20.5.2009    16

LICHTSETUP: MOTHER-NATURE-SOFTBOX

20. Mai 2009 | Lichtsetups

MAN BRAUCHT NICHT ZWINGEND MASSIVE BLITZAUSRÜSTUNG!!!

Aber was ihr zwingend braucht ist: EUER HIRN!!! Macht euch klar was für eine bestimmte Ausleuchtung ihr haben wollt und dann sucht nach dieser Ausleuchtung. Sucht nach dieser Ausleuchtung. Es gibt so viele Locations mit wunderbarer Ausleuchtung… man muss bloß danach suchen.

Tut mir mal bitte einen Gefallen:

  1. Schaut euch mal das Foto weiter unten an.
  2. Und dann schaut mal nach dem Licht und fragt mal euch selbst, was da verwendet wurde.
  3. Und jetzt fragt euch selbst mal, warum das verwendet wurde und was es überhaupt macht… zerlegt die Ausleuchtung in resultatbezogene Punkte.

– click on image to enlarge –

Auflösung:

  1. naja…. nettes Foto…
  2. Absolut: Weiches Licht!
  3. Wow, es gibt einen Verlauf von links nach rechts in Helligkeit und Kontrast. Und schöne Augenreflexe. Der Verlauf erzeugt Interesse über eine Art von Unkonformität. Das Bild ist nicht platt sondern beinhaltet einen Helligkeitsverlauf.

Und darum geht es heute: Wir sprechen über „natürliches Licht“. Licht was so vorherrscht und so von „Mutter Natur“ gegeben ist. Wir brauchen also nicht immer und überall unsere Blitze oder sonst was.

Schaut euch mal die Skizze des Setups an!

Wie ihr seht steht das Model absolut im Schatter einer großen Mauer. Die schützt das Model vor direkter Sonneneinstrahlung. Und dann passiert etwas tolles. Der gesamte Bereich links neben dem Model wird direkt von der Sonne bestrahlt. Und zwar ziemlich hell. Der Bereich wirkt im Gegensatz zum Schatten wie eine Softbox. Weil die Helligkeit den Schatten dominiert und die Fläche riesig ist, bekommen wir eine Charakteristik in unser Bild. Hauptlichquelle links sozuagen!

Für mich ist es sehr wichtig an dieser Stelle zu sagen, dass es eben mehr ist, als nur „in den Schatten zu gehen“. Man kann das auch kontrollieren wenn man die Augen aufmacht. Natürlich braucht man manchmal auch „nur puren Schatten“… aber überlegt mal… das menschliche Auge ist nicht gemacht stupides weiches Licht als super super toll anzusehen. Da brauchen wir dann andere Sachen. Natürlich ist für uns immernoch eine Art von Chaos. Chaotische aber gesteuerte Lichtführung.

Beispiel: Schaut mal direkt in die Augen. Ihr seht auf dem Foto, dass der Reflex in den Augen einen natürlichen Effekt ergibt. Es sieht nicht gekünstelt aus und daher auch so normal. Natürlich gibt es auch Foto die mit noch weicher und noch „platter“ ausgeleuchtet werden müssen. Aber gerade der Effekt eine unsymmetrischen Lichtführung birgt viel Reize.

Und wenn wir gerade bei den Augenreflexen sind. Schaut mal genau hin. Ich könnte wetten, eine große große Softbox macht den gleichen Art von Reflex wie unsere „Natur-Softbox“…

So, und damit ihr mir auch glaubt… hier der Shot wie das Foto entstanden ist…

BYE, SEE YOU SOON!

Kommentare (16)

16 thoughts on “LICHTSETUP: MOTHER-NATURE-SOFTBOX

  1. Was mich nur stutzig macht: wie bekomme ich eine, in etwa gleiche, Helligkeitstönung hin? Weil wenn ich auf die Augen fokussiere und darauf auch die Belichtungsmessung vornehme, dann überstrahler der linke Bereich während der recht ins dunkle absäuft. Sollte man da mit AE-Lock arbeiten?

    gruß Hannes

    1. Hallo Hannes, das hat nix mit der korrekten Belichtung zu tun. Die Helligkeitsunterschiede sind einfach da… Die eine Hälfte ist heller als die andere andere Gesichtshälfte. Entweder du belichtest die eine Seite oder die andere Seite. Du musst bloß schauen dass der Unterschied nicht zu groß wird. Dann säuft nix ab und es brennt auch nix aus!!!
      Die Sonnenseite ist ja nur einen Ticken heller… und nicht viele Blenden!!!

  2. Danke für den Tipp! Wenn ich aber ehrlich bin könnte das Licht ruhig noch was härter sein. Zu weich ist wohl manchmal auch nicht immer das gelbe vom Ei.

    Gruß Alex

    1. Naja… aber dann wird es schwierig so ohne Lichtformer. Dann mussen wir doch wieder den Swatter rausholen, Bezug abstimmen… etc… so halb-hart ist echt schwierig wobei der Beitrag ja zeigt, dass man nicht immer nur „brutal weich“ suchen sollte.
      LG
      Martin

  3. Hey Martin, danke für die Info. Ich wurde eben stutzig, als du etwas von Schatten geschrieben hast, da denke ich an Hell/Dunkel und nicht an Hell/Hell. 😉

  4. eure beiträge…. einfach toll!!!

    nur weiter so!!! ich will mehr 🙂 man kann echt viel lernen und ist schön anschaulich…. auch dass ihr jetzt mehr autoren habt find ich super!

    den tipp werde ich gleich mal ausprobieren 🙂

    DANKE!

    grüße simon

  5. ja, den trick mit den augen, also durch die reflexion zu erkennen wie das set aussah, benutz ich auch recht lange… 😉

    mich würde mal die nachbearbeitung im photoshop interessieren…

  6. servus martin,

    klasse beitrag und wie immer sehr hilfreich und verständlich erklärt. werde ich gleich am wochenende ausprobieren, es hieß ja die sonne würde uns mal wieder die ehre erweisen 😉

    eine frage noch zum hintergrund: die wandfugen sind auf dem fertigen bild nicht mehr sichtbar. weil sie in dem endgültigen ausschnitt schlicht und ergreifend nicht drauf sind? weil sie aufgrund f4,5 einfach so verschwimmen daß man sie nimmer sieht? oder rausgestempelt wurden?

    viele grüße,

    valentin

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