5.5.2010    5

LICHTSETUP: UNDER THE SUN

5. Mai 2010 | Lichtsetups

Bei uns ist gerade herrliches Wetter und so schön die Sonne auch scheint, so wünscht man sich doch direkt an einen tollen Sandstrand mit genau dieser Sonne um dort wunderschöne Fotos zu machen… Tja, genug geträumt. Dafür gibt es aber heute einen kleinen Leckerbissen an Lichtsetzung in gerade dieser Situation.

Fangen wir mit dem Foto an um daran dann das Thema des heutigen Setups klar zu machen…

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Es geht um ein Drei-Licht-Setup unter Verwendung von nur zwei Blitzen. HE???? Wie geht das? Natürlich nur mit Hilfe der Sonne. Wenn wir das Foto nämlich genau anschauen, dann sehen wir deutlich dass das Modell von jeder Seite mit Licht bestrahlt wird. Von seitlich hinten rechts, von seitlich hinten links und von vorne seitlich links.

Ok, bevor wir in die Systematik gehen. Es gibt zwei Dinge auf die wir genauer eingehen wollen. Es gilt in Zukunft hier im Blog nicht nur Sachen zu zeigen und zu erklären sondern viel mehr die Verknüpfungen und den Sinn und Zweck aufzuzeigen. Technik ist nämlich nur dann sinnvoll anzuwenden, wenn man den Grund dafür vergegenwärtigt hat. Wir werden versuchen dies in den folgenden Posting wirklich verstärkt einzubauen.

1. Gilt es also heute zu klären wie man die genaue Ausbalancierung mit der Sonne vornimmt.

2. Wie setzt man mit zwei Blitzen die in einem festen Verhältnis zueinander stehen so ein delikates Licht mit drei unterschiedlichen Lichtquellen, die dazu noch in genauem Verhältnis zueinander stehen müssen.

Punkt Nr. 1 kommt gaaaaanz oft vor, immer dann wenn man draußen fotografiert und Punkt Nr. 2 passiert auch öfters als man denkt, denn Blitze lassen sich nicht immer so regulieren wie man es wünschen würde.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Punkt Nr. 2 ergibt sich übrigens direkt aus der Logik, dass beide verwendeten Lichtquellen mit einem kleinen 400Ws Quadra (*SHOPLINK) betrieben wurden und der Quadra ein fest eingestelltes Verhältnis beider Ausgänge von 1:2 hat. Wenn ca. 300Ws eingestellt sind, dann gibt der Q 66% auf den A Port und 33% auf den B Port. Eine Lichtquelle ist also immer stärker als die andere bzw. auch umgekehrt.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Bevor wir aber anfangen, die oben genannten Thematiken zu behandeln, müssen wir zuerst das Setting checken. Fotos haben wir ja schon genügend gezeigt auf denen das Setup klar und deutlich zu erkennen ist. Ein Ranger Quadra mit 400Ws (*SHOPLINK) Maximalleistung, 2 Blitzköpfe mit Weitwinkelreflektoren, 2 Stative, 1 Sonne, 1 Strand, einen Raoul und dat wars… achso, den Sand nicht vergessen.

Das Drei-Punkt-Setup ist denkbar einfach. Man teilt den 360° Kreis um das Modell in jeweils 3 Stücke à 120°. Jede Lichtquelle bekommt einmal 120°. Die beiden hinteren Lichtquellen müssen dabei garnicht viel stärker sein, durch den steilen Winkel zum Motiv kommt der Reflex auf dem Motiv von ganz alleine.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Aufgrund der Stärke des Quadras mit 400Ws war die Blende 11 bei ISO 100 das maximal erreichbare Abblenden. Dunkler konnten wir den Hintergrund nicht machen, dafür fehlte uns sowohl die Stärke des Blitzes als auch noch die Stärke des Sonnenlichts.

Und da wären wir auch schon mitten beim Thema und bei der ersten Frage. Wie balanciere ich das Umgebungslicht der Sonne mit dem Blitzlicht für das erwünschte Foto? Und dafür gibt es eine sehr einfache und strukturierte Vorgehensweise.

Das Sonnenlicht kann von uns nicht reguliert werden. Es ist so hell wie es eben hell ist und wir können mit den Kameraeinstellungen nicht die Helligkeit der Sonne bestimmen sondern maximal das Verhältnis zum Blitzlicht. Das macht die Sache aber wieder noch einfacher. Wir beginnen mit dem Einstellen der Kamera um ein Grundfoto zu bekommen. Das Grundfoto ohne jeglichen Blitz muss so belichtet sein, dass die Sonne leichte Akzente auf das Motiv zeichnet. Es darf also nicht ausgebrannt sein sondern muss leicht hell glänzen.

