EINSTEIGER: RICHTIG BELICHTEN???

8. Mai 2011 | Einsteiger Fashion und Portrait

Mal wieder gibt es einen Beitrag in der Anfänger-Reihe der vielleicht weniger nur für Anfänger sein wird wie man im ersten Moment denken mag.

Es geht um die richtige Belichtung und da mag sich jeder alte Hase vielleicht jetzt schon in Richtung des kleinen X am Fensterrand aufmachen und den Beitrag schließen, vielleicht gilt es aber doch noch ein paar Minuten hier zu bleiben.

Viele Fotografen stellen sich folgende Frage: WIE BELICHTE ICH EIN FOTO RICHTIG? Leider gibt es auf diese Frage keine wirkliche Antwort. Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen verschiedenen Ausgangs- bzw. Endsituation.

  • Das Foto soll so gut es geht in der Kamera gemacht werden.
  • Das Foto soll so viel bearbeitet werden wie man eben kann.

Ohne diese grundlegende Unterscheidung wird man niemals eine Antwort auf die obige Frage bekommen können. Das ist also die absolute Ausgangsfrage und da scheiden sich natürlich schon viele viele Geister. Ohne jetzt auf Sinnhaftigkeit oder Gründe genauer einzugehen, müssen wir uns in diesem Post entscheiden. Natürlich entscheiden wir uns gemeinsam für Punkt Nr. 1, ohne Pixelschubserei und Photoshop.

Warum? Ganz einfach. Photoshop und Bildbearbeitung ist toll, keine Frage. Aber es geht ja darum, dass man Fotografie erlernt und mit Kamera, Licht und Motiv umzugehen lernt. Erst im zweiten Schritt darf dann Photoshop und Co. dazukommen. Bildbearbeitung hat einen großen Fehler und zwar, dass es kontraproduktiv zum eigentlichen Lernprozess innerhalb der Fotografie ist. Mein Tipp: Quält euch durch die Fotografie ohne Photoshop und genießt dann im Endeffekt den Luxus der Bildbearbeitung, nachdem ihr aber in der Lage seid auch ohne Photoshop zu arbeiten.

Gehen wir also weiter im Text und davon aus, dass wir fotografieren wollen, möglichst in JPG abspeichern und dann ein final fertiges Foto haben. Absolut perfekt und schon im Look als ob es fertig bearbeitet wäre. Schon sind wir näher an der Antwort der ursprünglichen Frage dran.

Schauen wir uns einfach mal folgende zwei Fotos an und überlegen uns danach ein Ergebnis.

FOTOGRAFIE  TUTORIALS

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Aufnahmen. Model? Nein! Ausleuchtung? Nein! Belichtung? Ja, absolut. Zwischen beiden Fotos besteht ein Unterschied von ungefähr 1,5 Blenden. Und jetzt frag ich jeden einzelnen Leser: Welches Foto sieht besser aus? Ich wette 90% aller Fotografen hätten wie das obere Bild belichtet… Glaubt uns bitte, dass der einzige Unterschied zwischen beiden Fotos die Helligkeit über die Einstellungen der Kamera. Das untere Foto wurde einfach nur heller belichtet. (Ok, ein Reflektor kam hinzu, aber der macht die Sache ja eher NOCH heller als dunkler!)

Das obere Foto sieht „normal“ aus. Normal bedeutet, dass es im Volksmund korrekt belichtet ist. Nix brennt aus, nix säuft ab. Alles rogaaaa also. Und jetzt im Vergleich zum unteren Foto? Da sieht es aus wie ein Schuss aus der Hüfte, ungekonnt und ungeplant. Tante Emma könnte besser fotografieren.

Wenn wir uns das zweite Bild genauer ansehen, dann sehen wir, dass die Haut des Models absolut zu hell belichtet ist. Aber halt, was heißt denn „zu hell“?

Und genau da wären wir beim Ergebnis des heutigen Blogposts angekommen. Nein, es gibt keine ultimative Lösung um immer die korrekte Belichtung zu finden. Denn die korrekte Belichtung gibt es nicht.

MERKT EUCH BITTE: ES GIBT KEINE RICHTIGE ODER FALSCHE BELICHTUNG. WICHTIG IST, DASS DAS FOTO GENIAL AUSSCHAUT.

