 thoughts on “LICHTSETUP: DAUERLICHT!!! HAARSCHARF VORBEI

  1. Alter Schwede, was hast du denn für ne Erziehung genossen;-)

    Das Mädel ist ja wohl super hübsch, und Fotografen sind da um zu fotografieren, nicht um gut auszusehen…

    Dieses setup lässt mich (mal wieder) über Dauerlicht nachdenken… Toll zu sehen, wie man im Prinzip „untaugliche“ Lichtquellen für schöne Fotos verwenden kann!

    Btw: Habt ihr eigentlich schon mal mit Taschenlampen experimentiert? Mich reizt das, werd das bei Gelegenheit mal versuchen.

  2. @Kadus Aber sonst gehts noch, ja?

    Zum Artikel: Danke für den Erklärungsaufwand! Der Artikel ist auch für mich als Amateur interessant zu lesen. Wie die meisten eurer Posts hier! 🙂

  3. Hey, danke für den interessanten Beitrag!

    By the way,

    es wäre schön, wenn die Auflösung der Frage nach dem Modus aus dem letzten Blog-Beitrag auch noch von „offizieller Seite“ her erfolgen könnte! Oder habe ich etwas übersehen?

    Und es wäre super, wenn Ihr die Zeit finden würdet, Fragen/Kommentare auch aus den Blog-Beiträgen wenigstens noch eine Woche zurück zu beantworten/kommentieren und nicht nur in dem aktuellen Beitrag. Nicht jeder hat die Zeit, täglich hier zu folgen. Um so größer ist dann die Freude, wenn man gleich zwei oder drei Beträge ansehen darf. Ich weiß, viel Arbeit und die Zeit ist begrenzt!!

    Danke!!

  4. @Joe & tim

    😉

    @Joe

    Ich versuch Martin gerade darauf zu bringen mit Taschenlampen zu arbeiten, das Problem ist aber die Lichtart/-form, die da rauskommt. Für einige spezielle Anwendungen sind die P7 und SSC50 gut, aber wirklich nur sehr beschränkt und eher fürs Stillleben…

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