13.11.2012    14

LICHTSETUP: FORM-LICHT EXTREM

13. November 2012 | Lichtsetups

Heute geht es rund mit einem besonderen Foto. Vorab… nein es ist kein Akt, niemand war nackt, auch wenn es so ausschauen mag 🙂 Aber das ist ja der Trick an der Sache, oder?

So, es soll mal wieder um das Thema Licht gehen. Die Arbeit mit Licht macht unsere Arbeit ja erst zu einem so vielfältigen Spielplatz um sich auszutoben. Aber vorweg das Foto um das es geht. Voila… ein lustvolles und intimes schwarz-weiß Bild.

TECHNICAL Vergleich Fotos

– click on image to enlarge –

So, wie kommt dieses Foto zustande und was macht den besonderen Look dieses Fotos aus? Die Antwort ist relativ kompliziert aber dann im Endeffekt doch einfach. Es geht um eine sehr dedizierte Lichtführung. Obwohl es sich um ein ONE LIGHT SETUP handelt, geht es schon arg ab in Punkte Komplexität. Eine Lichtquelle muss nämlich nicht immer gleich eine Lichtquelle sein… man kann mehr daraus machen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier das Setup selbst. Ein Überblick. Wir haben also ein Hauptlicht von oben, dann zwei Reflektoren von den beiden Seiten. Mehr als eine Lichtquelle gab es ja nicht.

Offensichtlich saßen unsere beiden Modelle in der Mitte genau unter dem Licht. Und daran erkennt man schon die extreme Formung durch das sehr hohe Licht. Wichtiger sind aber die beiden Reflektoren an der Seite. Dazu aber gleich mehr.

Merkt euch einfach, dass eine sehr hohe Lichtquelle eine extreme Formung erzeugt. Konturen, Formen und die Körper werden extrem geformt. Ähnlich einer Skulptur oder einer Statue. Aber achtet darauf, dass die Gesichter nicht zu weit nach unten schauen. Dann wird der Nasenschatten oft viel zu extrem.

Daher schaut unser Modell auf dem Foto auch nach oben. So wird das Gesicht einheitlich beleuchtet.

Wichtig ist aber die von uns gewählte Kombination. Eine sehr extrem hohe Position kombiniert mit einer sehr weichen Lichtquelle. Also muss das Licht zwar hoch aber auch genauso weich sein. Diese Kombination ist eher selten und ungewohnt und auch daher sehr besonders. Und warum? Weil man eben besondere Dinge benötigt.

  • Eine große Lichtquelle kostet viel Leistung
  • Eine große Lichtquelle ist schwer und schwierig so hoch über das Modell zu bekommen

Also braucht man dafür einen guten Blitz, eine tolle Softbox und am Wichtigsten, ein großes Galgenstativ. Und daran scheitert es eben meistens. Tolle Blitze und große Boxen haben die meisten aber die wenigsten haben das Zeugs um diese tollen Sachen in die richtige Position zu bringen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier sieht man, wie die gigantische Softbox perfekt über den Modellen schwebt. Dank eines entsprechenden Galgen + Gew. und Stativ Cine*. Darüber soll es aber morgen gehen.

Befeuert wurde das Setup mit einem kleinen Broncolor Generator Senso2 mit 1200Ws. Dadurch war es auch trotz der gigantischen Softbox noch möglich auf f 16.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Damit haben wir erreichet, dass die Stirnfront der beiden Modelle bei ISO200, f16, 1/200s belichtet wurden. Fotografiert wurde übrigens mit einem 24-70mm bei ca. 50mm.

So, kommen wir zu den Reflektoren links und rechts. Reflektoren ist nicht wirklich richtig, nur einer reflektiert, der andere ist gar kein Reflektor sondern ein Abschatter.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Hier sieht man den Reflektor. Wir haben einen zebra Reflektor genommen um die Haut noch weiter zu glätten. Durch die warme Farbe gehen Hautrötungen mehr unten und man bekommt von Anfang an eine Art Weichzeichnung auf das Foto.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Der andere Sunbounce Pro war dabei ein Abschatter mit einem Fliesbezug. Der sog. BLACK HOLE Bezug weil er Licht schluckt, als ob es ein schwarzes Loch wäre 🙂 Leicht pathetischer Name aber irgendwie cool…

SETUP HOW TO Tutorial Photo

So, was machen diese Reflektoren denn genau? Die Erklärung ist logisch, erfordert aber einen nochmaligen Blick auf das finale Foto. Denn während auf der einen Seite „nur“ der Rücken des männlichen Modells zu sehen ist, so ist auf der anderen Seite die weibliche Rückseite zu sehen. Und die wollen wir etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Demnach haben wir also den Rücken mit dem Abschatter weiter ins Schwarz gedrückt und damit versteckt, während der Po, die Rundungen und die Schulter heller gemacht wurden.

Achtet bei solchen Details immer auf die Nähe der Lichtformer zum Modell. Nur so können Reflektor und Abschatter überhaupt wirken.

So, das wars mal wieder für heute… viel Spaß beim Fotos machen…

Lieben Gruß

Martin & Marc

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Kommentare (14)

14 thoughts on “LICHTSETUP: FORM-LICHT EXTREM

  1. Ich denke, wenn man Platzprobleme bzw. keine so massive Ausstattung hat könnte man stattdessen auch eine große Schirmbox verwenden. Ist vielleicht auch nicht 100%ig ein identisches Ergebnis, aber kommt ihm sehr ähnlich.

    Aufbau wäre leichter, platzsparender zur Decke hin und zudem kostengünstiger. Sparfüchse könnten noch Styroporplatten als Aufheller und Abschatter verwenden.

    LG Stephan

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