(INFO: Als „korrekt“ wird oftmals die perfekte Mitte im Dynamikumfang der Kamera angesehen. Da wo die Kamera eben nach beiden Seiten des Helligkeitsverlaufs den größten Umfang hat. Und ihr erkennt schon an der Definition, dass daraus nicht ein immer tolles Foto entstehen kann!)

Versucht also gar nicht euch zu fragen ob ein Foto korrekt belichtet ist. Fragt euch, ob es euch gefällt. Denn genau da liegt der Knackpunkt. Wir haben so viele Fotografen gesehen und getroffen, die sich allesamt mehr Gedanken über die korrekte Belichtung gemacht haben, als ob das Foto Ihnen gefällt.

Bei fast jedem Fotoshooting von uns machen wir einige Fotos die nicht den „Regeln“ entsprechen und trotzdem rocken. Genau wie oben das Foto belichten wir gezielt heller oder dunkler. Und ihr könnt uns glauben, dass fast überall gibt es sofort  Stimmen die dagegen kommen. Die Konversation sieht dann ungefähr so aus:

Martin: …und dann kommt das Foto raus (zeigt das Foto auf dem Beamer)

X: … aber das ist ja schon etwas zu hell belichtet (guckt argwöhnisch auf das Display des Laptops)

Martin: … ja und?

X: Müsste man da nicht dunkler belichten?

Martin: Warum?

X: Na, damit die Haut ja nicht ausbrennt.

Martin: Gegenfrage, gefällt dir das Foto oder findest du die helle Haut hässlich?

X: Hab ich mir noch garnicht überlegt… aber mir gefällt das Foto sehr.

Martin: Warum es dann kaputtmachen?

Natürlich kann man jetzt auch  X Recht geben. Es sollte nicht so sein, dass die Haut weiß ist. Sprichwörtlich weiß. Aber glaubt mir an dieser Stelle einfach, dass die Fotos innerhalb dieses Dialogs oftmals weniger hell belichtet sind als das untere Foto oben. Also absolut weit entfernt von „ausgebrannte Haut“.

Versucht es bitte anders zu machen. Vergesst die Belichtung. Es gibt nur noch GEFALLEN und HABEN WOLLEN und NICHT HABEN WOLLEN.

GEGENARGUMENTE?

  • „Aber was ist mit dem Dynamikumfang, ist es nicht besser man hat die Tiefen und Lichter alle im Bild?“ – Wollt ihr ein HDR?
  • „Aber ich hab von Bildbearbeitern gehört, dass man keine Schwarz- und Weißwerte haben darf!“ – Bildbearbeiter wissen genau was sie brauchen und was nicht. Sie haben sich vorher schon überlegt wie das Foto aussehen muss und entscheiden daher ganz speziell und gezielt so zu belichten. Wenn man viel nachträglich mit dem Foto machen möchte, dann ist es sicherlich auch eine richtige Entscheidung.
  • „Ich hab gelesen, ein weißer Himmel, ausgebrannt und überbelichtet ist hässlich“ – Schaut dir das Foto unten an? Hässlich?
  • „Das Histogramm muss immer schön im Bogen verlaufen, nix an den Rändern abgeschnitten werden!“ – TOTALER SCHWACHSINN. Ein Histogramm ergibt sich aus dem Foto. Bei einem HighKey und oder einer LowKey-Aufnahme müssen die Seiten abgeschnitten sein. Das mal als Beispiel. Das Histogramm zeigt kein „gutes Bild“ sondern nur dessen Helligkeitsverteilung.
  • „Ich will aber korrekt belichten!“ – Warum? Was bringt es… ich habe so viele tollen Fotos gesehen und die Besten darunter waren allesamt komplett „falsch“ belichtet. Die besten s/w Aufnahmen großer Fotografen oder aktuelle Fotografien. Ohne Schwarz und Weiß im Bild (und zwar viel davon) wären die Fotos ein uninteressantes Etwas gewesen. Kein Foto!
  • „Was ist mit der Sicherheit immer irgendwie gut zu belichten?“ – Wollt ihr „irgendwie gut belichtete“ Fotos oder einen perfekten Schuss? Mit dieser Denkweise könnte man auch mit einem Fischauge fotografieren um ja sicher zu gehen nachträglich alles aus dem Bild zu holen. Die besten Fotos sind aber nicht beschnitten sondern direkt so aufgenommen und eben auch direkt so belichtet wie gewollt.