Entweder man macht eine Belichtungsreihe oder man misst mit dem Belichtungsmesser das Licht auf ca. 2/3 Blenden unter der Arbeitsblende ein. Da die Sonne hinter dem Modell steht, taucht eine leichte Unterbelichtung der Stellen im direkten Sonnenlicht das Motiv in deutlichen Schatten.  Sobald das passiert ist, hat man die Kameraeinstellungen gefunden und wir wären beim zweiten Punkt auf der Agenda. Das Einstellen beider Blitze die aber leider ständig in einem festen Verhältnis zueinander stehen.

Wenn wir auch hier strukturiert vorgehen, dann ist auch dies kein großes Problem für uns. Erstainmal gilt es zu klären, welche Postion der stärkere bzw. der schwächere Blitz einnehmen soll. Und da entscheiden wir uns für die Kombination, dass der hintere Blitz stärker sein soll als das Führungslicht von vorne. Warum? Es ist wichtiger, das komplette Motiv vom Hintergrund zu trennen und das Streiflicht auf den gesamten Körper zu werfen als das komplette Motiv von vorne treffen. Übersetzt: Lieber wir haben einen Verlauf des Lichts zu den Beinen hin, sehen aber den Oberkörper, als dass das Streiflicht nur den Oberkörper und nicht den wichtigen unteren Bereich trifft.

Da die effektive Lichtstärke hauptsächlich durch die Entfernung bestimmt wird, brauchen wir das stärkere Licht als Streiflicht um mit einer größeren Distanz bei gleichem Reflektor gerade den kompletten Körper auszuleuchten. Simpel… nisschd wahrrr? Wenn wir nämlich diese Entscheidung getroffen haben, dann schieben wir beide Lichtquellen auf voller Leistung am Q nur noch so lange an das Motiv heran, bis wir das Foto korrekt belichtet haben und gleichzeitig auch die gewünschte Ausleuchtung. Das Führungslicht ist dabei viel näher am Motiv als das Streiflicht. Haben ja gerade besprochen warum…

Und damit hätten wir den Post auch schon fast beendet. Es geht also darum, dass wir strukturiert alle Aufgaben bewältigen und Schritt für Schritt unser Licht einrichten. Erst das Umgebungslicht; wobei wir uns nach der Helligkeit des benötigten Reflexes richten. Und erst dann kommt das Blitzlicht; wobei hier dann auch wieder der gewünschte Belichtungserfolg das Setup Schritt für Schritt vorgibt.

So, jetzt nochmals das Foto.

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Noch einige wichtige Punkte… am nachfolgenden Punkt sieht man mal, was so ein Q bei uns ständig aushalten muss und es auch problemlos tut. Sand, Wind, Feuchtigkeit… alles kein Problem. Und daher auch der Aufruf: Wenn man ständig nur nach der Ausrüstung schaut, kann man nicht frei fotografieren und daher braucht man zwangsweise auch Ausrüstung, die man wirklich vergessen und einfach benutzen kann, wenn man fotografiert.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Schon wieder mal ein Loblieb auf den Manfrotto CombiBoom 420B. Hier haben wir aufgrund des kurzes Kabels und des schrägen Bodens das Foto nur mit dem Galgen machen können. Warum? Durch den Galgen kann man den Schwerpunkt weg vom Gewicht lagern und damit den Hang ausgleichen. Dazu können wir das Licht über die Kameraachse bringen und damit erreichen wir, dass das Licht aus den beiden Blitzen nicht nur von einer Seite kommt. Würden wir den Blitz weiter nach rechts bringen wollen, dann hätten wir mit dem Kabel direkt im Bild zu kämpfen. Mit dem Galgen wird das Kabel „über das Bild“ gelegt.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Kommentare (5)

5 thoughts on “LICHTSETUP: UNDER THE SUN

  1. Find immer sehr toll was ihr hier macht, und der Quadra is ein geniales ding habe ihn vor nicht allzulanger Zeit Testen dürfen einfach nur Super!!

    Ist er sicher wert !!

    Wenn da das Liebe Geld nicht währe!

    Bin aber trotz allem schon stark am überlegen, -> Weil will haben <-

    mahl sehen was der Bankdirektor dazu sagt 🙂

    Wünsch euch weiter tolle Bilder

    Thomas

  2. Moin,

    Mich würde interesseieren, ob der ausgebrannte Himmel ein bewusst gewähltes Stilmittel ist oder aufgrund der Lichtsituation/Setup unvermeidlich war.

    1. Sowohl als auch… der Himmel war einfach so hell und weiß… waren diesige Wolken am Himmel und nur genau über uns kam die Sonne raus. Unterbelichten wäre nicht gegangen und ich finds cool…. einen weißen Hintergrund, trotzdem sieht man, dass es überbrennt und total hell ist und dazu kommen noch Schatten auf dem Motiv…

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