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LICHTSETUP: AM RANDE DES LICHTS

7. Juni 2010 | Lichtsetups

Hallo zusammen. Ich hoffe jeder hat das Wochenende gut überstanden. Das Wetter war ja grosartig und perfekt um raus zu gehen und richtig fette Fotos zu machen. Und um ein Foto geht es natürlich auch heute hier bei uns. Hatten das ja schon letzte Woche angekündigt. Im Beitrag über den eigenen Style.

Nachfolgend seht ihr nochmals das Foto und dann geht es direkt darum, wie das Foto in technischer Hinsicht entstanden ist.

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Im Beitrag über den eigenen Style haben wir ja schon geschrieben, dass es einige Elemente gibt, die wir gezielt in unsere Fotos einbauen. Z.B. waren das:

  • Simmetrie und perfekte Ausrichtung gegenüber den Bildkanten.
  • Unschärfe und Freistellung des Modells
  • Clean“heit“ des Hintergrundes

Wie also setzen wir genau diese Einstellung um? Das folgende Bild zeigt das Setup relativ deutlich. Wir haben einen einfachen Faltreflektor eingesetzt. Einen Sun-Mover (*SHOPLINK) von California Sunbounce und haben mit diesem das komplette Bild verfeinert bzw. zusätzlich belichtet.

Man braucht nicht immer einen riesigen Reflektor, selbst wenn man Ganzkörperaufnahmen macht. Es kommt immer auf das Ziel an und wir wollten die Natürlichkeit so weit wie möglich bewahren und nur ein ganz klein bisschen Licht hinzufügen.

Der obere Shot zeigt leider eine Situation, bei dem der SunMover vom Modell weggerichtet wurde. Das Bild darunter zeigt dann, wie das Licht sich ergibt, wenn der Reflektor auf das Modell trifft. Dann sieht man direkt, dass die Haare leichte Schatten im Gesicht werfen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Nachdem wir nun also geklärt hätten, mit was wir das Foto gemacht haben, geht es direkt zum wie. Das WIE ist bedeutend schwieriger zu beantworten, denn dabei müssen wir viel mehr auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen.

Gemacht wurde das Bild auf der Insel Texel in Holland. Wie man auf nachfolgendem Foto sehen kann, hatten wir ein ziemlich komisches Wetter. Und das, obwohl wir eigentlich Frühsommer hatten. Trüber Himmel, keine weite Sicht, sehr flaue Farben aber trotzdem knallte die Sonne ständig aus einem kleinen Wolkenloch! Wir hatten also ständig direktes Sommersonnenlicht, dabei aber nie einen blauen Himmel, geschweige denn anständige Sommerwölkchen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Die Situation war deshalb ziemlich einmalig, weil wir ständig knallige Sonne hatten, der Himmel aber trotzdem immer eine einzige riesige Wolke war. Ich hab noch nie ein Wolkenloch stundenlang vor der Sonne liegen sehen… 🙂 Wir bekamen also ein ziemlich geniales Licht. Ein knackiges Führungslicht gepaart mit einer wunderbar natürlich Daueraufhellung. Das Problem war dabei bloß, dass es eben keinen blauen Himmel gab. Und bevor jetzt weitere Fragen kommen. Ja, der Himmel auf dem Foto ist zu fast 80% aus Photoshop so blau…

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Die Kamerawerte waren auch schnell gefunden. Offenblendig bei 1.4 bzw. 1.2, ISO runter, Shutterspeed rauf und kurz angemessen auf die korrekte Belichtung im Schatten. Wir gehen meistens relativ gleich vor. Bei solchen Schatten-Helligkeits-Shots, also Bilder bei denen das Motiv im Schatten liegt, der Hintergrund aber trotzdem noch hervorkommen soll nutzen wir folgende Vorgehensweise:

  1. Einmessen auf die direkte Belichtung im Schatten (Beli zeigt zur Kamera, befindet sich im vollen Schatten).
  2. Unterbelichtung um 1 bis 1 1/2 Blenden.
  3. Leichte Korrektur durch den Reflektor, max 1/2 bis 2/3 Blenden.

Und dann geht schon das Fotografieren los.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf dem nachfolgenden Foto könnt ihr die Wirkung des kleinen aber feinen Rundreflektors sehen. Es ist zwar nur ein feines Detail aber gerade diese 2/3 Blenden unterschied erlauben dann nachträglich die kleinsten Blauanteile aus dem Himmel zu ziehen bzw. die direkt von der Sonne beschienenen Stellen digital zu „retten“.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Die spezielle Funktion des SunMovers mit dem Weitwinkelreflektieren bzw. dem Engstrahl haben wir nicht genutzt. War damals einfach nicht nötig, da der Reflektor in seiner normalen Form einfach perfekt war. Man braucht ja nix ändern, wenn es schon direkt passt.