Gefällt euch ein weißer Himmel, dann lasst es. Gefällt der weiße Himmel nicht, dann müsst ihr wohl anders belichten. Gefällt euch das ausgebrannte Brautkleid, strahlend weiß wie ein Engel, dann belichtet heller, wollt ihr es grau haben, dann macht es dunkler… Bitte: Kein richtig oder falsch mehr… NIE MEHR!

Richtig oder falsch fängt an einem Punkt an, an dem die Fotos für andere gemacht werden und ganz klar definierten Vorgaben entsprechen müssen. Dann gibt es richtig und falsch. Aber wenn das Foto „nur“ gefallen muss, dann ist erlaubt was gefällt.

Ich habe zwei extreme Beispiele hier hochgeladen. Sie machen deutlich, dass gerade dunkel und hell die Schlüsselpunkte innerhalb einer Bildbelichtung sind. Beide Fotos sind 2!!! Blenden „falsch“ belichtet worden. Der Belichtungsmesser hätte jeweils 2 Blenden dunkler/heller belichtet. Und gerade in diesem resultierenden Look liegt der Reiz beider Fotos.

NUR MUT… einfach am Rad drehen! 🙂

FOTOGRAFIE  TUTORIALS
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FOTOGRAFIE  TUTORIALS
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Daher haben wir heute auch mal eine kleine Aufgabe für euch. Beim nächsten Mal wenn ihr fotografiert und niemand sagt euch was ihr wie zu machen habt und niemand verlangt ein spezifisches Ergebnis von euch, dann probiert doch mal ausschließlich und ohne Ausnahme „falsch“ zu belichten. Zu hell oder zu dunkel und schaut mal was bei raus kommt. Macht einfach alles so, dass man euer Foto auf der Kamera nicht als „richtig“ oder „normal“ bezeichnen könnte.

Schaut euch mal ein letztes Foto für heute an. Gemacht mit der 60D aus der eTTL-Strecke mit dem 17-85 KitObjektiv. Das Bild wurde nur Beschnitten und nicht bearbeitet. In der Kamera war eine Kontraststeigerung und eine Sättigungsänderung eingestellt. Der Weißabgleich war auf 9000°K. Ich habe noch nie eine solche Dynamik und Tiefe in den Schattenbereichen in einem unbearbeiteten Fotos gesehen. Schaut es euch mal in GROß an. Wir haben es extra in 1280 Pixel Seitenlänge hochgeladen. Unbearbeitet… das Foto wäre „korrekt“ absolut eine Blende dunkler belichtet worden. Dann wäre der Flare weniger stark und die Tiefen wären wirkliche Tiefen. Auch das Brautkleid wäre niemals so engelsgleich… Aber jetzt ist es an euch… haut rein, nix mehr normal, nur noch „falsch“ ab heute.

FOTOGRAFIE  TUTORIALS
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Kommentare (44)

44 thoughts on “EINSTEIGER: RICHTIG BELICHTEN???

  1. Wie immer ein genialer Beitrag mit einem fantastischen Bild zum Schluss.

    Eine Frage nebenbei, bitte nicht als Kritik verstehen!

    Warum rechtfertigt ihr euch eigentlich, dass es um Fotografie geht und nicht um Photoshop? Ihr seid nun mal Fotografen und der Großteil derer wird sich auch hierhin „verirren“. Beschweren sich immer so viele, dass man alles nachträglich im Photoshop gerade biegen kann?

    Viele Grüße

    Ralph

  2. Als Nachtrag zu deinem letzten Satz : es gibt ja kein richtig oder falsch 🙂

    generell sind ja alle Bilder richtig nach diesem Beitrag sofern sie dir und dem Kunden gefallen 😀

    so ich machlos zur PCP-Tour

    Gruß Mike @ Chemnitz

  3. Yeah! Schön, das Ganze noch mal zu lesen, was du uns vor ein paar Wochen schon in den Kopf geklopft hast 🙂 Und du hast Recht! Die meisten „korrekt“ belichteten Bilder sind nicht mehr im LR-Ordner oder ich habe die Belichtung nachträglich Richtung „falsch“ geändert, weil es mir besser gefiel!

