3.7.2009    5

LICHTSETUP: DISCOFEELING

3. Juli 2009 | Lichtsetups

Hallo zusammen,

lange ist es her, seit das letzte SETUP-HOW-TO-TUTORIAL hier erschienen ist. Aber ihr wisst ja auch warum. Weil wir einfach so viel machen und auch viele andere Beiträge (CLS WINKE WINKE) hier veröffentlicht haben, dass nicht immer Zeit für mehr war. Bei den Beiträgen zum CLS ist zwar Andreas der alleinige Verfasser, aber auch da muss man hier und dort formatieren, Fotos hochladen, einbinden… also entschuldigt die Verzögerung! Ich hoffe wir bieten euch trotzdem eine gute Mischung!

So, zurück zum Thema. Heute wollen wir uns direkt mit dem Thema FARBE beschäftigen. Ihr wisst ja, dass wir knallige und peppige Fotos lieben. Saturierung wir lieben dich :-)… auf der anderen Seite haben einfarbige Studiohintergründe für uns was ziemlich einschläferndes. Selbst wir fangen davor an zu pennen! SCHNARCH!!! Also muss eine Lösung her. Wie kriegt man sonst irgendwie Farbe und Pepp im Studio ins Bild???

Die Lösung: NEBEL! Nebel ist ein idealer Hintergrund. Zu 90 % ideal, denn zu 10 % verhunzt er die Fotos und macht sie unscharf! Aber der Nebel an sich kann sehr leicht angestrahlt werden. Und dann kriegt man nicht nur Farben sondern zudem auch Zeichnung und Struktur der kleinen Wölkchen und Nebelschwaden. Also Struktur und Farbe und besser gehts nicht. Farbverläufe sind einfach spitze mit Nebel und werden nie langweilig :-). Nebelmaschinen gibt es schon ab 20 € bei EBAY…

Und an diesem Punkt springen wir einfach mal in die Zukunft vor… zum fertigen Foto… TATAAAA… da isses! DISCOFEELING!


– click on image to enlarge –

Wir wollten die Disse ins Studio bringen denn wo sonst gibt es zu 99% Nebel. Na in der Disco. Also haben wir uns Gedanken gemacht wie man den Look nachbauen könne. Problem mit Discotheken ist einfach, dass sie verdammt dunkel sind. Man kann Fotos machen, aber die Fotos sind weit weg von ISO 100 Studioaufnahmen 🙂 wenn ihr wisst was ich meine! Also haben wir überlegt. Wie kann man im Studio hunderte von farbigen Discolichtern nachbauen. So viele Blitzen haben wir ja nicht! Softboxen taugen nix, Reflektoren taugen nix, weil es eine Lichtquelle bleibt??? Wie also??? Nur zwei farbige Strahler machen ja keine Discothek aus!

Und als wir so rumgrübelten, da sahen wir plötzlich die beiden Schutzkappen der ganz normalen Elinchrom Studioblitze. Das sind Schutzkappen, die kleine Schlitze seitlich haben, damit die heißen Blitzröhren auch auskühlen können. Und die waren perfekt. Wir nahmen also viele verschiedene Farbfolien und nen Haufen Gaffa und fertig war unser Lightformer Marke EIGENBAU!!! GENIAL! Wichtig an dieser Stelle ist noch, dass wir die Schlitze nur seitlich offen gelassen haben und nicht nach vorne. Nach vorne herum wurden die Schlitze mit einem Deckel aus Pappe „verschlossen“, sodass Licht nur zur Seite ausweichen konnte.

Setup Sarah Tutorial

Schaut euch das fertige Teil mal an… Das nenn ich PROFI-LICHTFORMER!!! Kosten: 30 Euro! 🙂 Und dann könnt ihr euch gleich mal ein Foto ohne und mit Nebel angucken. Ohne Nebel recht unspektakulär, mit Nebel der BURNER!!!!

Setup Sarah TutorialSetup Sarah Tutorial

Damit konnten wir mit 500Ws Blitzen ein Discolicht mit ISO100, f5.6 und 1/200 hinbekommen. Zeigt mir so ne Disco :-)…

Das wars auch schon mit dem Specialteil über das Setup. Ab hier kommt die Arbeit diese besonderen Lichtformer mit dem Model ins Szene zu setzen. Und das ist nicht minder leicht! Schaut euch direkt mal das Setup auf der Skizze an. 5 Blitze wurden verwendet.

