7.8.2009    22

CANON ETTL: FP-SYNC VS. GRAUFILTER

7. August 2009 | Canon ETTL

Hallo an alle da draußen…

heute gibt es wieder ordentlich auf die grauen Zellen, heute wirds mal wieder so richtig knülle. Also anschnallen und Augen auf! Es gibt keine Fotos, keine Modelle und auch sonst fast nix zu gucken. Alles was es gibt, sind schnöde Beweisfotos. Denn ansonsten würdet ihr mir vielleicht garnicht glauben.

Wir kümmern uns heute um einen Vergleich zwischen FP-sync und dem Einsatz von Graufiltern. Da gibt es nämlich einen dollen Vergleich. Aber um den wirklich zeigen zu können, da müssen wir erst die Gegebenheiten drumherum etwas aufklären. Definitionen und Erklärungen um eine gute Grundlage zu bekommen. Jeder der richtig versiert ist, darf den Teil hier gerne überspringen.

++++++++++++++++ SCHNIPP ++++++++++++++++

Warum sollten wir überhaupt FP-Sync oder Graufilter nutzen. Die Antwort ist wirklich einfach.

Denkt mal an einen richtig hellen Tag. Sonne knallt, alles hell. Ihr wisst ja was bei so einem Tag für Einstellungen an der Kamera rauskommen. ISO100, f8 und mindestens 1/500s Verschlusszeit. Kein Problem eigentlich, wir können ja bis 1/8000s rauf wenn wir die Blende weiter öffnen wollen.

FALSCH… denn das ist nur die halbe Wahrheit. Das geht nämlich nur, wenn wir keinen Blitz einsetzen. Sobald der Blitz dazukommt weigerst sich plötzlich unsere Kamera schneller als 1/200 (ca.) zu belichten. Oder aber wir kriegen plötzlich so einen komischen schwarzen Balken über das Foto.

Das hängt zusammen mit unserem Schlitzverschluss bei dem ab einer bestimmten Geschwindigkeit niemals der ganze Sensor mit einem Blitz belichtet werden kann.

Also müssen wir, um bei hellem Umgebungslicht mit Blitz zu fotografieren, schummeln und den Blitz auf FP-Modus umstellen, oder aber wir können Graufilter nutzen um alles Licht was durch das Objektiv kommt zu dimmen. Was genau ist aber dieser ominöse FP (FOCAL PLANE) SYNC MODUS??? Eigentlich wird er ja auch Highspeedmodus genannt. Aber diese Beschreibung ist noch viel trügerischer und lügnerischer als der Ausdruck FP-SYNC. Warum das denn jetzt? Der Blitz überlistet den Schlitzverschluss nämlich dadurch, dass er nicht schneller oder kürzer SONDERN LÄNGER blitzt. Der Blitz leuchtet plötzlich, wird also zu einer Art Dauerflackerlampe. Und diese Lampe leuchtet dann also ab dem Zeitpunkt wenn der erste Verschlussvorhang sich hebt und der Schlitz über den Sensor wandert bis zu dem Zeitpunkt, da der Sensor wieder komplett verdeckt ist. Wenn man sich so ein Diagramm anguckt, dann sieht man direkt das FLACKERN des Blitzes.

Dadurch können wir dann schneller als die X-SYNC blitzen 🙂 um das mal blöde zu formulieren. Am Blitz seht ihr das Zeichen als kleines „H“ neben dem ETTL.

++++++++++++++++ SCHNAPP ++++++++++++++++

Im Vergleich dazu nimmt der Graufilter die Holzhammermethode. Er nimmt einfach alles Licht bei einem bestimmten Grad weg, was durch das Objektiv kommt. Dadurch dass der Graufilter z.B. die Hälfte des Lichts schluckt, kann man einfach die Blende um eine volle Blendenzahl öffnen und gut ist! Was wir an Licht wegnehmen, das holen wir also durch die Blende wieder heraus. 1 zu 1!!! (DAS IST VERDAMMT WICHTIG. IM KOPF BEHALTEN)

SCHAUEN WIR UNS JETZT DIREKT MAL DAS FP-SYNC AN.

ettl online

Schaut mal auf das Display des 580 EX II. Den Blitz haben wir zu Testzwecken genutzt. Leitzahl ist beim 580 EX II 58 (ISO100/21°). Wir haben den Test bei realistischen 50mm gemacht. Realistisch für die Peoplefotografie! Und vielleicht ist euch schonmal die Leiste mit den lustigen Zahlen unten am Blitz aufgefallen. Das ist ja eine Reihe in Metern… also DISTANZANGABEN!

