17.3.2010    12

LICHTSETUP: INDIREKTES LICHT

17. März 2010 | Lichtsetups

Heute gilt es in einem neuen Setup-Tutorial-Post zu klären, wie die unten sichtbaren Fotos gemacht wurden. Um das, vor der Betrachtung des Fotos noch etwas weiter zu konkretisieren; es geht darum, dass wir ein Bild nicht immer mit Licht direkt aus den Blitzen ausleuchten müssen. Was beim Aufsteckblitz, nämlich das Bouncen an die Decke oder die Wand, klappt, dass funktioniert auch bei Studioblitzen. Jetzt aber ersteinmal zum Foto…

TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –
…und nach dem Foto direkt zu einem Foto was euch den Überblick über das gesamte Setup zeigt.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Denn auf diesem Foto sieht man schon deutlich was mit „indirektes Licht“ gemeint war. Die Logik dahinter ist noch einfacher. Lichtquellen sind immer in ihrer Größe beschränkt. Ich kann mir zwar eine 2m Softbox kaufen, aber je größer desto schwieriger ist das Licht zu handhaben und desto teurer wird der Spaß. Da muss es also doch andere Wege geben.

Und wenn wir uns das Foto anschauen, dann sehen wir, dass dort wo die Schuhe und die Zeitschriften liegen, die Position des Modells ist und 2 von 3 Lichtquellen indirekt leuchten.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Hier sieht man einen Detailshot des Fülllichtes. Die kleine Softbox ist auf die Decke und den Vorhang gerichtet. Also 180° in die andere Richtung.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Bei diesem hinteren Licht könnte man sich, aus gutem Grunde, fragen, was daran denn indirekt wäre. Der Hintergrund wird doch immer so ausgeleuchtet. Die Antwort ist auch denkbar einfach. Denn der Blitz zielt garnicht auf den Hintergrund sondern auf die weiße Hohlkehle daneben. Der Hintergrund fängt auf der linken Seite beim Stuhl an und umfasst eher die Türe und die Mauer als die weiße Hohlkehle. Also ist der Blitz AUCH indirekt auf den Hintergrund gerichtet.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Einige Leser werden sich jetzt direkt fragen, warum denn dann das Hauptlicht nicht indirekt gerichtet wurde. Schon wieder gibt es eine klare und logische Antwort. Ich fasse mich mal in kurzen Stichworten. Das Modell kniet auf dem Boden über den Zeitschriften. Die Wand neben dem Blitz ist komplett aus Backstein… machts klick? Wir hätten hier nur über die Decke blitzen können und das ist bei einem nach unten blickenden Modell auf den Knien denkbar blöde… daher hier eine einfache Softbox direkt von der Seite. Um das Licht auch sehr tief zu bekommen.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Ein großer Vorteil des indirkten Blitzens ist die Lastenverteilung. Selbst mit relativ starken Blitzen ohne die Möglichkeit extrem weit herunterzuregeln, können wir ohne Probleme sehr offene Blenden einstellen und fotografieren. Für dieses Foto wurde mit f2.2 fotografiert.

Setup HOW TO Tutorial Photo

Bevor wir jetzt aber schon wieder am Ende des Setups angekommen sind. Hier noch ein paar kurze Worte über Sinn und Zweck.

Indirektes Blitzen (KANN) natürlichen Lichteinfall in Gebäude immitieren.

Warum? Weil Licht oftmals über große Fensterfronten auf breiten Flächen in Räume fällt, Sonnenschein ergibt oftmals lokal ausbrennende, helle Stellen und diese Flecken im Bild gilt es nachzumachen. Der Überstrahlende und gleich indirekte Lichteinfall gewährleistet, dass die Lichtquelle nicht so gut nachvollziehbar für den Betrachter wird. Der Effekt ist auf den beiden letzten Ergebnisfotos gut zu erkennen. Je stärker der Überbrenneffekt umso natürlicher scheint die Lichtdominanz im Hintergrund. Die schiere Größe der leuchtenden Fläche macht das Licht natürlich und ungesteuert.

TECHNICAL HOW TO Tutorial Photo

Für alle Technikfans: Fotografiert haben wir am Vollformat mit dem 50mm 1.8 (*SHOPLINK). DOLLE LINSE!!! Wir nutzen sogar noch die Mark I Version von vor über 10 Jahren von einer analogen Canon…

Vorsicht noch bei ein paar Punkten.

  • WB – Den Weißabgleich solltet ihr aus dem RAW nachträglich bestimmen und festlegen und vorher über eine Graukarte einmessen. Sicher ist sicher denn auch wenn manche Wände für uns als WEIß gelten, die Farben können trotzdem noch Farbpigmente erhalten. Wem das egal ist, der kann auch ohne richtigen WB tolle Fotos machen 🙂
  • Man darf nicht alles Licht indirekt gestalten, denn indirektes Licht wird meistens über Decken und Wände gestreut und füllt dann oftmals nicht den Boden und das Modell in Bodennähe. Je niedriger die Decke umso problematischer wird das indirekte Blitzen.
  • Man sollte doch die eine oder andere Testaufnahme mehr machen, denn die Effekte des indirekten Blitzens kann man fast garnicht über das Einstelllicht wahrnehmen und kleinste Verschiebungen der Kamera können große Änderungen hervorrufen.
TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –
TECHNICAL Vergleich Fotos
– click on image to enlarge –

Kommentare (12)

12 thoughts on “LICHTSETUP: INDIREKTES LICHT

  1. Vielen dank für das nette Tut. Die Aufnahmen gefallen mir (entgegen dem, was man sonst bei Euch zu sehen gibt) allerdings so gar nicht 😉 Mit der Wand hätte man imho mehr machen können…

  2. Bei deiner Lichtsetzung bin ich immer wieder begeistert. Genau wie am Samstag in Wuppertal. Dort gab es ja auch alte Objektive ;).

    Wieder einmal ein super Beitrag!

  3. Also ich find die Bilder sehr cool, aber das is ja Geschmacksache ;-).

    Vielen Dank für den tollen Beitrag.

    wäre es unverschämt zu fragen wie du die Bilder bearbeitet hast?

    Mir gefällt die sw Umwandlung sehr gut

    Vg Alex

    P.S. Bin ich der einzige der vom IPhone aus keine Kommentare schreiben kann( mobile theme)?

    Irgendwie klappt das nicht

  4. Hi Martin,

    erst ein mal ein dickes Lob an dich und dein Team.

    Eine Frage habe ich;

    „Die Softbox auf dem linken Blitz(indirektes Licht) hätte doch nicht unbedingt sein müssen oder? Ohne Softbox sehe das Bild doch gleich aus und man hätte Blitzleistung gespart.

  5. Ja, das stimmt; wirklich identisch wird es ja nicht sein. Kurz nachdem ich diesen Kommentar geschrieben habe dachte ich auch, dass es evtl. ein bissl überflüssig ist. Manchmal gibt es Dinge, die man einfach so macht oder die einfach so sind. Da gibt es keine große Erklärung für.

    Wäre genau so eine Frage wie: „Warum hast du den Blitz nicht 5 Zentimeter nach hinten oder zu Seite gestellt; hätte das dass Licht nicht schöner gemacht…

    Ich hoffe ihr versteht was ich meine :o)

  6. Martin, Marc: Ich liebe Euren Blog. Nicht nur, daß Ihr tolle Workshops anbietet und auch sonst auf Zack seid, hier bekommt man Klasse Tipps (kostenlos!!!) und prima Ideen.

    Gruß,

    Peter

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Anzeigen