Setup Sarah Tutorial

  • ZWEI BLITZE à 500Ws für den Hintergrund. Jeweils mit den Speziallichtformer.
  • EIN 400Ws Blitz als Hauptlicht für unser Model mit einem Snoot! (GELB)
  • EIN 200Ws Blitz mit 1m Softbox als Aufhellung von rechts für den gesamten Körper.
  • EIN 200Ws Blitz mit rotem Gel, Wabe und Abschirmklappen (BLAU)

Und auch wenn es recht wild ausschaut, aber jeder Blitz hat eine wirklich sehr definierte Aufgabe und seinen eigenen Zweck!

  • Hintergrund: Muss man wohl nicht mehr erklären! Discolights!
  • Engstrahler/Snoot: Also Sinn des Engstrahlers ist die Fokussierung des Betrachters auf den wirklich wichtigen Teil. Ihr müsst euch immer daran erinnern, dass es eigentlich kontraproduktiv ist, ein Bild mit Farbe und Struktur zu überschütten. Man lenkt automatisch den Betrachter ab. Es sieht cool aus, aber es lenkt ab. Und daher muss man den Betrachter wieder „ZURÜCKHOLEN. Zurück zum wirklich wichtigen Teil des Fotos.  Und das macht man ganz leicht mit dem Snoot. MERKE: Je mehr im Bild umso mehr muss der Betrachter geleitet werden.
  • Softbox: Die Aufhellung des gesamten Models mildert den extremen Look des Snoots. Kleine Änderungen sind auch ziemlich entscheidend und nur der Snoot würde den restlichen Körper ab der Brust ins schwarze absaufen lassen. Dann wäre wirklich nur alles oberhalb der Brust sichtbar und das wäre nur nicht mehr Disco!
  • Rote Farbfolie: Das Setup bisher würde sehr künstlich aussehen. Immer wenn der Hintergrund heller und erleuchteter als das Model ist, ergibt das einen recht künstlichen Bildeindruck. Das Model sieht aus wie „reinmontiert“. Um diesen Eindruck zu vermeiden muss man das Model mit dem Hintergrund verschmelzen. Das könnte man machen indem man die Blitze im Hintergrund so hell stellen würde, dass sie Streiflichter auf dem Körper zaubern würde. Dann aber wären die Farben nicht mehr da und der Nebel nur noch weiß.Also hilft ein weiterer Strahler. Sehr eng, mit Wabe und Abschirmklappen. Das Model wird in die Szene „eingetaucht“.

Setup Sarah Tutorial

Und damit wäre das Setup schon erklärt. 🙂 So einfach ist das. Es bleibt noch zu der Arbeit mit der Nebelmaschine zu sagen, dass man immer verdammt vorsichtig sein muss, dass kein Nebel vor das Model kommt. Dann sieht das Foto nämlich nur noch „foggy“ aus. Milchig und nicht mehr knackig. Wir haben immer ca. 3-4 Shots bevor wir den Raum komplett entleeren und neu anfangen. Das sind dann immer so 10 Minuten Etappen! Ziemlich anstrengend aber wichtig!


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Und wie üblich schulden wir euch nix. Nichtmal unsere heiligen ROHDATEN. Also wer mal sehen will, wie das Foto aus der Kamera kommt, der kann sich das Canon RAW runterladen und angucken. Wir lassen euch richtig reingucken hinter die Kulissen!

sabrina_fertig

ca. 22MB als Canon RAW von der 5D Mark II.

Und als ob der Post nicht schon lang genug wäre… hier noch eine kleine WICHTIGKEIT! Vergesst niemals, dass jeder Blitz, jeder Lichtformer, jeder Reflektor einen Grund haben sollte, warum ihr ihn gerade da verwendet. Fragt euch mal beim nächsten Shooting für jeden Blitz „WARUM?“… und wenn ihr keinen wirklichen bildtechnischen Grund findet, dann schaltet das Ding aus… Weniger ist dann mehr… ODER IHR HABT NEN GUTEN GRUND!

Kommentare (5)

5 thoughts on “LICHTSETUP: DISCOFEELING

  1. Hatte nach dem Workshop Probleme, die CR2 aus Martins 5D M2zu öffnen (Kamera ist noch recht neu, mein Bildbetrachter kannte das Format noch nicht) – Hier mein Tip : Wer sich das RAW vom Martin anschauen will, einfach den DNG Konverter in der Version 5.4 von Adobe (kostenlos) unter

    http://www.adobe.com/support/downloads/detail.jsp?ftpID=4520

    runterladen und die .CR2 ins .DNG Format wandeln. Damit kann dann wieder jeder gute Bildbetrachter etwas anfangen 🙂

  2. Sieht stark aus dieser Lichteffekt und daß man neben der Erklärung sogar noch die Rohdaten dazubekommt ist echt der Hammer. Dann sage ich auch mal artig dankeschön, habe mir dieses Blog schon in meinen Favoriten abgespeichert.

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