Distanzangaben am Blitz machen aber doch nur Sinn, wenn der Blitz weiß, was die Kamera eingestellt hat/ist. Also findet eine Kommunikation statt. Und aus den Werten aus der Kamera, da errechnet sich der Blitz die maximale Reichweite bei voller Leistung.

Alles was der Blitz macht ist ja, Leitzahl (bei ISO100) durch Blende = Entfernung in Meter! Das können wir auch direkt testen. Wir haben folgende Einstellungen an der Kamera gewählt und dann müssen wir nur noch den Auslöser halb durchdrücken. Dann rechnet der Blitz!!!

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Seht ihr, der Blitz zeigt an, dass er bei effektiver Blende 8.0 rechnet und auf einemaximale Reichweite von 6m kommt. Solange das Motiv also 6 Meter entfernt ist, kann der Blitz das Motiv ausleuchten. Oder anders herum. Der Blitz hat bei f8 eine Reichweite von 6 Metern. Ohne Lichtformer, ohne richtige Zoomstellung.

Wir hatten also f8 bei 1/200s. Das war gerade die maximale X-SYNC-ZEIT an der 5D Mark II. Jetzt ändern wir das Ganze einfach mal, schalten FP an und können nun auf 1/400s hinaus. Dafür öffnen wir die Blende auf 5.6.

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Und hier kommt der Hammer. PENG!!! Obwohl wir die Blende eigentlich weiter aufgemacht haben, kommt der Blitz nur noch 3 Meter weit. Das ist eine volle Halbierung der maximalen Distanz. Das entspricht einem Leistungseinbruch von 2 vollen Blenden.

WOW! UM EINE BLENDE AN UNSCHÄRFE ZU GEWINNEN, GEHEN ZWEI!!!! VOLLE BLENDEN AN LEISTUNG DRAUF!

Und was das bedeutet, das braucht man garnicht mehr zu sagen. Wir können den Umkehrtest machen. Selbst wenn wir eine Blende weiter schließen, bekommen wir ohne FP-SYNC eine maximale Reichweite von…

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VOILA!!!! …4m!!!!

Und da hätten wir unser Ergebnis! Highspeedsyncen kostet Leistung. Derbe… big way!!! Dafür dass der Blitz länger leuchtet und leuchtet und leuchtet kann er nichtmehr auf voller Stärke blitzen. Ist ja logisch, für die Dauer geht Leistung drauf.

Wir hatten vorher aber gesagt, der Graufilter kostet uns 1 zu 1 Leistung. Eine Blende öffnen, eine Blende Leistung. FP-SYNC kostet für jede Blende zwei Blenden Leistung… 🙂 (UNGEFÄHR)

ERGEBNIS:

  • Wenn man bloß die Offenblende braucht, dann sind Gruafilter durch nix zu ersetzen.
  • Wenn man die schnelle Verschlusszeit braucht, dann geht kein Weg um die FP-SYNC herum. Aber man muss im Hinterkopf behalten, dass es enorm Leistung kostet und dass der Blitz eigentlich nicht kurz leuchtet sondern EXTRA LANGE. Und auch das kann zu marginalenm Verschmieren führen.
  • Der Graufilter muss extra gekauft werden und extra noch vors Objektiv geschraubt werden. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Denn manchmal geht es mehr um Schnelligkeit als um Qualität. Manchmal! Und da gibt es nix einfacheres als FP-SYNC.

Etwas komisches ist uns heute auch noch passiert. Etwas, was ich nicht erwartet hätte. Als wir die Fotos für den Post gemacht haben, haben wir den Highspeedmodus am Blitz anschalten müssen. Und wir haben das vor dem Umstellen der Kamerawerte gemacht. Und plötzlich hat sich die Reichweite verändert. Ohne Blenden oder Zeitänderung. Wir haben also die Zeit bei 1/200s gelassen und TROTZDEM… schaut her!

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… die Leistung ist eingebrochen. Anscheinend leuchtet der Blitz bei aktivierter Highspeedoption schon bei 1/200s los! Ihr solltet also nicht den Modus dauernd anhaben!

Abseits von FP und ND… was bringt euch dieser Post noch?  Ihr wisst jetzt, dass euer Blitz eine prima Rechenmaschine ist und sollte immer kontrollieren ob man den Blitz überhaupt einsetzen kann, ob die Reichweite ausreicht.