    Beste Grüße aus Bremen

    josh

  4. Die Grenze zwischen leichtem, gewolltem überbelichten und „ausfressen“ ist schmal. Wenn man erst einmal ausgefressenen Stellen hat (die zum Bild nicht passen !) dann kann man am Bildchen nix mehr retten. Während der Session bewegt sich das Modell etwas näher zum Blitz — Foddoknipser passt einen Moment nicht auf (wer kontrolliert schon jedes Histogramm nach einem Bild) und Ratz Fatz ist ne ganze Serie von 10 bis 15 Bildern für die Tonne wobei „natürlich“ das eine richtig coole Foto dabei ist. Ich sprech aus leidvoller Erfahrung aus meinen Anfängen ^^. Korrektes Belichten bedeutet auch eine Art Sicherheitsreserve *und* mehr Möglichkeiten ein Bild in einer anderen Weise zu bearbeiten wie zunächst gedacht. Achso….yap….das untere Bildchen sieht *falsch* besser aus. ^^

  5. Schöner Post. Ist als wenn du vor 2 Wochen mit bei meinem „endlich Sommer“-Shooting gewesen wärst. Da hatte ich eine genaue Vorstellung von den Fotos und zwar sommerlich hell. Als ich zwischendurch dem Model die Fotos auf dem Display gezeigt habe, kam der Spruch „aber die sind ja fast alle überbelichtet“, weil die überbelichtungswarnung ständig am blinken war. Vor 1-2 Jahren wäre das für mich immer ein Grund gewesen, die Belichtung nach unten zu korrigieren. Inzwischen ist mir das fast egal, solange der Bildeindruck für mich „richtig“ ist.

    Anders bei Hochzeitsfotos, da achte ich dann schon drauf, dass das Kleid nicht gnadenlos ausreißt und alle Details zu erkennen sind. Dann lieber hinterher in Lightroom anpassen und wärend des Shootings auf Nummer Sicher gehen.

  6. Sicher lich bietet das „korrekt belichten mehr Sicherheit, nur würde ich da Martin zustimmen. Sicherheit macht kein gutes Bild, sondern ein gewöhnliches. Ich tendiere allgemein zumindest bei portraits eher zu etwas zu hell, manchmal auch zu deutlich zu dunkel und wenn ich nachts unterwegs bin und Street Photos mach würden neutrale Belichtungen echt komisch aussehen. 😉

    Ich denke man sollte sih einfach nicht zu sehr an „Regeln“ halten, wenn man einfach nur für sich photographiert, sondern sich mehr fragen, wie man selbst die Bilder haben will.

  7. Inhaltlich gebe ich dir vollkommen Recht 🙂 Aber bei dem Bild wurde schon ein bisschen „getrickst“ oder? Zumindest laut Augenreflex

    kamen noch Lichter (bzw. für den Hals ein Reflektor) hinzu???

  8. @BS

    Niemand kann dir widersprechen. Allerdings ist das eben auch die Essenz. Lieber 100 Fotos löschen und ein richtig Geniales dabei haben als 100 Fotos korrekt = „langweilig“ mit Sicherheitsreserve belichten…

  9. Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Man sollte sich eben doch immer mal wieder auf sein Bauchgefühl und seine Ideen im Kopf verlassen und die Technik in den Hintergrund treten lassen.

    Schöne Grüße

    klimmpics

  10. @ Martin

    Ich kann nur meine eigenen Erfahrungen wiedergeben. Früher waren bei mir unter den 100 Fotos die ich löschen musste viel zu oft die genialen dabei. Nun mache ich „langweillige“ Pics und zaubere mir mit einer Gradationskurve mein Geniales. Zeitaufwand in der Nachbearbeitung gefühlt so 10 Sekunden. Bei 255/255/255 versagt nun mal leider mein Zauberstab ;-). Mein Ansatz ist das Photographie und Bildbearbeitung sich gegeneinander unterstützen. Da versuche ich oft zu verfahren….so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

  11. Hi Martin, ein sehr genialer Beitrag den ich absolut teile. Ich bin auch kein freund davon, 0815 Sachen zu produzieren. Ich richte mich bei meinen Bildern auch generell nach meinem eigenen gusto. Recht machen kann man es meistens eh nicht allen und das ist auch gut so. Jeder fotograf sollte seinen eigenen stil finden – und wenn dieser anders ist als die norm – hervorragend !

