1.8.2009    14

LICHTSETUP: ABWECHSLUNG :-)

1. August 2009 | Lichtsetups

Hallo Leute,

es ist mal wieder Zeit in die Tasten zu hauen und diesmal wollen wir euch einen besseren, ANDEREN SETUP-POST bieten als bisher. Keine Skitzen oder irgendwelche aufgekritzelten Aufbauten. SETUPS ohne SETUPS sozusagen. Diesmal gibt es viele viele Fotos!

Wenn wir über SETUPS sprechen, dann zeigen wir euch ja normalerweise ein ganz spezifisches Setup. Ein Foto und den dazugehörigen Aufbau. Aber heute wollen wir dieses Posting nutzen um eure Aufmerksamkeit mal etwas anzuspitzen und auf eine andere Sache richten. Was wir bisher gemacht habe, ist eigentlich Blödsinn hoch zehn… denn man kann eigentlich ein Setup nicht als ein Setup betrachten. Wir zeigen euch sonst immer den letzten Schritt, das letzte Setup… aber eigentlich müssen wir auch mal zeigen, wie man dort hinkommt. Es sind die vielen kleinen Schritte auf dem Weg zum fertigen Foto. Viele kleine Änderungen. Man bastelt und schraubt sozusagen am Setup herum, bis es fertig ist. Und manchmal sind es sogar richtig krasse Änderungen.

Man fängt immer mit einer Grundidee an und entwickelt diese weiter. Man achtet dabei auf Möglichkeiten, vorhandene Technik, Zeit“kosten“ und Umsetzbarkeit. Guckt euch direkt mal das MOF-Foto hier an, denn darauf könnt ihr unser Grundsetup sehen.

Ich will euch auch direkt sagen was die Idee war. Wir mussten einen Fashion-Shot in Frankfurt am Main machen. Urbaner Look, Hochhäuser mussten drauf sein, ein Outfit und das Ganze um 5.30 Uhr in der Früh…

Dabei sollten wir nicht den üblichen, desaturierten Look haben, sondern etwas was flippiges nutzen, mit Farben spielen… Also Modell hatten wir die werte Elisabeth dabei und Marc und meine Wenigkeit wechselten uns mit Fotografieren und Blitzhalten ab. Beim halten des Blitzes habe ich jedenfalls die besten Ideen. 🙂

WENN MAN EINEN SCHRITT ZURÜCK TRITT UND DIE KAMERA BEISEITE LEGT, DANN KANN MAN VON AUßEN DIE GANZE SACHE BETRACHTEN UND DAS HILFT!!!

An Licht hatten wir den neuen Elinchrom Ranger Quadra (Q) dabei… 400Ws mit zwei frei setzbaren Lichtquellen.

Setup HOW TO Tutorial

Hier seht ihr unser Grundsetup. Damit fingen wir an… und wie gesagt, 5.30 Uhr… 🙂 Alle Fotos die jetzt kommen sind schon bearbeitet und haben schon die digitalen Innereien von Photoshop ergründet. Aber ihr wisst ja, dass wir nicht so die Photoshop-Freaks sind… Fotos machen ist nicht stunden lang vor Photoshop sitzen…

Nicht dass man jetzt denkt, dass wir ein „RUMPROBIEREN“ empfehlen oder dergleichen. Ganz im Gegenteil. Vor so einem Shooting auf einer befahrenen Straße mit so einem Zeitfenster überlegen wir uns ganz genau im Vorfeld was wir wie mitnehmen, sogar wie wir die Sachen packen. Es geht uns vielmehr um den Weg. Denn man kann nicht alles planen. Viel aber nicht alles und genau diese Quäntchen was man nicht planen kann, das muss man ausnutzen.

1. Foto: BASIC SETUP – Durchlichtschirm genau über der Kamera

16-35mm bei 16mm bei f3.2



GEDANKEN

Der Anfang war recht einfach. Eine Lichtquelle direkt von vorne, überhalb der Kamera. Damit konnten wir den Hintergrund unterbelichten und diesen düsteren Look erzeugen. Die Einstellungen von ISO800 und f3.2 waren uns vordiktiert aufgrund der schwachen Lichtverhältnisse bei Sonnenaufgang. Es war ja fast noch Nacht.