Beispiel: Nach diesem Post wisst ihr auch was euer 580 EX II kann und wenn man immer einen Blick auf das Display wirft, dann lernt man die Leistung sehr gut kennen. Man weiß was möglich ist und auch im manuellen Modus wird man sicherer. Wenn ich 3m Entfernung zum Modell habe, dann weiß ich, dass ich halbe maximale Distanz habe, also 2 Blenden weniger als 1/4 Leistung. BASTA! Ohne Probeaufnahmen oder rumfummeln. Man kann prima „VOR“kalkulieren… Aber das kommt in einem anderen Posting.

MAN SIEHT SICH!

Kommentare (22)

22 thoughts on “CANON ETTL: FP-SYNC VS. GRAUFILTER

  1. Gut und ausführlich beschrieben.

    Nach deinem Post auf FotoTV ab ich auch etwas am Blitz rumgedrückt, muss ja testen was mir gesagt wird auch um es zu verstehen, und hab erschreckend festgestellt das die Blitzleistung auchnoch mit der kürzeren Zeit runter geht. Also er kann bei 1/4000s viel viel weniger Energie abgeben als bei 1/500s. Hab erst gedacht dass er bei 1/4000s heller kurz blitzt und bei 1/500s länger dunkler. (1/500s->3m 1/8000->0,5m )

    1. Das Blitzen ist nicht mehr unterschiedliche stark wenn er am Maximum ist… der Schlitz ist nur so schnell, dass kaum noch Energie aufgefangen wird. Du musst überlegen, dass der Blitz auch eine gewisse Dauer braucht, bis er alle Energie abgegeben hat. Deswegen gibt es bei Studioblitzanlagen sog. t0,5 und t0,1 Zeiten. Also wie lange der Blitz abbrennt. Wenn kürzer belichtet wird, dann ist es logisch, dass weniger Energie auf den Sensor kommt… ERGO… weniger maximale Distanz!

  2. Meiner Meinung nach ist doch die normale „Leuchtzeit“ der Blitze etwa im Bereich von 1/10000s bis zu 1/30000s. Wenn ich also auf Highspeedsynchronisation stelle und der Blitz dementsprechend länger blitzt geht die Leistung runter. So. Wenn ich nun aber mit 1/4000 oder 1/8000s belichte, liegt die Leuchtzeit des Blitzes doch nur unwesentlich über der normalen Leuchtzeit, oder sehe ich das falsch? Bei 1/500s kann der Blitz doch dann viel länger leuchten. Somit ist es doch erklärbar, dass die Leistung bei kürzeren Belichtungszeiten abnimmt. Stimmt doch, oder sehe ich das falsch?

    1. Um die Impulse bei ca. 50 Hz so lange zu halten, darf der Kondensator sich nie richtig entladen und dauernd wieder nachgeladen werden. Daher geht die Stärke in den Keller.
      Der Blitz hat auch einen Stärkeverlauf. Daher kann er teilweise garnicht die volle Leistung abfeuern. Weil er dann garnicht die 1/10000s erreicht. Wenn du so ein Diagramm siehst, dann sieht es aus, als ob der Verlauf auf einer Leistungshöhe ist und etwas gezackt. Es werden also niemals einzelne Blitze gezündet wie du denkst. Auch wenn sie schnell blitzen aber der Blitz „leuchtet“ wirklich.
      Wenn man dann schneller synct, dann kriegt jede Stelle weniger Licht ab und daher „fällt die Leistung“ ab. Stell dir vor, dass du plötzlich keinen Blitz mehr hast sondern der Blitz agiert wie Dauerlicht. Daher nimmt er auch in der effektive Leistung ab, wenn die Belichtungszeit kürzer wird. Es handelt sich gerade nicht mehr um viele kleine Einzelblitze sondern um ein Dauerflimmern!

      So hab ich das jedenfalls gelesen. 🙂 Der Post ging eigentlich mehr um den Unterschied zwischen Graufilter und FP als um die Einzelheiten des FP…

  3. hmm, vieles interessantes!

    ich selbst verwende einen 580ex II als master und 3-4 420ex als slave, nun habe ich hier schon manuell den fokus geändert, weil ich sonst auch schon auf die leistungsgrenzen stieß, dass ich dies durch FP verursachte, ist mir garnicht so aufgefallen. also für mich ist fakt ein graufilter für personen lowkeys ist durchaus empfehlenswert!

    ach martin bei deinem shooting mit dem sprinter der paralympics, hattest du keinen graufilter verwendet oder? warscheinlich wär der hintergrund noch weiter auszublenden gewesen….