    Gruss alex

  12. toller Beitrag! zu oft lässt mann sich von der Technik „gefangennehmen“ was den eigenen „kreativen Fluss“ während eines Shootings stören kann.

  13. Einer eurer besten Beiträge, den sich einige mal nicht nur einmal durchlesen sollten. Ich habe mich auch eine zeitlang immer verrückt gemacht wegen einer „richtigen“ Belichtung. Alles Schwachsinn hab ich dann mal zu mir gesagt, als ich Fotos anschaute die „falsch“ belichtet wurden. Daher unterschreibe ich diesen Beitrag. 🙂

    LG, Ronny

  14. Toller Artikel! Grundsätzlich bin ich ganz bei dir, besser ein tolles Foto als ein fades, aber korrekt belichtetes.

    Zum Thema Nachbearbeitung: Oft wird argumentiert (und ihr tendiert -so wie ich es verstehe- auch ein wenig in die Richtung) „richtige Fotografen“ verwenden möglichst wenig oder keine Nachbearbeitung. Fotografie bestand aber immer aus der Arbeit mit der Kamera und der Laborarbeit (von der Auswahl des Films über die Entwicklung und Ausarbeitung bis zum Fotopapier). Die Laborarbeit des digitalen Zeitalters ist nun mal die elektronische Nachbearbeitung und sollte einen gleichwertigen Stellenwert haben.

  15. @Wolfgang

    Da haben wir anscheinend doch etwas unklar unsere Meinung ausgedrückt. Oder besser ich selbst als ich den Post geschrieben habe. Bildbearbeitung gehört zur Fotografie wie eben früher die Dunkelkammer. Es geht bloß eher in die Richtung, dass ich sage, man muss es ohne können, um dann darauf zurückzugreifen in den richtigen Situationen.

    Und eben oftmals sind hellerer oder dunklere Fotos die schöneren Fotos und das hat nix mit Bildbearbeitung zu tun sondern einfach nur, dass der Dynamikumfang eben verschoben gesetzt wird. Man belichtet nicht in die Mitte sondern in den Rand. Damit erhält man eben eher die dunkleren Informationen oder eben die helleren. Das ist unabhängig davon, was danach kommen mag.

  16. Es ist ein Kreuz mit dem Portra-Film. Ich kriege ihn einfach nicht ausgefressen 😛

    Die strahlenden Lichter – die TROTZDEM Zeichnung haben – sind einfach wunderschön.

  17. Martin, was du oben anführst und mokierst ist typisches „Foren-Denken“. Leider.

    Jedes Bild wird technisch genaustens analysiert, runtergeladen, das Histogramm angeschaut (!), nur damit man schreiben kann, das irgendwo (meist gar nicht sichtbar) die Lichter ausgebrannt sind oder die Tiefen absaufen.

    Und das Foto an sich (Wirkung, Aussage) wird als solches gar nicht wahr genommen. Schade.

    Jeder der im Kundenkontakt steht und nicht nur 08/15 abliefert, wird schnell feststellen, das KEIN Kunde (ich rede jetzt von Brautpaaren oder Privatpersonen, keine Agentur etc) jemals über ausgebrannte Lichter (die es als Definition ja nicht einmal kennt) aufregt. Grad bei Hochzeiten und Brautfotos kann man ausgefressene Lichter (richtig eingesetzt) als „Glow-Effekt“ nutzen und so dem Bild den letzten Schliff verpassen….

    Aber es ist müssig mit Leuten zu disktutieren, die nur auf die techn. Details achten und das Foto als solches kompl außer acht lassen (und das Ergebnis dann oft, wie du schon sagtest, langweilig ist)

    PS: Überbelichten heisst ja auch net automatisch ausbrennen. Und um das zu verhindern hat der liebe Gott ja auch die Lichterwarnung erfunden 😉

  18. Sehr schöner Artikel, der das wichtigste auf den Punkt bringt. Das Foto sollte schon „gut“ sein, wenn es aus der Kamera kommt (Ich finde übrigens das High-Key-Portrait schöner). „Gut“ im Sinne von der Vorstellung des Fotografen entsprechen. Ich werde allerdings weiterhin im Raw-Format fotografieren und den letztendlichen Feinschliff von Kontrast und Sättigung in Photoshop vornehmen. Die Einstellungen von Kontrast und Farbsättigung in der Kamera sind auch nur eine Art von vollautomatischer digitaler Bildbearbeitung und die ist der Qualität von Photoshop meist unterlegen.

