10.12.2009    19

LICHTSETUP: 70%-SETUP

10. Dezember 2009 | Lichtsetups

Auf der „WAS ERKLÄREN WIR HEUTE-LISTE“ steht ganz oben, eines der wichtigsten Setups überhaupt. Warum so wichtig, weil wir dieses Setup in UNGEFÄHR!!!! dieser Form in 70% aller Foto-Setups nutzen. Und gleich werdet ihr auch sehen, warum das Setup so gut ist. Aber guck euch doch direkt mal ein Foto an, welches mit genau dieser Lichtkombo gemacht wurde.

 Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –
  • Ein ordentlich weiches und dadurch charmantes Hauptlicht.-> Man sieht alle Details der Kleidung (gut für Modefotografie).
  • Der Hintergrund säuft weder ins schwarze noch ist er überbelichtet.-> Sieht irgendwie nett aus.
  • Das Modell ist schön herausgetrennt vom dunkleren Hintergrund.-> Fokussiert den Bildbetrachter auf das Modell.

Um es kurz und knapp auf einen Punkt zu bringen. Dieses Setup ist mit das perfekteste Setup überhaupt weil es alles hergibt, was man als Modefotograf benötigt. Es sieht außergewöhnlich aus, trotzdem aber noch sehr natürlich. Das Licht ist kreativ aber trotzdem nicht zu freaky. Und letzten Endes: Man braucht nicht so viel an Ausrüstung für dieses Setup. 2 Blitze und nen Blick für die Location genügen.

Was man auch sofort beim Blick auf das fertige Foto erkennt, ist der große Schatten auf dem Boden. Ein so großer Schatten kann aber nur sehr schwer künstlich erzeugt werden. Vor allem, wenn wir weiter oben geschrieben haben, dass man wenig für dieses Setup braucht. Also muss es ein Haus, ein Baum oder sonst was gewesen sein. Und genau dieser Schatten ist auch der Grund, warum das Setup so „günstig“ daher kommt. Schatten bedeutet weniger Licht, wenig Licht bedeutet offenere Blende bei gleichbleibenden sonstigen Einstellungen, offenere Blende bedeutet weniger Licht ist nötig um das Bild zu belichten und weniger Licht bedeutet günstigere Blitze!!!

Ok, schauen wir uns mal die Skizze von weiter oben an.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Mit der Sonne von hinten links haben wir also unter dem Schatten nur 2 weitere Blitze benötigt.

  • Führungslicht mit einem Durchlichtschirm.
  • Effektlicht ohne Lichtformer, einfach ein ordentlicher Zoom im Aufsteckblitz/Reflektor auf dem Blitz.
  • f8 bei ISO100
  • kürzeste Zeit möglich X-SYNC.
  • Führungslicht ca. 1,5m weg. Gerade genug um das gesamte Modell zu belichten.
  • Effektlicht (Streiflicht) ca. 2m weg. Auch weit genug für den gesamten Körper.

Wichtig ist, dass man die Grundbelichtung so wählt, dass die Tiefen und Lichter nicht komplett aus dem Dynamikumfang rutschen. Das macht man, indem man den Himmel FAST!!!! ausbrennen lässt. Lieber den Himmel nachträglich abdunkeln als die Schwarzwerte wieder extrem hervorzuholen.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Egal was ihr an Ausrüstung nutzt, wirklich wichtig ist nur hinter die Gründe und das Licht an sich zu schauen. Hier würde es nichts an dem Foto ändern, eine Softbox, einen Reflex oder sonst was zu nutzen. Hauptsache das Licht ist „weich“ genug für den Zweck der Ausleuchtung. Die Herangehensweise heißt also:

SINN UND ZWECK HINTERFRAGEN UND EINFACHER DENKEN.

Einfacher denken wenn es um Lichtformer oder Ausrüstung geht. Gezielter denken wenn es um das Warum des Lichts geht.

Ach übrigens: Wir haben für das Foto zwei 20 Jahre alte SB-26 genutzt. Aufsteckblitze aus dem letzten Jahrhundert… NA UND!!