  4. Kleine Ergänzung, der Canon 580EX und EXII hat eine Leitzahl von 58 bei 105mm !

    Bei 50mm hat er dann nur noch eine Leitzahl von um die 40, da die Einstellung des Zoomreflektors auch noch eine Rolle spielt.

    Wenn jemand in der Lage ist dafür eine Formel aufzustellen oder eine zur Hand bitte her damit. 🙂

    Ich kann nur soviel dazu sagen. Verdoppel ich den Abstand bei gleicher Blitzleistung/Reflektoreinstellung, vervierfache ich die Auszuleuchtende Fläche und entsprechend bräuchte ich dann auch die Vierfache Blitzleistung. Bündel ich jetzt das Licht durch einen Reflektor wieder auf die gleiche Fläche (wie vor der Abstandsverdopplung) hab ich nur den Leistungsverlust durch den grösseren Abstand..

    Sagen wir 2 Meter Abstand gibt Fläche 2*2 Meter sind 4qm

    Bei 4m Abstand sind das dann 4*4m also 16qm also auch nur noch 1/4 Lichtleistung pro qm..

  5. Wie immer, super Beitrag. Ich verwende als mehreren Gründen allerdings Nikon Blitze an meinen Canon Kameras. Wir besitzen zwar auch ein paar 580EX, finden die SB900 Blitze allerdings besser. Da wir sowieso fast immeer per Funk und Manuell arbeiten haben wir uns mit den Nikon Blitzen angefreundet. Die bleiben auch nach 2 Stunden eingeschaltet und gehen nicht einfach schlafen. Außerdem, ist auch eine schöne Sache, wenn die Canon Kamera keinen Blitz erkennt, normal arbeitet und die Lichtmenge manuell eingestellt wird. Das bringt auch schöne Möglichkeiten in der Praxis. Zudem lassen sich die Farbfolien leichter bei dem SB900 wechseln, bzw. einlegen, da entfällt das Klebeband.

  6. Moin,

    kurze Frage zum HSS.

    Mir ist bekannt, was aber im Text widerlegt wird, das man durchaus den HSS eingeschaltet lassen kann.

    Der Blitz und Kamera stellen erst auf HSS um, wenn die Synch-Zeit überschritten wird.

    Scheinbar ist dem dann doch nicht so….

    Gruß

    Frank

  7. Hi Martin,

    super Artikel, eye-opening, vielen Dank!

    Ich hab nun auch mal kurz gerechnet und will Dich hierzu kurz einmal fragen, ob das Sinn macht, s. unten. Wenns Sinn macht, dann hätte HSS aber schon einen Vorteil ggüber ND-Filter (die 1. Geld kosten 2. das Bild verschlechtern 3. draufgeschraubt werden müssen 4. Flares einfangen, 5. bei mir immer voller Tapser sind …),

    Grüße Vicco

    ***

    Ein Beispiel (ist die Rechnung korrekt?):

    (A)

    Direktes Sonnenlicht, Kamera auf: 1/250 s, Blende f/16, ISO 100

    Blitz auf non-HSS, volle Power

    Dies ergäbe jetzt mal eine perfekte Belichtung…

    (B)

    Dito, Kamera auf: 1/1000 s, Blende f/2.8, ISO 100

    Blitz auf HSS

    Wenn die Rechnung stimmt, dann sollte dies die gleiche Belichtung ergeben, aber mit einer schön geringen Schärfentiefe…

    Im Detail:

    1/1000 s => -2 EV

    f/2.8 => +4 EV

    HSS => -2 EV

    … summiert sich zu 0 EV, zur selben Belichtung wie in (A), aber mit schöner Offenblende, ohne ND-Filter …

    Ist da ein Rechenfehler drinne, oder stimmt das so?

    1. f16 zu f2.8 sind 5 blenden! Fehlt also die Hälfte an Licht…
      Und du müsstest folgende Kombos rechnen!

      250 zu f16
      500 zu f11
      1000 zu f8
      2000 zu f5.6
      4000 zu f4
      8000 zu f2.8

      Du merkst… ziemlich viele Rechenfehler… Sorry!

  8. Hi Martin, merci fürs Feedback,

    ok, sorry, 5 Blenden, logo — Asche aufs Haupt usw!!

    Der Rest war aber richtig, habs gerade getestet:

    (1) Non-HSS

    f/16, 1/200 s (hier irrelevant, einfach auf Max), ISO 100

    Kamera im M-Modus, Blitz im M-Modus, Blitz auf 1/1 Power

    =

    (2) HSS

    f/4, 1/1000 s, ISO 100

    Kamera im M-Modus, Blitz im M-Modus, Blitz auf 1/1 Power

    Liefert *fast* die gleiche Belichtung, die identische hab ich bei f/3.5.

