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LICHTSETUP: 180°

17. April 2013 | Lichtsetups

Irgendwie haben wir noch so viele Fotos auf der Festplatte, die vor langer langer Zeit entstanden sind und bei denen wir auch noch genügend Drumherum-Material für tolle Tutorials haben. Auch wenn die Fotos vielleicht so in genau dieser Art nicht mehr heute aus unserer Kamera flutschen würden, so hat sich seit 100 Jahren das Licht nicht wirklich großartig verändert.

Gut, Dinge wie BeautyDishes waren man in, waren mal total OUT und sind heute wieder hipp und modisch zu nutzen aber Licht bleibt eben Licht. Also stehen wir zu unseren „alten“ Fotos und zeigen wie wir die auch gemacht haben. Und genau das tun wir auch heute…

Heute geht es um einen Klassiker der Studiolichtsetzung. Eine 180° Lichtzange. Ihr braucht dazu nur zwei Blitze und zwei möglichst identische Lichtformer. Geht auch mit unterschiedlichen Lichtformer aber je besser die Lichtquellen zueinander passen, umso symmetrischer ist die Ausleuchtung.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Nach dem ersten Blick auf das Foto oben sieht man auch den Grund für den Namen des Setups. 180° Zange deshalb, weil die Lichtquellen genau gegenüber von einander stehen und sich eben direkt anblitzen.

Das Modell steht dann genau dazwischen. Um den perfekten Punkt zwischen den beiden Leuchten zu finden kann man einen kleinen Trick machen und die Arme ausbreiten lassen. Am kleinen Abstand von Fingerspitzen zu Softbox kann man besser  als über 1m erkennen, wir genau man zwischen den Leuchten steht.

Der Abstand sollte immer sehr gut aufrecht erhalten werden. Sonst gibt es Helligkeitsschwankungen und das sieht gerade bei diesem symmetrischen Licht unglaublich unschön aus.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Einstellen kann man dann auch beide Blitze auf den selben Wert. Bei den Elinchromblitzen haben wir daher auch identisch den Wert auf 4.0 gesetzt. Bei beiden Geräten. Das entspricht ungefähr etwas weniger 100Ws falls das an dieser Stelle interessant sein sollte.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Besonders wichtig für dieses Setup ist dann im zweiten Schritt, dem Fotografieren, dass man wirklich auch im 90° Winkel auf das Setup fotografiert. Also nicht schräg oder seitlich sondern direkt von vorne, sodass sich eine Art T ergibt in der Draufsicht.

Rückt man von rechts nach links, dann verschiebt sich das Licht bis hin zum sog. Crosslight. Ok, auch die 180° Zange in dieser Art ist ein pures Crosslight aber mit Kreuzlicht ist dann doch mehr die Kreuzung aus vorderem Führung und hinterem Effektlicht gemeint. Hier sind es zwei seitliche Effektlichter.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Kommen wir also zu einem Ergebnis aus dem Fotografieren…

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

… und gehen direkt weiter zu den Einstellungen und der Skizze! Also in der Draufsicht sieht man dann auch direkt das oben genannte T. Als Fotograf darf man sich daher nur vor und zurück bewegen. Seitlich ist VERBOTSZONE 🙂

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Oftmals, wie in unserem Falle, fängt man sich mit den Softboxen auch einen Haufen Streulicht ein. Und zwar gerade dann, wenn die Wände wie beim Studio oben so nah sind und die Decke kaum 2,50m hoch sind. Und dann wird das Motiv auch etwas von vorne beschienen und dadurch werden die Schatten niemals komplett schwarze Schatten werden sondern immer auch etwas Zeichnung beinhalten.

Wenn das nicht der Fall ist, dann hilft nur noch ein Licht von vorne.

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Damit hätten wir eigentlich alles besprochen… 🙂 Und jeder kann auch das Setup nachbauen! Einfach aber genial und ziemlich kontrastreich schön! Frage bleibt aber… was würden wir heute anders machen?

1. Das Licht höher setzen so dass sich unter dem Kinn noch leichte Schatten herausbilden könnten.

2. Das Licht noch kantiger um evtl. noch mehr Schatten auf der Front heraus zu holen.

3. Den Hintergrund weiß oder schwarz nehmen um einen wirklichen Gegenpol zu den Kontrasten und den Lichtern zu setzen.

4. Vielleicht nur eine kleine Softbox nutzen um nicht ganz so viel vom Boden auszuleuchten.

5. Diese komische Rot-Färbung nicht in PS machen 🙂 Und das Bild nicht so kaputtfärben.

Probiert es doch einfach aus… 🙂 gibt tolle Fotos!

LG

Martin & Marc

Kommentare (5)

5 thoughts on “LICHTSETUP: 180°

  1. Na ja es ist doch gut so wie es ist, ich mag es wenn Schatten eine Form erzeugen. Sonst wirds doch viel zu platt, einig einen Reflektor würde ich noch versuchen, kann sein dass es noch etwas bringt. Sicher bin ich nicht aber einen Versuch ists wert.

    Wobei ich jetzt noch anmerken muss, ich glaubte immer mit Lichtzange werden Blitzsituationen bezeichnet, bei denen die Blitze schräg zum Model hin stehen.

    Trotz allem ist das wieder ein toller Bericht, kann damit immer was anfangen und wenns nur ne Idee ist die man mal testen möchte.

    Gruß Mario

  2. Was sind das für Striplights ? Elinchrom hat leider keine Striplights die diese Bezeichnung auch verdienen. Damit meine ich schmale und lange Striplights.

    vg Stefan

  3. Martin, wäre so etwas auch mit 2 Octa´s möglich?

    Fakt: Ich liebe Octa´s und würde eine davon auch gerne der flexibiltät gerne für Mono Geschichten nehmen! – Deshalb bin ich normalen SoBo´s eben etwas abgeneigt.

    Ich würde das Setup vorzüglich bei „Low Key“ Männer-Ganzkörperaufnahmen nutzen.

    Wenn ich überlege, dass ich jeweils eine mittig rechts sowie links hinstelle. Dann mache ich mir bei einer 90er Octa sorgen um die zu große Abstrahlfläche => Zuviel „umfießendes“ Licht und überlege doch eher zu 2 normalen SoBo´s zu greifen. Auch denke ich nicht das ein Grid viel ändern würde, denn dich Lichtmenge bleibt ja!

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