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2. Foto: NO FLASH-SETUP – Nur vorhandenes Licht

85mm bei f1.4

GEDANKEN

Um die schlechte ISO-Qualität zum umgehen haben wir die Objektive gewechselt und sind auf ein offenblendiges Objektiv gesprungen.f1.4 und schon hatten wir Qualität pur… aber plötzlich war der extreme Weitwinkel wech und wir hatten von den Hochhäußern nicht mehr so viel auf dem Foto!!! Und dabei haben wir sogar noch die Blitze weggenommen, also komplett nur mit dem vorhanden Licht fotografiert. Normal, nicht urban und langweilig 🙂

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3. Foto: MORE LIGHT SETUP – AL plus Blitzpower

50mm bei f2.0

GEDANKEN

Also haben wir den Weitwinkel wieder „ETWAS“ zurückgeholt, vomn 85mm auf 50mm und dabei den Blitz dazugenommen. Dadurch konnten wir den Hintergrund wieder zurücknehmen in der Helligkeit und deutlicher auf das Foto bringen und hatten mehr Hintergrund auf dem Foto.

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4. Foto: SECOND FLASH – Je mehr je besser… oder???

50mm bei f2.5

GEDANKEN

Ein Blitz ist für uns kein Blitz… also musste der zweite Kopf her und damit konnten wir das Modell so richtig vom Hintergrund trennen. Problem bei der Sache??? Das Umgebungslicht war immernoch deutlich kühler und zudem war der Look dann doch wieder zu künstlich… 🙂 Mehr Blitze ist wohl doch nicht immer das Beste???

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5. Foto: MOVEMENT-SETUP – WALK THE LINE BABY!

85mm bei f2.5

GEDANKEN

Der Blitzlook war zwar richtig sexy… aber eben zu künstlich. Also haben wir die perfekt gerade Straße in einen großen Catwalk verwandelt und Elisabeth auf uns zulaufen lassen. AI Servo, Serienfotos mit dem Ranger Q… voila :-)… grandios…

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6. Foto: PLAY SOME ROCK…

24mm TSE bei f3.5

HINTERGRUND

Die Zeit war fast vorbei, der Verkehr nahm immer mehr zu und wir hatten unsere Fotos im Kasten. Und dann ist es super einfach mal die Spaßlinsen rauszuholen und Sachen auszuprobieren… da geht für mich natürlich direkt das TSE Objektiv… und somit haben wir nochmals, diesmal nur mit einem Blitz, mit der Tiefenschärfe und dem Schärfeverlauf gespielt. Und ja, die Fotos kommen so aus der Kamera! Das ist ja gerade Tilt&Shift!

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Das wars für heute… denkt nochmals drüber nach. EINE Location, gleiche Ausrüstung, gleiches Modell, gleiches Outfit und das Ganze innerhalb von 30 Minuten… Der Weg ist das Ziel und der Weg definiert sich über Modifikationen und Veränderungen.

KREATIVITÄT STECK IN DEN VERÄNDERUNGEN AUCH AM LICHTSET UND VOR ALLEM IN DER ENTWICKLUNG DES LICHTSETS…

Mit gutem Gewissen kann ich also als Fazit sagen. Das erste Setup, war das coolste und das erste Foto vom einfachsten Setup gefällt mir am Besten. Und so war es dann nachher auch. Das erste wurde ausgewählt aber wir konnten mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles probiert und gemacht hatten in den 30 Minuten… Und darum geht es ja. Nicht immer kommt am Ende das beste Foto raus, aber so kann man sicher sein, dass man das beste Foto auswählen kann.

Kommentare (14)

14 thoughts on “LICHTSETUP: ABWECHSLUNG :-)

  1. Hey wieder mal ein Klasse Beitrag und ich muss sagen es gefällt mir besser als diese „Setupgrafiken“

    Man kann sich anhand von Making Of Fotos viel besser vorstellen wie das ganze ausgesehen haben muss.