    Weiterhin: Die Canon 500D merkt selbst bei t >= 1/200, dass HSS nicht notwendig ist und schaltet trotz HSS am Blitz auf normal um.

    Die Aussage, HSS = -2 EV stimmt also, wenn man davon ausgeht, dass das Kameradisplay / das Histogramm 5 EV abdeckt. Auch das stimmt fast genau, aber nicht ganz genau.

    Viele Grüße

    Vicco

  9. noch ein Beispiel, dann geb ich aber Ruhe!!

    (1) Non-HSS

    f/11, 1/125 s (irrelevant, kein Ambient light, t >= 1/200), ISO 100

    alles in M, Blitz in M, Blitz auf 1/2 Power

    liefere eine ausgewogene Belichtung

    (2) Die *identische* Belichtung (getestet) liefert im HSS-Modus

    f/4.0, 1/800, ISO 200

    alles in M, Blitz in M, auf hss, Blitz auf 1/2 Power

    Warum?

    Die 1/125 s ist irrelevant, wir müssen mit t_sync = 1/200 s rechnen, darauf hatten wir auch die Vergleichbarkeit der Modi festgelegt (Vergleich: Belichtung(Non-HSS) = Belichtung(HSS) – 2 EV)

    Bei HSS müssen wir wie bei ambient light rechnen und somit die Belichtungszeit einrechnen:

    f/11 -> f/4: + 3 EV

    ISO 100 -> ISO 200: +1 EV

    Non-HSS -> HSS: -2 EV

    1/200 -> 1/800: -2 EV

    ——————————

    sums up to 0 EV, same exposure … as measured…

    Viele Grüße

    Vicco

    1. Hallo Vicco, da sind leider wieder einige Fehler drin.
      Das Umgebungslicht ist bei HSS NIE irrelevant weil man sonst einfach die Blitzlichtstärke reduzieren könnte. Du brauchst kein HSS, wenn du kein sehr starkes AL hast.

      Der Rechenfehler ist in der Berechnung des HSS-Modus und der Grundeinstellungen.

      Wenn du f16 bei 1/250s hast, dann brauchst du bei f2.8 eine Belichtungszeit von 1/8000. Ich weiß nicht wie du auf 1/1000 kommst? Da wird das Bild um viele Blenden überbelichtet.
      Bei deinem letzten Beispiel müsstest du von f11 bei 1/250s auf 1/2000s um bei f4 zu landen.
      Dein Fehler liegt immer in der Berechnung der Grundeinstellungen der Kamera. Du musst die Belichtungszeit immer „verdoppeln/halbieren“ pro Blende. Da kommst du dann bei normalen Grundhelligkeiten draußen an einem Sommertag auf 1/4000 oder 1/8000…

  10. Hi Martin,

    hmhm, also ich wär ja direkt einsichtig, wenn ich nicht beide Einstellungen ausprobiert / gemessen hätte… hast Du das auch? 😉

    Ich bin immer sehr dankbar, was Dein Feedback angeht und hab schon viel gelernt, danke!

    Beim aktuellen Feedback wähne ich aber die Rechenfehler nicht (nur?) auf meiner Seite. Grund wie gesagt: ich habs nachgerechnet und ausprobiert mit ein paar Testaufnahmen.

    viele Grüße

    1. Also die Rechnung ist einfach so… ich hab es ja unten notiert…

      250 zu f16
      500 zu f11
      1000 zu f8
      2000 zu f5.6
      4000 zu f4
      8000 zu f2.8

      Also wenn du mir sagst, dass bei deiner Kamera f16 und 250 identisch aussehen mit f2.8 und 1000, dann will ich deine Kamera auch haben!!! Pro Blende halbiert/verdoppelt sich die Belichtungszeit.
      Deine Denkbeispiele sind auch allesamt im groben richtig. Aber die bringen nichts in der Realität.

      Z.B. ist eine Erhöhung des ISO-Wertes vollkommen Banane weil damit ja auch das Umgebungslicht heller wird. Nicht nur das Blitzlicht. Und die Belichtungszeit muss ja in gleichem Maße verkürzt werden wie die Blende geöffnet wird und nicht nur „so halbwegs“…

      Bleib mal bei deinem ersten Rechnebeispiel und probier es mal bei Sonnenschein aus. Du wirst sehen, Bild wird gnadenlos überbelichtet werden.

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