  19. Huhu 🙂 Dazu kann man nur sagen „WORD“ Endlich mal etwas das mich schon immer genervt hat von einem Profi aufgegriffen 😉 Wenns jetzt auch nicht grad Agenturen sind etc dann kümmerts auch meist keinem obs der Norm entspricht oder nicht ABER leider vielen Kollegen schon und das nervt! Wenn einige dann meinen ein Bild mit „war das so gewollt?“ zusammen mit Tipps zum besser machen kommentieren zu müssen könnt ich *würg*…HALLO?! -ach Mensch wie kam bloß das Bild dahin es hat sich selbst upgeloaded, danke der Nachfrage….!!!- Ich kommentier auch nicht fremde Bilder wenn Sie nicht meinem Geschmack entsprechen…Frechheit sag ich nur. Aber so is nunmal die Masse eben drauf, Abweichungen davon sind da wohl immer schwerer zu verkraften ;)Achso und ja Fotografie kommt meines erachtens immer VOR Bearbeitung aber in harmonischer Zusammenarbeit 😉 nicht mit Zwänge und Vorgaben.

  20. Hallo Martin,

    danke für den Artikel. Ich verfolge Eure Arbeiten, besonders die „Videos“, immer sehr aufmerksam. Nun ist es mal Zeit für ein Lob!!! RESPEKT!!! Weiter so!!!

    Mit diesem Artikel hast Du einen meiner „persönlichen Gewissenskonflikte“ angesprochen, die mich immer begleiten.

    >>> Mach ich es RICHTIG damit es „anderen“ gefällt, oder FALSCH, so das es „mir“ gefällt??? <<<

    Nun habe ich die Antwort darauf.

    Wahrscheinlich wird es, wenn es "mir" gefällt, auch "anderen" gefallen!!!

    ;)))

  21. klasse beitrag…..

    zitat:

    MERKT EUCH BITTE: ES GIBT KEINE RICHTIGE ODER FALSCHE BELICHTUNG. WICHTIG IST, DASS DAS FOTO GENIAL AUSSCHAUT.

    respekt genau so ist das…..ich finde auch wenn die haut mal heller ausschaut, tz…wenn das bild aber geil ist warum nicht so lassen….

    lg hamdi

  22. Hach Martin,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich verstehe gar nicht, warum sich so viele Fotografen um die scheinbare „korrekte“ Belichtung kümmern, wenn sie diese doch schon lange haben und ganz tolle Bilder machten . Aber sie sehen es nicht, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt sind, an der „richtigen“ Belichtung zu schrauben.

    Mich erinnert das Thema an das Bild von Dir, dass in der Portrait DVD als Hintergrundbild kommt. Die beiden Kinder in der Frühlingswiese im „Sommergegenlicht“. Das ist auch ein prima Beispielbild wenn es um die „richtige Belichtung geht“ 😉

  23. Super Beitrag und DASNICHTANDIEREGELNHALTEN macht eben den kreativen Fotografen aus. Seitdem ich Eure Beiträge lese, habe ich regelrecht ein Bedürfnis falsch zu belichten.Gruss Anne.

  24. Hi Martin

    Danke für den tollen Artikel. – Eine Frage, wie sieht es aus wenn ich die Bilder drucken will und sie mir nicht „nur“ am Bildschirm oder wo auch immer ansehe? Stört es dich nicht wenn beispielsweise im Buch in bestimmten Bereichen dann keinerlei Zeichnung mehr ist?

    Gruss

    Carmen

  25. Super Artikel, der das Thema sehr gut auf den Punkt bringt ohne viel Tam-Tam.
    Besonders gut gefiel mir „die richtige Belichtung gibt es nicht…“. Eine Aussage, die ich voll unterschreiben kann. Die richtige Belichtung ist eigentlich immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

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