    Lg

  2. schöne Hinführung und wie immer nett zu lesen. Ist mir auch schon oft so gegangen, dass das erste Bild das beste war.

    War 5. mit einem Blitz von schräg links (vom Bild aus gesehen??) oder kam noch einer mit Schirm von oberhalb der Kameraposition bzw. von schräg rechts??

  3. Spitzen-Beitrag, Martin! Incl. des Fazits (das für mich genau so ausfällt) so dermaßen praxisrelevant, dass ich es mal für einen meiner nächsten WS verwenden werde … 🙂

    Gruss, Andreas

  4. Das ist mal ein super Post. Ich sehe, ihr setzt das um, was in der Umfrage bisher schon rausgekommen ist 😉 Gerade der Prozess ist das Faszinierende am Setup 😉 Ich habe bisher immer gedacht, dass eure Setups, oder Profi-Setups generell, vorher bereits bis ins kleinste Detail vorgeplant sind – gerade bei einer Sache wie dem Shooting auf einer Straße sollte man das ja meinen. Aber dieser Post hat mich eines Besseren belehrt 🙂

    1. Hallo Christopher… also es ist jetzt nicht so, dass wir nicht wissen was wir durchprobieren müssen. Wir legen vorher schon fest, welche Setups wie wo fotografiert werden sollen. Trotzdem bleibt es ein Prozess. Man kann noch so viel planen… am Ende ist es der Weg zum Ziel.

  5. Stuttgart hört sich super an. Da werd ich dann warscheinlich teilnehmen.

    Bei euch weiß man wenigstens in etwa schonmal was man zu sehen bekommt.

  6. Mal eine erfrischend andere Herangehensweise eines Setups. Danke dafür 🙂

    Jetzt aber mal ne Frage – Bei 4. hat das Model nen deutlichen Nasenschatten. Ist das so nicht weiter kritisch oder dient das Bild nur der Anschauung?

  7. Mal wieder ein toller Beitrag! Ich finde auch, dass ein Shooting – egal welcher Art – einen gewissen „Flow“ beinhaltet. Manche Ideen für Hintergründe, Posings, Lichtsetups usw. fallen einem manchmal eben ganz spontan vor Ort ein. Bei einem Shooting ist das erste Foto das beste – beim nächsten das letzte. Ich hatte mal ein Shooting, da wollten wir eigentlich schon aufhören, und haben dann gedacht, ach komm, wir machen noch schnell etwas im Kornfeld und dann fing das Model plötzlich so richtig an – und das waren die Hammerfotos! Obwohl wir fast schon abbauen wollten 🙂

    Macht weiter so ihr beiden!

  8. Hi Martin, ja dass ihr da nicht völlig blank auftaucht, das habe ich mir schon gedacht 🙂 Wenn ich ein Shooting habe, überlege ich mir vorher schon auch möglichst genau, was ich machen will, schon allein weil das Model dann nicht so lange warten muss, bis ich „den“ Einfall habe 🙂 Ich dachte bisher halt, dass ihr praktisch schon vorher soweit geplant habt, dass ihr nur noch das Equipment aufbaut, das Licht messt, die Einstellungen macht, und schon ist das Bild im Kasten und ihr packt wieder ein 🙂

    Eine andere Frage, die mich als Jurist interessiert: Wie seid ihr mit der Verwaltung umgegangen? Sondernutzungserlaubnis, Drehgenehmigung etc.? Oder einfach guerilla-style ohne irgendwelche Genehmigungen? Keine Sorge, ihr könnt offen antworten, bin kein Staatsanwalt 😉

  9. Hallo Martin, toller Beitrag weil er so schön die „Entwicklung“ der Varianten aufzeigt. Könntest Du zu den Bildern bitte immer den vollständigen Satz der Belichtungsinfos mit angeben. (konkret fehlt die Belichtungszeit und der ISO Wert). Da wir Leser ja nicht vor Ort dabei waren, fällt es so doch etwas schwerer die Werte die Du schon angegeben hattest hinsichtlich der Gesamtbelichtungssituation einzuordnen.

    Danke!

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