So und hier nun die finalen Fotos. Ihr könnt euch selbst entscheiden, ob die Vrsion mit dem blauen Himmel oder der überbrannte Himmel schöner ist. Mein Favorit ist die zweite Version mit dem starken Überbrennen.

Achtet nochmals darauf, dass wir das Foto locker mit jedem anderen Reflektor dieser Welt hätten machen können und achtet auch darauf, dass wir „nur“ einen 80 oder 90cm großen Reflektor genutzt haben.

TECHNICAL Vergleich Fotos
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TECHNICAL Vergleich Fotos
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TECHNICAL Vergleich Fotos
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Ein wichtiger Tipp am Rande: Wenn bei solch extremen Situationen Farbinformationen verändert bzw. manipuliert werden sollen, dann ist es zwingend nötig diese schon in der RAW-Entwicklung vorzunehmen, oder aber direkt in 16 Bit zu konvertieren und dann die Farbverschiebungen und -verstärkungen einzusetzen. Ein großer Fehler wäre, zu probieren, aus dem 8 Bit JPG derlei Änderungen wie die Einfärbung letzter Kontrastreserven aus dem Himmel zu beschwören. Da hätte man mit der Umwandlung des RAWs auf 8 Bit schon die wichtigsten Informationen gekillt.

Kommentare (8)

8 thoughts on “LICHTSETUP: AM RANDE DES LICHTS

  1. Hallo Martin,

    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Setups.

    Ich finde beide Versionen haben ihren Reiz.

    Ein Frage hätte ich aber noch :-)…

    Der schmale Reflexstreifen auf dem Boden, bei Foto 1 (blauer Himmel), woher kommt der ?

    Ist das reflektierendes Licht von der weißen Wand ?

    Der Sunmover reicht ja nicht bis zum Boden, zumindest nicht wie ihr ihn benutzt habt.

    Gruß

    taylor

  2. Klasse Beschreibung. Das ist wirklich klasse …

    Die ausführliche Beschreibung ist ebenfalls klasse.

    Ja, beide Bilder sind echt spitze. Ich könnte mich nicht für eins entscheiden!

  3. Das mit der Belichtungsmessung/Einstellung ist mir nicht ganz klar. Warum nach dem einmessen noch eine Blende nach unten ?

  4. Also ich fände das zweite Bild fast besser, WENN es denn etwas mehr TIEFE hätte. Sieht irgendwie zu flach aus?!

    Was ich mich schon immer gefragt habe und einen Beitrag darüber super finden würde: Für wen, wo, warum und wofür macht ihr denn eigentlich eure Bilder? Ich mein, ihr fahrt doch nicht nur zum Spaß durch die Gegend mit Mega-Equipment und unzähligen (?) Leuten?!

    Ich will natürlich keine genauen Zahlen hören (doch, wollen schon, aber nicht erwarten). Wäre mal interessant zu erfahren, wie ihr eure Preise gestaltet (zumindest ansatzweise) bzw. wie eure Kalkulation abläuft. Wäre da mal sowas drin? Und für wen ihr das macht. Und überhaupt und so.

    Wahrscheinlich geht´s mich auch gar nichts an, aber ich hab mal gedacht, ich frag einfach nach…

    Somit hätte sich dann ein großes Rätsel bei mir gelöst 🙂

    Ach ja, ich hab das schöne Wetter auch genutzt, allerdings für ein anderes „Projekt“. 😉

    http://weitwinkliger.blogspot.com/2010/06/pritschl-pratschl-bilder.html

  5. Hi, tolle Fotos wieder! Was mir nicht ganz klar ist, welche der Bilder mit Reflektor gemacht sind und welche ohne. Die allermeisten der Bilder sehen doch vom Licht sehr soft aus – meist wirft man ja mit dem Reflektor einen Lichtkegel wie mit einem Scheinwerfer und ändert damit zum Teil erheblich die Lichtsituation. Hier aber kann ich kaum einen Helligkeitsunterschied beim Model sehen. Oder habt Ihr das Teil nur als Effektlicht genutzt? Oder den Reflektor nicht ins direkte Licht gehalten? für welches Detail genau war der Reflektor zu gebrauchen und was wäre ohne passiert?

    Grüße Blue

  6. Super schöne Bilder von dem Setup!

    Ich sollte mir auch eine Sun-Mover für diese Art von Portraits zulegen sieht wirklich super aus.

    Viele Dank für den Post.

    Beste Grüsse

    Stephan

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