Kommentare (19)

19 thoughts on “LICHTSETUP: 70%-SETUP

  1. Strobist-Style halt 🙂

    Aber was bedeutet „einfach ein ordentlicher Zoom im Aufsteckblitz/Reflektor auf dem Blitz.“ ??

    105mm da mehr gerichtet oder das das Gegenteil von 24mm (was ich aber eher weniger glaube) oder doch die 50mm (übernommen vom Objektiv)?

  2. RayBan :

    Det lob ik ma.

    Nur der Baum ist auf der Skizze irgendwie falsch plaziert 🙂

    Ist auch mein Gedanke. Verwirrt mich etwas 🙂

    Ansonsten sehr guter Post, hat mir vermutlich eine weitere Frage in meiner Entwicklung gelöst.

  3. RayBan :Nur der Baum ist auf der Skizze irgendwie falsch plaziert 🙂

    Der Baum in der Skizze symbolisiert doch nur den Schatten, indem sich das Modell befindet. Der ist schon richtig gezeichnet.

    Das natürliche Licht kommt ja schließlich irgendwo aus der linken Richtung.

    Oder liege ich da falsch?

  4. Habe ich verloren, wenn ich jetzt in den Raum werfe, daß mich der Hintergrund – durch den engen Bildausschnitt – auf dem linken Foto irgendwie an ne Fototapete im Studio erinnert? O_o

    😉

  5. Hallo Martin, zu erstmal ich bin begeistert von deinem Blog. Würdest du mir bitte erklären auf welcher Leistung die Blitze waren?

    Gruß Patrickk

  6. Das Zangenlicht ist immer wieder cool. Sehr schön beschrieben. Wie immer.

    Wäre nicht ein Streiflicht auf der vom Betrachter aus gesehenen linken Seite nicht noch einen Tick besser? Irgendwie fehlt es mir da. Ok, hätte man 3 Blitze nutzen müssen. Bei den Preisen für die SB-24 ist das ja finanziell auch noch zu verkraften. 😉

  7. Diese Ausleuchtung gefällt mir sehr gut! Du schreibst, man braucht einen großen Schatten (Beispiel: Baum). Ohne das würde solch ein Bild also nicht so wirken? Könntest Du eventuell noch erklären, wie X-SYNC funktioniert?

    1. Also wenn du Blitze einsetzt, dann kannst du einfach nicht schneller als die X-SYNC gehen. Sonst gibt es diesen schwarzen Balken auf dem Foto! Den Schatten brauchst du, weil du sonst noch eine Lichtquelle auf dein Modell bekommst und weil zudem dann die Leistung der Blitz nicht ausreicht. Mehr Licht auf Modell heißt eben auch mehr Licht aus den Blitzen!!!

  8. Gutes einfaches Setup welches zum Nachahmen verleitet. Beim obigen Bild find ich jedoch das Streiflicht unpassend bzw. nicht abgestimmt zum Hintergrund. Wenn das Licht von rechts oben/hinten kommt, dann wäre der Untergrund des Models nicht dunkel, wohleher mit hellen Stellen oder zumindest Lichtflecken, bestückt.

    Trotzem Vielen DAnk für das Setup!! Weiter so!

  9. Hmm, ich grüble gerade wegen der Aussage „Wichtig ist, dass man die Grundbelichtung so wählt, dass die Tiefen und Lichter nicht komplett aus dem Dynamikumfang rutschen. Das macht man, indem man den Himmel FAST!!!! ausbrennen lässt. Lieber den Himmel nachträglich abdunkeln als die Schwarzwerte wieder extrem hervorzuholen.“

    Digital fotografieren ist doch wie Analog Diafilme zu belichten. Man mist immer auf das Licht, damit die Zeichnung nicht verloren geht. Aber ich gehe jetzt davon mal aus, dass ihr in RAW fotografiert und diese Reserven ausnutzt, oder sehe ich das falsch?

    1. Was damit gemeint ist, ist die Tatsache dass der Himmel einfacher über die RAW-Entwicklung in PS zu retten ist, als wenn es wirklich zu stark unterbelichtete Stellen gibt. Lieber die dunklen Stellen einmessen und zwar so, dass die Hellen kurz vor dem Exitus sind, als direkt die hellen Stellen total herunterzuziehen.

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